Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
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Plug & Play

Roland HD-3 V-Drums Lite & DT-1 V-Drums Tutor Lernsoftware

In diesem Test werden wir gleich zwei Roland-Produkten auf den Zahn fühlen: dem neuen E-Drum-Kit HD-3 und der Software V-Drums Tutor DT-1.

Roland HD-3 V-Drums Lite Drumkit_01
(Bild: Archiv)

Die Roland Lernsoftware Tutor DT-1 passt perfekt zum V-Drums-Kit HD3, aber auch zu allen anderen V-Drums. Wir zeigen euch in Teil 2 unseres Tests, was ihr mit der Software alles anstellen könnt und was es für Varianten beim Üben und spielen gibt. Hier unser Videotest von Roland HD-3 V-Drums und Roland DT-1 Teil 2.

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Beide Produkte richten sich offensichtlich an Neu- oder Quereinsteiger und stellen zusammen eine ideale Kombination dar, die nicht nur viele Stunden Spielspaß garantiert, sondern einem auch auf unterhaltsame Weise hilft, seine Spieltechnik zu verbessern und/oder das Notenlesen zu erlernen bzw. weiter zu trainieren.

HD-3 V-Drums Lite

Das HD-3 ist eine im Prinzip eine aufgerüstete Variante des Vorgängers HD-1, das wir bereits aus STICKS 12:2007 kennen. Auch das HD-3 ist ein komplettes E-Drumset mit Pads für Snare, drei Toms, zwei Cymbals und Hi-Hat. Die Cymbal-Pads sind allesamt die bekannten Modelle CY-5. Sie besitzen zwei Spielzonen für Profil und Rand, und von dieser Fähigkeit machen auch alle Kits Gebrauch. Das Snare-Pad entspricht im Prinzip einem PDX-6, von dem es sich aber beispielsweise dadurch unterscheidet, dass die Stimmschrauben für das Gewebefell (Mesh Head) nur von unten zugänglich sind und dass die Aufhängung speziell auf das Rack abgestimmt ist.

Seine Bespielbarkeit ist sehr gut und ermöglicht ein realistisches Üben und Spielen auch von Rimshots, was gerade für Anfänger wichtig ist. Die Toms-Pads wurden gegenüber dem HD-1 neu gestaltet: Hier werden nicht mehr harte Gummi-Pads geboten, sondern auch sie sind mit einem Gewebenetz bespannt; die eigentliche Schlagfläche liegt direkt darunter und ist entweder aus weichem Gummi oder sehr hartem Schaumstoff – da sich die Tom-Pad nicht ohne Beschädigung zerlegen lassen, haben wir hier nicht weiter nachgeschaut. Ist auch eigentlich egal, denn der Spielkomfort ist um einiges besser als früher: Die „Felle“ geben leicht nach, und trotzdem ist der Rebound recht gut.

Zusätzliche Rim-Sounds werden hier allerdings nach wie vor nicht angeboten. Geblieben ist die Lösung mit den direkt ins Rack integrierten Pedalen für Kick und Hi-Hat, die jedoch auch überarbeitet wurden. Während wir beim HD-1 noch bemängeln mussten, dass schnelle Doppelschläge fast nicht zu spielen waren, geht das hier deutlich besser, wenn auch noch nicht perfekt – Anfänger wird das aber nicht stören. Das Rack ist das gleiche wie früher und beherbergt alle Pads, Pedale sowie das kleine Soundmodul. Alle Pad-Kabel sind im Rack oder in dessen entsprechenden Aussparungen versteckt und münden in einen Multipin-Stecker, der am Soundmodul angeschraubt wird.

Das Soundmodul kann ebenfalls mehr als der Vorgänger. Es gibt nun doppelt so viele Kits: zehn auf den entsprechend nummerierten Tastern, und über den „Variation“-Taster lassen sich weitere zehn aufrufen. Sehr schön ist dabei, dass sich das Soundmodul beim KitWechsel merkt, ob „Variation“ vorher gedrückt war – möchte man also von einem Kit zur Variation eines anderen Kits springen, muss man nur sicherstellen, dass beim dessen letztem Aufrufen auch der Variation-Taster gedrückt war. Prima auch, dass das Soundmodul nun ein kleines Display besitzt, in dem man den Kit-Namen sowie einige Parameter ablesen kann.

