Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
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Sonor-Test aus dem STICKS-Archiv

Sonor Phonic Snaredrum Reissues im Test

 

Snaredrums(Bild: Archiv)

2012 legte Sonor die legendären Phonic Palisander- und Mahagoni-Snaredrums aus den 80er-Jahren wieder auf. Das Palisander-Modell D515PA (14″ x 5,75″) gehört seitdem zu den Top-5-Snaredrums von Drum-Tech und STICKS-Autor Ralf Mikolajczak, der auch diesen Test verfasste. Welche weiteren vier Snaredrums zu seinen Top 5 gehören kann man in der STICKS-Ausgabe 07/08:2018 lesen.

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Sonor legt mit den Phonic Reissue Snaredrums die legendären Phonic Palisander- und Mahagoni-Snares aus den 80ern wieder auf. Wie sie klingen und was sie können erfahrt ihr in unserem Videotest der Sonor Phonic Reissue Snaredrums.

Eigentlich war das schon längst überfällig, denn allein von der legendären Palisander-Snaredrum waren immer wieder Reissuses über verschiedene Quellen erhältlich. Wie das sein kann? Nun, Sonor baut in Bad Berleburg so einiges, was sich z. B. betuchte Japaner und andere Fans leisten können. Was lag da also näher, offiziell zu machen, was sich viele wünschen. Der Hardcore-Fan wird natürlich sagen, dass eine Palisander-Snaredrum in 14″ x 6,5″ auch noch super wäre und die 14″ x 8″ Mahagoni Snaredrum ja ebenfalls ein vielgewünschter Klassiker ist, doch erfreuen wir uns doch erst einmal an diesen zwei neu aufgelegten Legenden.

Konstruktion

Die legendären Sonor Phonic Drums hatten Kessel aus neun Lagen Buche mit ca. 9 mm Wandstärke. Doch die Phonic-Snaredrums mit Holzkessel hatten damit nur bedingt zu tun. So wurde für die Sonor Rosewood-Drums (Palisander) zwar der neunlagige Phonic Buchenkessel als Kern genutzt, aber die Innen- wie Außenseite erhielten ein Palisanderfurnier, was die Wandstärke erhöhte. Bei den Mahagoni-Snaredrums sieht man zwar nur das Furnier aus Mahagoni auf der Außenseite, doch der Kessel hat eine recht interessante Konstruktion: von innen gesehen sechs Lagen Buche und dann abschließend nach außen eine Sandwichkonstruktion aus Mahagoni/Buche/Mahagoni.

Genau so fertigt Sonor auch die Neuauflagen. Und zwar in exzellenter Qualität, mit perfekt geschnittenen 45-Grad-Gratungen mit spitzer Auflage und 100 % runden und in typischer Sonor-Manier leicht unterdimensionierten Kesseln. Bei den Neuauflagen hat man auch die alten Phonic-Böckchen und das silberne Typenschild aus den 80er-Jahren verwendet, insofern ist alles stilecht aus dieser Phonic-Bauphase, auch wenn das aktuelle Palisander-Furnier etwas dunkler ausfällt. Die Neuauflagen besitzen allerdings Guss-Spannreifen, und diese passen auch gut zu beiden Snaredrums. Schade ist eigentlich nur, dass man auf eine beidseitig einstellbare Snareteppich-Abhebung verzichtet hat, was schließlich „der Standard“ bei allen alten Sonor Phonic Snaredrums war.

Konstruktion Detailansicht
(Bild: Archiv)

Sounds

D515 Palisander:

Wer eine sensibel ansprechende Snaredrum mit ausgezeichneter Dynamik sucht, ist mit der D 515 in Palisander bestens bedient. Es ist der supersaubere Klang im gesamten Frequenzbild, bei dem sich nichts Störendes einschleicht, sich samtweiche und doch crispe Obertöne entwickeln und subtiler Druck im Sustain entsteht, der den besonderen Charakter dieser Snaredrum ausmacht. Und dieser Klangcharakter weicht nur minimal vom Original ab. Es sind die Guss-Spannreifen der Neuauflage, die den Unterschied bei Rimshots und Rimclicks ausmachen. Ansonsten ist der Unterschied so gering, dass er nur bei sehr leiser oder extrem lauter Spielweise auffällt. In beiden Fällen wirkt der Klang etwas trockener als bei den alten Originalen. So ist es durchaus möglich, die Reissue Snaredrum wie schon das Original bei entsprechender Spieltechnik auch ohne jegliche Dämpfung zu nutzen.

D516 Mahagoni:

Durch den dünneren Kessel und die nicht furnier – te Innenseite wirkt die D516MA etwas wuchtiger, was durch die Kesseltiefe von 6,5″ noch stärker betont wird. Ein fetter Rock-Sound ist das klangliche Trademark dieser Trommel, und dabei kann auch sie mit großer Dynamik und präziser Snareteppich-Ansprache punkten. Auch hier machen die Guss-Spannreifen den Unterschied zum Original aus. Rimshots und Rimclicks wirken hier wesentlich fetter und damit auch subjektiv ein wenig lauter. Und das Mahagoni-Modell klingt etwas trockener, mit ein wenig fokussierterem Obertongehalt, so dass auch bei dieser Snaredrum zusätzliche Dämpfung für eine Obertonkontrolle nicht erforderlich, sondern lediglich eine Frage des Geschmacks ist.

Snaredrums Rückansicht
(Bild: Archiv)

14″ x 5,75″ D 515PA:

feinste Ansprache von Kessel und Snareteppich; hohes dynamisches Potenzial; griffig und gleichzeitig druckvoll kontrolliert im Bass; elegante, fein singende Obertöne; dank des sauberen Sustains in offenen Stimmungen sehr gut beherrschbar; perfekt für Jazz bis Pop.

14″ x 6,5″ D 516MA:

sehr sattes, druckvolles Sustain; markanter, knackiger Attack mit ausgezeichneter Projektion; eine ausgezeichnete Rock-Snaredrum, die ebenfalls in tiefer Stimmung und starker Dämpfung Stärken hat.

Fazit

Die Neuauflagen der legendären Sonor Phonic Snaredrums D515PA und D516MA mit ihren charaktervollen Sounds sind eine prima Sache und durchaus gut gelungen. Man hat zwar keine hundertprozentigen „Eins zu eins“-Kopien geschaffen, ist aber klanglich extrem dicht an den Originalen gelandet – perfekte Verarbeitung Made in Bad Berleburg hat da schon was für sich. Das macht natürlich auch Appetit auf mehr, nämlich auf weitere schöne Sonor-Legenden aus dem Phonic-, Signature- und Lite-Programm. Doch bis dahin sollte man erst mal diese beiden Schätzchen persönlich antesten und sich vom edlen Klangcharakter überzeugen lassen.

Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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