Tama Iron Cobra Single Bassdrum Pedale im Test

Die Iron Cobra Bassdrum-Pedale von Tama sind seit ihrer Markteinführung 1992 eine feste Größe in der Top-Liga. Die solide Konstruktion der in drei unterschiedlichen Antriebsarten erhältlichen Pedale wurde 2011 noch einmal in den technischen Details aufgewertet. Wir haben die drei Single-Pedale Rolling Glide, Power Glide und Flexi Glide einem Praxistest unterzogen.

Tama Iron Cobra Single Bassdrum Pedale
(Bild: Archiv)

Nach über stolzen zwei Jahrzehnten zählen die Tama Iron Cobra Bassdrum Pedale immer noch zu dem Besten, was sich ein Drummer unter den Fuß schnallen kann. Dennoch, Zeit für ein Update, das sich bei den drei Single-Pedalen Rolling Glide, Power Glide und Flexi Glide vor allem in den technischen Details wiederfindet. So sind die Einstellmöglichkeiten jetzt noch flexibler und Abläufe noch präziser, das alles bei bewährt strapazierfähiger Konstruktion. Wir haben die verbesserten Tama Iron Cobra Single Bassdrum Pedale für euch getestet.

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Schon bei der Markteinführung 1992 sorgten die „Iron Cobra“-Bassdrum-Pedale für reges Interesse, schließlich waren es die umfangreichen Einstellmöglichkeiten und die Varianten in der Antriebsart sowie die vertrauenswürdige und solide Konstruktion, die hier dem Amateur wie dem Profi beste Dienste leisten sollten und auch taten. Dass diese Pedale im Laufe der Jahre viele sinnvolle Verbesserungen im Detail erfahren haben, lässt sich auch anhand der Testberichte in den STICKS-Ausgaben 04:1993, 06:1998 und 06:2007 sehr gut nachvollziehen. (Die Testberichte sind auch als PDF zum kostenpflichtigen Download auf www.sticks.de erhältlich.)

Konstruktion und Innovationen

Bei den aktuellen Pedalen ist es die glatter gestaltete Trittplatte, die hier das Hereinrutschen in das Pedal bei schnellen Figuren maßgeblich leichter macht sowie natürlich auch für Spieler der Heel/ Toe-Technik Vorteile bietet. Für einen präziseren Ablauf sorgt zudem auch das größer gestaltete und extrem leichtgängige Scharnier zwischen Trittplatte und Fersenteil. Aufgrund der Kombination aus Kupferhülse und KunststoffLagerung benötigt das Ganze keinerlei Schmiermittel und läuft damit auf Dauer wartungsfrei. Die Präzision ist dabei durchaus beeindruckend, denn bei den drei Kandidaten konnten wir an der Trittplattenspitze kaum ein Seitenspiel ausmachen.

Selbstverständlich sind alle drei Modelle serienmäßig mit der frei auf der Bodenplatte verschiebbaren „Cobra Coil“ ausgestattet, eine Feder, die einen sanften oder auch etwas stärkeren Gegendruck von unten gegen die Trittplatte ausüben kann und so die Rückmeldung der Trittplattenposition präzisiert. Wer darauf keinen so großen Wert legt, kann das Ganze auch schnell demontieren, ganz wie es beliebt. Was verbessert noch den Ablauf der Bewegung? Richtig, präzise Lager! Und die hatten die Iron Cobras ja schon immer. Aber es gibt nichts, was nicht noch zu verbessern wäre, und so hat sich Tama eine neue Lageraufnahme für den Rahmen ausgedacht, die eine Verspannung im Lager endgültig vermeidet.

Dazu werden die Hauptlager in eine Halbschale, die sich in den Rahmenaufnahmen befindet, gelegt und mit je einer Klemme von oben gegen den Rahmen verschraubt. Eine gute Lösung, welche Lagerverspannungen vermeidet, die gelegentlich z. B. durch das Einpressen der Lager in vorgefräste Rahmenaufnahmen entstehen können. Wer in diesem Zusammenhang an die limitierte Auflage des „Iron Cobra“-Pedals in verchromter Ausführung aus dem Jahre 2006 denkt, liegt (fast) richtig. Für die neuen „Iron Cobra“-Modelle wurde diese Idee aufgegriffen, aber genauso wie bei der „Speed Cobra“-Version umgesetzt (siehe auch Test in STICKS 09:2010); der Rahmen ist jetzt (bis auf die Kunststoffbeschichtung) identisch aufgebaut.

Diese Updates in Kombination mit der gelagerten Federaufhängung über den „Speedo Ring“ ergeben bei den neuen „Iron Cobra“ Bassdrum-Pedalen einen noch präziseren Ablauf. Interessanterweise hat man bei den neuen Pedalen in der Schlegelaufnahme auf den „Tight Lock“ verzichtet – eine Kunststoffhülse, die über eine Innensechskantschraube verriegelt wurde – und befestigt den Schlägel nun wieder konventionell mittels Vierkantkopfschraube direkt auf dem Schaft.

Spieleigenschaften

Was die Laufeigenschaften angeht, trifft man auf Bekanntes und Bewährtes, und so wundert es dann auch nicht, dass die „Rolling Glide“- Maschine mit ihrem linearen Ablauf durch die 1:1- Übertragung der Kraft und durch die hohe Präzision im Ablauf vollauf überzeugt. Freunde des Excenter-Antriebs werden selbstverständlich den leichten Antritt des „Power Glide“-Modells und gerade auch den erhöhten Gegendruck gegen Ende des Anschlages sowie den schnelleren Rebound bei den geschäftigeren Figuren zu schätzen wissen. Dass bei extremen Tempi von Blast Beats die „Speed Cobra“-Version durch die Verringerung des Gewichts in den beweglichen Massen vielleicht die Nase etwas weiter vorn hat, ist denkbar, doch die ultrasolide Konstruktion der „Iron Cobra“ passt für den Heavy Player, der nur gelegentlich extrem schnell spielt, wohl etwas besser.

Das Spielgefühl des „Flexi Glide“- Pedals mit dem Oversize-Nocken und dem Band-Antrieb ist schon etwas oldschool, und es fühlt sich ein wenig nach der Betätigung eines Schwungrades an: leichter Antritt und große Kraftübertragung auf den Schlägel. Wer lieber etwas leichtfüßig unterwegs ist und doch eine gewisse Power aus der Bassdrum holen möchte, der ist sehr gut beraten, dieses Modell einmal anzutesten. Bleibt noch zu erwähnen, dass natürlich alle drei neuen Iron Cobra Bassdrum-Pedale auch als Doppel-Bassdrum-Version mit den drei unterschiedlichen Antriebsarten erhältlich sind. Warum allerdings nur das „Power Glide“-Modell werkseitig als Linksfuß-Modell im aktuellen Programm zur Verfügung steht, weiß wohl nur das Marketing-Department von Tama. Allerdings kann ein „Power Glide“ Linksfuß-Pedal durch den Austausch der Nocken bzw. Nocken und Bandzug, sehr leicht zu einem Doppel-Linksfuß-Pedal in der „Rolling Gilde“- oder „Flexi Glide“-Version umgebaut werden.

Fazit

Die technischen Updates 2011 für die Tama Iron Cobra Pedale sind absolut gelungen, denn sie schaffen es, aus einem eh schon sehr gut laufenden Pedal ein noch besseres zu machen. Dabei sind es in erster Linie die größer dimensionierte und wartungsfreie Lagerung zwischen Trittplatte und Fersenteil sowie die neu gestaltete Rahmenaufnahmen für die Hauptachse, die hier für einen noch präziseren Ablauf sorgen. Dass man zudem die Trittplattenoberfläche noch etwas ebenmäßiger gestaltet hat, um einigen Spieltechniken entgegenzukommen, ist ebenfalls eine lobenswerte Sache. Lohnt es sich, eine ältere Iron Cobra gegen ein neues Modell einzutauschen?

Technisch gesprochen: ja, weil die neuen Versionen einfach noch leichter und präziser laufen. Ob dieser Unterschied einen Quantensprung für das individuelle Spielgefühl bedeutet, muss jeder selbst mit sich ausmachen. Leicht hat es derjenige, der ein neues Pedal sucht, dabei flexible Einstellmöglichkeiten, eine solide und bewährte Konstruktion sowie äußerst präzisen Bewegungsablauf wünscht. Der ist bestens beraten, die drei neuen Tama Iron Cobra Bassdrum-Pedale in der Version 2011 auf den persönlichen Prüfstand zu stellen.

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