Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums
More Cowbell please!

Test LP Cowbells: Li’l Ridger Rider, Skinny Mambo und Tri Bell

(Bild: Dieter Stork)

Schon immer beanspruchten LP Cowbells ein eigenes Standing in der Percussion-Welt. LP-Gründer Martin Cohen war es, der dem Namen Latin Percussion zu Weltruhm verhalf und bahnbrechende Entwicklungen von Instrumenten vorantrieb, die auch 50 Jahre später noch das Klangbild der Percussion-Szene prägen. Man denke nur an die berühmte Black Beauty Cowbell, die in der Geschichte der Rock-, Pop- und Latin-Musik als most recorded Cowbell gilt. LP hat in all den Jahren so viele Cowbells entwickelt, dass ein eigener Cowbell-Katalog her musste, um die gesamte Linie gebührend darzustellen.

Im Fundus dieses Katalogs werden drei Cowbells herausgestellt, die seit ihrer Entstehung so manche Schritte der Weiterentwicklung hinter sich gebracht haben. Insofern handelt es sich um Updates expliziter Cowbell-Klassiker, die auf den aktuellen technischen Stand gehoben wurden und mit kraftvollem Elan ins neue Jahrzehnt blicken.

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Test: Tom Schäfer
Fotos: Dieter Stork

LI´L RIDGE RIDER

Die berühmte LP Ridge Rider gilt als Rock-Klassiker unter den Cowbells. Den beiden Modellen „Classic Rock“ und der ursprünglichen „Ridge Rider“ (mit roter Kantenlippe) steht ein Junior-Partner namens „LI´L“ zur Seite. Diese etwas kleinere „Ridge Rider“-Variante (14 cm Länge, 11 cm Breite) bietet alle Features der größeren „Rock-Brüder“.

Das typische Kantenprofil der Ridge Rider Cowbells. (Bild: Dieter Stork)

 

So gibt es die an der Cowbell-Öffnung fett vernietete Jenigor-Lippe (hier in grau), die den Anspielbereich definiert. Dieses Kunststoffprofil effektiert einen trockenen Sound und die abgerundete Kante sorgt für den längeren Erhalt der Drumsticks. Die markante Jenigor-Lippe (ja nach Glockentyp rot, schwarz oder grau) ist das Markenzeichen der „Ridge Rider“-Modelle, die – allesamt mit starkem Body ausgerüstet –, wirklich hart im nehmen sind.
Interessant ist die Herstellungsart des Cowbell-Bodys der „LI´L Ridge Rider“. Dieser wird nicht an beiden Cowbell-Flanken verschweißt, sondern ausschließlich mittig auf seiner Unterseite. Hier ist die feine „Narbe“ erkennbar, die den regelrecht gefalteten Cowbell-Mantel verbindet. Man verspricht sich von dieser Bauart eine bessere Projektion der Stockaufschläge mit unmittelbarer Klangentfaltung.

Komfortabel in der Bedienung: Die patentierte „Eye-Bolt Self-Aligning“-Klemme der LI´L Ridge Rider Cowbell (Bild: Dieter Stork)

Als modernes Bauteil kommt bei dieser Cowbell die patentierte „Self-Aligning Eye Bolt“-Halterung zum Einsatz. Der seitlich geführte Stift verhindert ein Verdrehen und Verkanten der Ösenklemme. Klasse gemacht!

Die LP „LI`L Ridge Rider“-Cowbell bietet bei sehr trockenem Charakter einen crispen High-Pitched-Sound mit durchdringender Kraft. Dieses „Ridge Rider“-Modell ist entsprechend des kleineren Formats im Ton natürlich höher orientiert als größere Bells, somit wird hier also eine deutliche klangliche Alternative geboten, die übrigens im Zusammenspiel mit den beiden größeren „Ridge Rider“-Modellen jeweils sehr gut harmoniert.

8″ SKINNY MAMBO BELL

In  der Salsa-Musik nimmt die Mambo Bell eine wichtige Rolle ein. Sie ist das traditionelle Groove-Werkzeug des Timbales-Spielers, der mit treibenden Montuno-Beats die Band anfeuert. Dazu braucht es einen packend-akzentuierten und durchsetzungsstarken Glocken-Sound. Mit der LP „Skinny Mambo Bell“ trifft man auf eine solche Kandidatin.

