Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
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Sonor Essential Force S Drive im Test

Nicht nur ein neuer Name, auch essenzielle Updates in den technischen Details sowie die neuen, zeitgemäßen Kesselgrößen machen das „S Drive“-Drumset aus der neuen „Essential Force“-Serie interessant.

Drumkit
(Bild: Archiv)

Hersteller Sonor hat eine neue Serie im Programm namens „Essential Force“, die aus fünf vorkonfigurierten Sets und diversen Einzeltrommeln besteht. Wir haben hieraus das „S Drive“-Drumset inkl. Serie 200 Hardware getestet. Das Sonor Essential Force S Drive besticht durch entscheidende Verbesserungen in den technischen Details sowie die neuen, trendigen Kesselgrößen.

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Das Essential Force S Drive Drumset ist eines von fünf vorkonfigurierten Sets und besitzt eine 20″ tiefe Bassdrum, zwei sehr flache Toms und zwei im Vergleich zu Standard-Größen leicht verkürzte Floor-Toms. Damit schließt Sonor zu einem Trend auf, der sich in den letzten Jahren entwickelte und mittlerweile fast schon ein weiterer „Standard“ im Programm der renommierten Hersteller geworden ist. Sonor bietet nicht nur dieses vorkonfigurierte „S Drive“-Set mit zeitgemäßen Tom-Größen an, sondern zusätzlich auch noch Einzeltrommeln, so dass man durchaus sehr umfassende Sets nach individuellem Gusto zusammenstellen kann.

Optik

Unser „S Drive“-Testset präsentiert sich in der Farbe „Brown Fade“; die Lackierung ist technisch sehr gut ausgeführt. An der Schlagfellseite von Toms, Floor-Toms und Snaredrum beginnt das Finish mit einem erdigen Braun, das die Maserung sehr schön zur Geltung kommen lässt und sich auf dem Weg zum Resonanzfell zu einem tief dunklen Mocca-Braun bis fast schon Schwarz hin verändert. Eine interessante Variante von klassischem Charakter, der übrigens auf der Bassdrum genau in umgekehrter Richtung verläuft. Die Innenseiten der Bassdrum-Spannreifen sind transparent lackiert.

Technik

Die Kesselinnenseiten zeigen einen sauberen Feinschliff des leicht gemaserten, weißlich-gelben Birkenholz. Die Nähte verlaufen in einer leichten Diagonale zur Kesselsäule und sind sehr sauber und formschlüssig aneinandergesetzt. Was die Toleranz im Durchmesser angeht, so wird hier recht groß- zügig agiert, und man liegt bei etwas mehr als 2 mm im Durchschnitt. Hier kann man sich noch steigerungsfähig zeigen, wenn auch aufgrund der stark unterdimensionierten Kessel kein großes Pro blem bei der Passgenauigkeit der Felle entsteht.

Stimmen lässt sich alles prima, denn die sehr spitzen und weit außen am Kesselrand platzierten Gratungen sind perfekt gestaltet. Auch das Snarebed behält die Form, ist aber mit ca. 14 cm Weite recht schmal gehalten. Die maximale Tiefe von ca. 2 mm reicht für eine ordentliche Ansprache des werkseitig montierten Snareteppichs aus, die man allerdings durch einen höherwertigen „Sonor Soundwire“- Snareteppich, der zudem auch mit einer Schnur aufgehängt wird, deutlich optimieren kann. Insofern kann man hier ein gutes klangliches Potenzial in der Snaredrum erkennen. Es spricht also einiges für die solide und ordentliche Kesselverarbeitung der Essential Force Drums. Wie der Name der Serie schon deutlich macht, geht es hier um das für ein gutes Instrument essenziell Notwendige, und dies wurde bei der Kesselkonstruktion sowie auch bei der Hardware konsequent umgesetzt.

Bei Bassdrum und Snaredrum kommt man mit acht Stimmschrauben pro Fellseite aus. Dies reicht auch für die Bassdrum problemlos aus, denn die soliden Holzspannreifen sind relativ verwindungssteif und ermöglichen so saubere Stimmung über einen relativ weiten Wirkungsbereich einer Stimmschraube. Die Snaredrum ist wie die Toms und Floor-Toms mit den dünnen 1,6 mm Spannreifen ausgestattet. Das ermöglicht zwar den recht offenen Ton der Trommeln, doch im Falle der Snaredrum wäre eine Ausstattung mit zehn Stimmschrauben pro Fellseite für ein partiell exakteres Tuning doch sinnvoll. Als Spannböckchen kommen die schon für die „Ascent“-Serie neu entwickelten und leichteren Böckchen zum Einsatz.

