Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums
A New Force in Town

Sonor Select Force Drums im Test

Pünktlich zur NAMM-Show in Anahein/USA und zur Musikmesse in Frankfurt 2011 stellt der deutsche Hersteller Sonor sein neues Programm für den Mittelklasse- bis Einsteiger-Bereich aus chinesischer Fertigung vor. Select Force, Essential Force, Smart Force und Smart Force Xtend lösen die bisherigen Sonor „Force“-Serien ab. Was das neue Flaggschiff dieser Reihe, die Select Force Drum-Serie, zu bieten hat, zeigt dieser Test.

Drumkit
(Bild: Archiv)

Der deutsche Hersteller Sonor hat seiner „Force“-Serie ein zeitgemäßes Update verpasst und die Modelle Select Force, Essential Force, Smart Force und Smart Force Xtend in den Laden gestellt. Auf MusikMachen.de hatten wir das Top-Modell, ein vorkonfiguriertes „Select Force S Drive“-Set zum Test da, das zwar – wie der Rest der Serie auch – made in China ist, aber dennoch mit hervorragender Verarbeitung und einem modernen Pop- und Rocksound punkten kann.

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Sonor stellte uns das vorkonfigurierte „Select Force S Drive“-Set mit verkürzten Toms und Floor-Toms sowie der neuen 20″ tiefen Bassdrum zum Praxistest zur Verfügung. Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich: Betrachtet man die Kesselkonstruktion, hat sich im Vergleich zwischen Force 3007 und Select Force nicht wirklich etwas verändert, sieht man von dem Umstand ab, dass nun satt neun Lagen Ahorn nur sieben verbaut werden. Die Wandstärken von Bassdrum mit ca. 7,2 mm und 5,8 mm für Toms, Floor-Toms und Snaredrums sind gleich geblieben. Auch als Sandwich-Konstruktion zwischen den inneren und äußeren Doppellagen kanadischen Ahorns solches aus chinesischer Herkunft zu verbauen, entspricht exakt der bekannten Force- 3007-Konstruktion.

Warum auch nicht, funktioniert ja bestens und sorgt für den transparenten und mittenbetonen Attack sowie klar definierten Bassbereich, mit dem man im weiten Feld der Pop-, Rock- und Metal-Styles einen properen Drum-Sound hinbekommt. Was die Verarbeitung angeht, so bestechen die neuen Select Force Drums mit ausnehmend guter Qualität: Die Gratungen sind sehr sauber gearbeitet, bieten eine plane und recht spitze Auflagekante, die diagonal verlaufenden Kesselnähte sind sorgsam aneinandergesetzt, und bei den Toleranzen im Kesseldurchmesser liegt man im Durchschnitt bei knapp einem Millimeter. Kurzum: alles prima. Abgerundet wird das Ganze dann noch durch einen eleganten Innenschliff der Kessel und eine super ausgeführte „Sparkle Burst“-Lackierung, unterstrichen von mattschwarz gehaltener Hardware. Die Modellpflege beginnt hier im Detail, denn die Böckchen wurden schlanker und quasi als „Bridge Type“-Variante gestaltet; sie sind somit etwas leichter und haben etwas weniger Kontakt zum Kessel.

Sounds

Für einen an moderne Styles angepassten Klangcharakter bietet Sonor in dieser Serie auch verkürzte Toms wie bei unserem Testset an. Das 10″ Tom ist gerade einmal 6,5″ tief, das 12″ Tom nur 7″ tief. Dass diese sich mit den werkseitig aufgezogenen Remo „UT Ambassador clear“-Fellen aus chinesischer Fertigung natürlich auf sehr knackige, Attack-lastige Sounds trimmen lassen, dürfte klar sein. Auch die nun etwas dünner gestalteten Spannreifen führen hier zu einem leicht obertonreicheren Attack-Sound; das ist zwar nur eine kleine Nuance, aber doch bemerkenswert. Zudem produziert der dünne Ahornkessel auch einen gesunden Body, der sich mit höherwertigen Fellen und nicht ganz so hoher Stimmung noch etwas mehr in den Vordergrund stellen lässt. Das ergibt einen schicken Kontrast zu tief gestimmten Floor-Toms, die ja ebenfalls verkürzt sind und daher ein etwas transparenteres Bassverhalten aufweisen als konventionelle Floor-Toms. So kommt man leicht zu einem modernen, knackigen und zugleich druckvollen Rock-Sound.

Tom
(Bild: Archiv)

Da spielt die Bassdrum mit ihrer 20″ Kesseltiefe natürlich gut in die Karten, wenn man auch etwas kräftiger spielen muss, um die Luftsäule entsprechend in Bewegung zu versetzen. Ein satter Bass und guter Punch im Attack liegen hier auf der Hand, dabei werden durch die Kesseltiefe gerade die Mittenbereiche in Attack und Sustain etwas abgemildert, die bei offen gestimmter und wenig gedämpfter Bassdrum etwas nerven können. Somit braucht man also recht wenig zusätzliche Dämpfung für einen schön fetten Klang. Die 6,5″ tiefe Snaredrum ist ein guter Allrounder, der sowohl satt und wuchtig klingen kann, aber eben auch einen offen singenden Ton produzieren kann. Zur Optimierung bedarf es allerdings einer anderen Fellauswahl, und vor allem sollte man den schon für die Montage mittels Schnur ausgelegten Snareteppich dann auch genau so befestigen, damit bei etwas strafferen Spannungen des Snareteppichs dieser das Resonanzfell nicht zu sehr bedämpft wie bei einer Kunststoffband-Befestigung.

Fazit

„Face Lift“ nennt man das u. a. in der AutomobilBranche – und was ist schöner, als Gutes noch besser zu machen? Jedenfalls machen die filigraneren Böckchen, neue Farb-Oberflächen und sogar neue Typenschilder ein durchaus zeitgemäßes, ansprechendes Design für die Drums der Sonor Select Force-Serie aus. Die Verarbeitung entspricht einem ausgezeichneten Industriestandard, zudem legt man Wert auf sorgsam gearbeitete technische Details. Gepaart mit einer guten Holzqualität entsteht so ein solider Sound mit den typischen Merkmalen für dünne Ahornkessel: knackiger Attack, fokussierte Mitten und ein transparenter Bassbereich. Das vorkonfigurierte „S Drive“-Set mit verkürzten Toms und einer mächtigen, 20″ tiefen Bassdrum kommt den modernen Klangvorstellungen von Pop- und Rock-Musik entgegen. Wir halten die „Gesichtspflege“ klanglich wie technisch jedenfalls für gut gelungen, und das Verhältnis von Preis und Qualität kann besser kaum sein.

Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
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