Von Letzteren gibt es allerdings auch kaum mehr als vorher, denn es lassen sich nur ganz essenzielle Dinge wie Metronom-Sounds, Trigger-Settings oder MIDI-Notennummern verstellen – an die Kit-Sounds selber kommt man nach wie vor nicht heran und kann daher auch weder Tonhöhen noch Lautstärken der einzelnen Instrumente ändern. Allerdings hat es unsere dezente Kritik an der Sound-Belegung des HD-1 wohl doch irgendwie über die beiden großen Teiche bis nach Japan geschafft, denn hier wird einiges mehr geboten als vorher.

So haben nun z. B. etliche Drum-Kits auch einen Crash-Sound, der auf dem Rand des Ride-Cymbals liegt, und einige Profil-Sounds des Ride wechseln bei lautem Anschlagen vom Profil- auf einen Kuppen-Sound. Auch die Drum-Pads produzieren bei manchen Kits je nach Anschlagsstärke unterschiedliche Sounds – entweder andere Tonhöhen oder völlig verschiedene Klänge – insgesamt sehr schick! Kritik sei dennoch auch hier erlaubt: Es ist zwar schön, dass man nun auf der Snare auch Rimclicks spielen kann, schade jedoch, dass ein solcher nur beim Kit 3 (Taster „Jazz“, Name: „Vintage“) vorprogrammiert ist – Kit 2 (Taster „Rock“ plus Variation, Name: „Stage“) hätte er ebenfalls gut zu Gesicht gestanden, weil es einen schönen großen Raum bietet und prima für Balladen geeignet ist.

Außerdem ist die Hi-Hat nach wie vor sehr leise abgestimmt, sie muss deshalb heftiger als üblich angeschlagen werden – und das ist gerade für Anfänger nicht unbedingt die beste Empfehlung. Nach wie vor nicht mitspielen kann man, wenn man die DemoPatterns durch langes Drücken eines Kit-Tasters abruft. Aber das ist hier nun keine Kritik, denn es macht auch keinen Sinn mehr, weil die neuen Patterns stets demonstrieren, welche Sounds im jeweiligen Kit vorhanden sind – sie sind auch dementsprechend kurz und nicht zum Mitspielen geeignet. Das Soundmodul bietet auch beim HD-3 nur die wichtigsten Bedienelemente und Anschlüsse.

Es gibt zehn Taster für die Drumkits plus o. g. Variation-Taster sowie einen Metronom-Taster, der von zwei kleineren Tastern für die Tempowahl flankiert wird. Hinzu kommen ein Lautstärke-Poti und der Power-Taster. Auf der linken Seitenwand sind drei Miniklinken-Anschlüsse für Output, Mix-In (für CD-, MP3-Player o. Ä.) und einen Kopfhörer sowie eine MIDI-Out-Buchse im DIN-Format zu finden, auf der rechten Seitenwand gibt’s die Buchse für das externe Netzteil. Mit den 20 internen Kits deckt Roland eine recht große Bandbreite ab. Es gibt Drum-Kits für Rock, Pop, Jazz, Funk und Latin, dazu kommen einige Hybrid-Kits, die auch Percussion enthalten, sowie abgefahrene Dance- und Effekt-Kits.

Ich hatte das HD-3 öfter zu Band-Proben dabei und muss sagen, dass die Sounds zwar sehr gut klingen und ich eigentlich immer ein passendes Kit zum jeweiligen Song gefunden habe, aber leider mangelt es speziell den Bassdrums oft an Durchsetzungskraft – ihr Attack ist meist zu schwach ausgeprägt. Spielt man solo auf dem HD-3, wird einem das kaum auffallen, weil die Bassdrum-Sounds sehr rund und voll klingen, aber im Band-Kontext bleiben die meisten Kicks auf der Strecke.

V-Drums Tutor DT-1

Auch die Software DT-1 haben wir in ähnlicher Form als „HD-1 Tutor“ schon in STICKS 11:2009 gesehen. Die neue Version DT-1 ist nun aber nicht mehr nur für das Einsteiger-Set aus dem Hause Roland gedacht, sondern für alle V-Drums. Wer gar ein Soundmodul der neueren Generation mit USB-Buchse zum direkten Anschluss an einen Computer besitzt, braucht auch kein zusätzliches MIDI-Interface – dieses wurde damals in ein Kabel integriert und gleich mitgeliefert, ist nun aber nicht mehr dabei; dafür kostet das Ganze auch weniger als vorher.

