Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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Wuchtiges Kraftpaket aus Andalusien

Test: J.Leiva Omeya Master Birch Cajon

j.leiva omeya master birch cajon(Bild: Tom Schäfer)

Es gibt viele Wege, die „Groove-Kiste“ als konstruktives Konzept umzusetzen. So hat der spanische Hersteller J.Leiva Percussion in der Topklasse der „Omeya“-Baureihe das volle Programm an Materialqualität, smarter Technik und klangphysikalischen Raffinessen walten lassen.

Neben den Modellen Zeta, Evo, Master, Bass-Studio und Crystal komplettiert die Omeya Master Birch Cajon die High-End-Riege der in Cordoba handgefertigten Flamenco-Cajons.

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Master Birch Body – aus Eiche?

Die Bezeichnung „Birch“ führt vielleicht ein wenig aufs Glatteis. Denn Birke bezieht sich auf die Schlagfläche, die hier aus russischer Ernte in schlanker 3ply-Ausführung eingesetzt ist. Der tatsächliche Body hingegen besteht aus amerikanischer Eiche. Und die hat es wirklich in sich – nicht nur optisch, sondern auch in konstruktiver Maßnahme. Massivholz-Dauben sind zu einem „panzermäßigen“ Wood-Body verleimt, der sich in der Formgebung leicht konisch nach hinten verjüngt. Zudem sind die Leisten durch sogenannte „Finger-Joints“ zusammengefügt (Nut- und Feder-Prinzip).

j.leiva omeya master birch cajon
Ein Novum in der Cajon-Fertigung ist die eingelassene Spielfläche. Die 3,5 mm starke Birkenholzplatte sitzt passgenau im Eichenholzrahmen. (Bild: Tom Schäfer)

Die ausgeprägte Zeichnung der Eiche mit strukturstarker Maserung sorgt dabei für eine elegante Holz-Pur-Optik. Im Innenraum zeigt das Chassis ausgefräste Zonen der Seitenwände. Mit dieser Maßnahme wird die glatte Oberflächenstruktur gebrochen, um dadurch bestimmte (ungewollte) Obertonfrequenzen auszuschalten. Weiterhin verfügt der Body über einen Bassport, der in Form eines Eichenholzprofils die Resonanzöffnung verstärkt. Dies bewirkt eine leichte Anhebung des tiefen Frequenzbereichs. Der ohnehin satte und 7,6 kg wiegende Oak-Body ist zumindest konstruktiv ein Kandidat, der auf druckvolle Sounds mit punchy Bass-Beats ausgelegt ist.

Ebenso bietet der Korpus stark geschliffene Flanken, die sich den eleganten Rundungen der Eckbereiche harmonisch fügen. Besonders die Spielerhand wird Gefallen daran finden. Die Gestaltung des Bodys ist handwerklich perfekt gemacht und bietet dem Gesamtbild eine wertige Note, die sich sowohl in der Eleganz einer seidenmatten Oberfläche wiederfindet, als auch in der ledernen Komfort-Sitzfläche.

Eingelassene Birch-Schlagfläche

J.Leiva Percussion wird zukünftig bei allen Modellreihen die serienmäßig integrierte Schlagfläche anbieten. Die Umrüstung auf dieses von Pepe Leiva erfundene Feature wird zum Jahreswechsel abgeschlossen sein. Dementsprechend ist bei der „Omeya Master Birch“ die Birken-Frontplatte bereits eingelassen und findet ihren vollverschraubten Sitz im passgenauen Rahmen des Eichen-Bodys. Die Umsetzung zeigt Perfektion im Detail, wobei der Vorteil einer integrierten Fläche auch daran zu messen ist, dass bei einem (möglichen) Austausch eine passgenaue Ersatzspielfläche gewährleistet werden kann. Bei klassisch frontal aufgesetzten Frontplatten ist dies aufgrund des individuellen Kantenschliffs nicht möglich.

Ein weiteres technisches Feature ist von außen nicht zu erkennen. Dies betrifft die Art der Schlagflächenbefestigung und die damit verbundene Anbringung der Gitarrensaiten. So sind zwischen Saitenaufhängung und Frontplatte schmale Kautschuk-Pads unterlegt, um den neuralgischen Punkt der Saitenbefestigung zu entstressen. Gleichzeitig werden die Saiten im Fixierbereich durch kleine Fräsrillen geführt.

Zudem ist die Frontplatte nicht spack im Rahmen „verbolzt“, sondern „schwebend“ verschraubt. Mit diesem Kniff kann die Spielfläche dezent auf Spannung gehalten werden, was die Ansprache verbessert. Das alles ist mit Know-how durchdacht und handwerklich sauber umgesetzt.

