Coole Sounds zum fairen Preis

Test: Allround Cymbal-Set von Masterwork

Was braucht der Drummer an Cymbals auf jeden Fall? Richtig, eine Hi-Hat, ein Crash- und ein Ride-Cymbal. Und die bitte allesamt mit hochwertigen sowie variabel einsetzbaren Sounds. In seiner „Custom Series“ bietet der türkische Hersteller Masterwork genau solch ein Cymbal-Set an. Und ein Cymbal-Bag gehört auch noch dazu.

Cymbal-Set Masterwork
FOTO: Dieter Stork

Die Cymbal-Schmiede Masterwork wurde 2002 in Istanbul gegründet. Die Cymbals der „Custom Serie“ (siehe auch Test in STICKS 01:2003!) mit ihrem seidig glänzenden „Regular“-Finish waren schon immer in der klanglichen Oberliga angesiedelt und überzeugten mit sehr dynamischen Sounds und schneller Ansprache. Feine Obertöne für eine gute Artikulation und ein warmer, lebendiger Klangcharakter sowie eine gute Dynamikbandbreite erlauben den vielfältigen Einsatz von Jazz über Pop bis hin zu Rock.

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Technisches

Gefertigt werden Masterwork Cymbals in der eigenen Factory in der Türkei und natürlich mittels traditioneller Handarbeit. Ausgangsmaterial ist die klassische B20-Cymbal-Bronze, aus der in traditioneller Fertigungstechnik auch die Cymbals der „Custom Series“ entstehen. Die Verarbeitung ist hochwertig, das Finish schimmert gleichmäßig und die Hämmerung und das Abdrehmuster zeigen die ausgezeichnet ausgeführten individuellen Bearbeitungstechniken. Unsere Testkandidaten sind relativ leicht und haben flache Profile mit einem leichten Bogen. Schon ein sanfter Anschlag führt zu einer sehr gleichmäßigen Schwingung. Auch die Balance stimmt bei allen drei Modellen. Die Kuppenlöcher und Ränder weisen keinerlei scharfe Kanten auf, es wird insofern also auch im Detail auf hohe Fertigungsqualität geachtet. Die Spiel- und Rückseiten sind von den Rändern bis über die Kuppe mit einem feinen Abdrehmuster versehen. Die Tonal Grooves variieren dabei etwas in der Breite, doch extreme Abweichungen kommen hier nicht vor. Zudem sind sie auch nicht sehr tief abgedreht.

Cymbal Masterwork Hämmerungsmuster
FOTO: Dieter Stork
Das Hämmerungsmuster ist dezent und individuell gestaltet.

Die Hämmerung der Profile ist dezent, aber flächendeckend mit verschieden großen Einschlägen ausgeführt. In Kombination mit den leichten Bögen der Profile bedeutet das also eine gute Vorspannung für die dünnen Cymbals. Das wirkt sich natürlich besonders positiv in den unteren Dynamikstufen aus: Die Ansprache ist schnell und direkt, das Sustain über eine lange Zeit klar und transparent. Die Durchmesser und Höhen der Kuppen sind bei den Hi- Hat Cymbals von durchaus üblicher Proportion, bei Crash und Ride sind sie allerdings etwas flacher als traditionell üblich gehalten.

Klangliches

Erwartungsgemäß sind diese Cymbals der „Custom Series“ auch Vertreter eines typisch, klassischen B20-Sounds. Dieser ist vom heutigen Mainstream der extrem dunklen und/oder trashigen Sounds allerdings weit entfernt. Die ausgezeichnete Be- und Verarbeitung des Materials unserer Testkandidaten führt bei den Cymbals der „Custom Series“ zu artikulierten, präsenten Sounds.

Ride Cymbal Masterwork
FOTO: Dieter Stork
Die Kuppe des Ride Cymbal ist relativ flach gehalten und mit äußerst feinem Abdrehmuster versehen.

