Edelholz für erlesenen Sound

Pearl Masters Custom MCA Ltd. Edition Drumset im Test

Die Masters Custom Maple Drums von Pearl bieten seit jeher amtliche Sounds für jede Form von Rockmusik. Mit einer Außenlage aus edlem Bubinga und einer eleganten „Black Burst“-Lackierung gibt es sie nun in einer Sonderedition für den Edel-Rocker.

Pearl Dum-Set

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SPECS & SOUNDS

Erhältlich sind europaweit lediglich 50 dieser Sets in einer sechsteiligen Konfiguration mit Bassdrum, drei Toms und zwei Floor-Toms sowie als siebenteiliges Set inklusive der auch einzeln erhältlichen 13″ x 7″ Snaredrum. Zum Test konnten wir übrigens lediglich noch ein Set ohne 8″ x 7″ Tom ergattern, da alle dieser limitierten Schätzchen bereits bei den Fachhändlern zum Soundcheck bereitstehen. Das Finish unseres Testsets ist absolut überzeugend, denn die fein ausgeprägte Maserung des Bubinga und das elegante Black-Burst-Finish wirken hier fast schon wie die Flammenoptik einer spitzenmäßig ausgeführten Airbrush-Artwork. Die wunderschöne Maserung mit Wölkchenstrukturen besticht unter der perfekten Lackierung. Durch diese hohe Qualität werden die bekannt guten Pearl MCX-Ahornkessel nochmals aufgewertet.

Die Wandstärken der Kessel wachsen durch die Bubinga-Außenlage je nach Trommel auf gemessene 8,5 bis 8,7 mm, und insofern wurde hier auch nicht am Material der Außenlage gespart, was die sehr plastische Wirkung der Maserung erklärt. Die Innenseiten der Kessel präsentieren sich mit wunderschönen hellgelben Ahornfurnieren von ausgesuchter Qualität. Da verwundert es dann auch nicht, dass alle Kessel des Testsets eine Toleranz von weniger als einem Millimeter im Durchmesser aufweisen und perfekt geschnittene Gratungen zeigen. Diese sind ganz klassisch mit 45-GradInnenabschrägung gestaltet, und die recht spitze Auflagekante wurde auf der zweiten bis dritten Kessellage von außen platziert.

Ein sanft verlaufendes Snarebed von ca. 15 cm Weite und ordentlicher Tiefe von immerhin 2,7 mm ermöglicht eine sensible und immer passend zur gewählten Stimmung zu justierende Snareteppich-Ansprache. Mehr kann man für einen guten Klangkörper nicht tun! Vielleicht doch: gute Hardware verwenden. Und hier sollte man sich auch nicht davon irritieren lassen, dass Pearl die alten Versionen der alternativen Tom-Aufhängung „OptiMount“, der „Bridge Type“-Böckchen, BassdrumSpitzen und Floor-Tom-Rosetten verwendet, denn das alles ist immer noch „State of the Art“, was die Funktionalität angeht. Wir sind zwar heute vielleicht modernere Designs gewohnt, aber der Charme der älteren Varianten passt doch sehr gut zum Finish der Drums.

Einen kleinen Wermutstropfen hinterlässt allerdings die Platzierung der Tom-Halter-Rosette auf der 20″ tiefen Bassdrum: Diese wäre besser noch etwas näher zum Resonanzfell hin platziert, denn bei sehr flachen, geraden Aufbauten der Toms steht das 12″ Tom etwas über den Rand des Schlagfells heraus. Dies ist den Längen der zum Tom führenden Ausleger der 7/8″ Tom-Halter geschuldet, kürzt man die Ausleger, bekommt man auch dieses Thema in den Griff. Dafür hatten wir Gelegenheit, die extra langen Floor-Tom-Beine auszuprobieren, die das nur 12″ tiefe 14″ Floor-Tom in die passende Höhe für größere Menschen jenseits der 1,90 m Marke bringen. Und das dann auch noch in gesunder Mischung zwischen solider Standfestigkeit und einem gewissen Swing-Level für optimale Resonanzentfaltung. Die Snaredrum in der Dimension 13″ x 7″ besitzt nur sechs Stimmschrauben/Spannböckchen pro Fellseite.

Das kann man durchaus so machen, denn dank der soliden Guss-Spannreifen lässt sich das Instrument dennoch sauber stimmen. Komplettiert wird die Hardware-Ausstattung durch eine einseitig einstellbare Snareteppich-Abhebung. Die Toms liefern mit der werkseitigen Fellbestückung die bekannten und beliebten Sounds der Masters Custom Drums. Bei einer mittel-hohen Standardstimmung präsentieren sie sich mit gewohnt präsentem und knackigem Attack, einem sehr sauberen Mittenspektrum und einem satten, straffen Bass-Pfund. Das hat Potenzial für jedwede Form von Pop- bis Rock-Sound und lässt sich mit einfachen Maßnahmen an musikalische Kontexte anpassen.

