Pearl E-Pro Live im Test

Anfang dieses Jahres stellte Pearl auf der Frankfurter Musikmesse das E-Drum-Set „E-Pro Live“ vor. Konnte man es dort nur bedingt testen, weil die Taster zum Editieren von einer Plexiglas-Platte abgedeckt waren, kommt es nun endlich in die Läden. Und wir konnten dem Vertrieb auch gleich ein Set abringen, bei dem wir dann auch auf den Edit-Taster drücken dürfen.

Drumkit
(Bild: Archiv)

Mit dem E-Pro Live hat Hersteller Pearl ein E-Drumset auf den Markt gebracht, das aussieht wie ein „echtes“ Schlagzeug, und auch mit etwas Bastelarbeit in ein solches Akustikset verwandelbar ist – und das Ganze auch wieder zurück. Ein innovatives Konzept, das im Lieferumfang ein Soundmodul namens „Redbox RBM-20“, ein Drum-Rack, fünf „Pads“ in Form echter Trommeln und drei Cymbal-Pads sowie ein Snaredrum-Stativ, ein Hi-Hat-Kontrollpedal, drei Cymbal-Arme und einen Kabelbaum inklusive zwölf Klettbändern enthält. Wir haben das Pearl E-Pro Live getestet.

Anzeige

Für manchen jüngeren Leser wird Pearl, ansonsten bekannt als renommierter Hersteller für akustische Drums feinster Qualität, ein neuer Name im E-Drum-Business sein. Tatsächlich aber hat Pearl schon in den 70er- und 80er-Jahren erste Vorstöße in diesen Sektor gewagt und mit den „Syncussion“-Modellen einige „Drum-Synthesizer“ (wie man sie damals noch nannte) erfolgreich in der Drummer-Welt platziert. Das letzte mir bekannte Pearl E-Drum-System aus dieser Zeit war das „Syncussion X“. Es wurde 1986 vorgestellt und enthielt das Soundmodul SC-40, welches damals auch in STICKS getestet wurde, und zwar von … mir. Tja, ich war jung und brauchte das Geld – unter anderem, um mir das SC-40 zu kaufen, das ich heute übrigens immer noch besitze. Kehren wir aber zurück in die Gegenwart und schauen uns an, was das E-Pro Live zu bieten hat.

Kompotnenten

Das Kit besteht aus dem Soundmodul „Redbox RBM-20“ (im Folgenden „Redbox“ genannt), einem Drum-Rack, fünf „Pads“ in Form echter Trommeln und drei Cymbal-Pads, die in Lizenz von Smartrigger hergestellt werden und die eigentlich ebenso echt sind wie die Trommeln (dazu später mehr). Zum Lieferumfang gehören ebenso ein Snaredrum-Stativ, ein Hi-Hat-Kontrollpedal, drei Cymbal-Arme und ein Kabelbaum inklusive zwölf Klettbändern zum Befestigen am Rack. Selber dazustellen muss man noch einen Drummer-Sitz und ein Bassdrum-Pedal, was aber bei E-Drums eher die Regel ist.

Hardware

Das Rack hat keine spezielle Bezeichnung, sieht aber aus wie eine Mischung aus Pearls Rack-Beständen. Es besteht aus drei Vierkant-Querstangen und vier Rohrbeinen, allesamt aus Metall und in Schwarz. Die Rohre werden mithilfe von verchromten Klemmen, die an den Enden der Vierkantstangen sitzen, an den Vierkantstangen befestigt, und so ergibt sich ein äußerst stabiler Aufbau. Entgegen der restlichen Ausstattung des Sets, wo sogar noch die Ausleger der Cymbal-Arme mit Memory-Schellen ausgestattet sind, fehlen hier die Schellen leider völlig. Das führt dann dazu, dass man beim Zusammenklappen des Racks sehr wahrscheinlich die exakte Höheneinstellung der äußeren beiden Stangen verliert und das Rack beim Aufstellen jedes Mal neu justieren muss.

Wenn man das Rack also auch mal transportieren möchte, sollte man sich im Drum-Zubehör-Handel seiner Wahl zwei Memory-Schellen (auch Stop- oder Memory-Lock genannt) dazukaufen, um sich ein zeitraubendes Gefummel zu ersparen. Die drei Toms und die Halterung für das Hi-Hat-Pad lassen sich über die bewährten PC-8-Klemmen bequem und stabil an den Vierkantstangen befestigen. Die beiden Cymbal-Halter und das Halterohr für das Soundmodul finden Platz an den oberen Enden des linken und der beiden mittleren Rohrbeine, wo entsprechende Halteklemmen integriert sind. Alle Vierkantstangen sind mit ca. 88 cm gleich lang. Bei ihnen bleiben ca. 77 cm Spielraum, um weitere PC-8-Klemmen anzubringen, falls man das Set ausbauen möchte.