Roland HD-3 V-Drums Lite Drumkit_04
Leider nicht getroffen: Gleich die erste Note in Takt 25 wurde zwar zur richtigen Zeit gespielt, aber auf dem Crash statt auf der Hi-Hat – deshalb gibt’s im Notationsbildschirm nur ein rotes X. Im Play Panel rechts unten wurden die Takte 23 (A) bis einschl. 28 (B) zum Üben ausgewählt, weshalb die Noten der Takte 21 und 22 nicht ausgewertet wurden. Außerdem wurden die internen Drums des V-Drums Tutors stummgeschaltet. (Bild: Archiv)

Wer also ein Soundmodul ohne USB, sondern nur mit einem MIDI-DIN-Ausgang besitzt, muss zusätzlich zum Software-Kauf auch ein MIDI-Interface einplanen – das damals mitgelieferte UM-ONE ist übrigens auch separat erhältlich. Die Software arbeitet nach einem einfachen Prinzip: Sie spielt einen Song ab, zu dem man selber spielt, und die eintreffenden MIDI-Noten werden ausgewertet. Die Songs können auch aus nur kurzen Übungen bestehen, mit denen man seine Technik verbessert, oder aus langen Tunes, bei denen man Timing und/oder Notenlese-Fähigkeiten trainiert.

Zum Mitspielen werden zwei Fenster angeboten: Der „Notationsbildschirm“, in dem die Drums des Songs in Notenschrift dargestellt werden, sowie der „Spielebildschirm“, in dem die Noten à la „Guitar Hero“ als farbige Balken von oben nach unten durchs Fenster gleiten und man auf das entsprechende Instrument schlagen muss, wenn sie den unteren Fensterrand erreichen. Für beide Bildschirme gibt es weitere optische Hilfsmittel, die das Finden des richtigen Instruments erleichtern. Im Noten-Fenster ist unten links ein V-Drum-Set zu sehen, auf dessen Instrumenten ein farbiger Klecks auftaucht, sobald man sie mit dem eigenen Kit anspielt – die Farben entsprechen natürlich genau den Farben der Balken im anderen Fenster.

Roland HD-3 V-Drums Lite Drumkit_05
Im Spielebildschirm werden die Noten als farbig kodierte Querbalken dargestellt. Unten links sieht man, zu welchen Instrumenten die Balken gehören. Rechts oben in der „Score“-Sektion kann man ablesen, wie gut man getroffen hat. Die „Target“-Säule gibt das zu erreichende Ziel vor, die „Player“-Säule zeigt an, ob man es erreicht hat. Die Genauigkeit wird in den vier Feldern unter dem Punktestand angezeigt – „Miss: 6“ (sechs Mal daneben): Da sollte man trotz erreichtem Ziel nochmal ran! (Bild: Archiv)

Hat man ein Instrument zur richtigen Zeit getroffen, wird dessen Note mit einem blauen Kreis versehen, hat man daneben oder zur falschen Zeit geschlagen, erscheint an der entsprechenden Stelle ein rotes X. Zudem werden bei einigen Passagen über den Noten die empfohlenen Schlägelfolgen angezeigt (rechte, linke Hand, siehe obere Abbildung). Da natürlich nicht alle Takte eines langen Songs gleichzeitig dargestellt werden können, sind im Bild immer nur acht Takte in zwei Reihen zu sehen. Die Reihe, deren Noten schon gespielt wurden, wird gegen die nächsten vier Takte ausgetauscht, sobald man in der Mitte der gerade gespielten Notenreihe angelangt ist. Im Spiele-Fenster erscheint das Drum-Set – in Einzelteile „zerlegt“ – am unteren Rand.