Auch bei der „Essential Force“-Serie besitzen diese eine interne „Tune Safe“-Kunststoffsicherung. In Kombination mit den gummiunterlegten Klauen hält die Bassdrum auch tiefe Stimmungen sehr gut. Bei der Snaredrum helfen die Kunststoffunterlegscheiben. Neu gestaltet für diese Serie wurde auch der „T.A.R.“-Tom-Halter. Dieser ist jetzt an zwei Punkten unter dem größeren Träger der Spannböckchen Gummi-isoliert eingehängt und stützt sich im dritten Punkt ebenfalls gummiisoliert am Kessel ab. Somit ist also der direkte Druck auf Gewindehülsen vermieden. Die Bassdrum-Spitzen sind mit Memory-Locks ausgestattet – und eigentlich könnte man diese ja auch den Floor-Tom-Beinen spendieren, was allerdings ja nun wirklich nicht unbedingt „essenziell“ ist.

Positiv zu erwähnen ist auch noch die einseitig einstellbare Snareteppich-Abhebung, die nun komplett aus Metall gefertigt ist. Abgerundet wird das „S Drive“-Gesamtpaket durch die Hardware der Serie 200, die schlicht und funktional ist.

Sound

Einem solchen Set nun einen mega-mäßig charaktervollen Klang zu bescheinigen, wäre wohl vermessen, doch lässt sich hier ein gutes klangliches Potenzial erkennen. Die Drums warten durchaus mit dem für Birkenholz typischen Klang mit druckvoll kanckigem Punch im Attack und solidem Bassfundament im Sustain auf. Leider wird Letzteres durch die werkseitige Fellausstattung nicht besonders hervorgehoben – die Werksfelle färben den Attack doch eher hart – doch schon mit einer Standard-Bestückung (z. B. Remo Ambassador clear, Evans G1 clear, Aquarian Classic Clear) kommt das zumindest bei den Toms recht gut zur Geltung. Die schnelle Ansprache und Ton-Entwicklung aufgrund der geringen Kesseltiefe sorgen für eine gute Projektion.

Mit z. B. doppellagigen Schlagfellen geht es auch tiefer und mehr in Richtung eines sehr kompakten, Attack-bezogenen Rocksounds. Auch die Snaredrum profitiert von einer Ausstattung mit z. B. Remo CS Snare/Ambassador Snare und wie schon erwähnt vor allem von einem besseren Snareteppich aus dem „Soundwire“-Programm von Sonor. Die Ansprache wird präziser, der Snareteppich-Sound präsenter und kontrollierter, und die Snaredrum kann eine solide Bandbreite von warmen bis brillanten Sounds bieten.

Die Bassdrum entwickelt mit der werkseitigen Fellbestückung bereits einen guten, druckvollen Klang vor dem Instrument, der allerdings in der Spielerperspektive gehört etwas schwächelt, was den Druck angeht. Das lässt sich z. B. mit einem Remo Powerstroke-3-Schlagfell beheben; wer zudem einen etwas stärker fokussierten Attack sucht, ist mit einem Evans-Fell in einer der EMAD-Varianten gut bedient.

Profil

Fazit

Die „Essential Force“-Serie als Nachfolger der „Force 2007“-Serie im Sonor-Programm besitzt mit ihren Birkenkesseln und der Hardware-Ausstattung mit professionellen Features alles, was der ambitionierte Einsteiger und Hobby-Musiker zum Musikmachen braucht. Das Sonor Essential Force S Drive Drumset ist ein solide verarbeitetes Instrument mit gutem Klangpotenzial. Mit der werkseitgen Fellbestückung kann man sofort gut losrocken, doch ein Ausschöpfen des gesamten Klangpotenzials erfordert ein paar kleine Updates in Sachen Felle und Snareteppich.

Diese Updates kosten ja kein Vermögen, und Felle sind ja nun mal eh Verschleißteile. Mit der „S Drive“-Set-Konfiguration bekommt man zudem einen zeitgemäßen und stärker auf den präsenten Attack bezogenen Tom und Floor-Tom-Sound geboten, der sich durch die flache bzw. „verkürzte“ Kesselkonstruktion ergibt. Wie die Bezeichnung „Essential Force“ schon aussagt, geht es hier um das Wesentliche, das absolut Notwendige für ein gutes Instrument, und da sich dank der sehr ordentlich verarbeiteten Kessel alle Trommeln gut stimmen lassen und die Hardware zuverlässig ihren Dienst tut, ist dieses Klassenziel vorbildlich erreicht.

Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
FREDERIC MICHEL – Modern Pop Drummer +++ YOUTUBE-STARS: Sina Drums; COOP3RDRUMM3R +++ Rockin‘ 1000 +++ Studium an der POPAKADEMIE +++ ZULTAN Heritage Cymbals +++ PEARL Masters Maple/Gum Drums +++ ROGERS Dyna-Sonic Wood Snaredrums

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