Speed und Power ohne Hexerei

Tama Speed Cobra Bassdrum-Pedale im Test

Die neuen Speed Cobra BassdrumPedale des japanischen Herstellers Tama vereinen sehr leichtes Spielgefühl mit viel Power und geben so den flinken Sport-Drummern das genau richtige Werkzeug an den Fuß.

Bassdrum-Pedale

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In Sachen High-End-Bassdrumpedale findet man bei Tama seit neuestem die Speed Cobra Single und Double Bassdrum-Pedale im Programm. Selbstverständlich haben wir uns die in kühl-mattem Aluminium-Finish gehaltenen Pedale im Test näher angeschaut und waren erstaunt ob des leichten Spielgefühls und der extremen Schnelligkeit, wobei die Power im Anschlag dennoch gegeben ist.

Specs & Praxis

Die Tama Speed Cobra Bassdrum-Pedale – selbstverständlich sind sie als Single- und Double-Bassdrum-Pedal erhältlich – präsentieren sich in einem matten Aluminium-Finish, also sehr kühl und nüchtern. Auch wenn eindeutig die „Iron Cobra“-Pedale hier Pate standen, so ist die Konstruktion der neuen Speed Cobras doch in vielen Dingen anders. Das beginnt schon mit der auffällig langen Trittplatte, so dass man auch bei Schuhgröße über 45 bedenkenlos darauf spielen mag. Auf den zweiten Blick fällt dann auf, dass die Trittplatte zurückversetzt ist und somit die Doppelkette einen Schrägzug auf das Antriebsrad ausübt.

Und dies begründet Tama mit der physikalischen Überlegung, dass die auf die Trittplatte ausgeübte Kraft kleiner sein muss, wenn der Winkel zwischen den Kraftrichtungen Trittplatte und Kettenzug größer ist. Einfach ausgedrückt: Hier macht man sich eine Kombination aus Hebelwirkung und Umlenkrolle zunutze und bekommt so tatsächlich ein leichteres Spielgefühl hin, wobei immer noch der Schlägel mit reichlich Power beschleunigt wird. Doch es spielen noch zwei weitere Faktoren eine wichtige Rolle für das leichte Spielgefühl und die große erreichbare Geschwindigkeit und Power: die Reduzierung der Reibungskräfte und die Minimierung der beweglichen Massen. Für den ersten Punkt verwendet Tama auf den Antriebsachsen die „Fast Ball Bearings“, spezielle Lager, die sich in Hochtechnologiebereichen wie der Computer- oder der Automobilindustrie finden.

In diese Lager werden äußerst passgenau gearbeitete Achsen eingesetzt, so dass die Reibungskräfte wirklich auf ein Minimum reduziert werden. Lager dieser Qualität finden sich auch in der Verbindungsachse zwischen Trittplatte und Fersenteil sowie am Anschlag für die Aufhängung der Super Spring. Für Punkt zwei – die Minimierung der beweglichen Massen – hat Tama das Gewicht des Kettenantriebsrades durch Ausfräsen um satte 40% reduziert. Die Stabilität ist dabei gleich hoch geblieben. Neu gestaltet wurde auch der Schlägelkopf, dessen Form nun einem Satteldach entspricht. So kann man die Filzspielfläche für einen kickigen Attack-Sound als recht schmale Kante nutzen oder sie für einen satten, kraftvollen Attack so drehen, dass die ca. 2,4 x 2,4 cm messende Fläche auf das Fell auftrifft.

Verschraubung

Die Sound-Unterschiede sind drastisch, und es macht wirklich Spaß, damit rumzuspielen, zumal die unterschiedliche Sound-Wirkung schnell und vor allem ohne irgendeine Veränderung des Spielgefühls hergestellt werden kann. Die Einstellmöglichkeiten kennt man von den bekannten Pedalen der „Iron Cobra“-Serie, auch bei den Speed Cobras ist die unabhängige Verstellung von Schlägel zu Trittplattenwinkel mit dem beiliegenden Kombischlüssel möglich. Ebenso wurde der Anschlagsmechanismus für den Bassdrum-Spannreifen übernommen, der sich durch die flexible Klemmspitze auch an schräggestellte Bassdrums gut anpassen lässt und dessen Weite sich mittels Rändelschraube leicht auf die verschieden starken Spannreifenmodell anderer Hersteller einstellen lässt.

