Reduziert für maximalen Effekt

Sonor Perfect Balance Standard Bassdrum-Pedal im Test

Sonor Perfect Balance Pedal
Die Perfect Balance Standard-Version mit feststehender Säule. (Bild: Dieter Stork)

Bereits im Jahre 2012 präsentierte Sonor das innovative Perfect Balance Bassdrum-Pedal, das in enger Zusammenarbeit mit Ausnahme-Schlagwerker Jojo Mayer entwickelt wurde. Der Fokus lag dabei im Wesentlichen auf dem „perfekt ausbalancierten Ablauf“ in der Bewegung.

Und um dieses Feature geht es auch bei der neuen „Standard“-Version dieses Bassdrum-Pedals. Das kompakte Design der Einsäulen-Maschine wurde übernommen, während auf alle weiteren Features und den zusätzlichen Luxus des Signature-Modells allerdings verzichtet wurde. So ist die „Standard“-Version nicht mehr zusammenklappbar, sondern starr konzipiert und wird in einem schlichen Beutel mit Sonor-Logo verpackt. Der markante Sonor-Stimmschlüssel im L-Format kommt hier in einer Variante mit Vierkant und 5 mm Inbusschlüssel. Damit können leicht alle möglichen Einstellung am Perfect Balance Standard Bassdrum-Pedal vorgenommen werden.

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Technisches

Sicherlich war es eine Herausforderung für Sonor das Perfect Balance Pedal „abzuspecken“ ohne die Key- Features zu verlieren und dann auch das Design zu erhalten. Das ist technisch durchaus gelungen umgesetzt. Es bleibt also bei der einen geschwungen gestalteten Säule auf der linken Seite des Pedals, was weiterhin das barrierefreie Gleiten bei schnellem Spiel erleichtert. Die Säule mündet allerdings nicht in den Falt-Mechanismus wie beim originalen Pedal, sondern ist als starre Konstruktion ausgelegt, die mit zwei Schrauben auf der Bodenplatte fixiert ist. Auf einige eingearbeitete Verstrebungen in der Säule wie beim originalen Perfect Balance Pedal konnte auf Grund der fixierten Konstruktion verzichtet werden. In der Folge brauchte es jedoch auch eine neue Klemme für den Bassdrum-Spanreifen, denn die ist beim originalen Pedal in den Falt-Mechanismus integriert. Das „Standard“-Pedal nutzt eine konventionelle, seitlich von rechts zu bedienende Klemme. In der Spitze ist ein beweglicher Kunststoffblock eingesetzt. Als Konterpart dienen zwei Kunststofflager an der Spitze der Bodenplatte.

Der Bassdrum-Spannreifen wird also schonend und sicher eingeklemmt. Die Klemmweite ist so gestaltet, dass sowohl alle Sonor-Spannreifen, aber auch Spannreifen anderer Hersteller passen – seien diese nun dünner oder etwas dicker. Die Konstruktion ist simpel, effektiv und robust. Spieler, die auch mal etwas kräftiger zu Werke gehen, werden die starre Säule und konventionelle Klemmung zu schätzen wissen.

Eine weitere Änderung betrifft die Trittplatte nebst Fersenteil: Beide Teile sind nicht auf Hochglanz poliert, bieten aber doch sehr glatt gestaltete Oberflächen. Schnelles Sliden ist also nach wie vor super leicht möglich. Der komplette zentrisch ausgelegte Antrieb, die Federaufhängung und die Verbindung über den Belt aus ballistischem Material zwischen Trittplatte und Antrieb entsprechen exakt den Komponenten des originalen Perfect Balance Bassdrum-Pedal.

In Sachen Verarbeitung wurde hier ausgezeichnete Arbeit geleistet. Die hohe Präzision in der Fertigung zeigt sich unter anderem auch darin, dass z. B. an der Trittplattenspitze und in der Lagerung der Hauptachse kein Spiel zu verzeichnen ist. Insofern wurde für den etwas günstigeren Preis in keinster Weise an der Qualität, sondern wirklich nur an gewissen Features gespart.

Sonor Perfect Balance Pedal
Die Spannreifen-Klemme ist solide und seitlich zu bedienen. Gut zu erkennen: die glatte, aber nicht hochglanzpolierte Trittplatte. (Bild: Dieter Stork)

Praktisches

Wer die Heel/Toe-Spieltechnik beherrscht, wird dieses Pedal aufgrund seiner ausbalancierten und flüssigen Bewegungsabläufe lieben. Die werkseitige Voreinstellung von Schlägelwinkel und Trittplattenwinkel ist für ein leichtes Spiel mit durchaus kraftvollem Impact ausgelegt. Diese gleichmäßige Vorwärts-/ Rückwärts-Bewegung vermittelt den Eindruck, als klebe das Pedal am Fuß.

Insofern wird hier das Klassenziel souverän erreicht. Im Grunde braucht man höchstens noch die Federspannung auf das individuelle Spielgefühl anzupassen. Natürlich lohnen sich auch Experimente in den Einstellungen der Verhältnisse zwischen Trittplatten- und Schlägelwinkeln nach individuellem Gusto. Die sind ja auch schnell umzusetzen: Man löst die Inbusschraube an der oberen Federaufhängung und verschiebt diese nach vorn, um die Trittplatte zu senken, oder nach hinten um diese anzuheben.

Nun löst man rechts am Antrieb die Inbusschraube und stellt den Schlägelwinkel ein. Das Aufnahmerad lässt sich zwar nicht stufenlos einstellen, aber das Zahnkranzsegment besitzt durchaus sinnvolle, feine Abstufungen. Egal wie man die Einstellung nun auch variieren mag, dieser speziell balancierte Ablauf der Vorwärts-/ Rückwärts-Bewegung bleibt immer erhalten.

Facts

Hersteller

Sonor

Herkunftsland

China

Vertrieb

Sonor

Internet

sonor.com

Preis (UvP)

€ 198,–

Fazit

Sonor ist es tatsächlich gelungen, das Perfect Balance Pedal zu vereinfachen und dabei das wichtige Key-Feature der ausbalancierten Vorwärts-/Rückwärts- Bewegung beizubehalten. Auch wurde zu Gunsten des günstigeren Preisniveaus nicht an der Verarbeitungsqualität gespart: die ist erstklassig! Wer bisher dem transportfreundlichen Faltmechanismus skeptisch gegenüber stand, aber das Spielgefühl des Perfect Balance Bassdrum- Pedals mochte, hat hier nun die richtige Alternative zur Verfügung. Ein Test lohnt sich!

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(aus STICKS 03-04/2019)

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