Sound-Optionen für die Bassdrum

Test: Drei spezielle Bassdrum Beater von DW Drums

Bassdrum Beater von DW Drums(Bild: Dieter Stork)

Aus dem „Factory Accessories“-Programm von DW stellen wir euch drei spezielle Bassdrum Beater vor, die sowohl klanglich interessante Optionen sind, als auch viel für das Spielgefühl bewirken können. Der DW 101 Air Beater wirkt auf den ersten Blick unspektakulär, ist tatsächlich aber eine leichtgewichtige Version des beliebten DW Two-Way Beaters, die im Detail einiges zu bieten hat.

Der DW 104W Beater trägt den amüsanten Zusatznamen „Black Sheep“. Er ist mit einem Kopf aus Ahorn bestückt, der in schickem Schwarz lackiert ist. Zusätzlich gibt es für eine weitere Klangvariante einen optionalen Überzieher aus Wolle.

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Der DW 110XL Beater verfügt über einen extra langen Schaft, einbaubare Zusatzgewichte und zwei austauschbare Spielflächen. Damit ist er wohl das Modell mit den umfangsreichsten Tuning-Möglichkeiten – sowohl klanglich als auch in Sachen Spielgefühl.

Technisches & Praktisches

DW 101 Air Beater

Im Vergleich zum bekannten „101 Two-Way Beater“ bringt der „101 Air“ nur ca. 80 Gramm Gewicht auf die Waage, also satte 21 Gramm weniger als der „normale“ 101. Auch mit dem optionalen 15 Gramm Zusatzgewicht ausgestattet, bleibt der „Air“ noch unter dessen Gesamtgewicht. Der Schaft bleibt mit ca. 16 cm Länge und ca. 6 mm Durchmesser identisch. Auch die Position des Schaftes im Kopf ist identisch ausgeführt, so dass bei einem 1:1-Tausch erst einmal keine Nachjustierung des Pedals notwendig wird.

Dadurch kann man auch sofort das etwas andere Spielgefühl des leichteren Schlägels im Vergleich genießen. Das ist aufgrund der deutlichen Gewichtsreduktion des Kopfes natürlich viel leichter bzw. „lockerer“. Über die Stabilität muss man sich hier übrigens keine Sorgen machen, denn der Kopf ist so ausgekehlt, dass zwei Stege in horizontaler und vertikaler Ausrichtung die Spielflächen solide stabilisieren.

DW 104 Black Sheep Beater

Dieser Schlägel wurde zusammen mit Drummer Rich Richmond entwickelt, einem der meistbeschäftigten Schlagzeuger der Studioszene in Nashville. Dieser Beater besitzt einen fassförmigen Ahornkopf, in den Abmessungen ca. 49 mm ¥ 34 mm. Der Schaft mit ca. 6 mm Durchmesser hat eine Länge von ca. 17 cm bis zur Unterkante des Kopfes. Der Kopf ist darauf mit einer Hutmutter und einem Federring zur Sicherung verschraubt, eine solide Lösung. Dieser Beater besitzt das auf dem Schaft frei justierbare Zusatzgewicht von ca. 15 Gramm. Der flauschige Überzieher aus Kunstwolle wird durch einen Gummizug unter dem Schlägel fixiert und lässt sich entsprechend schnell wechseln. Dass er im Spielbetrieb vom Schlägel fällt, steht nicht zu befürchten und kam in unserem Praxistest auch nicht vor.

Dass er sich allerdings auf dem Kopf dreht und bewegt, ist bei kerniger Spielweise durchaus üblich. Aber gut, wer auf diese Klangoption setzt, der wird dann wohl kaum so extrem heavy in die Bassdrum langen.

DW 110XL Beater

Dieser Beater wurde in Zusammenarbeit mit Drummer-Legende John JR Robinson entworfen. Mr. Robinson ist bekannt für seinen Danmar Square Wood Beater und so wundert es nicht weiter, dass der DW 110XL die gleiche Größe an Auftreff-Fläche für die austauschbaren Spielflächen bietet, die ca. 47 ¥ 38 mm groß sind. Und dass man hier zwischen einer Holz- und Filzspielfläche wählen kann, führt bei Kennern auch sofort zum Danmar Square Felt Beater, den ein weiterer DW-Endorser namens Zoro gern benutzt.

Doch der DW 110XL hat noch weit mehr zu bieten. Zunächst einmal sitzt der Kopf beweglich auf dem extra langen Schaft. Die Klemmstärke lässt sich einstellen, hier sollte man die Inbusschraube aber nicht zu stramm anziehen, denn das Thema ist ja, dass sich der Kopf vollflächig an das Fell anlegt. Und zwar von dem ersten Auftreffen auf das Fell über die gesamte Strecke der Auslenkung des Fells. Da diese Strecke ja von der Dynamik des Spielers abhängt und folglich variieren kann, ist ein gewisser Bewegungsgrad des Schlägels für die Funktion wichtig. Das hat nicht nur eine klangliche Komponente, das ist auch interessant für das Spielgefühl. Man gewinnt schnell eine gewisse Sensibilität für den passenden Druckpunkt für die jeweilige Sound-Nuance, die man erzielen möchte. Das klingt jetzt ein wenig nach „Honig-Öhrchen in Action“, ist in der Tat aber ein Effekt, den man schnell zu schätzen lernt, und wenn es auch nur um den persönlichen Spielspaß geht. Wie man weiß, ist dieser dann wiederum auch für den geneigten Zuhörer spürbar.