Die maximale Aufbauhöhe der Stangen beträgt vorne ca. 82 cm, und weil die beiden äußeren Rohre kürzer sind, bleibt hier eine maximale Aufbauhöhe von ca. 65 cm links und ca. 68 cm rechts – die rechte Stange wird man aber eher tiefer platzieren, denn sonst hängt das große Tom (Pad) für die meisten Drummer viel zu hoch. Mit den Klettbändern lässt sich prima der Kabelstrang an den Vierkantstangen anbringen. Um jedoch ein einzelnes Kabel an einem Rohr zu befestigen, sind sie zu lang, und die Klettfläche greift ins Leere.

Die beiden Cymbal-Arme (CH-80e), das Hi-Hat-Pad-Halterohr (CLH-80e) und die Universal-Halterung (UX-80) für das Soundmodul stammen ebenfalls aus dem Pearl-Sortiment. Sie sind ausreichend lang dimensioniert, ihre Schrägsteller sind aber leider nur gerastert und nicht stufenlos verstellbar – womit sich aber dank der feinen Rasterung gut leben lässt. Ebenso gerastert ist die Schrägstellung des kleinen Snaredrum-Ständers (S-790), dessen Beine aber immerhin doppelstrebig sind. Zu guter Letzt kommt noch das Hi-Hat-Kontrollpedal EHH-1 hinzu; ein einfacher Vertreter seiner Zunft, der seine Aufgabe allerdings zuverlässig verrichtet und aufgrund seiner beiden herausschraubbaren Dornen auch sicheren Halt findet.

Drum-Pads

Hier von „Pads“ zu sprechen, ist eigentlich nicht so ganz korrekt, denn es sind echte Trommeln mit Holzkesseln, Resonanzfellen und Spannböckchen (die Snaredrum besitzt sogar einen echten Snareteppich), bei denen lediglich das Schlagfell durch eine Pad-Spielfläche ersetzt wurde. Wir haben es hier also quasi mit Hybrid-Trommeln zu tun – und das im wahrsten Sinne. Denn wenn man die Spielflächen abmontiert und wieder durch echte Felle ersetzt, erhält man ein akustisches Drum-Set mit den Abmessungen 14″ x 4,5″ (Snaredrum), 10″ x 6,5″, 12″ x 7″ und 14″ x 8″ (Toms) sowie 20″ x 12″ (Bassdrum). Zugegeben: kein riesiges Kit, aber durchaus geeignet, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie ein echtes Drum-Set klingt, oder um mal einen kleinen Akustik-Gig damit zu bestreiten.

Drum-Pad
Drum-Pad (Bild: Archiv)

Bei den Toms und der Snare wird statt des Schlagfells ein Pad mit der Bezeichnung „Tru Track“ aufgelegt, dessen Schlagfläche und Rim aus einem Stück Gummi gefertigt sind, und mithilfe des Spannreifens am Kessel befestigt. Der Rim ist als hoher und dicker Wulst ausgeprägt und fühlt sich relativ weich an – schlägt man kräftig zu, lässt er den Stick sogar bis zum Spannreifen der Trommel durch. Die Spielfläche ist hingegen ziemlich straff bzw. hart. Pearl hat hier keine unterschiedliche Gewichtung je nach Trommel-Art vorgenommen, also fühlen sich Schläge auf der Snare ebenso an wie die auf das große Tom. Das Spielgefühl und der Rebound sind gut, unterscheiden sich aber vom Spielen auf einem echten Fell oder Gewebefellen. Die „Tru Track“-Pads sind relativ schwer, wodurch die Trommeln insgesamt ein hohes Gewicht bekommen. Das Bassdrum-Pad wird hingegen nicht auf den Kessel aufgelegt, sondern in ein passendes Loch des mitgelieferten Schlagfells gelegt und festgeschraubt.

