Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
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Roland TD-4KP V-Drums Portable E-Drumkit im Test

Schon wieder überraschen uns die V-Drums-Erfinder mit einer neuen Idee. Nachdem wir in der letzten STICKS schon das sehr kompakte HD-3 unter die Lupe genommen hatten, stellte uns Roland nun das brandneue, ebenfalls kompakte TD-4KP ins Teststudio, und das noch vor der offiziellen Markteinführung …

Roland TD-4KP V-Drums

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Das Roland TD-4KP V-Drums Portable E-Drumkit hat ein herausragendes Feature: Es lässt sich extrem klein zusammenfalten und mitnehmen. Aber wie ist das Spielgefühl der neu entwickelten Pads? Und was kann das E-Schlagzeug für Leute mit wenig Stauraum noch? Erfahrt es in unserem Videotest des Roland TD-4KP V-Drums Portable E-Drumkits.

Wichtig in der Produktbezeichnung ist das „P“, denn es steht für „portable“, zu Deutsch: (trans)portabel. Vom Vorgänger ohne „P“ übriggeblieben sind lediglich das Soundmodul und die Hi-Hat, der Rest ist hingegen komplett neu. Hier hat man sich einiges einfallen lassen, um dem unter akuter Platznot leidenden und/oder häufig reisenden Drummer das Leben ein bisschen leichter zu machen. Denn das TD-4KP macht nicht nur aufgebaut einen „schlanken Fuß“, sondern kann bei Bedarf auch sehr, sehr klein und somit leicht transportabel zusammengebaut werden. In letzterem Zustand passt es selbst in einen Smart – und man darf selber sogar noch mitfahren!

Rack

Möglich macht es vor allem das neue Rack (das zur Drucklegung noch keinen Namen hatte). Es steht auf drei Beinen, die mit nur zwei Bügeln miteinander verbunden sind. Die Zentrale bildet das mittlere Bein, auf dem das Snare-Pad sitzt. Von hier aus zeigen die beiden Bügel so nach vorne, dass sie sich in einem 90-Grad-Winkel befinden. In Bein 2 und 3 stecken ausziehbare Rohre, an denen nun alle restlichen Pads und Halterungen befestigt sind. Fest an den Rohren verschweißt sind die Haltearme für Tom 1 und 2, die Ausleger für Hi-Hat-Pad und Tom 3 lassen sich hingegen verstellen. In den Rohren sitzen auch die beiden Cymbal-Halter, die sich sogar im Winkel justieren lassen und so gegenüber dem HD-3 einen Vorteil haben.

Das Soundmodul TD-4 wird ebenfalls an einen Ausleger montiert und kann entweder unter der Hi-Hat oder den Rack-Toms platziert werden. Fehlt noch das Kick-Pad, und da hat sich Roland etwas besonders Cleveres ausgedacht: Das Pad ist direkt am rechten Bein montiert, ebenso der Bügel, an den ein (nicht mitgeliefertes) Bassdrum-Pedal montiert wird. Beide Vorrichtungen sind schwenkbar und lassen sich in der Höhe verstellen, damit man Pad und Pedal optimal aufeinander abstimmen kann. Das Hi-Hat-Kontrollpedal FD-8 wird dann noch neben das linke Bein gestellt, und fertig ist der Aufbau. Die Pads lassen sich dabei auch sehr hoch aufhängen, wodurch das TD- 4KP auch für großgewachsene Kollegen geeignet ist. Den mitgelieferten Kabelbaum hat Roland gleich „vorverkabelt“, allerdings laufen die Kabel für die Pads nicht in den Rohren, wurden aber sehr unauffällig und schick außen an den Rohren und Bügeln verlegt.

Zusammengeklappt
Das zusammengeklappte TD-4KP lässt sich zum Transport fast unter den Arm klemmen. Über die Schulter hängen kann man es allerdings, wenn man es in die optional erhältliche Tasche CB-TDP packt, die wohl um die 100 Euro kosten wird. (Bild: Archiv)

Sie münden dann in einem Multi-Pin-Stecker, der an das Soundmodul TD-4 angedockt wird. Viele, aber nicht alle Klemmen wurden mit Flügelschrauben ausgestattet. Möchte man das Set jedoch so klein wie möglich zusammenklappen, muss man immer noch mit dem Stimmschlüssel an zahlreichen Vierkantschrauben drehen. Hat man alle Schrauben gut angezogen, sitzen sämtliche Halter bombenfest. Einzige Ausnahme bilden hier die Höhenverstellungen der beiden Cymbal-Pads: Sie werden mit Schnellklemmen justiert, die zwar überaus praktisch sind, aber nicht sehr fest greifen; man muss zwar nicht befürchten, dass die Pads nach unten rutschen, aber sie fangen vor allem bei heftigerer Gangart sehr schnell an, sich zu drehen – hier sollte Roland nochmal nachlegen.

Pads

Das Kick-Pad wurde schon im Rack-Abschnitt beschrieben, daher geht’s hier gleich mit den Cymbal-Pads weiter. Mitgeliefert werden die bewährten Dual-Trigger-Pads CY-5 für die beiden Cymbals und die Hi-Hat. Der einzige Unterschied zu den bekannten Versionen ist hier die Farbgebung: Während die Schlagfläche in gewohntem Schwarz gehalten ist, erstrahlt der Rest in reinem Weiß. Diese Farbgebung setzt sich auch bei den neuen Drum-Pads fort: Die Schlagfläche ist schwarz, das umschließende Gehäuse weiß, was dem Set insgesamt eine frische Optik verleiht. Die Schlagflächen der Drum-Pads besteht aus Gummi, das hier etwas weicher gehalten ist als beispielsweise bei den Gummi-Pads PD-8 aus dem Hause Roland. Das hat den Vorteil, dass man sich beim Spielen die Handgelenke nicht so schnell ruiniert.

