Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
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Masterpiece aus Andalusien

Test: J.Leiva Omeya Zeta Cajon

j.leiva omeya zeta cajon
Massivholzdauben aus Koto und Sapele sorgen für ein exklusives Design. Die Omeya Zeta vertritt die Highend-Baureihe der spanischen Cajon- Manufaktur J.Leiva Percussion. (Bild: Dieter Stork)

Die Omeya-Baureihe definiert die Highend-Linie der andalusischen Cajon-Manufaktur J.Leiva Percussion. Neben Einsteiger- und Mittelklassemodellen setzt die Topklasse insbesondere Akzente auf technischen Komfort, Sound-Optimierung und exklusives Design.

So geht mit der neuen Omeya Zeta Cajon ein weiteres wertiges Modell an den Start, das nicht nur Highend fürs Auge ist, sondern auch mit konzeptionellem Know-how Maßstäbe setzt.

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Zeta Body

Die Zusammensetzung aus verschiedenen Hölzern kennzeichnet den technischen Kern des Chassis. Keine „Plattenbauweise“, sondern Dauben aus dem dunkelschattierten Sapele und dem honigfarbenem Koto sind hier zu einen überaus soliden Wood-Body verleimt. Die alternierende Anordnung der verschiedenfarbenen Hölzer sorgt für optische Gestaltungsformen, die im Design der Frontplatte aufgenommen und auf der Rückseite des Bodys fortgesetzt werden. Darüber hinaus bietet das Cajon-Chassis ausgeprägt stark geschliffene Flanken, die sich den eleganten Rundungen der Eckbereiche harmonisch fügen.

Besonders die Spielerhand wird Gefallen daran finden. Die Gestaltung des Bodys ist handwerklich perfekt gemacht und bietet dem Gesamtbild eine wertige Note, die sich ebenso in der Eleganz einer seidenmatten Oberfläche wiederfindet.

Zeta-Schlagfläche

Ein technisches Merkmal und Novum im Cajon-Bau ist die eingelassene Schlagfläche. Mit ihrem wellenförmig geschwungenen Profil ist die Birkenholzplatte passgenau in einen CNC-gefrästen Nussbaum-Rahmen eingefasst. Letzterer dient als fester Bestandteil des Bodys. Die technisch aufwändige Umsetzung zeigt Perfektion im Detail. Zudem erhält die Zeta Cajon mit dem auffälligen Schlagflächen-Design ein eigenes Gesicht. Unterstützt wird die markante Optik von aufgerauten Spielzonen-Segmenten.

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Mit dem dreifachen D.T.S. Tuning System kann die Ansprache des String-Effekts präzise justiert werden. (Bild: Dieter Stork)

Dunklere Flächen mit rauem Lackauftrag stehen im kontrastreichen Wechsel zu hellen und glatten Bereichen. Dieses Feature bietet dem Handspiel einen guten Grip. Doch besonders Brush-Spielweisen profitieren von der coated Oberfläche, um Wischeffekte präsenter zu machen.

Ein weiteres technisches Feature ist von außen und mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Dies betrifft die Art der Schlagflächenbefestigung und die damit verbundene Anbringung der Gitarrensaiten. So sind zwischen Saitenaufhängung und Frontplatte schmale Kautschuk-Pads unterlegt, um den neuralgischen Punkt der Saitenbefestigung zu entstressen. Gleichzeitig werden die Saiten im Fixierbereich durch kleine Fräsrillen geführt. Zudem ist die Frontplatte nicht spack im Rahmen „verbolzt“, sondern „schwebend“ verschraubt. Mit diesem Kniff kann die Spielfläche dezent auf Spannung gehalten werden, was die Ansprache verbessert. Das alles ist mit Know-how erdacht und handwerklich sauber umgesetzt.

Bassmodulation, D.T.S. & Strings

Die Rückseite der Cajon gibt den Blick frei auf weitere Bestandteile der Zeta-Technik. So gibt es zwei Resonanzöffnungen, die wahlweise mit einem Holzdeckel verschlossen werden können. Mit dieser Idee ist es möglich, die Farbe der Klangprojektion zu modulieren. Schließt man das obere Resonanzloch, so entwickelt der Body den klassischen, warmen und holzigen Bass-Sound, der nach unten hin ins Freie strömt. Öffnet man das obere Resonanzloch und schraubt den Deckel unten an, so setzt die Klangprojektion ihren Akzent mehr in Richtung „Snare-Präsenz“. Zwar ist der Unterschied aus der Spielposition kaum auszumachen, jedoch dürfte bei einer Mikrofonierung die Klangausrichtung hinsichtlich Saitenoder Bass-Schwerpunkt von effektivem Nutzen sein. Lässt man beide Resonanzlöcher geöffnet, so verlagert sich der Grundton der Cajon deutlich nach oben bei gleichzeitigem Bass-Cut.