Die Spielfläche kann dadurch klein gehalten werden, bietet aber trotzdem genug Platz für die beiden Schlägel eines Doppel-Bassdrum-Pedals. Damit die Bassdrum insgesamt beim Spielen nicht mitwummert, hat Pearl eine ca. 12 cm dicke Schaumstoffmatte in den Karton gelegt, der die Bassdrum knapp bis zur Hälfte füllt und sehr stark bedämpft. Durch die gegenüber der Konkurrenz größeren Spielflächen kann man sich auf dem E-Pro Live besser austoben, wobei nach wie vor erstrebenswert sein sollte, die Center der Pads zu treffen, sofern man die maximale Lautstärke der Sounds auslösen möchte.

Insgesamt sieht das Set natürlich sehr echt aus, was durch die Cymbal-Pads (s. u.) noch verstärkt wird, daher wird der unbelesene Zuschauer hier gar kein E-Drum-Set vermuten. Gestört hat mich der Umstand, dass bei Schlägen auf den Rims der Pads zwar ein zweiter Sound, dieser aber stets mit der höchsten Velocity ausgelöst wird – ein Rim-Shot ist also immer laut und reagiert nicht anschlag – dynamisch. Da im Soundmodul ohnehin nicht viele „echte“ Rimshot Sounds enthalten sind, sollte man die Rim-Spielflächen also eher als zusätzliche Trigger z. B. für Percussion- oder Effekt-Sounds sehen, von denen das Soundmodul wiederum reichlich zu bieten hat. Unser Test-Set ist mit einer Folie in der Farbe „Quilted Maple“ beklebt, welche eine edle Holzmaserung imitiert, die ab der Hälfte des Kessels von durchsichtig ins Schwarze verläuft. Außerdem ist das Set auch in schlichtem „Jet Black“ zu haben.

Die beiden Farben sind geschickt gewählt, denn so fallen die schwarzen Pad-Unterseiten, die ein Stück über den Kesselrand ragen, kaum auf. CYMBAL-PADS Nicht nur optisch erinnern diese Pads an echte Cymbals, sondern sie sind es tatsächlich. Sie werden in Lizenz von Smartrigger in den Größen 16″ Ride, 13″ Crash sowie 12″ Hi-Hat geliefert und bestehen aus Messing. Ihren Unterseiten sind mit durchsichtigem Plastik beklebt, was sie sehr leise macht und überhaupt nicht nachklingen lässt. Die untere Seite von Ride- und Crash-Cymbal ist zusätzlich zur Hälfte mit einem Kontaktstreifen beklebt, wodurch der Sound gestoppt wird, sobald man das Cymbal ergreift – wie im richtigen Leben also. Das Spielgefühl ist dementsprechend super-realistisch, hier gibt es meines Erachtens nichts Besseres.

Der einzige Wermutstropfen bleibt der Umstand, dass man an den harten Cymbal-Kanten nun auch wieder seine Sticks zerreibt – ebenfalls wie im richtigen Leben. Einen kleinen Unterschied zu echten Cymbals gibt es aber doch: Das untere Hi-Hat-Cymbal ist hier nicht aus Metall, sondern aus Plastik, was zwar die Optik ein wenig trübt, den Geldbeutel aber schont. Wer mehr über die Smartigger-Cymbals erfahren möchte, kann sich auch unseren Testbericht aus STICKS 8:2006 noch einmal durchlesen (gibt’s für kleines Geld auch als pdf-Download unter www.sticks.de). Das E-Pro Live wird auch mit schwarzen Cymbal-Pads aus Gummi/Plastik angeboten, was dann etwas preiswerter ist.

Soundmodul Redbox

Die Redbox in schickem Ferrari-RotMetallic ist kompakt und leicht. Letzteres ist nicht verwunderlich, denn das Netzteil befindet sich nicht im Gehäuse, sondern versorgt die Redbox extern mit Strom. Dabei kann sie einen ersten Pluspunkt ernten, denn das Netzkabel wird nicht nur von einer Zugentlastung gehalten, sondern kann mit dieser sogar sicher am Gehäuse verschraubt werden. Auf der Bedienoberfläche befindet sich links die Alu-gebürstet abgesetzte MischSektion mit Drehreglern für Volume und Kopfhöreranschluss sowie sechs Fadern für die Instrumente. Drückt man auf den Taster „A/B Select“ neben den Fadern, schalten die Fader von der Regelung für Kick, Snare, Toms, Hi-Hat, Crash und Ride auf die Regelung für Ride2/Acc1, Acc2–4, Bass und Click um.

