Fett und schwarz!

Tama Silverstar Ltd. Edition Fat Black im Test

Tama-Silverstar-Drumset
Ein böses Rallye-mattschwarz-Finish und eine fette, wuchtige 26″ Bassdrum in klassischer 14″ Tiefe – das sind die prägnanten Zutaten dieses Silverstar Drumsets aus dem Hause Tama.
Und dabei hat Tama in der „Silverstar“-Serie doch gerade in der letzten Zeit für Aufmerksamkeit durch die eher kleinen bis minimalen Jazz-, „Metro Jam“- und Cocktail Kit“- Zusammenstellungen für Aufsehen gesorgt. Nun wird mal das andere Ende des klanglichen Spektrums bedient. Und warum auch nicht, denn die dünnen Birkenkessel der Drums der „Silverstar“-Serie stehen ja durchaus für einen satten Klangcharakter.
KONSTRUKTION
Hier hat sich nichts geändert. Die dünnen Birkenholzkessel der „Silverstar“-Drums sind ausgezeichnet verarbeitet und weisen neben konstanten Wandstärken auch ebensolche guten Werte bei den Durchmessern auf. Die Nähte der Innenseite verlaufen in leichter Diagonale und sind formschlüssig aneinander gesetzt. Das honiggelbe Seidenmatt-Lack-Finish hebt die Maserung schön hervor und zeigt deutlich, dass hier ansehnliche Furniere verwendet werden. Die Gratungen sind präzise geschnitten und von außen her leicht verrundet. Dennoch ergibt sich auf der etwa dritten Kessellage von außen eine recht schmale, spitze Auflagekante. Beste Voraussetzungen also für guten Sound und leichte Stimmbarkeit der Trommeln.
Dafür sorgen auch die sorgfältig geschnittenen Gewinde an den Stimmschrauben und in den Hülsen der Böckchen. Die Sitze für die Stimmschraubenköpfe an den „Sound Arc Hoops“ (Spannreifen) gehen in Ordnung, und auch nur mit der Ausstattung von Metall-Unterlegscheiben an den Stimmschrauben passt es mit der Stimmstabilität. Wer extrem heftig zu Werke gehen will, sollte zusätzliche Kunststoff-Unterlegescheiben verwenden und gegebenenfalls noch Sicherungen (z. B. Lug Locks) installieren. Bei der Bassdrum hat man die Kunststoff-Einlagen für die Klauen noch etwas verfeinert und in der Passung präzisiert.
Die Auflagen für die Köpfe der Stimmschrauben sind zurückversetzt, und die Oberflächen sind plan gestaltet. Überzeugend ist auch die Verchromung aller Oberflächen, die der Qualität eines gehobenen Industriestandards entsprechen. Etwas anachronistisch muten allerdings die Rosetten für die Floor-Tom-Beine an: Hier greift schlicht die Arretierungsschraube direkt auf das Bein. Das führt dauerhaft zu einer Beschädigung der Oberfläche des Standbeins, auch wenn die Funktion natürlich durchaus gegeben ist. Hier wäre die Lösung mit einer Öse, durch die das Bein gesteckt und gegen das Gehäuse der Rosette gezogen wird, sicherlich die elegantere Lösung. Diese muss ja auch nicht so komfortabel ausfallen wie beim „StarCast“ Tom-Halter, bei dem die Flügelschraube/Öse im Gehäuse um ca. 180 Grad geschwenkt werden kann. Das ermöglicht für die Toms am Halter natürlich sehr kompakte Aufbauten bei gleichzeitig guter Bedienbarkeit beim Auf- und Abbau.

SOUNDS

Die Tama Silverstar Drums mit den dünnen Birkenholzkesseln sind für ihren satten Punch im Attack sowie das satt und warm klingende Sustain bekannt. Somit hat dann natürlich auch dieses „Ltd. Edition“-Set eine gute Grundlage für einen fetten Sound. Durch die größeren Dimensionen der Kessel machen diese Drums daher schon mit der werkseitigen Fellkombination bestückt richtig Spaß, da in mittelhoher Stimmung ein voller, runder und vor allem homogener Sound entsteht.