Extrem flacher Body der 8″ Skinny Mambo Bell (Bild: Dieter Stork)

Langgestreckt, aber sehr flach und breit, zeigt sich hier ein Glockenprofil mit matt stählerner Haut einer gebürsteten Oberfläche, die den Stahlaspekt betont. „Skinny“ nennt LP diese Ausführung und bezieht sich damit auf das sehr flache Profil des Bodys, das eben eher dem Style der Hosenbeinöffnung einer Skinny- denn einer Straight-Jeans im Vergleich zu konventionellen Cowbell-Modellen kommt. Die Glocke besitzt mit 3 cm Höhe ein wirklich extrem flaches Gehäuse bei dem die „Maulweite“ auf gut 16 cm kommt. Die Flanken sind durchgehend verschweißt und sorgen für einen solide gemachten Body. Innen drin sind vier kleine Dämpfungspads aufgeklebt, um dem stählernen Drucksound ungewollte Obertonspitzen zu nehmen. Ein kleiner Trick mit effektiver Wirkung! Solide gemacht ist auch die Halterung mit „Eye-Bolt“-Klemme, die sich Dank der packenden Flügelschraube an üblichen 3/8″ (10 mm) Haltestangen festbeißt.

Vom Sound her steht die Mambo Bell wie ein Fels in der Brandung. Ihr kraftvolles Potenzial kann so gut wie nichts erschüttern. Vom Ton her rangiert sie im Medium Pitch Bereich. Der Sound ist also ein wenig dunkel, dabei trocken und verfügt über eiserne Prägnanz, die der Bell eine satte Durchsetzungskraft mit voller Klangprojektion schenkt.

TRI-BELL SET

Die LP Tri-Bells zählen aufgrund der klangvollen Set-Anordnung zu den beliebtesten Glocken ihrer Art. Nicht nur die harmonisch aufeinander abgestimmten Tonhöhen des „Tri Bell Set“ erlauben quicklebendige, melodische Cowbell-Grooves, auch die kompakte Anordnung als Glocken-Triumvirat verlockt zu spielerischen Möglichkeiten in Sachen Sounds und Grooves, von denen Single Bells meilenweit entfernt liegen.

Äußerst praktisch ist die T-Halterung, die das Glocken-Trio fest im Griff hält und gleichzeitig ein platzsparendes Arrangement liefert. Dies liegt an der zwei-etagigen Aufteilung, mit der die Bells leicht versetzt übereinander in Position gebracht sind.

(Bild: Dieter Stork)
Neu bei den Tri-Bells ist das technische Update des gesamten Halterungsprinzips. Hier hat man einige clevere Optionen integriert. Die Bells nämlich können einzeln abgeschraubt und je nach Setup-Situation auch an externen 3/8″ bis 1/2″ Halterungen (10 mm bis 12 mm Rods) befestigt werden. Zu diesem Zweck liegen dem Tri-Bell Set die Vise-Clamp Mounts bei. Es handelt sich um einen Satz Backenklauen, die eine packende Verankerungen versprechen. Hinzu kommen Memory Locks (Sicherungsklauen), um die Fixierung der Bells zu untermauern und damit ein Verrutschen nahezu auszuschalten. Das Befestigungs-Set enthält drei Flügelschrauben, drei Backenklauen, vier Memory Locks und einen Schlüssel. Ob die technische Zugabe der individuellen Einzel-Glocken-Befestigung von Percussionisten genutzt wird, sei angesichts des praktischen Dreierset-Glocken-Arrangements mal dahingestellt. Aber die Idee ist gut, technisch prima umgesetzt und hält zumindest die Option offen. Lobenswerterweise hat man auch an Gummiring-Isolatoren zwischen Glocke und T-Halter gedacht, um den Bells die Möglichkeit der ungebremsten Klangentfaltung zu schenken. Die Sounds der drei pechschwarzen 3″, 4″ und 5,5″ Bells sind obertonstark, hell und klar. Dabei steht ihnen die Lebendigkeit auf den Leib geschrieben.

Fazit

Mit Neuerungen in den technischen Details hat LP die Cowbell-Modelle „LI`L Ridge Rider“ und „Skinny Mambo Bell“ sowie das „Tri Bell Set“ auf den neuesten Stand gebracht und damit drei Klassiker in den Fokus gerückt. Die „LI`L Ridge Rider“-Cowbell macht sich gut als klangliche Alternative wie auch im Zusammenspiel zu den größeren Modellen der Reihe. Die „Skinny Mambo Bell“ dürfte im besonderen (doch nicht nur!) die Timbales-Spieler als klanglich interessante Ergänzung ihres Setups ansprechen. Und das „Tri Bell Set“ bietet nunmehr auch die Möglichkeit, die drei Bells separat in ein Percussion-Set zu integrieren, um seine ausdrucksstarken, melodischen Sound- und Groove-Möglichkeiten auszuschöpfen.

Preise (UvP)

LI´L Ridge Rider ca. € 57,40
8″ Skinny Mambo Bell ca. € 58,30
Tri-Bell Set ca. € 154,–

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Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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