„Acc“ steht hier für die zusätzlichen Trigger-Eingänge auf der Rückseite, an denen bis zu vier weitere Pads angeschlossen werden können, wobei allerdings Acc1 schon vom zweiten Anschluss des Ride-Cymbal-Pads belegt ist, damit es im 3-Zonen-Modus nicht nur Profil- und Kuppen-, sondern auch Randschläge verarbeiten kann. Die Fader schalten beim zweiten Druck auf den Select-Taster nicht wieder zurück auf die vorherige Fader-Gruppe, sondern sie werden ausgeschaltet, um eine Fehlbedienung zu vermeiden. Erst ein drittes Drücken schaltet wieder auf die erste Fader-Gruppe um. In der Mitte liegt oben das grafikfähige LC-Display, darunter vier Funktionstaster zum Navigieren durch die Menüs. Darunter wiederum liegen sechs Taster, die zu verschiedenen Editier-Bereichen führen oder Funktionen auslösen, wie etwa „Pad ID“, mit dem ein Menü beim Anschlagen eines Pads zur Seite dieses Pads wechselt, oder „Preview“, mit dem der zuletzt angewählte Sound anschlagdynamisch auch ohne Pads gespielt werden kann.

Editieransicht des Sequenzers
Editieransicht des Sequenzers (Bild: Archiv)

Ganz unten in der Mitte befindet sich der große Taster „Kit Select“, mit dem man von jeder Menüseite aus direkt wieder zurück zu den Kits kommt. Direkt rechts daneben liegen die beiden Taster „Dec–“ und „Inc+“, mit denen man schrittweise die Kits wechselt oder die Werte verändert. Rechts oben befindet sich das große V Alu/Tempo-Rad zum schnellen Ansteuern von Werten, und darunter die Taster für den internen Sequenzer. Die Rückseite der Redbox wird dominiert von den zahlreichen Anschlussbuchsen für die Pads. Außerdem gibt es noch einen MIDI-In und -Out, zwei Cinchbuchsen zum Anschluss eines MP3- oder CD-Players sowie nicht nur zwei Ausgänge für „Main Out“, sondern auch zwei weitere „Aux Out“-Ausgänge, auf die man beliebige Instrumente schicken kann, um sie getrennt von den anderen nachzubearbeiten.

Nicht vergessen werden darf die USB-Buchse, die als „USB to host“ ausgeführt ist und somit nicht zum Anschluss eines USB-Sticks, sondern zur Verbindung mit einem Computer dient. Über USB kann man nicht nur all seine selbst gebastelten Kits speichern, sondern den kompletten Speicherinhalt auch austauschen, um beispielsweise ein völlig anderes Kit zu laden. Dabei sollte man unbedingt bedenken, dass dann einige oder sogar alle internen Werks-Sounds nicht mehr zur Verfügung stehen. Auf www.redboxsoundshop.com findet man im Internet einige Kits von Drittanbietern, die aufwendig für die Redbox aufbereitet wurden und die dementsprechend viel Speicher brauchen – das kann auch schon mal der gesamte Platz in der Redbox sein.

Die angebotenen Kits sind mit 30 bis 60 Dollar recht günstig; bevor man sich aber daran macht, eines zu kaufen und zu laden, sollte man unbedingt den eigenen Speicherinhalt sichern – sonst isser wech. Sobald man einen Sound bearbeitet, merkt sich die Redbox die Änderungen, solange sie eingeschaltet ist. Schaltet man sie aus, gehen die Änderungen verloren. Daher sollte man unbedingt daran denken, ein bearbeitetes Kit per Save-Taster abzuspeichern, wenn man es behalten möchte. Dazu kann man einen der jeweils 100 Preset- oder User-Speicherplätze überschreiben. Die Bearbeitungsmöglichkeiten der Sounds sind sehr, sehr umfangreich. Sie lassen sich grob- und fein-stimmen, mit einem Hochoder Tiefpass-Filter belegen, der anschlagdynamisch geöffnet oder geschlossen werden kann, Länge, Lautstärke und Tonhöhe lassen sich ändern oder anschlagdynamisch steuern etc.

Einige Bearbeitungsmöglichkeiten verdoppeln sich im Übrigen pro Sound, weil jeder Trigger-Slot mit zwei Samples belegt werden kann. zur besseren Orientierung heißt bei der Redbox der zusammengesetzte Sound „Voice“, und seine beiden Komponenten heißen „Layer A“ und „Layer B“. Auch im Trigger-Bereich gibt es alle Anpassungsmöglichkeiten, die man sich nur wünschen kann. Zudem kann jedem Kit ein Reverb (Hall) sowie ein sogenannter Modulationseffekt mit diversen Delay- (Echo), Flanger-, Chorus- und Vibrato-Programmen zugeordnet werden, die sich natürlich umfangreich ändern lassen.

