Testbericht

Roland KT-10 Kick Trigger

Roland hat ja schon 1992 mit dem KD-7 (übrigens seitdem im Programm!) das Prinzip eingeführt, dass ein Kick-Trigger-Pedal nicht unbedingt auf eine senkrechte Spielfläche treffen muss, sondern auch auf eine waagrechte, weshalb sein spezieller Schlägel nach unten und nicht vorne schwingt. Mit dem KT-10 hat man dieses Prinzip nochmals auf den Kopf gestellt, denn dessen Schlägel schlägt zwar nun wieder in der Senkrechten zu, aber nicht nach vorne, sondern nach hinten.

Kick Trigger
(Bild: Dieter Stork)

Überdies braucht man jetzt auch kein extra Bassdrum-Pedal mehr, denn das KT-10 ist quasi eine „All-in-one“-Lösung. Das Pedal besitzt einen ausgeklügelten Schwing-Mechanismus, der in einer schweren und dicken Metallplatte mündet, die dann gegen eine Pad-Fläche schlägt, welche oben in der Bügel-Konstruktion angebracht ist, die auch die Achse hält. Roland bewirbt das KT-10 als besonders leise. Und das stimmt auch, denn die Energie wird jetzt nicht primär nach unten übertragen und damit schneller in den Boden geleitet, sondern sie geht zunächst in das Pedal selber, bevor sich die nun stark geminderten Schwingungen in den Boden entladen. Das wird vor allem die Nachbarn und Mitbewohner eines zu Hause übenden E-Drummers freuen, weil sich nun wesentlich weniger tiefer Schall auf den Boden bzw. Nachbars Decke überträgt. Völlig geräuschlos geht das freilich nicht, aber es kommt dem Ideal ein gutes Stück näher.

Anzeige

Das KT-10 ist mit rudimentären Einstellmöglichkeiten versehen. Zwar lässt sich der Pedalwinkel nicht justieren, man kann aber die Federspannung durch Umstellen der Federaufhängung in zwei Schweregraden fest einstellen, und sogar das Gewicht und somit die Laufeigenschaften des „Schlägels“ ändern. Dazu sind im Metall-Schlägel drei große Löcher eingelassen, von denen zwei mit ca. 1 cm dicken und ca. 4,5 cm langen Messingstiften gefüllt sind. Diese lassen sich mit einem mitgelieferten Inbusschlüssel lockern und herausnehmen oder in eines oder zwei der anderen Löcher stecken. Damit ergeben sich insgesamt sechs Möglichkeiten, die schwingende Masse bzw. das Spielgefühl zu ändern.

Das Ganze spielt sich relativ normal und komfortabel, lediglich sehr, sehr schnelle Doppelschläge lassen sich nicht so gut umsetzen wie bei einem normalen Bassdrum-Pedal. Durch das hohe Eigengewicht von ca. 3 Kilogramm und die insgesamt acht dicken Gummifüße auf seiner Unterseite lässt sich das KT-10 auch kaum zum Verrutschen bewegen. Sollte es dies dennoch tun, kann man das mithilfe von zwei herausschraubbaren Dornen komplett unterbinden. Wer möchte, kann sogar eine zweites KT-10 an seinem Mix-In-Eingang andocken, um dann Double-Bassdrum-Figuren abzufeuern.

Profil

FAZIT

Das KT-10 Kick-Trigger-Pedal von Roland ist eine robuste Lösung für alle E-Drummer und eignet sich zudem prima, wenn man zu Hau – se übt und dabei die lieben Nachbarn nicht nerven will. Durch seine kompakte Bauform ist es ebenfalls eine Empfehlung für alle Perkussionisten, die ihr Setup mit Elektronik aus – gebaut haben, denn dafür findet sich immer eine Lücke. Der Preis ist in Anbetracht der verbauten Masse absolut gerechtfertigt. Play it loud – but quietly, please!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren