Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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PDP M5 Drums im Test

Hier testen wir für euch die neuen M5 Drums von PDP. Mit seinen gut verarbeitet Ahorn-Kesseln liefern sie einen super Sound. Die Hardware ist solide und funktionell und sehr gut geeignet für Anfänger, aber auch fortgeschrittene Amateure. Also, schau dir das Drumset an

Drum Kit
(Bild: Dieter Stork)

Die in China gefertigten Drums der „M5“-Serie von PDP sind eine interessante Alternative im Budget-Bereich. Schließlich handelt es sich hier um 100% aus Ahorn gefertigte Drums, die zudem in fünf lackierten Oberflächen erhältlich sind. Die Basis der „M5“-Serie ist ein fünfteiliges Set mit 22″ x 18″ Bassdrum, 14″ x 5″ Snaredrum und Toms wie Floor-Tom in verkürzten F.A.S.T-Größen. Zur Ergänzung eines Sets sind noch ein 8″ x 7″ Tom und ein 16″ x 14″ Floor-Tom erhältlich. Natürlich lässt sich mit diesem Programm auch ein Doppel-Bassdrum-Set mit drei Toms und zwei Floor-Toms aufbauen, und auch das PDP Snaredrum-Programm bietet weitere alternative Möglichkeiten.

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Das Standard-Set ist in unseren Falle mit der PDP Serie 900 Hardware ausgestattet, zudem gibt es als Bonus noch ein Dämpfungskissen für die Bassdrum, das mit drei Klettfilzen fixiert werden kann, ein Paar einfache 7A Drumsticks und eine DVD mit guten Basis-Infos z. B. zum Aufbau und Stimmen des Sets u.v.m., moderiert von Stephen Perkins (Nine Inch Nails, Jane’s Addiction u. a.). Für einen Praxis test erhielten wir freundlicherweise ein PDP M5 Drumset in der Farbe „Blue to Black Fade“.

…und so hört sich das Drumkit in Aktion an:

KONSTRUKTION & VERARBEITUNG

Für alle Kessel des PDP M5 gibt der Hersteller eine einheitliche Konstruktion aus acht Lagen Ahorn an. Die Wandstärke liegt bei etwa 6 mm und variiert bei unseren Messungen um ca. +/– 0,5 mm von Instrument zu Instrument. Gelungen sind ebenfalls die Durchmesser der Kessel, deren Toleranz liegt bei knapp einem Millimeter. Zudem sind alle Kessel weit genug für eine freie Fellauflage unterdimensioniert gestaltet. Das geht in absolut in Ordnung und ist eine gute Basis. Die Gratungen besitzen einen Innenwinkel von 45 Grad und einen kurzen steilen Gegenschnitt, so dass sich im Bereich der zweiten Holzlage eine recht spitze Auflagefläche ergibt. Die Gratungen sind recht ordentlich ausgeführt.

Die Snarebeds bieten eine maximale Weite von ca. 20 cm mit einem effektiven Nutzbereich von ca. 14 cm bei einer doch recht geringen Tiefe von ca. 1,4 mm. Ein sorgfältig justierter und plan aufliegender Snareteppich ist hier also Bedingung für eine saubere Ansprache. Die parallel zur Kesselsäule verlaufenden Nähte sind sorgsam auf Stoß gesetzt und zeigen feine Nahtstellen auf den sauber geschliffenen Innenseiten. Die gute Außenlackierung verläuft von einem tiefen Dunkelblau an einem Kesselrand sanft in ein tiefes Schwarz am gegenüberliegenden Kesselrand. Im blauen Randbereich scheint die Maserung des Ahorns hindurch. Die Lackierung ist sehr gut ausgeführt und eine solide Klarlackschicht sorgt für ordentlichen Glanz.

Will man päpstlicher sein als der Papst, stören einen vielleicht einige Lackfarbspritzer im Gegenschnitt der Gratung, aber da dies rein kosmetischer Natur ist und das Set nun einmal nicht die Welt kostet, sei dies verziehen. Was die Holzverarbeitung angeht, so steht das PDP M5 Drumset optisch wie technisch gut da. Dahinter braucht sich die Hardware-Ausstattung nicht verstecken. Die Stimmschrauben mit Feingewinde erlauben ein durchaus gefühlvoll-präzises Stimmen der werkseitig montierten Felle. Der An/Abschalthebel der schlichten Snareteppich-Abhebung funktioniert einwandfrei, schade, dass bei unserer Test-Snaredrum das Klemmböckchen etwas schief montiert ist. Damit wurde es etwas fummelig, den mit einem Plastikband befestigten Snareteppich korrekt zu justieren.

