Kleinraumbasis

Roland TD-11KV im Test

Das Roland TD-11KV ist in der V-Compact-Serie angesiedelt. Von ihm gibt auch eine Variante ohne „V“ im Namen, die mit anderen, günstigeren Pads bestückt ist. Die Trommel-Pads des KV sind aber mit Gewebefellen (Mesh Heads) ausgestattet, was optimales Spielgefühl verspricht. Was es sonst noch zu bieten hat, zeigt ein Blick auf die Details …

Roland TD-11KV

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…und wie sich das ganze anhören kann, erfahrt ihr hier in unserem Videotest.

 

Roland TD-11KV Hardware

Mit dem Rack MDS-4V ist das TD-11 relativ schmal aufgestellt, steht aber dennoch auf vier Beinen. Die kompakten Abmessungen sind vor allem auf die kurze vordere Querstange (ca. 27 cm) zurückzuführen, die nicht nur rechteckig, sondern auch fix mit den beiden vorderen Beinen (ca. 77 cm hoch) verbunden ist. Sie dient vor allem der Stabilisierung des Racks und ist nicht zur Aufnahme von Tom- oder Cymbal-Pads gedacht. Die Toms werden daher an den beiden vorderen Beinen montiert, die Cymbals an den seitlichen Querstangen. Die beiden seitlichen Ausleger sind ca. 62 cm lang, und die Höhe der hinteren Rack-Beine misst ca. 59 (rechts) bzw. 63 cm (links). Das Soundmodul findet seinem Platz auf dem linken hinteren Bein. Alle Schrauben, die man öfters verstellen muss, sind als Flügelschrauben ausgeführt, die restlichen lassen sich mit dem Stimmschlüssel bedienen. Hat man alle Halterungen mit den griffigen Flügelschrauben festgezogen, sitzt alles bombenfest.

Möchte man das Set erweitern, wofür noch ein weiterer Trigger-Eingang (Crash 2) zur Verfügung steht, lässt sich ein weiteres Cymbal problemlos am Rack unterbringen – bei einem Tom wird es hingegen ein wenig eng, es ist aber zu machen. Obwohl Letzteres von Roland gar nicht zum Anschließen am TD-11 vorgesehen, haben wir es trotzdem ausprobiert, und das funktioniert auch – mit Einschränkungen: Der Trigger-Eingang lässt sich auch auf ein Trommel-Pad einstellen (explizite Sounds sind zwar nicht vorhanden, aber da kann man ruhig ein „Tom 3“ nehmen und runterstimmen) und Rimshots funktionieren mit diesen Pads auch nicht richtig, aber die braucht man auch eher selten … Alle Cymbal-Halter (inkl. Hi-Hat) sind als Ausleger mit kurzen Galgen ausgeführt. Als Kick-Pad dient das mittlerweile bekannte KD-9, das eine sehr weiche Anschlagsfläche besitzt, um so das Nachgeben eines großen Fells trotz kleiner Fläche prima zu simulieren.

Für die Hi-Hat kommt eine Kombi aus CY-5-Pad und dem Hi-Hat-Kontrollpedal FD-8 zum Einsatz. Die Cymbal-Pads CY-12C (Crash) und CY-13R (Ride) sind ebenfalls schon länger bekannt. Das 13“ große CY-13R kann dabei auch Schläge auf den Rand umsetzen, denn es ist als 3-Zonen-Pad ausgelegt. Die beiden Cymbal-Pads zeichnen sich vor allem durch ein schönes Nachschwingverhalten und im Falle des Ride-Pads durch eine große und gut zu treffende Kuppe aus.

Die Trommel-Pads bestehen aus je zwei PDX-6 für die Toms und zwei PDX-8 für Snare bzw. Floor-Tom. Bei allen Pads lässt die Bezeichnung zwar auf die Fellgröße schließen, nicht aber auf den Pad-Durchmesser. Die Spannschrauben liegen nämlich innerhalb der Rims – durch diesen Trick lassen sich Rimshots komfortabler spielen, weil eben die Strecke vom Rim zur Fellmitte größer ist als bei herkömmlichen 6“- bzw. 8“-Pads.

