Eine brillante Idee

Sabian XS20 Brillant Cymbals im Test

Seit 2003 produziert der kanadische Hersteller die XS20 Cymbal-Serie für den Budget-bewussten Musiker. Ein technisches Update und eine Erweiterung der Programmpalette folgten 2007, und aktuell ist diese Serie nun auch im Brilliant-Finish erhältlich – was natürlich auch klangliche Auswirkungen hat.

Cymbals
(Bild: Archiv)

Der deutsche Sabian-Vertrieb M&T, Musik und Technik hat uns eine Auswahl der neuen XS20 Brilliant Cymbals zum Praxistest zur Verfügung gestellt. Neben den beiden Medium Hi-Hats in 13″ und 14″ erhielten wir je ein 14″, 16″ und 18″ Medium Thin Crash, das 20″ Medium Ride, ein 10″ und 12″ Splash sowie ein 18″ Chinese. Zusätzlich zu unseren Testkandidaten gibt es bei den XS20 Brilliant Cymbals natürlich auch die Rock-Modelle sowie als Sets die beiden „First Packs“, zwei „Performance Sets“, das „Complete Set“ und ein „Effect Pack“, so dass man hier vom Starterpaket ausgehend über diverse Packs und Einzel-Cymbals auch umfangreiche Cymbal-Sätze nach und nach zusammenstellen kann.

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Spezifikationen

Was die Art der Konstruktion angeht, hat sich hier nichts verändert. Nach wie vor werden die XS20- Cymbals aus der bekannten B20-Cymbal-Bronze in einem überwiegend maschinellen High-Tech-Verfahren hergestellt. Die Form wird also durch Pressen bzw. Drücken erreicht, und bei allen Cymbals ist nur ein dezentes, allerdings dichtes Hämmerungsmuster zu erkennen. Die Tonal Grooves werden manuell und nicht sehr tief geschnitten und sind mit verschiedenen Breiten recht dicht aneinander gesetzt. Bezüglich der Formgebung fallen beim 18″ Chinese die breite Krempe, das flache Profil und die kleine Kuppe ins Auge. Dagegen besitzen die Crash-, Splash- und das Ride-Cymbal Kuppen mit ausgeprägter, recht hoher Kugelform. Die Profile sind in einem sanften Bogen angelegt und nicht sehr steil ansteigend.

Bei den Hi-Hats sind Top- und Bottom-Cymbals von gleicher Form und nahezu gleicher Stärke, sie unterschieden sich allerdings durch unterschiedliche Gewichte. Durch eine intensive Politur erhalten die XS20 Cymbals ihr Brilliant-Finish, das zum Schutz mit einer feinen Lackschicht versiegelt ist. Das macht das Ganze relativ pflegeleicht, sofern man nicht mit verschwitzten Fingern die Cymbals ein-/auspackt. Ein milder Cymbal-Reiniger, der speziell für Cymbals mit Brilliant-Finsih geeignet sein sollte sowie der Einsatz eines Microfasertuchs, und schon strahlen die Dinger wieder prima. Der Glanz des Brilliant-Finish ist hier übrigens nicht zu aufdringlich.

Sounds

Klanglich hat diese Art der Behandlung natürlich ihre Auswirkung im Detail, und generell klingen die XS20 Brilliant Cymbals etwas trockener und stärker auf die Mitten fokussiert. Im Sustain sind die Tiefmitten im Vergleich zu den „Regular“-Modellen etwas betonter, und die Präsenzen scheinen etwas dezenter. Geblieben ist allerdings z. B. die schnelle, spritzige Ansprache bei den Crash- und Splash-Cymbals, der Attack besitzt hier immer noch ein gutes Obertonspektrum, wenn dieses auch leicht entschärft wurde, also darf man hier weiter von einem modernen, hellen Attack reden. Diese klanglichen Details stehen den Hi-Hats ganz prima, sie entsprechen nun noch besser den typischen Sounds moderner Rock-, Metal- und Alternative-Styles, je nachdem welches Modell man hier bevorzugt.

Auch die Medium-Thin-Crash-Cymbals profitieren hier von diesem Effekt: Wem also die Medium-Thin-CrashModelle in der „Regular“-Version noch ein bisschen zu undefiniert sind, sollte die Brilliant-Varianten einmal genauer unter die Lupe nehmen. Weniger deutlich fällt der Klangeffekt der Politur für das Medium Ride aus, hier ist lediglich im Ausklang des Sustain das Grundrauschen etwas mehr auf den Präsenzbereich der Obertöne fokussiert und scheint somit etwas trockener. Für Crash/ Ride-Patterns wird man dann vielleicht doch dem Modell im „Regular“-Finish den Vorzug geben, ansonsten macht das XS20 Brilliant Medium Ride den definierteren Eindruck.

Fazit

Wenn auch die klanglichen Unterschiede durch das neue Brilliant-Finish der Sabian XS20 Cymbals eher im Detail zu finden sind, so kann das Resultat mitunter schon mal ein subtiler und wichtiger Effekt sein. Durch den stärkeren klanglichen Fokus auf die Mitten erhalten die XS20 Brilliant Cymbals eine etwas deutlichere Projektion, auch wenn sie in den Obertönen im Vergleich zu den „Regular“-Cymbals etwas entschärft scheinen. Dieser generelle Effekt ist zwar nur eine Nuance, aber immerhin hat man so nun eine vielfältigere klangliche Auswahl in dieser Serie zur Verfügung. Die Verarbeitung unserer Test-Cymbals entspricht dem gewohnt hohen Standard aus dem Hause Sabian. Trotz der leichten Preiserhöhung empfiehlt sich ein persönlicher Soundcheck aufgrund der verarbeitungstechnischen und klanglichen Qualitäte.

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