Was das Spielgefühl massiv beeinflussen kann, sind die in den Kopf einzusetzenden 10 Gramm Zusatzgewichte. Davon lassen sich insgesamt vier einbauen. Der Einbau geht schnell vonstatten: Die Spielfläche entgegen dem Uhrzeigersinn abschrauben – dafür braucht es kein Werkzeug! – und dann kann man, wie bei einer Revolvertrommel, die Gewichte einsetzen. Dann die Spielfläche draufschrauben – fertig! Diese sichert sich übrigens selbst durch kleine Nuten an den Rückseiten der Spielflächen, in die die Nasen an der Aufnahme des Kopfes einrasten. Damit nichts klappert und als zusätzliche Selbstsicherung befindet sich am Ende des Gewindes noch ein Gummi-O-Ring. Eine verblüffend einfache und zuverlässige Lösung, die auch durch äußerst präzise Passformen und eine exakte Verarbeitung glänzt. Beide Spielflächen wiegen übrigens ca. 15 Gramm, der Schaft mit dem Kopf ca. 68 Gramm. Leer sind es also ca. 83 Gramm Gesamtgewicht zudem man in vier mal zehn Gramm-Schritten Gewicht hinzuaddieren kann. Vollbestückt ist der 110XL Beater übrigens schwerer als der Danmar Square Wood Beater und leer auch leichter als der Square Felt Beater. Und mit einer Schaftlänge von ca. 17,5 cm bis zur Kopfunterkante erreicht man also problemlos auch das Center von 26″-Bassdrums.

Klangliches

DW 101 Air Beater

Da die Auftreff-Flächen sich im Vergleich zum 101 Beater nicht geändert haben, ändert sich am grundsätzlichen Klangverhalten nicht allzu viel. Beim Impact ist dies – auch mit ganz zum Kopf hin verschobenem Zusatzgewicht – ein bisschen weniger kraftvoll.

Entwickelt wurde dieser Beater hauptsächlich für die extrem leichtlaufenden DW MDD Pedale und die PDP Concept Direct Drive Bassdrum-Pedale und da macht er für das Spielgefühl auch wirklich Sinn. Natürlich tut er das auch in jedem anderen auf leichten Lauf eingestellten Pedal und ist somit eine feine Alternative.

DW 104 Black Sheep Beater

Der Holzkopf macht natürlich einen knackig harten Impact und damit einen Sound, der eine ordentliche Projektion liefert. So soll es sein. Kaum zu glauben, aber wahr: Streift man den Überzieher drüber, wird der Grundsound weich und gedämpft. Aber man kann mit der Spielweise sehr gut dem Attack Kontur verpassen, ohne den Grundsound drastisch umzukrempeln. Kickt man die Bassdrum nur leicht an, bleibt der Sound „fluffig“, geht man etwas kräftiger zu Werke, wird der Attack prominenter, ist aber immer noch sanfter als der Sound eines Filzschlägels. Mit dem 104 Black Sheep Beater hat man also zwei sehr deutlich unterschiedliche Klangvarianten zur Verfügung, und dabei erlaubt der Fellüberzieher in Abhängigkeit zur Dynamik noch weitere schicke Klangnuancen.

DW110XL Beater

Durch den selbstanlegenden Beater und das damit verbundene vollflächige Auftreffen der großen Spielfläche hat man immer einen sehr satten, markanten Attack zur Verfügung. Auch bei sehr leisem Spiel hat der Attack eine gute Präsenz. Langt man ordentlich hin, erzielt man mächtig Druck. Gerade bei größeren Bassdrums macht das dynamische Spiel viel Spaß, da das Fell immer ordentlich in Bewegung versetzt wird. Den Attack kann man mit den Spielflächen natürlich von knackigbrachial bis zu sanftem Schub färben, je nachdem welche Spielfläche man verwendet und wieviel Gewicht man einsetzt.

Fazit

DW stellt mit den Bassdrum-Schlägeln 101 Air, 104W Black Sheep und 110XL drei sehr spezielle Tuning-Optionen für Bassdrum- Pedale zur Verfügung. Diese halten nicht nur bestimmte Klangoptionen bereit, sie bieten auch tolle Möglichkeiten, das individuelle Spielgefühl fein abzustimmen. Das lässt sich natürlich nicht nur für High-Tech Bassdrum-Pedale nutzen. Auch ein eher schlicht gestaltetes Bassdrum-Pedal mit Basis-Einstellmöglichkeiten lässt sich mit diesen DW-Schlägeln noch in Sachen Spielgefühl und zu erzielenden Klangnuancen optimieren. Und auch nach einem Austausch oder Wechsel eines Bassdrum-Pedals ist ein solcher Schlägel ja keine verschenkte Investition.

Facts

Hersteller

DW

Herkunftsland

China

Vertrieb

Gewa

Internet

dwdrums.com, gewamusic.com

Preise (UvP)

  • DW 101 Air Beater: ca. € 37,–
  • DW 104W Black Sheep Beater: ca. € 54,60
  • DW 110XL Control Beater: ca. € 54,60

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(aus STICKS 01/02:2019)

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