Die Corba Coil wurde ebenfalls für die Speed Cobras übernommen, und so findet sich unter allen Pedaltrittplatten die frei verschiebbare, ca. 4,2 cm lange, recht weiche und mit Filz gedämpfte Feder, die auf der Boden platte sitzt und ausschließlich von unten auf die Trittplatte wirkt. Zur Geräuschdämpfung im Spielbetrieb ist unter der Trittplatte in dem Bereich, in dem die Cobra Coil anliegen kann, ein zusätzlicher Filzstreifen aufgeklebt. Die Wirkung kann von soft auf hard eingestellt werden, indem man die Feder entweder zum Rahmen oder zum Fersenteil hin verschiebt. Auch bei maximal nach hinten verschobener Feder berührt diese die Trittplatte noch nicht. Erst nach etwa einem Drittel des Schlägelweges setzt hier die Wirkung der Feder an. Je weiter man die Feder nach vorne schiebt, desto später setzt die Wirkung ein.

Schlägelkopf - Position 1
Schlägelkopf - Position 2

Schiebt man bei dieser Grundeinstellung des Pedals die Cobra Coil ganz nach vorne, so setzt die Wirkung erst nach etwa zwei Dritteln des Schlägelweges ein. Die „Speed Cobra“-Pedale werden durch eine solide Bodenplatte stabilisiert, an den Unterseiten sind unter dem Rahmen und dem Fersenteil Gummi – polster angebracht. Beim Doppel-Bassdrum-Pedal ist die Slave-Maschine für erhöhte Rutschsicherheit mit einem im vorderen Rahmenbereich angeschraubten Metallwinkel bestückt. Dort finden sich zwei herausschraubbare Stahldorne. Dadurch bewegt sich auch bei kräftiger Spielweise rein gar nix. Main- und Slave-Pedal werden über eine sehr leichtgewichtige Achse aus hochwertigem Aluminium miteinander verbunden. Dabei kann eine Spannweite von maximal ca. 52 cm und minimal ca. 35 cm hergestellt werden.

Überzeugend sind die Passgenauigkeit der Achse sowie deren Kreuzgelenke, die man nur als „absolut spielfrei“ bezeichnen kann. Merkwürdig empfinde ich nur die Gummisicherungen, die über die beiden Anschlagsschrauben gesteckt werden, da diese schon beim Anziehen der Schrauben abrutschen. Aber darauf kann man auch einfach ganz verzichten. Das Doppel-Bassdrum-Pedal lässt sich theoretisch auch auf zwei Einzelmaschinen umbauen, doch hierfür benötigt man dann zusätzliche Teile, wie z. B. den Anschlag für den Bassdrum-Spannreifen für das Slave-Pedal und Ähnliches mehr.

Fazit

Die neuen Speed Cobra Bassdrum-Pedale von Tama verdienen ihren Namen zu Recht, sie reagieren und laufen wirklich extrem schnell und können dabei doch sehr kraftvoll im Anschlag sein. Wer über einen längeren Zeitraum sehr flotte DoubleBassdrum-Figuren spielt, ist wirklich gut beraten, diese Pedale einmal anzutesten, zumal man mit den gegebenen Einstellmöglichkeiten auch ein stärkeres oder weniger starkes Excenter-Spielgefühl hinbekommt. Wer lieber das lineare Spielgefühl bevorzugt, kann ja weiterhin auf die Iron Cobra Rolling Glide-Pedale von Tama zurückgreifen.

Natürlich muss man nicht immer schnell wie der Blitz auf den Speed Cobras unterwegs sein, auch wer einfach nur kraftvoll und entspannt spielen will, wird hier seine helle Freude haben können, zumal die Super Spring in hoch gespannter Einstellung einen sehr deutlichen Druckpunkt anbieten kann. Bei jeweils passender Einstellung der Cobra Coil „klebt“ die Trittplatte dann geradezu am Fuß, und man hat ein sehr exaktes Gefühl über den gesamten Schlägelweg. Diese neuen High-End-Bass Drum-Pedale sollte man unbedingt mal persönlich antesten.

 

 

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