Auch hier leuchten die Instrumente farbig auf, wenn man sie anspielt. Wie gut man gespielt hat, kann man dann rechts oben in der „Score“-Sektion ablesen. Man kann auch nach dem Spielen im Noten-Fenster hierher umschalten, wenn man den letzten Score in Zahlen und nicht in Form von Kreisen und X’en sehen möchte. Rechts unten in beiden Fenstern befindet sich noch eine Sektion, über der drei Registerkarten (Tabs) zu sehen sind, zu deren Ansicht man wahlweise umschalten kann: „Song“, „Exercise“ und „Play Panel“. Hinter den ersten beiden Tabs stecken die integrierten Songs und Übungen, und im letzten Tab lässt sich Verschiedenes einstellen, so etwa das Tempo, man kann den Song mit der Maus starten, stoppen, vor- und zurückspulen oder über die Felder A und B einen Abschitt definieren, den man separat üben möchte – auf Wunsch auch im Kreis (Loop).

Außerdem kann man hier das integrierte Drum-Kit abschalten, damit man beim Spielen nur das eigene Kit hört, oder umgekehrt das Playback abschalten, um sich eine Passage vom internen Drum-Kit vorspielen zu lassen. Zudem lassen sich hier ein Vorzähler und ein Metronom aktivieren. Stichwort Metronom: Im Noten-Fenster läuft ein Cursor ständig mit durch die Notenreihen. Er wird von einem kleinen roten Ball „gekrönt“, der im Karaoke-Style im Rhythmus der Zählzeiten mithüpft, damit man den Puls auch sehen kann – sehr clever! In diesem Fenster gibt es links auch den Tab „Dynamics“, in dem anstelle des Drum-Kits die Anschlagstärke als Säulendiagramm angezeigt wird.

Roland HD-3 V-Drums Lite Drumkit_06
(Bild: Archiv)

So kann man überprüfen, ob man gleichmäßig spielt oder wie gut man Akzente umsetzt. Das wird vor allem bei den Übungen wichtig, von denen es insgesamt 57 gibt, und die nicht nur die wichtigsten Rudiments auf der Snare, sondern auch zum Teil am ganzen Set umgesetzt vermitteln – klasse! Die Anzahl der internen Songs beträgt 60, und die Schwierigkeit reicht von „sehr simpel“ bis „äußerst tricky“. (Die Anzahl der Songs und Übungen wurde gegenüber der Vorgänger-Software übrigens mehr als verdoppelt.) Wem das nicht reicht, der kann sich einen Song im Standard-MIDI-Format (SMF) als mid-Datei in den Tutor laden, der dann vom internen MIDI-Player abgespielt wird.

Sinnvoll ist es dabei, wenn der Song sich am GM(General MIDI)-Standard orientiert, damit die Noten bzw. Balken richtig dargestellt werden können. Man sollte von internen MIDI-Player übrigens keine Sound-Wunder erwarten, aber die Klangqualität ist doch recht passabel und reicht zum Üben dicke.

Fazit

Das Roland E-Drum-Set HD-3 ist ein schickes, günstiges und vor allem komplett ausgestattetes Drum-Kit, mit dem man sofort loslegen kann. Die Aufbau-Variabilität hält sich zwar in Grenzen, dennoch ist es gleichermaßen für Kinder wie Erwachsene geeignet und lässt sich diesbezüglich auch gut einstellen. Die Sounds sind sehr gut, wenn auch die Zusammenstellung nicht immer ganz optimal ist (s. o.). Wer dann gleich zu Musik spielen möchte, kann die Software „VDrums Tutor“ ins Rennen werfen. Diese eignet sich aber nicht nur zum Mitdudeln, sondern ist vor allem auch ein ernsthafter Begleiter beim Erlernen verschiedener Techniken.

Einen guten Drum-Lehrer kann sie allerdings nicht komplett ersetzen, denn sie kontrolliert beispielsweise weder Stock- noch Sitzhaltung. Wer aber Notenlesen oder technische Übungen aufs ganze Drum-Set umgesetzt lernen möchte, liegt hier richtig. Einzeln sind HD-3 und DT-1 schon gut, zusammen sind sie eine noch bessere Kombination.

Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
FREDERIC MICHEL – Modern Pop Drummer +++ YOUTUBE-STARS: Sina Drums; COOP3RDRUMM3R +++ Rockin‘ 1000 +++ Studium an der POPAKADEMIE +++ ZULTAN Heritage Cymbals +++ PEARL Masters Maple/Gum Drums +++ ROGERS Dyna-Sonic Wood Snaredrums

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