Verstaute Drums
(Bild: Archiv)

Der Nachteil speziell bei diesen Pads ist aber, dass der Rebound nur mäßig ist: Nach drei, vier Abprallern „versackt“ der Stick im Pad, Double-Strokes und Rolls lassen sich nicht so komfortabel spielen wie auf einem Pad mit Gewebefell (Mesh Head). Für die Toms ist das noch okay, aber für die Snare hätte man dem TD-4KP gerne das Snare-Pad des HD-3 spendieren können, das ja mit einem Gewebefell aufwartet. Roland bietet allerdings schon selber eine Lösung an, denn optional sind die Pads PDX-6 oder -8 sowie die Pad-Halterung MDH-12 für das TD-4KP zu haben. Ein gutes Argument für ein PDX wäre auch, dass die mitgelieferten Pads keine Dual-Trigger-Funktion haben, sondern nur über eine Trigger-Zone verfügen, das TD-4-Soundmodul hingegen durchaus mit einem Dual-Trigger-Pad für die Snare umgehen kann und dort bis zu drei Sounds möglich macht (Fell, Rim und Cross-Stick).

Nettes Detail: Beim Zusammenklappen des Sets werden fast alle Pads heruntergeklappt – nur die Snare verbleibt in ihrer Aufbauposition, damit man auch mal zwischendurch ein paar Rudiments üben kann, ohne gleich das ganze Set wieder aufbauen zu müssen.

Soundmodul TD-4

Das Soundmodul haben wir schon in STICKS 04:2009 ausführlich beleuchtet, deshalb hier nur eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Features. Zunächst einmal ist es um die Trigger-Settings für die neuen Drum-Pads erweitert worden. Es ist ansonsten das zwar am sparsamsten ausgestattete Soundmodul der V-Drum-Linie, bietet aber dennoch alle Funktionen, die man fürs essenzielle E-Drumming braucht. Auf der Rückseite gibt’s zwei Klinkenbuchsen für den Stereoausgang (L/mono und R), die Netzteilbuchse den 25-poligen Anschluss für den Kabelbaum, auf der linken Seite sitzen ein Kopfhörerausgang und ein MIX-In für ein externes Audiogerät, und links gibt es noch einen MIDI-Out.

Die Bedienelemente auf der Vorderseite sind ebenfalls auf das Nötigste reduziert, bieten aber über die dedizierten Taster „Tuning“ und „Muffling“ schnellen Zugriff auf diese beiden oft gebrauchten Parameter. Für tiefere Eingriffe ins Menügeschehen muss man sich weiter nach unten durchhangeln, findet aber dort auch alles, was wichtig ist. Dort lässt sich Folgendes feintunen: die Lautstärken der Instrumente und eines ganzen Kits, die Instrument-Panorama-Positionen, der Ambience-Anteil inkl. verschiedener Räumlichkieten, alle Pad-Settings inkl. deren Feinabstimmung sowie verschiedene Metronom-Einstellungen. Das TD-4 bietet Platz für 25 Kits, die nach Belieben neu programmiert werden können. Diese können aus 125 verschiedenen Sounds zusammengesetzt werden.

Für das Ride-Cymbal gibt es nicht nur Profil- und Rand-, sondern auch Kuppen-Sounds (Bell), die bei härterem Anschlag aufs Profil erklingen. Möchte man auf den Rand des Ride einen Crash-Sound legen, muss man dafür die beiden Bereiche Edge (Rand) und Bow (Profil) im Options-Menü voneinander entkoppeln, sonst erklingt am Rand immer der dem Ride entsprechende Edge-Sound. Die Soundauswahl ist gewohnt vielfältig, hier gibt es von „Brot und Butter“ über Percussion und „Electronic“ bis „abgefahren!“ viele schicke Sounds – alle in gewohnt brillanter und sauberster Qualität. Der Effektanteil der neun Räume ist für die einzelnen Instrumente geschmackvoll voreingestellt, damit beispielsweise die Kick bei großen Räumen nicht zu stark dröhnt.

Nicht vergessen darf man den Coach-Modus, der verschiedene Übungen – meist speziell für Einsteiger – bietet, mit denen man sein Spiel auf kurzweilige Weise perfektionieren kann. Stellt man ihn allerdings auf „streng“ (Modus: Hard), kommt man auch als Profi ganz schön ins Schwitzen.

Fazit

Die Überraschung ist geglückt: Das TD-4KP wartet mit neuen Features und einer gelungenen Umsetzung des Themas „Transport“ auf. Das Soundmodul TD-4 weiß die Grundbedürfnisse des E-Drummers zu befriedigen, und das neue Rack in Verbindung mit den neuen Drum-Pads ermöglicht es, das komplette Kit auf kleinstem Raum von A nach B zu bringen. Dass man dabei kleine Kompromisse eingehen muss, erscheint logisch – so lässt sich das Set nicht weiter ausbauen, und dass sich die Cymbal-Arme leicht verdrehen, muss auch nicht unbedingt sein –, aber unterm Strich muss man Roland dazu gratulieren, das gesteckte Ziel erreicht zu haben.

Produkt: Sticks 11-12/2019
Sticks 11-12/2019
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