Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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Ein Death-Metal-Traum

Pearl Daniel Erlandsson Signature Snaredrum im Test

Daniel Erlandsson, Drummer von Arch Enemy, wurde von Pearl mit einer Signature Snaredrum bedacht. Er ist einer der stilprägenden Drummer in Genre des Death Metal, doch nicht nur die musikalische Note des Styles, sondern auch seine individuellen Klangvorstellungen machen diese Snaredrum zu einem besonderen Instrument.

Snare Drum
(Bild: Archiv)

Ob die Snaredrum – in mattem Grau – nur in punkto Optik bestechen oder ob sie sich auch klanglich den charaktersitischen “Arch Enemy”-Sound von Daniel Erlandsson erreichen kann, seht und hört ihr in unserem Videotest der Pearl Daniel Erlandsson Signature Snaredrum.

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Konzept

Die Vorgaben für dieses Instrument waren zunächst rein klanglicher Natur, und dass Daniel eine Snaredrum mit hoher Durchsetzungskraft und einem soliden Attack für seine Musik braucht, war selbstverständlich klar. In seiner eigenen Beschreibung spricht er allerdings auch von einem Vintage-Ton, und das ist in diesem Zusammenhang doch ziemlich interessant, denn hier denkt man doch eher an die Sounds historischer Instrumente des vergangenen Jahrhunderts aus den 20er- bis 60er-Jahren und nicht an ein modernes Metal-Instrument.

Nun, Mr. Erlandsson meint wohl mit „Vintage-Ton“ eher den der in den 70er-, 80erund 90er-Jahren konzipierten Snaredrums mit charakteristischen Sounds, die speziell für die aufkommenden Heavy-Rock- und Metal-Styles unverzichtbar sind. Was ist also der „Vintage Sound“? In diesem Falle – so viel sei erst einmal verraten – ist es ein trockener Klangcharakter mit entschärften Obertönen.

Logo
(Bild: Archiv)

Konstruktion

Ein Stahlkessel mit ca. 1,2 mm Wandstärke bildet die Basis für diese Snaredrum. Da kann man getrost auf eine Sicke verzichten, und genau das gibt den ersten Ansatz zwischen Klangkonzept und Konstruktion. Denn den starken Stahlkessel durch eine Sicke noch weiter zu versteifen, würde die Dominanz der Obertöne im Attack stärken und den Punch mindern. Durch die Lackierung – in mattem Grau – und die etwas flacher und rundlicher gestalteten Gratungen wird der Ton dieses Kessels zudem etwas trockener und der Attack etwas fetter.

Snare Rückansicht
(Bild: Archiv)

So wird der Grundstein für einen prägnanten, durchsetzungsstarken Attack ohne zu starke Obertondominanz und ein – für einen Stahlkessel – trockenes Sustain mit druckvollen Mitten gelegt. Der Kessel ist ausgezeichnet verarbeitet, allerdings nur wenig unterdimensioniert. Damit der Klang der Snaredrum nicht zu kompakt und Attack-lastig wird, ist sie mit dreifach geflanschten Stahlspannreifen ausgestattet. Diese sind gewohnt prima verarbeitet und in diesem Fall schwarz, pulverbeschichtet.

Das gilt auch für die einseitig einstellbare Snareteppich-Abhebung sowie die Röhren der Tube-Lugs, deren Stützen allerdings als Kontrast verchromt sind. Neben der grauen Lackierung und dem „Arch Enemy“-Logo verzieren den Kessel noch satte 49 Nieten. Ganz schön martialisch das Ganze, allerdings in hoher Fertigungsqualität umgesetzt, so dass ich hier wenig Befürchtung habe, dass sich eine der Nieten lösen wird.

Sounds

Die werkseitige Fellkombination unterstützt das oben erwähnte Klangkonzept prima und lässt zudem klanglich noch einiges mehr zu. Vollkommen easy erreicht man den charaktersitischen „Arch Enemy“-Sound von Daniel Erlandsson. Und man ist überrascht, wie klasse die Ansprache der Trommel ist und wie Durchsetzungsstark sie über die Rampe kommt. Der Attack ist druckvoll und knackig, hat eine immense Projektion, ist dabei allerdings nicht schneidend in den Obertönen. „Hart, aber nicht bissig“ trifft es wohl als Beschreibung bestens. Das hat schon einen sehr interessanten, eigenen Charakter.

Auch wenn das Sustain eher auf der trockenen Seite angelegt ist, so macht die Trommel auch hier einen ganz ordentlichen Mittendruck, und durch den starken Kessel wirkt das Ganze kurz und kompakt. Das hat seinen Vorteil bei schnellen Beats, und auch bei langsamen Grooves hat man genug Power. Interessanterweise hat man auch schon bei leichter Spielweise eine durchaus sensible, griffige Ansprache und ein sehr ordentliches Klangpotenzial zur Verfügung. Mit diesen Klangparametern kann man also nicht nur Death Metal und ähnliche Styles bedienen. Drummer, denen eine Snaredrum mit Aluminiumkessel etwas zu trocken ist, eine mit Stahlkessel aber zu viel Oberton generiert, können mit der Daniel Erlandsson Snaredrum auf genau die richtige Fährte kommen.

Zusammengefasst: markanter, knackiger Attack, in den Obertönen etwas entschärft, dennoch hervorragende gute Projektion; im Sustian für Stahlkessel ungewöhnlich trocken, dabei druckvoll in den Mitten; in allen Dynamikstufen direkte, solide und sehr kontrollierte Ansprache.

 

Fazit

Die Pearl Daniel Erlandsson Signature Snaredrum ist ein hochwertiges Instrument, das hier nicht nur durch ausgezeichnete Verarbeitung punktet, sondern auch durch einen ungewöhnlichen, eigenständigen Sound. Ungewöhnlich deshalb, weil das Obertonspektrum des starken Stahlkessels entschärft ist, der Attack sich aber dennoch seinen Weg durch jedes Metal-Gitarren-Gewitter bahnt und das Instrument auch noch genügend Druck im Sustain für die erforderliche Power bei langsamen Rock-Songs bietet. Wenn auch die martialische Optik polarisiert, sollte man – auch wenn man kein Death-Metal-Fan ist – dieses interessante Instrument antesten.

Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
FREDERIC MICHEL – Modern Pop Drummer +++ YOUTUBE-STARS: Sina Drums; COOP3RDRUMM3R +++ Rockin‘ 1000 +++ Studium an der POPAKADEMIE +++ ZULTAN Heritage Cymbals +++ PEARL Masters Maple/Gum Drums +++ ROGERS Dyna-Sonic Wood Snaredrums

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