Testbericht

Sabian Quiet Tone Practice Pads

Übungspads gibt es wie Sand am Meer – und alle haben ihre typischen Eigenheiten. Sabian hält aktuell zwei Varianten im Zubehörprogramm bereit, mit „richtigem“ Fell oder mit „Mesh Head“ Gewebefell, jeweils in 10″ und 14″ Durchmessern.

Pratice Pad
(Bild: Dieter Stork)

Nicht nur das Spielgefühl ist hier ein Thema, sondern auch der Grad der Lautstärkereduzierung, der bei den beiden Varianten „Quiet Tone Classic“ und „Quiet Tone Mesh“ doch bemerkbar unterschiedlich ist.

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KONSTRUKTIONEN & VERARBEITUNG

Die „Quiet Tone“ Practice Pads sind mit ca. 1,6 mm starken Spannreifen ausgestattet und besitzen sechs Vierkantkopfstimmschrauben. Folglich kann man hier die Spannung der Felle verändern und damit in gewissem Maße den Rebound (die Rückpralleigenschaften des Sticks) bestimmen. Eine gute Sache, die neben dem konventionellen Stimmschlüssel aber noch einen zusätzlichen 10er-Schlüssel erfordert, denn die Vierkantkopf-Stimmschrauben greifen einfach in eine entsprechende Mutter, und die muss man mit dem 10er-Schlüssel kontern, sonst geht halt nichts. Dafür sind die Muttern aber als selbstsichernde Variante ausgeführt, und nach einmaliger Einstellung hat es sich dann damit ja auch (jedenfalls in den meisten Fällen). Allerdings sollte man die Stimmschrauben gleichmäßig anziehen. Nicht etwa, weil ich jetzt von Stimmung spreche (so alterssenil bin ich noch nicht!), sondern weil die Stimmschrauben und Muttern auf drei Metallquerstreben greifen, die das Innenleben der Pads gegen das Fell oder Mesh Head ziehen, und zudem hier vier Stützen auf den Querstreben angebracht sind, auf denen das Pad ruht und dann kippelt, wenn man die Stimmschrauben nicht gleichmäßig spannt.

Die Stützen sind mit soliden Gummifüßen versehen, so dass man die Pads auf nahezu jedem Untergrund platzieren kann und sie dabei dann schon mal sehr viel von der Körperschallübertragung wegnehmen. Außerdem sitzen die Pads somit auch recht rutschsicher auf leicht schräg gestellten Snaredrums oder Toms. Das verdient schon mal einen Pluspunkt, denn so kann man auch sein Drumkit schnell mal auf leise trimmen. Das Innenleben des Quiet Tone Mesh Pads ist leicht zu erkennen und besteht aus einem ca. 7/8″ hohen Holzring mit ca. 0,7 mm Stärke – und tatsächlich hat man eine um 45 Grad abgeschrägte, spitze Gratung auf der Oberseite eingearbeitet. Warum auch nicht, denn das Mesh Head soll ja in gewissem Rahmen ordentlich schwingen und einen möglichst realistischen Rebound liefern.

Pratice Pad
(Bild: Dieter Stork)

Eine ca. 1,5 cm dicke Papierfaserplatte ist der Kern des Quiet Tone Classic Practice Pads. Das Ding ist einerseits recht hart, aber doch halbwegs flexibel und hat einfach einen kurzen, dumpfen Ton, was es nun mal in Lautstärke und Projektion deutlich von einer Holzkonstruktion unterscheidet. Auf der Rückseite ist eine dünne Gummimatte aufgeklebt, auf der Oberseite liegt ebenfalls eine etwas stärkere Gummimatte auf. Dieser folgt noch eine glatte Kunststofffolie in einer Standard-Fellstärke von ca. 0,25 mm, und erst dann liegt das Fell auf dieser SandwichKonstruktion auf. Das ist insgesamt schon recht leise, und das somit verstärkte Fell bekommt auch nicht so schnell Beulen. Die Konstruktionen sind also durchaus robust und sogar einigermaßen einfach für den Service zu handhaben, falls mal ein Fell ausgetauscht werden muss.

PRAXIS

Natürlich ist das Quiet Tone Mesh Head Practice Pad die leiseste Variante und dürfte auch abends im Wohn-, Kinder- oder Hotelzimmer gespielt kaum für Ärger sorgen. Der Rebound ist in einer guten Bandbreite einstellbar, allerdings Gewebefell-typisch doch immer etwas weicher, als man das von einer mittelhoch gestimmten Snaredrum oder kleineren Toms gewohnt ist. Da beide Quiet Tone Mesh Head Pads auch recht leicht sind, kann man sie bequem auf den Knien positioniert über längere Zeit spielen, auch wenn das nicht gerade die komfortabelste Spielposition ist. Doch man kann das Pad ja durchaus auf einem Sessel, Stuhl oder Tisch platzieren, die Geräuschentwicklung ist wirklich nur minimal. Und wer es richtig komfortabel haben will, nimmt einfach einen leichten Snaredrum-Ständer mit. Die Quiet Tone Classic Pads sind im Vergleich etwas lauter, aber immer noch sehr leise. Sie profitieren von den vier mit Gummi gepolsterten Stützen, die gerade bei auf einem Tisch platzierten Übungs-Pad auch noch etwas geräuschärmer sind als einige der bekannten Gummi-Pads. Was den Rebound angeht, so ist dieser schneller als bei Gummi-Pads und hat klanglich eher den Charakter einer hoch gestimmten Paradetrommel.

Profil

FAZIT

Die Sabian Quiet Tone Practice Pads können durch eine ordentliche Geräusch-Reduktion überzeugen, die im Falle der „Mesh Head“-Variante sogar für absolut kritische Umgebungen und Zeiten (z. B. Hotelzimmer, abends) geeignet erscheint. Die Konstruktionen sind solide ausgeführt, und man hat die Wahl zwischen zwei durchaus verschiedenen Rebound-Verhaltensweisen. Die meisten Einstellmöglichkeiten bietet hier wieder die „Mesh Head“-Variante. Das Preisniveau ist zwar recht hoch angesetzt, aber wer viel übt, viel unterwegs ist und dabei die Nerven der Mitmenschen und auch die eigenen schonen will, sollte sich die Sabian Quiet Tone Practice Pads dennoch mal anschauen und einem Spieltest unterziehen.

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