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Gerade diese großen Trommeln erzeugen noch mehr Druck aus den Tiefen des Frequenzkellers. Ein fetter und punchiger Hardrock-Sound ist ganz schnell mal eben hergestellt und zeigt sich auch einfach als das prädestinierte Einsatzgebiet für dieses „Limited Edition“-Drumset. Und die Optik passt ja nun einmal perfekt dazu! Bei den Toms tut es die werkseitige Fellkombination schon nahezu perfekt und liefert einen fulminanten, tiefen Ton sowie (wenn gewünscht) ein langes Sustain bei den Floor-Toms. Der Attack bleibt bei allem Punch zudem noch recht knackig. Das
Ansprechverhalten des Toms und der Floor-Toms ist sehr direkt, und schnell ist der volle Ton da. Das funktioniert auch auf einer geringen Dynamikstufe. Selbst dann entwickeln die dünnen Kessel schon ein sehr ordentliches Klangpotenzial.

Wer das dann noch verbessern will (und das geht), der sollte dann auf höherwertige bzw. speziellere Felle zurückgreifen. Was die Tonlänge angeht, so wird hier reichlich Potenzial geboten, und was die Dursetzungsfähigkeit der Attacks angeht, passt das alles zum klassischen Rocksound wie die Faust aufs Auge. Nur für den Fall, dass man auch einen klassischen Aufbau des Toms bevorzugt: Natürlich verliert das 13″ Tom bei einer Montage auf einem Snaredrum-Stativ etwas an Sustain und auch an Resonanzqualität, das lässt sich aber durch geeignete Stative mit speziell gepolsterten Körben oder Hilfsmitteln aus dem Zubehör für konventionelle Snaredrum-Stative leicht beheben.

Die Bassdrum liefert bei tiefer Stimmung und in etwa gleicher Stimmung von geschlossenem Resonanz- und Schlagfell einen sehr tiefen und vollen Sound ab, der satt im Bass ist und im Sustain durchaus kompakt sein kann. Den Klangcharakter des Attacks kann man durch die Schlägelwahl passend färben, und selbst mit einem Kunststoff- oder Holz-Schlägel wird das Ganze nicht zu aufdringlich, wenn auch der Sound durchaus markant ist. Das ist erfreulicherweise mal was anderes als einer der verschiedenen Bonhamschen Bollersounds.

Keine Angst, den kann man auch generieren, muss man aber nicht, denn diese „Silverstar“-Bassdrum legt etwas anderes eher nahe. Hier ist man tendenziell eher à la Ian Paice oder Cozy Powell unterwegs, also durchaus rockig, aber fett und kompakter. Übrigens: Mit einem Lammfell-Beater geht’s dann so richtig Vintage-mäßig sanft-bassig ab. Sicherlich ist das Spielgefühl der 26″ ×
14″ Bassdrum einfach gewöhnungsbedürftig, denn geschlossen gespielt ist der Rebound bei einer 14″ Tiefe dann doch schon sehr schnell. Sobald man das Teil im Frontfell mit einem Luftausgleichsloch ausstattet, wird es dann aber aufgrund der großen Membranfläche des Schlagfells etwas träger. Wie dem auch sei, eine 26″ Bassdrum ist schon sehr speziell zu spielen, dafür aber klanglich auch so richtig spannend.

Gerade diese doch traditionelle Dimension und dann noch der dünne Birkenkessel fördern einen sehr tief tönenden Druck zutage, der sich übrigens auch bei komplett entferntem Frontfell noch hält. Damit stehen also einige schöne Varianten dieses besonderen Klangverhaltens zur Verfügung. Nutzt man verschiedene Stimmungen, Dämpfungsmethoden und Fellkombinationen, so lässt sich mit diesem so typischen Hardrock-Set auch noch einiges mehr an Klangvarianten erzielen, alles allerdings immer mit einem Extra an Tiefenpräsenz und Wucht.

FAZIT
Fakten-Tama-Silverstar-Drumset
Die Limited Edition eines Tama Silverstar Drumkits in diesen Kessel-Dimensionen (und natürlich in genau diesem schicken bösen, seidenmatten „Fat Black“-Finish) legt natürlich sofort einen klassischen Hardrock-Sound nahe. Dabei muss es aber nicht immer nur ein „Bollersound“ sein, denn dank der guten Präsenz in den Tiefen und des etwas feineren Charakters der dünnen Birkenholzkessel geht es auch etwas eleganter. Das sehr gut verarbeitete Tama Silverstar Limited Edition Set bietet dazu die passenden Klangmöglichkeiten. Wer schon immer einmal an ein Set mit großen Trommeln und speziell an den charaktervollen Sound einer 26″ × 14″ Bassdrum gedacht hat, der sollte sich dieses preislich attraktive Angebot einmal genauer ansehen und anhören.
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