Die 14″ Hi-Hat bietet einen crispen Attack mit feinem Obertonspektrum, gepaart mit einer hintergründigen holzigen Stick-Sound-Note. Das Ganze wirkt unaufdringlich präsent und nicht zu trocken. Zudem funktioniert das in einer weiten Dynamikbreite. Das Sustain ist kompakt und dunkel gefärbt, so dass die Hi-Hat geschlossen angespielt besonders bei Viertel- und Achtelnoten-Patterns sehr satt wirkt. Die Ansprache ist schnell und direkt, der Anschlagssound bleibt gut erhalten, auch wenn man den Druck auf die Cymbals verringert und sie mit leichter Öffnung etwas mehr rauschen lässt. Bei schnell gespielten Aufziehern sind die Hi-Hat Cymbals prima zu kontrollieren, bieten einen hellen, aber erfreulicherweise nicht scharf zischenden Klang. Bedienen kann man damit so ziemlich alle Styles von Jazz bis hin zu Pop und Rock, denn diese Hi-Hats bieten einen recht großen Dynamikumfang. Das 20″ Ride Cymbal liefert bei leichter Spielweise einen sehr feinen Ping-Sound im Attack, ebenfalls mit hellen, feinen Obertönen und eine sehr gute Transparenz im Sustain. Eine leichte Modulation sorgt für eine delikate Schwebung im Sound – da ist man schnell geneigt, gleich mal ein paar coole Swing-Patterns zu spielen. Das dynamische Verhalten ist sehr gut, und mit kräftigerem Anschlag baut sich ein gut kontrollierbares Rauschen auf. Das fällt auch nicht zu überbordend aus, so dass der Attack bis zu einer recht hohen Lautstärke noch gut zu orten ist. Das Cymbal lässt auch gut ancrashen, so dass man in einem Ride-Pattern auch noch starke Akzente setzen kann.

Cymbal Masterwork Tonal Grooves
FOTO: Dieter Stork
Die Tonal Grooves auf dem Profil variieren in ihrer Breite.

Die Kuppe wirkt mit der Stockspitze angespielt etwas dünn, liefert allerdings einen feinen Ping. Das ist für leise Situationen recht schick. Mit dem Schaft angespielt, wird es dann glockig und die Kuppe bietet eine ordentliche Projektion für alles, was tendenziell rockiger sein soll. Die Hi-Hat und das Ride-Cymbal passen somit klanglich prima zueinander. Das 16″ Crash Cymbal spricht schnell an und liefert einen crispen Attack, dem ein doch recht satt klingendes Sustain folgt; dabei ist der relativ kurze Akzent-Sound recht kräftig für ein Cymbal dieser Größe. Die Dynamikbandbreite geht durchaus in Ordnung, ist allerdings nicht ganz so groß wie bei der Hi-Hat und dem Ride-Cymbal. Für rockige Styles sollte man eigentlich eher ein 18er Crash verwenden, bis zu einer mittleren Lautstärke kann das 16er Crash allerdings seine klanglichen Qualitäten gut ausspielen. Alles in allem ist dies ein gelungener, harmonisch klingender Cymbal-Satz für den „Allround“-Einsatz.


Facts

  • Hersteller: Masterwork
  • Herkunftsland: Türkei
  • Serie: Custom Series
  • Bronze: B20
  • Vertrieb:  Sound Service
  • Internet:  sound-service.eu; masterwork.com.tr
  • Preis (UvP):  Masterwork Custom Cymbal Set (14″ Hi-Hat, 16″ Crash & 20″ Ride inkl. Bag): ca. 594,–

Fazit

Masterwork bietet mit dem Cymbal-Set der „Custom Series“ ein hochwertiges, harmonisch klingendes Cymbal- Set an, das alle professionellen Ansprüche in Live- und Studio-Situationen erfüllt. Das dynamische Klangverhalten und die musikalisch variabel einsetzbaren Klänge überzeugen vollauf. Der Klangcharakter wird von einem crispen, schimmernden Attack und einem warmen, zwar dunklen, doch transparenten Sustain geprägt. Masterwork positioniert sich mit den Cymbals der „Custom Series“ dadurch abseits der heute üblichen trockenen bis trashigen Cymbal- Sounds in einer eigenen Klangkategorie mit frischen Sounds. Die Verarbeitung der Testkandidaten ist ausgezeichnet, und man erkennt die Liebe zum Detail. Zusammen mit dem im Lieferumfang des Sets enthaltenen leichten Cymbal-Bag ist dies ein vom Preis/Leistungs-Verhältnis her sehr gutes Angebot.

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