Roland TD-12KX im Test

Roland wird nicht müde, seine E-Drum-Sets zu TD-12KX verbessern, und so wurde nun auch das TD-12 mit einigen neuen Features aufgepeppt. Zuletzt gab es in dieser Reihe das TD-12KV, welches im Großen und Ganzen dem in STICKS 07:2005 getesteten TD-12K (ohne V und ohne drittes Cymbal) entspricht; dieses wird nun vom TD-12KX abgelöst.

Roland E-Drumkit
(Bild: Archiv)

Roland hat seinen E-Drums mal wieder eine Frischzellenkur verpasst, und herausgekommen ist 2010 das TD-12KX. Hier hat nicht nur das Soundmodul ein Update bekommen – top: mit diesem bringt man auch ältere Roland-E-Drums wieder auf den neuesten Stand. Auch die Hardware hat einige Verbesserungen erfahren und glänzt jetzt durch die Kompaktheit des neuen Racks MDS-12X, Memory-Schellen an neuralgischen Punkten sowie der Möglichkeit, alle Pads exakt nach Wunsch auszurichten. Das ganze könnt ihr euch in unserem Viedeotest einmal genauer anschauen.

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Hauptsächlich gibt es hier zwar Änderungen bei der Hardware zu vermelden, aber auch das Soundmodul bekam eine neue Firmware-Version. Diese steht nun bei V 1.1 und bringt überraschend viele Neuheiten. Wer schon länger ein TD-12 besitzt, sollte die folgenden Zeilen trotzdem mit Genuss lesen, denn unter www.rolandmusik lässt sich ein kostenloses Update herunterladen, mit dem sich alle Software-Neuerungen einpflanzen lassen, womit man wieder absolut up-to-date ist. An dieser Stelle alles, was bei der Software neu ist, aufzuzählen, würde ein wenig zu weit führen, daher im Folgenden nur die wichtigsten Dinge. Zunächst versteht sich das TD-12 nun auch mit allen neuen Pads, die Roland in der Zwischenzeit herausgebracht hat, wie etwa mit dem großen Kick-Pad KD-140 oder den neuen X-Pads der 20er-Serie.

Andererseits wurden einige Trigger-Einstellungen für ältere Pad-Modelle – wie etwa PD-8 und PD-7 – zusammengefasst und müssten nun leicht feineingestellt werden, sofern man diese Modelle in Gebrauch hat. Komplett neue Samples lädt das Update natürlich nicht ins Soundmodul, wohl aber viele neue Parameter, die dann doch neue Sounds möglich machen. So gibt es beispielsweise neue Schlägel-Typen für die Kick, neue Nieten-Typen für die Cymbals oder neue Mikrofon-Positionen für alle Instrumente sowie eine feinere Auflösung des Snareteppich-Übersprechens bei Kick und Toms, und man kann sich nun auch virtuell ein Tambourine oben auf die Hi-Hat schrauben. Die Hi-Hat soll nun übrigens noch feiner auflösen als zuvor – ich hatte diesbezüglich auch vorher nichts zu meckern, aber dagegen habe ich auch nichts.

Unter anderem wurden auch einige Icon-Anzeigen in den Menüs verschönert, der Kopfhörerausgang (Phones) bekam in der Output-Sektion eine eigene Bus-Schiene spendiert, und das Erkennen und Umsetzen von „Positional Sensing“ kann bei verschiedenen Trigger-Eingängen nun auch abgeschaltet werden. Das TD-12 V 1.1 ist kompatibel mit Modellen ohne Update und kann deren Sounds, die über MIDI eingeladen werden, verarbeiten. Soweit zu den Neuheiten beim Soundmodul, schauen wir mal, was es diesbezüglich bei der Hardware alles gibt.

Screen
Die neue Firmware des TD-12-Soundmoduls bietet nun mehr Mikrofonposition für die Instrumente an als vorher – hier zu sehen ist die Einstellungsseite für das Snare-Mikro. (Bild: Archiv)

Pads

Bei den Pads gibt es zwei Neuzugänge zu verzeichnen: Das TD-12KX ist mit dem 12″ großen Kick-Pad KD-120 ausgestattet, welches früher zur 20erSerie gehörte, und das Floor-Tom-Pad ist nun nicht mehr ein 8″ großes PD- 85, sondern ein PD-105 mit 10″ Durchmesser. Diesen beiden Details in Verbindung mit den drei Cymbals, mit denen das TD-12-Kit mittlerweile aus – geliefert wird, lassen es deutlich „erwachsener“ aussehen. Die übrige Pad-Bestückung ist geblieben: 2 x PD-85 für die Toms, ein weiteres PD-105 für die Snare, drei CY-12R/C als Cymbal-Pads und die VH-11 für die Hi-Hat. Im Lieferumfang befinden sich weder eine Hi-Hat-Maschine noch ein Kick-Pedal, die man sich, den eigenen Vorlieben entsprechend, dazustellen kann.