Soundmodul des Roland TD-11KV

Im TD-11-Soundmodul stecken 190 Sounds, die geschmackvoll ausgewählt wurden und eine große Bandbreite abdecken. Gegenüber dem TD-15 erscheint das als wenig, aber beim TD-11 wurden vor allem sehr viele Percussion-und Effekt(SFX)-Sounds weggelassen, und das lässt sich durchaus verschmerzen.

Auch die drei Taster des TD-15 zum schnellen Aufrufen der Parameter „Tuning“, „Muffling“ und „Strainer“ über dem Value-Rad fehlen dem TD-11, aber die Funktionen sind dennoch auf den Edit-Seiten vorhanden. Bezüglich der Sound-Variabilität muss man hier also keine Abstriche machen. Ansonsten ist das schwarze Roland TD-11 genauso aufgebaut wie das silberne TD-15. Die Bedienoberfläche ist in sinnvolle Sektionen unterteilt: Oben befinden sich ein grafikfähiges Display und der Power-Taster, darunter links der Volume-Regler. Unter dem Display liegen drei Funktionstaster, mit denen man in die Edit-Menüs gelangt. Mit dem „Menu“-Taster darunter steppt man durch die vorhandenen Menüs, daneben liegt der Taster „Exit“, mit dem man sie wieder verlässt. Die beiden „Hoch-“ und „Runter“-Cursor-Taster rechts in dieser Sektionen dienen zum Navigieren in den Menü-Seiten, und Werte werden mit dem großen Value-Rad in der Mitte des TD-11 verstellt.

In der Sektion ganz unten befinden sich weitere Taster für die Metronom-Einstellungen, den Coach-Modus (mit etlichen, gerade für Einsteiger nützlichen Übungen) und für den Song-Modus, in dem man zu den 14 internen Songs oder zu Songs, die sich auf einem USB-Stick befinden, spielen kann. Ganz unten sitzen die beiden großen Cursor-Taster, mit denen man durch die 50 Drum-Kits steppen kann – was auch hier via Value-Rad möglich ist. Außerdem gibt es noch einen Play/Stop-Taster für die Songs sowie den Taster „Quick Rec“, nach dessen Betätigen man das eigene Spiel (auch zu einem Song) aufnehmen kann. Die meisten Anschlüsse findet man auf der rechten Seite des TD-11: MIDI-Out, den Pad-Eingang „Crash2“, einen Mix-In für externe Soundquellen (Miniklinke), die beiden Stereo-Ausgangsbuchsen, einen Kopfhörerausgang und den Netzteilanschluss.

Weiterhin befinden sich auf der Oberseite des Roland TD-11KV zwei USB-Buchsen: eine zum Anschluss an einen Computer und eine zweite für einen USB-Stick. Von einem Stick lassen sich mp3-Songs abspielen, aber er dient auch zum Sichern und Laden von Drum-Kits. Auch hier bestes Bild, denn Roland hat dem Paket eine CD beigelegt, auf der sich 22 Audio-Loops und 38 Songs befinden. Man kann also nach kurzem Kopieren auf den Stick sofort mit dem Mitspielen loslegen.

Bei den Effekten sieht es ebenfalls gut aus. Es gibt zunächst einen Ambience-Effekt, der verschiedene Räumlichkeiten simuliert, in denen das Set steht, sowie einen 4-Band-Equalizer, der zwar detaillierte Einstellungen ermöglicht, aber leider stets für das ganze Kit gilt und nicht für einzelne Instrumente. Immerhin lassen sich einzelne Instrumente aber mit dem Parameter „Tone Color“ klanglich bearbeiten, der eine Kombination aus Hoch- und Tiefpass-Filter darstellt. Bei positiven Werten werden die Bässe ausgefiltert, bei negativen die Höhen.

Zu guter Letzt wird auch hier ein bereits gebündelter Kabelstrang mitgeliefert, dessen Pad-Kabel in einem Multi-Stecker münden, welcher wiederum auf der Rückseite des Soundmoduls eingesteckt wird – wenn das Verkabeln doch nur überall so schnell gehen würde …

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