Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
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Exportschlager jetzt auch in Lack!

Pearl Export EXL Drums im Test

2013 ließ Pearl mit den Export Drums die meistverkauften Drumsets aller Zeiten wieder aufleben, und seit Anfang 2014 sind die Export EXL Drums auch wieder mit lackierten Oberflächen erhältlich.

Drum Set
(Bild: Archiv)

Vier vorkonfigurierte Drumsets inklusive Hardware-Satz der Serie 830 (siehe auch Test in STICKS 09:2013), dazu sogar mit dem „Demonator“ Bassdrum-Pedal P-930 ausgestattet, bilden das Programm der Pearl „Export EXL“-Serie. Als lackierte Oberflächen stehen zurzeit Natural Cherry, Honey Amber und Black Smoke – die Farbe unseres Testsets – zur Verfügung. Hört´s euch an!

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Konstruktion & Verarbeitung

Gefertigt werden die „Export EXL“Drums in China, die Kessel bestehen aus „Asian Mahogany“ und Pappel. Pearl stellt auch die „Export EXL“-Kessel im eigenen SST-Verfahren her, das neben der Kesselherstellung in Hochtemperatur Hydraulikpressen auch den „Scarf Joint“ beinhaltet. Hier sind die Nahtstellen speziell angeschnitten, so dass sie auf einer größeren Länge eine solide Verbindung eingehen. Insofern ist die Herstellung der Kessel also identisch zu der Fertigung der Kessel der Top-Serien von Pearl. Bei unseren Messungen ergaben sich dann auch erneut exzellente Werte z. B. für die Toleranz im Kesseldurchmesser und der Wandstärke bei den Export EXL Drums. Rein technisch gibt es hier nichts zu meckern, auch wenn auf den ersten Blick das Snarebed nach grober Schnitzerei aussieht.

Der zweite Blick zeigt, dass dies schon beabsichtig so ausgeführt ist: ein sehr steiler Verlauf auf den weiten Nutzbereich in fast 3 mm Tiefe und dabei verbreitert sich das Ding auf die volle Kesselbreite. Ein kleiner optischer Wermutstropfen ist allerdings der Bereich des „Scarf Joint“, der hier auf der Außenseite (sicherlich aus Kostengründen) nicht so elegant wie bei den Drums der Top-Serien bearbeitet wurde. Das fällt allerdings nur im Nahbereich ein wenig auf. Die Lackierung ist ansonsten gut ausgeführt, und man kann auch die dezent durchscheinende Maserung gut erkennen.

Die Kessel-Hardware ist leichtgewichtig und funktional. Die Stimmschrauben laufen sauber in den Gewinden, so dass man durchaus schnell und präzise stimmen kann. Zudem bieten die Spannreifen und die Klauen der Bassdrum sehr ordentlich gearbeitete Auf lageflächen. Die Stimmstabilität bei tiefen Stimmungen kann man noch durch ein Nachrüsten mit zusätzlichen Kunststoffunterlegscheiben erhöhen. Die Verchromung der Oberflächen der Hardware-Komponenten wurde im Vergleich zu den Pearl Export Drums von 2013 noch verbessert. Auch für die EXL Drums kommt der neue „Opti Loc“-Tom-Halter zum Einsatz. Dieser hängt in Gummihülsen gelagert an zwei Punkten an den Gewindehülsen und stützt sich in einem dritten Punkt gummigelagert gegen den Kessel ab. Dieser dritte Punkt ist ein Fixpunkt, und es gibt keine Verstellmöglichkeit in der Flexibilität. Dennoch hat diese Halterung einen positiven Einfluss auf das Klangverhalten der Toms.

Sounds

Die Pearl Export EXL Drums mit lackierten Oberflächen unterscheiden sich nur in einigen Kleinigkeiten von den Export Drums mit Folienoberfläche. So bieten die Toms etwas mehr Punch im Attack. Wie schon bei den folierten Export Drums muss man auch hier nicht viel für einen homogenen Set-Sound tun. Mit der werkseitigen Fellbestückung bekommt man einen satten Punch und ein durchaus fettes, rockiges Sustain aus den Toms, sofern man diese nicht zu hoch stimmt. Mit etwas Dämpfung versehen tut es auch die Snaredrum in einer mittelhohen Stimmung. Die Snareteppich-Ansprache geht in Ordnung, wenngleich sie durch eine solide Befestigung mittels Schnur – der Snareteppich ist dafür geeignet – noch verbessert werden kann. Auch für einen satten Bassdrum-Sound braucht es nur ein kleines Resonanz-Loch im Frontfell und etwas Dämpfung. Das lässt sich für den Starter mithilfe eines erfahrenen Trommlerkollegen oder auch des Schlagzeuglehrers sehr schnell herstellen, und man kann dann prima los rocken.

Das Export EXL Drumset zeigt also schon mit der werkseitigen Ausstattung und Fellbestückung eine prima Klangqualität und dass hier Potenzial drinsteckt. Das eröffnet weitere klangliche Möglichkeiten, und mit höherwertigen Fellen lassen sich diese ausschöpfen. So sind z. B. Remo Ambassador coated etwas, mit dem sich ein offen jazziger Sound ebenso herstellen lässt wie ein gedeckter, warmer Pop-Sound, sofern man tiefer stimmt und etwas dämpft. Für einen prägnanten, knackigen Attack und ein kompaktes, tiefes Sustain sind z. B. Evans G2 clear und G1 clear eine prima Fellkombination auf den Toms, die damit mehr in Richtung Rock und Metal gehen können. Und das sind nur ein paar Ergebnisse als Beispiel aus unseren Versuchen. Entdecke die Möglichkeiten!

Fazit

Die Pearl Export EXL Drums überzeugen mit einer soliden Verarbeitung und einigen guten HardwareFeatures, wie z. B. dem „Opti Loc“Tom-Halter. Optisch macht das Set einen schmucken Eindruck durch die gelungen ausgeführte Lackierung. Die werkseitige Fellbestückung lässt ein homogenes und sattes Klangbild zu und vor allem weiteres Klangpotenzial erkennen. So lassen sich die Pearl Export EXL Drums klanglich durch geschickte Fellauswahl, Stimmung und Dämpfung in einer guten Bandbreite individuell gestalten und verschiedenen musikalischen Styles anpassen. Doch nicht nur klanglich ist man von Beginn an für Auftritte gut gewappnet, denn auch die Hardware der Serie 830 weiß zu überzeugen, und dass Pearl es ernst meint, zeigt die Zusatzausstattung mit dem „Demonator“ Bassdrum-Pedal. Hier lohnt sich der individuelle Check! Und was den Preis angeht, so liegt dieser sogar unter dem, was das bislang letzte produzierte Pearl Export ELX mit lackierter Oberfläche im Jahre 2005 gekostet hat. Interessant, wo doch alles teurer wird, oder?

Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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