Rack MDS-12X

Komplett neu ist hingegen das Rack der KX-Version. Das MDS-12X ist zunächst einmal deutlich kompakter als der Vorgänger. Seine maximale Aufbauhöhe beträgt bei den beiden Frontbeinen knapp 70 cm und liegt somit ca. 15 cm unter der der alten Version. Die beiden hinteren Beine sind sogar noch kürzer: ca. 65 cm beim hinteren linken und nur ca. 56 cm beim hinteren rechten Bein. Durch die Halterungsklemmen, die auf drei der Beine (die beiden vorderen und rechts) aufgesetzt sind, verringert sich die maximale Aufbauhöhe der vorderen und rechten Querrohre nochmals um gut 5 cm. Zum Lieferumfang des Racks gehören auch eine spezielle Pad-Halterung für das Floor-Tom-Pad, zwei Halteklemmen, die man an den Rohren befestigen kann, sowie zwei Tom-Halterungen und drei Cymbal-Galgen, die man entweder in die beiden Halteklemmen für die Rohre oder in die Halterungsklemmen an den drei o. g. Beinen stecken kann.

Damit ist der Aufbau recht variabel. In den Roland-Prospekten ist ein Aufbau zu sehen, bei dem die beiden Rack-Tom-Halterungen in den Frontbeinen stecken, zwei Cymbal-Galgen in den Halterungsklemmen an Rohren und das dritte Cymbal im Bein rechts. Ich habe mir hingegen erlaubt, die Toms an den Rohren zu befestigen und alle Cymbals in die Beine zu stecken. Das hatte für mich nicht nur mehr Ähnlichkeit mit einem „normalen“ Aufbau, sondern auch den Vorteil, dass ich nun zumindest das linke Cymbal-Pad sehr hoch hängen konnte. Das hätte ich auch gerne mit dem ganz rechten Cymbal-Pad gemacht, aber dafür ist entweder das rechte Bein oder der Galgen-Ausleger zu kurz – je nachdem, wie man es sehen möchte. Selbst wenn dem MDS-12X noch eine dritte Halterungsklemme beigelegen hätte und ich den Galgen für das rechte Cymbal-Pad am rechten Querrohr hätte befestigen können, wäre ich nicht höher gekommen, weil dessen Aufbauhöhe eben sehr niedrig ist.

Das Frontquerrohr ist ca. 69 cm lang und somit 8 cm kürzer als das des Vorgängermodells, die beiden äußeren Querrohre sind mit ca. 64 (rechts) bzw. ca. 72 cm (links) in etwa genauso lang wie vorher. Das bedeutet zumindest, dass man keine drei Toms vorne aufhängen kann, denn dafür ist der Platz nun zu knapp. Rechts ein weiteres Floor-Tom-Pad aufzuhängen, wird wahrscheinlich ebenfalls ein ziemliches Gefriemel, daher hat vielleicht der eine oder andere nun die zündende Idee, einfach die beiden Rohre links und rechts zu vertauschen … Schöner Gedanke – nur liegen in den Rohren auch die Anschlusskabel für die Pads. Ein Umbau ist zwar relativ einfach zu bewerkstelligen, weil sich die Kabel einfach und bequem durch eigens eingesetzte Öffnungen aus weichem Gummi legen lassen, aber der Zeitaufwand wird nicht unerheblich sein.

Dass sich die Kabel einfach durch die Rohre neu verlegen lassen, habe ich selbst mit dem Kabel für das ganz rechte Cymbal-Pad ausprobiert, das im Auslieferungszustand nicht durch das rechte Querrohr geführt wird: beide Klemmen mit dem mitgelieferten Stimmschlüssel aufschrauben, die Gummi- Öffnungen abziehen, Kabel durchs Rohr schieben und dann durch die „Gummis“ führen, Letztere wieder aufstecken und das Ganze wieder zusammenschrauben – hat bei nur einem Kabel nicht sooo lange gedauert. Sehr erfreulich ist die sehr große Variabilität beim Ausrichten der Drum- und Cymbal-Pads. Diese sind nämlich alle an Omni-Ball-ähnlichen Halterungen aufgehängt, die sich stufenlos ausrichten lassen – klasse! Bei den Drum-Pads sind die „Bälle“ dann auch größer als bei den Cymbal-Pads. Wem der voreingestellte Winkel bei den beiden Halterungen, die am vorderen Querrohr befestigt sind, nicht gefällt, der kann die Vierkantschraube am großen Zylinder der Halterung lösen, den Winkel stufenweise ändern und dann das Ganze wieder zusammenschrauben.