Die Saiten & das D.T.S.

In Spanien hergestellte Custom-Made-Strings mit rostfreiem Stahlkern und B20-Glockenbronze-Umwicklung sind Bestandteile aller Modelle der gehobenen „Omeya“-Klasse. So bietet die „Master Birch“-Cajon acht dieser Saiten, die zu zwei Vierergruppen rechts und links formiert sind.

j.leiva omeya master birch cajon
Massivholzdauben aus amerikanischer Eiche formen das Master-Kraftpaket. Die Ledersitzfläche und gerundete Kanten sorgen für Spielkomfort. (Bild: Tom Schäfer)

Ein Leiva-Klassiker ist zudem das D.T.S. – Direct Tune System – das hier in der Vierer-Ausführung zum Einsatz kommt. Über vier Stellschrauben lassen sich die acht Saiten (pärchenweise) individuell tunen. So kann die Ansprache des Effekts sehr genau und zudem in Sekundenschnelle eingestellt werden. Äußerst praktisch!

Der Master Birch Sound

Ein druckvoller und wuchtig satter Bass prägt die Macht dieser Cajon, die in ihrem gesamten Habitus wie ein Fels in der Brandung wirkt. Kontraststärke liefert die extrem sensible Ansprache der Spielfläche. Feine Tips, Beats und Slaps werden mit großer Dynamik in Sound übersetzt. Die B20-Saiten rauschen mild und verhalten sich kontrolliert, so dass einzelne Schläge und genauso schnelle Figuren eine stets klare Darstellung finden. Auch die deutliche Trennung zwischen trockenem Bass und Saiten-Effekt ist ein Merkmal dieser sauber klingenden Groove-Box, deren weites Spektrum zwischen seidigcrisper Präsenz und wuchtigem Bass-Beat den Spielspaß mit Volldampf versorgt. Firmenchef Jose Leiva übernimmt persönlich bei jeder Cajon das Fein-Tuning der Schlagfläche. So erfahren alle Modelle eine besondere Art der Klangoptimierung.

j.leiva omeya master birch cajon
Für das Tuning des Saiten-Effekts der acht integrierten Custom Made Strings mit B20-Bronze-Wicklung sorgt das praktische D.T.S. Tuning System. (Bild: Tom Schäfer)

Fazit

Als wuchtiges Kraftpaket vertritt die „Master Birch“-Cajon die Oberliga der „Omeya“-Baureihe von J.Leiva Percussion. Während der Cajon-Body aus massiven Eichenholzdauben gefertigt ist, bezieht sich „Birch“ auf die Birkenholzschlagfläche, die in den Korpus eingelassen ist und das neue Leiva-Baukonzept der integrierten Frontplatte in den Fokus rückt. Weitere ideenreiche Cajon-Fertigungstechnik findet sich im D.T.S. Direct Tune System der Saiten. Letztere kommen in Custom-Made-B20-Bronzewicklung zum Einsatz. Zudem sorgen gefräste Profilzonen im Inneren des Bodys für das Ausschalten ungewollter Obertonfrequenzen.

Das Klangpotenzial der „Omeya Master Birch“-Cajon äußert sich in kräftig-trockenen Bass-Beats, gepaart mit der feindynamischen Ansprache der Spielfläche. Seidig-milde String-Effects sorgen für Klangfrische und schenken der Cajon Homogenität in weiter Soundrange zwischen soften Tip-Beats und attack-starkem Biss. Vom konstruktiven Know-how und klanglich verkörpert diese Cajon „High End“, was sicherlich auch den Kundenkreis definiert. Bei allem sei auch gesagt, dass sich die Master Birch fast wie von alleine spielt und den Groove-Spaß enorm vorantreibt.

Facts

Hersteller

J.Leiva Percussion

Herkunftsland

Spanien/Andalusien

Baureihe/Modell

Omeya/Master Birch

Maße

49 x 32 (vorne) x 27,5 (hinten) x 35 (H x B x T)

Body

Amerikanische Eiche (Dauben, 16 mm)

Spielfläche

Russische Birke 3,5 mm

Saiten

8 Saiten mit rostfreiem Stahlkern und B20 Glockenbronze-Wicklung

Features

Korpus aus massiven Eichenholzdauben gefertigt (Finger- Joint System), Frequenzbrechung durch ausgefräste Zonen der Innenwände, gelagerte Befestigung der Custom Made Saiten, vierfaches D.T.S. Tuning System, Ledersitz, Ledersitz

Internet

sonicpercussion.eu

Preis (UVP)

€ 796,–


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Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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