Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums
Runderneuert

Tama Iron Cobra Hi-Hats im Test

Die Iron Cobra Hi-Hat-Maschinen von Tama stehen für exzellentes Spielgefühl und ein Maximum an Road-Tauglichkeit. Was gäbe es also daran zu verbessern? Nun, es muss ja nicht immer die alles umfassende Revolution sein, doch in den Details haben die Entwickler in Japan den Velo-Glide- und Lever-Glide-Hi-Hat-Maschinen eine nette Frischzellenkur spendiert.

 

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HiHat Maschinen
(Bild: Archiv)

 

Das auf den ersten Blick offensichtlich Neue ist bei beiden Maschinen die etwas glatter gestaltete Trittplatte, die ja im Zuge der Updates für die Iron Cobra Bassdrum-Pedale logischerweise angepasst wurde. Was man nicht sofort an dieser Stelle sieht ist die Oiled Bearing Hinge mit dauerhaft wartungsfreien und schmierungsfreien Lagern der Verbindung zwischen Trittplatte und Fersenteil. Ansonsten ist im unteren Bereich der beiden Maschinen alles beim Alten.

Die Velo Glide Hi-Hat besitzt immer noch den direkten Zug über die solide Doppelkette, während die Lever Glide Hi-Hat für das noch sanftere Spielgefühl mit der speziellen Umlenkung ausgestattet ist. Nach wie vor lässt sich der Trittplattenwinkel über zwei Vierkantkopfschrauben im Rahmen einstellen, so dass man die Maschine optimal für schnelle Fußwechsel zum Doppel-Bassdrum-Pedal stufenlos justieren kann. Die beiden Beine der Basis sind um die Achse drehbar, und damit lässt sich auch genügend Platz für das Doppel-Bassdrum-Pedal schaffen.

Die in fünf Stufen verstellbare Federspannung ermöglicht eine gesunde Bandbreite an verschiedenen Spielgefühlen, wer hier unbedingt eine Zwischenposition benötigt, hat leider das Nachsehen, aber für 99% aller Spieler dürfte dieses System vernünftig funktionieren, zumal sich aufgrund der Art des Verstellmechanismus’ die Federspannung nicht von selbst verändern kann. Oben rum wird es neu! Da fangen wir mal mit dem Auflageteller für das Bottom-Cymbal an, der federgelagert ist und ohne aufgelegtes Cymbal schräg steht. Aber schon ein extrem leichtes Cymbal drückt den Teller in die waagerechte Position.

Schraubt man nun die Justierschraube heraus, komprimiert man die Feder, so dass eine höhere Spannung entsteht und das Bottom-Cymbal bei geöffneter Hi-Hat leicht schräg steht. Beim Zutreten bleibt das Bottom-Cymbal also erst schräg gestellt, was sowohl den speziellen Sound als auch ein leichteres Entweichen der Luft ermöglicht, besonders bei nicht ventilierten sowie bei anderen als „Sound Edge“- oder ähnlichen Hi-Hat-Typen. Ist dann aber die Hi-Hat geschlossen, liegen beide Cymbals korrekt aufeinander und man hat einen optimalen Klang zur Verfügung und zudem kein hervorstehendes Bottom-Cymbal, was sonst als Stockfräse fungiert. Eine prima Überlegung, die hier ein großes Lob verdient!

Top-Cymbal-Kupplung & Auflageteller für das Bottom-Cymbal
Top-Cymbal-Kupplung & Auflageteller für das Bottom-Cymbal (Bild: Archiv)

Die Justierschraube wird übrigens mit einer Kunststoffrändelschraube von unten gegen den Teller fixiert. Das hält auch bei kräftiger Spielweise bombenfest. Besonderen Spaß macht auch die neu gestaltete Top-Cymbal-Kupplung, die mittels einer Öse gegen die Zugstange gezogen wird. Auch dies arretiert mehr als sicher und zudem schonend für das Material. Selbstverständlich besitzt die Kupplung eine Aussparung im Gewindegang, doch damit nicht genug: Sie besitzt auch einen Kunststoffschutz für das Kuppenloch, so dass das Top-Cymbal auch (wie ein Crash oder Ride bei einem guten Cymbal-Stativ) akustisch entkoppelt ist. Die Kupplung wird von unten ganz klassisch mit einer leichten Rändelmutter arretiert, hier sorgt am Ende des Gewindegangs eine Fase dafür, dass man das Ganze nicht überdrehen kann und gleichzeitig sehr sicher arretiert.

Das Top-Cymbal liegt auf einem Filz auf, aber für einen minimierten Kontakt und verringerte Dämpfungswirkung wird von oben eine Gummiauflage aufgeschraubt, die durch eine eingearbeitete Kante einen nur minimalen Kontakt zum Top-Cymbal hat. Zudem „kippt“ das TopCymbal bei richtiger Justierung immer über eine Achse zu Spieler hin, und bis zu einer gewissen Heftigkeit in der Spielweise entfällt auch das typische Drehen des Top-Cymbals um die eigene Achse. Die Gummiauflage ist in einer Kunststoffrändelschraube untergebracht, sie kann also bei Verschleiß auch problemlos ausgetauscht werden. Die Klemmstärke wird ganz konventionell eingestellt, und mit einer leichten Aluminiumkontermutter wird die Einstellung von oben fixiert.

Fazit

Die bewährten Iron Cobra Hi-Hats zu verbessern, ist Tama tatsächlich gelungen. Besonders die Schrägstellung des Bottom-Cymbals ist wirklich klasse umgesetzt. Vor allem wenn man häufiger leicht geöffnete Hi-Hats spielt, sollte man dies mal mit einer neuen Iron Cobra probieren. Es ist schon wirklich schick, diesen speziellen „Schepper-Sound“ eines schräg gestellten Bottom-Cymbals nutzen zu können und dann bei geschlossener Hi-Hat ein ganz normales Spielgefühl ohne Stocksfräse dank schrägem Bottom-Cymbal zur Verfügung zu haben und dabei auch einen normalen Hi-Hat-Sound spielen zu können.

Die neue Kupplung für das Top-Cymbal arretiert nicht nur bombenfest, sondern sie bietet dank des Kunststoffkantenschutzes für das Kuppenloch außerdem eine akustische Entkopplung des Top-Cymbals, das sich klanglich auch durch die schmale Gummiauflage noch besser entfalten kann. Und die neue Oiled Bearing Hinge mit den dauerhaft wartungsfreien Lagern ist ein nicht zu unterschätzendes Feature, das auch dem Spielgefühl sehr zuträglich ist. In Kombination mit den bekannten und bewährten Features der Iron Cobra Velo-Glide- und Lever-Glide-Hi-Hat-Maschinen macht das alles kolossal Sinn. Ein persönlicher Check ist wärmstens zu empfehlen!

 

Produkt: Sticks 05-06/2019
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