Die Qualität der Effekte ist größtenteils gut, bei einigen extremen Einstellungen scheppert allerdings schon mal der Hall. Besonders der Gated Reverb verhielt sich manchmal etwas sonderbar: Wie lange das Gate geöffnet bleibt, hängt irgendwie mit den gewählten Samples zusammen; bei einer extrem langen Gate-Zeit war es bei einem tiefen Tom länger offen als bei einem hohen und knackte am Ende – die Einstellung war aber eben auch extrem. Für jedes Kit gibt es darüber hinaus einen Kompressor und einen Equalizer, die sich leider nur gleichzeitig aktivieren lassen. Außerdem wirkt deren Einstellung immer auf das gesamte Kit – es gibt also keine Möglichkeit, bei nur einem einzelnen Instrument Klangkorrekturen vorzunehmen, was ich sehr schade finde.

Sequenzer
Aussägekräftige Icons und die Einteilung in Kategorien helfen bei der Sound-Suche. (Bild: Archiv)

Der Equalizer besitzt zwar nur zwei Bänder, deren Ansatzfrequenzen lassen sich jedoch in kleinen Schritten von 20 Hz bis 18,5 kHz einstellen. Man kann also den Bassregler auch benutzen, um die Höhen einzustellen, und mit dem Treble-Regler die Mitten bearbeiten. Der interne Sequenzer bringt nicht nur einige interessante Patterns mit, sondern lässt sich auch mit Eigenkreationen füllen. Über die Pads kann man einen Drum- oder Percussion-Part einspielen, und um eines der internen Begleit-Instrumente anzusteuern, braucht man ein MIDI-Keyboard. Die Bearbeitungs-Optionen sind vielfältig und lassen kaum Wünsche offen, das eingespielte Pattern lässt sich sogar in einer Matrix darstellen, die an den Drum-Editor von den angesagten Audio/MIDI-Sequenzern erinnert. Möchte man zu einem Pattern, das Begleit-Instrumente enthält, spielen, lässt ein bereits eingespieltes Kit auch muten.

Sequenzer und Drum-Kit sind allerdings stets aneinander gekoppelt – wählt man eine Sequenz an und wechselt das Drum-Kit, ändert sich (wahrscheinlich) auch die Instrumentierung der Begleitung, die man dann umprogrammieren müsste. Die Sound-Auswahl ist überwältigend, hier sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Vermisst habe ich allerdings, wie weiter oben schon erwähnt, bei vielen Snare- und Tom-Sounds entsprechende Samples für die Rims. Abgesehen davon bieten aber die über 1.000 internen Sounds von Besen über Percussion- und Effekt-Sounds bis hin zu den sogenannten Random-Sounds, die bei jedem Anschlag eine andere Variante eines Samples abrufen, mehr, als man wahrscheinlich jemals brauchen wird.

Sequenzer
Bearbeitungsmöglichkeiten der Sounds (Bild: Archiv)

Fazit

Das Pearl E-Pro Live ist ein interessantes Angebot für alle, die zwar E-Drums spielen möchten, sich aber den Look eines echten Drum-Sets wünschen. Pearl erfüllt diesen Wunsch mit einem guten akustischen Drum-Set, das mit cleverer Technik zu einem E-Drums-Set umgebaut wurde – und sich auch wieder in ein Akustik-Set zurückverwandeln lässt. Die Verarbeitung ist gut, die Handhabung praxisnah, und die „Elektrik“ lässt sich größtenteils einfach bedienen. Die zu diesem Set mitgelieferten Cymbal-Pads bieten einen unübertroffenen Spielkomfort. Die Möglichkeiten beim Editieren sind riesig, und ich möchte jedem, der das Set mal ausprobiert, dringend ans Herz legen, sich nicht nur die mitgelieferten Kits durchzuhören (die alle mit vielen Effekten versehen sind und für meinen Geschmack etwas zu aufgemotzt klingen), sondern sich auch einmal die Zeit zu nehmen, die vielen schönen Einzel-Samples auszuprobieren. Wenn ich zwei Wünsche frei hätte, lauteten sie: Auch die Rims anschlagdynamisch machen, und der Redbox Equalizer für jedes einzelne Instrument spendieren – vielleicht geht da noch etwas per Software-Update.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren