Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
FREDERIC MICHEL – Modern Pop Drummer +++ YOUTUBE-STARS: Sina Drums; COOP3RDRUMM3R +++ Rockin‘ 1000 +++ Studium an der POPAKADEMIE +++ ZULTAN Heritage Cymbals +++ PEARL Masters Maple/Gum Drums +++ ROGERS Dyna-Sonic Wood Snaredrums
Snaredrums mit Charakter

Tama Signature Snares John Dolmayan und John Blackwell im Test

Im Programm der Tama Signature Pallete Snaredrums gibt es einige Updates und Neuheiten. Die neuen Signature-Snaredrums von John Dolmayan (System Of A Down) und John Blackwell (Prince) zeichnen sich durch charakterstarke Sounds aus.

Snaredrums
(Bild: Archiv)

 

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JOHN DOLMAYAN SNAREDRUM

Konstruktion und Verarbeitung: Die 14″ x 6,5″ John Dolmayan Snaredrum hat als Basis einen dünnen Ahornkessel, der mit einer Folie ausgestatte ist, die dem Design von John Dolmayans aktuellem, speziell gefertigten Custom-Kit nachempfunden ist, welches von einem ägyptischen Künstler entworfen und umgesetzt wurde. Hier ist es nicht nur das in Perlmutt schimmernde Rautenmuster, das besticht, sondern auch, dass die Rauten und Sterne in Perlmuttweiß gehalten sind, während die Grundfläche in einem leicht grüngelblichem Perlmutt schimmert.

Diese Zweifarbigkeit wird sauber durch schwarze Linienmuster voneinander getrennt. Elegant getarnt verschwindet die Nahtstelle unter einem Tube Lug, und zudem hat das Muster hier keinen Versatz, was für die große Liebe zum Detail in Sachen Verarbeitung spricht. Die schwarz vernickelte Hardware passt optisch prima dazu, und die filigran gestalteten Tube Lugs mit Ornamenten auf den Stützen machen diese Trommel zu einem wirklich schmucken Hingucker.

Auch in technischer Hinsicht hat man hier ganze Arbeit geleistet. So ist der Kessel nur wenig unterdimensioniert, zeigt eine Toleranz im Durchmesser von weniger als ca. 1 mm, besitzt eine fein geschliffene Innenseite und perfekt gearbeitete, leicht rundlich gehaltene Gratungen. Im Überlappungsbereich ist die Folie etwas in die äußere Lage STICKS 02:2013 TEST 43 des Kessels eingesenkt, so dass sie nicht zu stark aufträgt, und zu den Rändern sind gerade mal etwa 4 mm frei gelassen. Das sanft abfallend verlaufende Snarebed behält diese Gratungsform bei. Gepaart mit der ausgezeichnet verarbeiteten und dementsprechend prima funktionierenden Hardware ist die John Dolmayan Snaredrum auch technisch ein echtes Highlight.

Sound: Die 14″ x 6,5″ John Dolmayan Snaredrum ist als charakteristischer Allrounder konzipiert, man muss also nicht unbedingt erlaborierten Alternative Metal à la System Of A Down zelebrieren. Diese Snaredrum hat einen sehr weiten Stimmungsbereich, und das reicht von ganz tief im Keller mit superfettem Backbeat-Sound für die große Ballade bis hin zu knackigem Funk-Biss. Dies macht der dünne Ahorn Kessel möglich, der hier genügend Tiefe und Klangfülle liefert, aber eben auch feine, geradezu elegante Obertöne bieten kann.

Überzeugend ist dabei die sensible und transparente Ansprache der Trommel und des Snareteppichs, der sich immer sehr gut passend zur Stimmung justieren lässt und von rauschig über perlig-satt bis kurz-konkret alles bieten kann. Insofern ist die John Dolmayan Snaredrum ein wirklich vielseitiges Instrument, das zudem durch ein tonal blitzsauberes Sustain überzeugt, so dass man sie auch ohne zusätzliche Dämpfung spielerisch prima kontrollieren kann.

Zusammengefasst:  Attack mit feinen Obertönen, sattes und resonantes Sustain, gute Projektion durch Guss-Spannreifen, exzellente Ansprache von Kessel und Snareteppich, klanglich sehr variabel zu gestalten.