Die Bassdrum ist mit einer Rosette für den L-Arm/ Omni-Ball Tom-Halter mit 1″ Rohrdurchmesser ausgestattet. Dieser besitzt eine Memory-Klammer für das 1″ Rohr und ebenfalls Memory-Klammern für die 7/16″ L-Arme, zudem ist er mit einer dritten Befestigungsoption ausgestattet. Hier können Halter mit bis zu 7/8″ Rohrdurchmesser eingesetzt werden. Die Toms sind mit S.T.M.-Haltern (Suspended Tom Mount) ausgestattet; leider sind diese ab Werk nicht wirklich gut angepasst, so dass sie bei beiden Toms Spannung auf je zwei Gewindehülsen ausüben. Das kann man zwar selber leicht Nachbiegen, doch hier sollte der Hersteller sorgfältiger arbeiten, um diese effektive Halterung auch direkt ab werk zu 100% nutzbar zu machen.

HARDWARE

Die Stative der Serie 900 Hardware zeigen eindeutig die Handschrift von DW und zeichnen sich durch hohe Stabilität bei doch wenig Gewicht aus. Das ist natürlich ein Vorteil, wenn man sein Equipment selber transportieren muss. Der gerade Cymbal-Ständer wie auch der Cymbal Boom Stand sind dreifach zu einer ordentlichen Höhe ausziehbar. Lobenswert sind auch die Memory-Klammern an beiden Stufen, die zudem ein Gelenk besitzen, so dass man die Klammern auch abnehmen kann ohne das Stativ auseinander bauen zu müssen. Überzeugend ist auch die Tragfähigkeit der Stative bei maximaler Aufbauhöhe und hohem Gewicht. Das Snaredrum-Stativ besitzt die DW-typische griffige Arretierungsschraube für den Korb und gut gepolsterte Enden, eine schlichte und doch solide Konstruktion.

Ständer
(Bild: Dieter Stork)

Die Hi-Hat-Maschine besitzt eine Basis mit drei Beinen und doppelten Streben, die frei drehbar für den Einsatz mit einem Doppel-Bassdrum-Pedal geeignet ist. Arretiert wird die Basis über zwei Flügelschrauben. Auch hier finden wir wieder die solide Memory-Klammer am Standrohr vor. Zentral ist eine griffige Rändelschraube angebracht, mit der sich die Federspannung in mehreren Rasten einstellen lässt. Die Bandbreite der möglichen Vorspannungen ist hier sehr gut gewählt. Neben den daraus resultierenden guten Laufeigenschaften verdient die Maschine einen dicken Pluspunkt für die Hi-Hat-Kupplung: Diese besitzt eine Aussparung im Gewindegang. Das Bassdrum-Pedal der Serie 600 kann mit sehr geschmeidigen Laufeigenschaften überzeugen, wenn wir auch zunächst ein wenig Korrekturarbeit erledigen mussten.

Pedal
(Bild: Dieter Stork)

Das leichte Seitenspiel in der Antriebsachse ließ sich durch korrekte Justierung der Distanzringe in der Rahmenaufnahme sofort beheben. Die verwendeten Hauptlager sind sehr gut gearbeitet. Das minimale Höhenspiel ist ein Resultat aus den nicht 100% passgenauen Rahmenaufnahmen. Das leichte Höhenspiel ist in der Praxis aber nicht ernsthaft bemerkbar. Für den geschmeidigen Lauf sorgt auch das Lager in der Federaufnahme. Die Aufnahme lässt sich auf der Achse drehen, so dass sich der Schlägelwinkel individuell einstellen lässt. Arretiert wird mittels einer Vierkantkopfschraube, und für eine sichere Fixierung sorgt eine geriffelte Aufnahme auf der Hauptachse. Der Trittplattenwinkel lässt sich in gewissem Rahmen unabhängig vom Schlägelwinkel justieren, dafür sind im zentrischen Antriebsrad mehrere Bohrungen für die Doppelkette vorgesehen.