Kugelgelenk
Kugelgelenke bei Tom- und CymbalHalterungen ermöglichen jeden gewünschten Einstellungswinkel. (Bild: Archiv)

Zum Rack gehört auch ein kurzer Auslegearm zum Anbringen des Snare-Pads, dessen Halterung der des Floor-Tom-Pads entspricht. Obendrauf kommt noch ein ganz, ganz kurzer Ausleger für das linke hintere Bein, auf dem dann das Soundmodul montiert wird. Das Modul könnte man auch bequem direkt auf das linke Querrohr stecken und somit etwas Transport Gewicht sparen, aber wenn man tatsächlich erwägen sollte, die beiden äußeren Rohre zu tauschen, könnte der Ausleger wieder nützlich werden. Durch die Rohre des Racks laufen auch noch zwei Kabel zum Anschluss an die Trigger-Eingänge AUX1 und AUX2. Hier kann man das Set um zwei weitere Pads erweitern.

Die Kabelenden in Richtung Pads sind in diesem Fall als Stereoklinkenbuchsen ausgeführt, die am rechten Frontbein zum Vorschein kommen und von wo aus man sie mit den üblichen Anschlusskabeln zum Pad hin verlängern kann – sollte sich eines der Erweiterungs-Pads auf der linken Seite befinden, kann man es von da aus natürlich direkt mit dem Soundmodul verkabeln, das sich ja auch auf der linken Seite befindet. Schrauben, die man oft verstellt, sind alle als Flü- gelschrauben bzw. -muttern ausgeführt, so darf man den Stimmschlüssel auch mal zu Hause vergessen haben. Sollte man aber natürlich nicht. Um die Kabelverlegung noch weiter zu kaschieren, liegen dem Rack nicht nur drei Kabelbinder mit Klettverschlüssen bei, sondern auch noch sechs schmale Kunststoffklemmen, die bis zu ca. fünf Kabel auf einmal fixieren – für eine größere Kabelansammlung sollte man dann besser die Klett-Kabelbinder nehmen.

Was das Rack auf jeden Fall auszeichnet ist seine Kompaktheit und seine hohe Stabilität. Besonders leicht ist es hingegen nicht, was wohl den vielen massiven Klemmen geschuldet ist. Und ein weiteres Detail soll zu guter Letzt nicht vergessen werden: An allen Halterungsrohren für die Drum- und Cymbal-Pads sind kleine Klemmvorrichtungen aus hartem Gummi für die Kabel angebracht – was nicht nur der Optik dient, sondern vor allem bei den Cymbal-Pads dafür sorgt, dass die Pads nicht durch herumschlackernde Kabel am korrekten Triggern gehindert werden.

Rack-Rohre
Schwupps, weg sind sie: Die Kabel lassen sich „unsichtbar“ in den Rack-Rohren verlegen. (Bild: Archiv)

Fazit

Das TD-12KX hat mit den zuvor genannten Komponenten eine tolle Aufwertung bezüglich der Hardware und auch in der Software erfahren. Die größeren Pads für Kick und Floor-Tom pimpen sowohl die Optik als auch das Spielgefühl. Die Kompaktheit des neuen Racks MDS-12X ist ebenfalls zu begrüßen, obendrein lassen sich alle Pads dank der Omni-Ball-ähnlichen Aufhängung exakt nach Wunsch ausrichten. Memory-Schellen an neuralgischen Punkten sorgen dafür, dass man seinen Aufbau problemlos reproduzieren kann. Ein kleines Manko ist für mich die geringe Aufbauhöhe des rechten Querrohrs in Verbindung mit dem dann zu kurzen Galgen-Ausleger – aber nicht jeder hängt seine Cymbals gerne so hoch wie ich, dies muss also kein Nachteil sein.

Über die Sounds selber braucht man eigentlich kein Wort mehr zu verlieren, denn sie sind hier schon oft hoch gelobt worden. Besonders schön ist die Tatsache, dass auch bereits glückliche Besitzer eines TD-12-Sound moduls vom Firmware-Update und den damit verbundenen neuen Sound-Möglichkeiten profitieren können – und das sogar für umme. Wer also auf die zusätzlichen Ein- und Ausgänge des TD-20X verzichten kann und es darüber hinaus ohnehin lieber etwas kompakter hätte, sollte sich das TD-12KX unbedingt einmal anschauen.

 

 

 

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