Produkt: Sticks 11-12/2019
Sticks 11-12/2019
MARK SCHULMAN – Stadion-Rock mit Pink! +++ Nicholas Collins +++ Richie Gajate-Garcia +++ REPORT: Dresdner Drum & Bass Festival 2019 +++ LUDWIG Heirloom Anniversary Snaredrum +++ UFIP Experience Balst Cymbals +++ MAPEX Design Lab Cherry Bomb Drums 2470
Drum Essentials Workshop

Pflege von Drums, Cymbals und Hardware

Wer den Wert und die Funktionstüchtigkeit, die schöne Optik und auch den guten Klang seiner Instrumente erhalten will, der sollte diese sorgfältig pflegen und liebevoll behandeln!

Anzeige

Grundsätzlich gilt für alle Bestandteile des Schlagzeugs: Man kann diese mit mildem, warmem Seifenwasser reinigen und anschließend mit einem weichen Lappen trocken wischen! Ja, auch die Hardware und sogar die meisten Cymbals. ACHTUNG, Ausnahme: naturbelassene Hölzer, seidenmatte oder gewachste Holzoberflächen sowie Cymbals mit speziellen Oberflächen bzw. ohne Schutzlack!
Bei konventionell lackierten Kesseln oder solchen mit Folien-Oberflächen ist das kein Problem, die werden durch diese einfache Grundreinigung fettfrei und sauber, allerdings wird es dann nicht unbedingt schön glänzen. Wer möchte, dass seine Instrumente auch schnieke aussehen, der sollte außerdem noch andere Mittelchen benutzen.

PFLEGEMITTEL FÜR DRUMS

Wie schon in der Einleitung angemerkt: Naturbelassene Hölzer, Seidenmatt-Lacke und gewachste Oberflächen oder gar spezielle Sonderlackierungen sind immer mit größter Vorsicht zu behandeln! Im Zweifel wendet man sich vorher an den Fachhändler, den Vertrieb oder direkt an den Hersteller.

Gibt es keine besonderen Pflegehinweise zum Instrument, so kann man Folien-Oberflächen und konventionelle Glanzlackierungen mit weichem Tuch und Möbelpflege (z. B. Pronto) reinigen. Wichtig: Alle alkoholhaltigen, nicht säurefreien oder kalkhaltigen Reiniger gilt es unbedingt zu vermeiden!

Mit Möbelpflegemitteln lassen sich auch die Metallkessel von Snaredrums reinigen, bei Metallpolituren ist allerdings Vorsicht geboten. Für verchromte Oberflächen eignen sich auch Produkte aus der Automobilindustrie. Bei Messing, Aluminium und Kupfer-Kesseln ist wiederum Umsicht geboten, denn deren Oberflächen können nämlich mit einem Schutzlack versehen worden sein. In diesem Fall kann dann das sanfte Möbelpflegemittel schon für eine einfache Oberflächenpflege ausreichen, da man die eigentliche  Metalloberfläche ja gar nicht erreicht. Wozu dann also eine teure Messingpolitur kaufen? Die wendet man dann an, wenn es eine unbehandelte Messing-Oberfläche ist, was bei Drums eher selten vorkommt.

PFLEGEMITTEL FÜR HARDWARE

Was die verchromten Oberflächen der Stative angeht, so ist das einfach: Mit mildem, warmen Seifenwasser säubern, trocknen, fertig! Oder man nimmt einfach eine Chrompolitur. Dreck, Fett und auch Kleberreste von Markierungen lassen sich damit relativ leicht entfernen, und die Chrompolitur hat zudem noch den Vorteil einen leichten Korrosionsschutz zu geben.

An dieser Stelle noch ein Tipp: Wenn ihr Stative und Stativteile markieren und nummerieren wollt: nutzt Isolierklebeband! Das lässt sich ganz leicht rückstandsfrei entfernen, und in grauer Farbe fällt das auch nicht weiter optisch auf. Auch wenn es üblich ist, weil ach so bequem: Gaffer-Tape gehört nicht an Stative! Das hinterlässt hässliche, schmierige Kleberrückstande, besonders wenn es durch den Transport der Hardware in der Kiste beschädigt wird und dann diese klebrigen Reste beim Aufbau z. B. in die Kunststoffmuffen der Basis-Klemme oder zwischen andere bewegliche Teile rutschen.

Zur Pflege der beweglichen Teile, Lager, Federn sowie Schrauben und Gewinde ist säurefreies Öl die beste Lösung, auch Schmiermittel wie z. B. das spezielle M4 Öl von LD Systems oder Waffenöl sind zu empfehlen, wie auch Silikonspray, das zur Pflege von beweglichen Teile an sensiblen medizinischen Geräten und Instrumenten eingesetzt wird. WD40 Multifunktionsöl oder Spray geht zur Not auch, aber das hinterlässt meist einen zu starken Schmierfilm der auch gern mal Schmutz anzieht. Achtet beim Reinigen und Schmieren der Bassdrum- Pedale und Hi-Hat-Maschinen darauf, dass ihr die Trittplatten vorher abdeckt! Diese von Schmiermittelresten zu befreien ist eine ätzende Arbeit, und wer will schon auf der Trittplatte ungewollt hin und her rutschen.