Die Justierung ist etwas aufwendig, man muss hier das Kettenschloss lösen und die Kette an der entsprechenden Position einhängen und wieder fixieren. Das Pedal besitzt eine durchgehende Bodenplatte und ist damit recht verwindungssteif. Auf der Platte ist der seitlich zugängige KlemmMechanismus befestigt. Interessanterweise lässt sich das Pedal auch bei voll geöffneter Klemme nur schwer über den mit einem Schutzgummi versehenen Bassdrum-Spannreifen schieben. Auch hier sollte der Hersteller noch einmal nachbessern.

SOUND

Ein ca. 6 mm starker Ahornkessel ist eine gute Ausgangsbasis für einen ausgewogenen Schlagzeugklang. Da die Kessel des PDP M5 nicht allzu stark und steif sind, sind hier auch solider Bass und ordentliche Tiefmitten vertreten. Die recht spitze Gratung sorgt für feine Obertöne wie auch für eine saubere Bass-Entwicklung. So kann man die Toms mit der werkseitigen Fellbestückung, bei einem mittel-hohen Tuning einen knackigen, präsenten Attack und ein transparentes, relativ tiefes Sustain bescheinigen. Die Projektion ist ordentlich und auch die Ansprache der Toms durchaus schnell und direkt.

Kessel
(Bild: Dieter Stork)

In Sachen Sustain-Entfaltung und Ansprache machen sich die (korrigiert und exakt angepassten) STM-Halterungen dann positiv bemerkbar, und das „verkürzte“ Floor-Tom passt in seiner Klangstruktur auch prima zu den beiden Toms. Die Snaredrum kann zwar auch mit einem guten Kesselklang aufwarten, leider ist durch die nicht allzu tiefen Snarebeds die Ansprache des Snareteppichs nicht wirklich in voller Bandbreite nutzbar. Dennoch lässt sich mit einem höherwertigen Snareteppich in etwas höherer Spannung damit respektabel arbeiten, zumindest in höheren Stimmungen des Instruments. Das erzeugt dann auch einen schönen Kontrast zur satten Bassdrum.

Diese kann schon mit einem leicht ventilierten Frontfell (ca. 5″ Loch) und Einsatz des Dämpfungskissens mit einem klaren Attack und kompakt, sattem Sustain aufwarten. Damit kann man prima abrocken, und mit etwas tieferer Schlagfellstimmung lässt sich sogar ein satter PopmusikSound mit etwas wärmeren Attack generieren. Weniger Dämpfung, etwas höher gestimmt und mit der Plastikseite des Two-WayBeaters angespielt, geht sogar ein knackiger Hardrock- bzw. Metal-Sound.

PDP Five Drums_02

FAZIT

Das in China gefertigte PDP M5 Drumset hinterlässt technisch wie optisch einen insgesamt guten Eindruck. Die Kessel sind so gut verarbeitet, dass mit den werkseitigen Fellkombinationen sehr schnell und einfach solide Sounds generiert werden können. Einen kleinen Abzug in der B-Note bekommt die Snaredrum für ihre etwas eingeschränkt nutzbare Ansprache aufgrund des nicht allzu tief gesetzten Snarebeds. Dafür können Bassdrum und Toms mit einer guten Bandbreite von Pop- und Rock-Sounds aufwarten.

Die Hardware ist solide und funktionell. Kleine Nachlässigkeiten in der Verarbeitung, wie z. B. die nicht ordentlich angepassten STM Tom-Halterungen lassen sich durch etwas Eigeninitiative leicht beheben und sind nicht gravierend. Einen dicken Pluspunkt gibt es für die Aussparung im Gewindegang der Hi-HatKupplung, damit werden die vom hart verdienten Geld gekauften teuren Hi-Hat-Cymbals eben nicht in ihren Kuppenlöchern beschädigt.

Das PDP M5 hat Potential und eignet sich sowohl für den Anfänger wie den fortgeschrittenen Amateur mit gewissen Ansprüchen und ernsten Auftrittsabsichten. Klanglich wird man diese gut meistern können, und man muss sich hier auch keine Sorgen über die Solidität der Hardware machen. Ein Besuch bei Fachhändler für einen persönlichen Eindruck ist also empfehlenswert

Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
FREDERIC MICHEL – Modern Pop Drummer +++ YOUTUBE-STARS: Sina Drums; COOP3RDRUMM3R +++ Rockin‘ 1000 +++ Studium an der POPAKADEMIE +++ ZULTAN Heritage Cymbals +++ PEARL Masters Maple/Gum Drums +++ ROGERS Dyna-Sonic Wood Snaredrums

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