Etwas Dämpfung des Schlagfelles nahe einer Stimmschraube, und diese dann ein wenig runtergestimmt, und man erzielt einen statten Popsound mit ordentlichem Punch im Attack. Verzichtet man auf das Detuning und stimmt das Ganze etwas höher, sind es die knackigen Sounds mit guter tonaler Ausprägung, die für melodiösen Prog Rock bestens geeignet sind. Und so lassen sich viele Varianten erzielen, die sich leicht spielen lassen, denn zwei Vorteile sind klar zu erkennen: die schnelle Ansprache und das sauber kontrollierte Sustain. Da stellt sich die berechtigte Frage, was das Außenfurnier hier klanglich bewirkt. Nun, es ist bei den Toms und Floor-Toms eigentlich nicht wirklich stark bemerkbar.

Ganz anders ist es aber um die Bassdrum bestellt, hier spielt wohl die größere Fläche des Furniers und vor allem das Volumen des Kessels die entscheidende Rolle: Dieser „U-Bahn-Tunnel“ entwickelt bei entsprechender Spielweise sehr viel Tiefbass und einen fetten Attack, der eine prima Projektion aufweist. Interessanterweise benötigt man auch nur sehr wenig Dämpfung, um die schnellen Reflexionen im Kessel zu brechen und an den Fellen leicht angelegt die Obertöne entsprechend zu reduzieren. Da bildet die Snaredrum einen sehr reizvollen Kontrast zur Bassdrum, und dies nicht nur bedingt durch die spezielle Charakteristik einer 13″-Membranfläche. Schon bei einer mittel-hohen Grundstimmung hat man einen sehr knackigen, hellen Sound zur Verfügung, der im Sustain dennoch recht voll und warm wirkt.

Das Ganze ist schon recht funky und begeistert vor allem durch die sensible und direkte Ansprache des Snareteppichs, die GhostNotes wie knackige Backbeats mit klatschendem, kurzem Snareteppichklang quittiert. Und trotz des hellen Sounds bleiben die Obertöne dabei eher hintergründig. Zudem ist der Rebound noch erstaunlich angenehm und nicht so „brettig“ für einen solchen Klang, die Snaredrum lässt sich also ganz prima spielen. Wer es noch knackiger mag, stimmt einfach etwas höher und bekommt nicht nur einen noch schnelleren Rebound, sondern auch einen wirklich giftigen Attack. Doch auch in die andere Richtung kann man diese Snaredrum schieben, sie wirkt dann sehr satt und fett, da spielt die 7″ Kesseltiefe ihr Potenzial natürlich aus. Dank der kleineren Membranfläche entsteht dabei dieser im Vergleich zu 14″ Snaredrums etwas präsentere, wenn auch etwas schlanke.

Profil

FAZIT

Mit dem Masters Custom MCA Drumset stellt Pearl eine weitere interessante Limited Edition vor, die dank ausgesuchter Bubinga-Furniere mit toller Maserung und einer perfekten Lackierung durch eine edle Optik besticht. Dahinter verbergen sich nicht minder schöne Ahornhölzer. Beides wurde zu perfekt verarbeiteten Kesseln kombiniert. Die Toms und Floor-Toms überzeugen mit bekannten Klangoptionen der Masters Custom Drums, und hier stehen die transparenten Höhen und die tonal klaren, satten Mitten, die so typisch sind für die klassischen 7,5 mm starken Maple-Kessel von Pearl, eindeutig im Vordergrund. Etwas anders geht hier die 20″ tiefe Bassdrum zur Sache, die mit ihren immens satten und wuchtigen Soundoptionen zeigt, was das immerhin mehr als 1 mm starke Außenfurnier bei entsprechender Quadratmeterzahl in Kombination mit dem Kesselvolumen vollbringen kann – das rockt!

Einen passenden Kontrast bildet die Snaredrum mit ihren knackigen Attacks und der filigranen Snareteppich-Ansprache. Insofern ist das Gesamtpaket des Pearl Masters Custom MCA Ltd Edition Sets doch etwas mehr als ein schön furniertes MCX mit seinen reinen Ahorn-Kesseln. Das sollten sich nicht nur Sammler anschauen und anhören. Der Preis ist für ein sechsteiliges Shellset dieser feinen Qualität jedenfalls sehr attraktiv.

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