PFLEGEMITTEL FÜR CYMBALS

Warum soll man Cymbals eigentlich überhaupt reinigen? Sagen die einen: Weil es schicker aussieht und besser klingt! Sagen die anderen: Nein, Cymbals entwickeln erst im Alter und mit einer gewissen Patina einen richtig tollen Sound. Da gehen die Meinungen weit auseinander, und letztendlich ist das Ganze eine sehr persönliche Entscheidung.

Zwei Dinge sollte man aber in seine Überlegungen einbeziehen. Erstens: Grünspan ist Oxidation und damit „Rost“ und beschädigt das Cymbal. Zweitens: Die durch Schweiß, Blut und Tränen, Nikotin- und Nebelmaschinen-Rückstände oder Wasser/Cola/Bier speiende Sänger verseuchten Cymbals anzufassen ist nicht gerade ein hygienischer Vorgang. Putzen oder polieren? Beides sind zeitaufwendige und ungeliebte Vorgänge, weil sie anstrengend sind. Egal wofür man sich entscheidet, von einer Sache sollte man sich verabschieden: Dass die Teile danach wie ladenneu aussehen und auch das Logo in altem Glanz erstrahlt. Das geht so einfach nicht!

Mal angenommen, wir entscheiden uns also doch für eine Reinigung. Aber womit? Geht man auf Nummer sicher, sollte es immer der empfohlene Cymbal-Cleaner des jeweiligen Herstellers sein, der das Rennen macht. Naturbelassene, raue, bräunliche Oberflächen zu reinigen lohnt sich vielleicht klanglich, aber aus optischen Gründen ist das wohl eher witzlos. Die matten „Natural“- bzw. „Traditional“- Finishes von abgedrehten Cymbals können einen Schutzlack haben, müssen sie aber nicht. So sind z. B. die Zildjian Armand Cymbals nicht lackiert und daher auch empfindlich gegen Feuchte und auch Handschweiß, was auch „über Nacht“ zu grünlicher Oxidation auf den Cymbals führen kann. Für die  „Avedis“-Cymbals (nicht A Zildjian) mit spezieller Vintage-Oberfläche empfiehlt Zildjian sogar, diese nicht zu reinigen. Wir empfehlen,was die Reinigung spezieller Cymbal-Oberflächen angeht, im Zweifelsfall grundsätzlich Rücksprache mit Hersteller, Vertrieb oder Händler!
Spielt man Cymbals ohne Oberflächenschutz, sollte man für Auf- und Abbau Handschuhe tragen (ja, das sieht doof aus, ist aber eben notwendig!), und – wenn es die Zeit erlaubt – mit einem weichen Lappen die wertvollen Dinger abwischen, bevor sie in die Tasche oder das Case kommen.
Die meisten Cymbals mit glänzender Oberfläche („Brilliant“-Finish) sind mit einem speziellen Schutzlack versehen, und daher sind die Abdrücke von Sticks mitunter tatsächlich in den Lack „eingebrannt“ und lassen sich manuell nicht mehr so einfach wegpolieren. Wer das trotzdem versucht, riskiert beim heftigen Polieren zumindest den Verlust des aufgedruckten Logos und greift den aufgetragenen Schutzlack an.
Zu den Pflegemitteln der Cymbal-Hersteller selbst gibt es im Fachhandel auch Alternativen im Zubehörbereich, und auch die können zumindest als Reiniger ganze Arbeit leisten. Besonders unsere amerikanischen Freunde verkaufen hier interessante Produkte, die zwar den versprochenen Reinigungseffekt bei korrekter Anwendung leisten, allerdings zum Teil verdächtig nach Polituren ausschauen, die (mit anderem Label versehen) aus dem Automobil- und Waffen-Bereich oder dem Küchen/Bad-Pflegemittel-Segment kommen könnten. Das mag für ein stark gebrauchtes und vernachlässigtes Cymbal ja noch angehen, denn etwas Hilfe ist besser als gar nichts, bei heißgeliebten Instrumenten sollte man es allerdings doch besser zunächst mit einem Reiniger des entsprechenden Cymbal-Herstellers sein Glück versuchen, auch wenn das länger dauern mag und man häufiger zu Cleaner und Lappen greifen muss.
Fazit: Besser von vornherein die neuen, schicken Cymbals pfleglich behandeln. Dann klingen sie länger so klasse wie man sie mag – und sie schauen auch länger schick aus!

// [12810]

Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
FREDERIC MICHEL – Modern Pop Drummer +++ YOUTUBE-STARS: Sina Drums; COOP3RDRUMM3R +++ Rockin‘ 1000 +++ Studium an der POPAKADEMIE +++ ZULTAN Heritage Cymbals +++ PEARL Masters Maple/Gum Drums +++ ROGERS Dyna-Sonic Wood Snaredrums

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte dich auch interessieren