Tama Signature Snares John Dolmayan und John Blackwell_02
(Bild: Archiv)

JOHN BLACKWELL SNAREDRUMS

Konstruktion und Verarbeitung: FunkMaster John Blackwell steht Pate für nun zwei verschiedene Snaredrums. Neu ist ein 14″ x 5″ Modell als Ergänzung bzw. Alternative zur bekannten 13″ x 6,5″ Snaredrum. Verändert wurde ein wenig das Design, so verzichte man nun auf die weißen „JB“-Initialen, und beide Trommeln besitzen nun ein schwarz/goldenes Custom-Logo mit „Peace“- Zeichen. Das Besondere an beiden Snaredrums sind die drei Air Vent Plugs, also Stöpsel, die drei Luftausgleichslöcher verschließen, respektive öffnen. Dadurch lässt sich das Rebound-Verhalten und in gewissem Maße natürlich auch der Klang beeinflussen.

Technisch sind beide Instrumente identisch gehalten und besitzen den 1,2 mm starken Stahlkessel, der sich bestens verarbeitet präsentiert. Den Fellen bietet sich ein perfekt gearbeiteter Kessel mit einer satten Gratung, die ihre leicht rundliche Gestaltung durch einen breiten ungebogenen Rand im 30-Grad-Winkel erhält. Diese Form bleibt auch im Bereich der Snarebeds erhalten. Die Nahtstellen sind sauber verschweißt und auch im Gratungsbereich glatt poliert.

Sound: Etwas mehr in Richtung eines traditionellen R&B/Funk-Sound soll das neue 14″ x 5″ John Blackwell Snaredrum-Modell gehen, und genau das kann es auch wirklich prima umsetzen. In den Obertönen mag der Stahlkessel etwas schärfer klingend sein, als man das von 60s/70s Funk gewohnt ist, doch mit etwas Dämpfung und/oder einem etwas stärker vorgedämpften Schlagfell lässt sich das leicht korrigieren und somit auch das typische Klangbild mit knackigem Attack und kurzem, sattem Sustain recht authentisch hinbekommen. Dabei hilft die hier rundliche gestaltete Gratung diesem Klangbild auf die Sprünge.

Mit einem einlagigem Schlagfell und ohne Dämpfung gewinnt der Sound an moderner Kontur, wirkt allerdings immer noch etwas satter im Attack als das 13″-Modell, was einen schönen Kontrast zwischen beiden Modellen bedeutet. Klanglich lassen sich mittels der drei Air Vent Plugs diverse Nuancen erreichen, da so der Charakter im Sustain etwas trockener oder offener zu gestalten ist. Da muss man dann zwar schon etwas genauer hinhören, aber der Effekt ist durchaus existent. Bedeutsamer empfinde ich hier aber die Auswirkung auf das Rebound-Verhalten, das mit vollständig eingesetzten Stopfen etwas direkter und schneller ist.

Zusammengefasst: knackige Obertöne, nicht zu scharf im Attack, präsentes und durchaus sattes, allerdings kompaktes Sustain; lässt sich durch drei „Air Vent Plugs“, trockner oder crisper gestalten, Rebound-Verhalten wird mit Plugs etwas stärker.

Tama Signature Snares John Dolmayan und John Blackwell_03
(Bild: Archiv)

Fazit

Tama hat das Programm der Signature Palette Snaredrums um feine neue Klangfarben erweitert. Diese entsprechen den klanglichen Anforderungen der Top-Drummer John Dolmayan und John Blackwell, dürften aber auch für viele andere Musiker durchaus interessant sein. Das wohl vielseitigste Instrument ist dabei die 14″ x 6,5″ John Dolmayan Snaredrum, die von satten Rocksounds bis zu knalligen funky Sounds mit Druck noch einiges mehr an Klangvarianten bieten kann. John Blackwells neue Snaredrum in der Dimension 14″ x 5″ ist ebenso knackig und funky wie sein 13er-Modell, allerdings etwas mehr „Old School“ mit eher traditionellem R&B-Sound und satter im Grundton, somit also eine gute Variante zum modernen Funk/R&B-Sound seiner 13″ x 6,5″ Snaredrum.

Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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