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Ein Novum der Cajon-Fertigung ist die eingelassene Spielfläche. Das geschwungene Profil der Birkenholzplatte fügt sich passgenau in den Nussbaumrahmen. (Bild: Dieter Stork)

Weiterhin befinden sich rückseitig drei Stellschrauben des von Leiva entwickelten D.T.S. „Direct Tuning/Tension Systems“. Über Mechaniken lässt sich die Saitenspannung und die damit verbundene Ansprache des Snare-Effekts sekundenschnell justieren. Eingebaut sind sechs Gitarrensaiten, die zu zwei V-förmig gespannten Dreiergruppen formiert sind. Diese in Spanien hergestellten custom made Strings verfügen laut Hersteller über einen rostfreien Stahlkern mit B20 Glockenbronze-Umwickelung.

Zeta Sound

Der Cajon-Sound ist werkseitig justiert und von Firmenchef José Leiva persönlich auf jedes einzelne Modell optimiert. Durchweg liefert die Zeta-Cajon ein sauberes Klangbild mit ausgesprochen sensibler Ansprache, die selbst auf leise Fingertips reagiert. Feste Schläge werden mit starken Akzenten projiziert und sorgen für kräftiges Sound-Potenzial, das auch hinsichtlich der Saitenaktivität nicht zur Übersteuerung neigt. Bassschläge sind von Wärme gefüllt und dabei trocken genug, um Bassdrum-artigen Beats den nötigen Kick zu verleihen. Was auffällt ist eine extrem gute Trennung zwischen trockenem Bass und crispem String-Sound. Dank der aufgerauten Zonen erhält das Besenspiel deutliche Wischer und schenkt der Cajon hiermit ein weiteres Talent.

Insgesamt verkörpert die Zeta-Cajon in verschiedenen Lautstärkebereichen und Spielarten ein homogenes Klangspektrum zwischen präsent-mildem Snare-Sound und trockenem Bass-Beat. Auch fördert sie das dynamische Spiel, denn sie kann sehr dezent sein und ebenso ihre Macht ausspielen.

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Durch die Veränderung der Resonanzloch-Position kann der Klangfokus auf Bass-Gehalt oder String-Anteil gerichtet werden. (Bild: Dieter Stork)

Fazit

Die J.Leiva Omeya Zeta verbindet ideenreiche Cajon-Fertigungstechnik mit extravagantem Design. Features wie die partiell aufgeraute Spielfläche, das D.T.S.-System, der Kantenrundschliff des Bodys und auch variierbare Resonanzöffnungen setzen auf Spielkomfort. Hinzu kommt ein Massivholzkorpus mit verleimten Daubensegmenten aus Sapele und Koto. Optisch und vom konstruktiven Know-how beweist das Modell die Eigenständigkeit einer Highend-Klasse. Und in ihrer klanglichen Darstellung zeigt sie sich als Kraftpaket, das den Cajon-Virtuoso ebenso meistert wie verspielten Flamenco oder beatbetontes Schlagzeug. Ein Highend-Modell der Luxusklasse!

Facts

Hersteller

J.Leiva Percussion

Herkunftsland

Spanien/Andalusien

Serie/Modell

Omeya Zeta

Body

Koto & Sapele (Dauben, 16 mm)

Maße

48,5 x 29,5 x 31 cm

Spielfläche

russische Birke, 3,6 mm

Features

Frontplatte mit aufgerauten Spielzonen, Korpus aus Holzdauben gefertigt, Walnuss-Rahmen mit eingelassener Spielfläche, gelagerte Saitenanbringung, sechs Saiten mit rostfreiem Stahlkern und B20 Glockenbronze-Wicklung, Triple D.T.S. Tuning System, Klangmodulation durch Resonanzloch-Deckel

Preis (UvP)

€ 664,–


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Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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