Legendary Paiste Sounds

Test: Paiste Formula 602 Cymbals (Update)

(Bild: Dieter Stork)

2011 hatte Paiste aufgrund zahlreicher Anfragen von Fans der speziellen Sounds der legendären Formula 602 Cymbals die Anfang der 90er-Jahre eingestellte Cymbal-Serie mit einigen der beleibtesten klassischen Modelle wieder in das Programm aufgenommen.

2012 wurde das Programm der Formula 602 Classic Cymbals um weitere Modelle ergänzt, und nachdem sich die Anfragen nach weiteren Cymbal-Typen der F602-Linie in der letzten Zeit häuften, wurde 2020 die legendäre Serie mit 14 weiteren Cymbals ergänzt.

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Auf der Basis unseres Testberichts von Dezember 2020 haben wir dieses Update um einige Infos aus den Testberichten von 2011 und 2012 zu den zu dieser Zeit neu aufgelegten Cymbals der Formula 602 Classic Cymbal-Linie ergänzt.

Vorrangig handelt es bei den neuen Modellen 2020 mit 16″, 17″, 18″, 19″ und 20″ Medium um mittelschwere bis schwere Cymbal-Typen (13″ Heavy Bell, 14″ und 15″ Heavy Hi-Hat, 16″, 18″ und 20″ Heavy), was der Nachfrage besonders in den USA geschuldet sein dürfte, doch mit einem 20″ Paperthin-Cymbal, zwei Thin Crashes (17″ und 19″) und der 15″ Sound Edge Hi-Hat sind auch leichtere Modelle wieder neu im Paiste F602 Classic Programm erhältlich.

Formula 602 Classic nennt Paiste die Neuauflage der klassischen F602 Cymbals, die erstmals 1957 Made in Switzerland aus B20-Bronze gefertigt wurden, um sie von der 2013 eingeführten F602 Modern Essentials Linie von Cymbals zu unterscheiden, die 2013 gemeinsam mit Drummer Vinnie Colaiuta entwickelt wurde.

Seit 2011 tragen die Paiste F602Classic Cymbals auch wieder die originalen schwarzen und roten Logos/Schriftzüge, wie sie bis in die 80er-Jahre hinein verwendet wurden. Ab Mitte der 80er-Jahre bis zur Einstellung der Serie in den frühen 90er-Jahren wurden die F602-Cymbals mit größeren blauen Logos und Schriftzügen versehen. Alle neuen Paiste F602 Cymbals ab 2011 tragen zudem ein Laser-graviertes Paiste-Logo mit dem durchbrochenen Paiste-Logo, der Kennzeichnung Made in Switzerland sowie einer individuellen Seriennummer.

(Bild: Dieter Stork)

Technisches

Die aus B20-Bronzelegierung hergestellten Formula 602 Classic Cymbals werden nach den gleichen Herstellungsverfahren wie die für diese Serie schon in den 60er-Jahren angewandten Techniken von Hand gefertigt.

1957 hatte Paiste in Zusammenarbeit mit einer Schweizer Gießerei eine spezielle, eigene B20-Bronzelegierung entwickelt, die mit entscheidend für den besonderen Klangcharakter der Formula 602 Cymbals war. Selbstverständlich steht dies natürlich auch im Zusammenhang mit den handwerkliche Fertigungsmetoden, insbesondere das feine Abdrehmuster mit sehr regelmäßige ausgeführten und nicht allzu tief gesetzten Tonal Grooves sowie einer dichten, ebenfalls nicht allzu tiefen Hämmerung. Diese Art der Hämmerung und das Abdrehmuster verleihen in Verbindung mit der Färbung der speziellen Legierung den F602-Cymbals auch ihre markante, eigene Optik, die Paiste auch bei den neuen F602-Cymbals getreu erhalten hat.

Paiste bezeichnet übrigens die neuen Medium und Heavy F602 Classic Cymbals auch mit dem Begriff „Universal“, da sie sowohl über Crash- als auch Ride-Qualitäten verfügen.

Sounds

Bemerkenswert ist vor allem die hervorragende harmonische Abstufung aller Cymbals hinsichtlich der unterschiedlichen Größen und Gewichtungen. Dies ist derart gut gelungen, dass man sowohl aus Cymbals unterschiedlicher Größen einer Gewichtsklasse als auch der gleichen Größe unterschiedlicher Gewichtsklassen miteinander harmonierende Sets zusammenstellen kann. Das funktioniert z. B. auch mit so unterschiedlichen Cymbals wie den 20″ Paperthin, Medium und Heavy Modellen. Hier zeigt sich die große Handwerkskunst der Cymbal-Schmiede von Paiste, welche die streng gesetzten Klangvorgaben der Prototypen detailliert umzusetzen wissen.

Paiste bezeichnet übrigens die neuen Medium und Heavy F602 Cymbals auch mit dem Begriff „Universal“, da sie sowohl über Crash- als auch Ride-Qualitäten verfügen.

Hi-Hats

(Bild: Dieter Stork)

Nachdem bislang mit den 14″ und 15″ Medium und 14″ Sound Edge Hi-Hats nur drei Classic Hi-Hats zur Verfügung standen, wurden nun mit den beiden 14″ und 15″ Heavy Hi-Hats und der legendären F602 15″ Sound Edge Hi-Hat drei neue Modelle hinzugefügt. 

Die 14″ und 15″ F602 Classic Heavy Hi-Hats verfügen über jeweils ein Medium Heavy Top-Cymbal und ein Heavy Bottom Cymbal. Diese Kombination verleiht ihnen eine sehr klaren, hellen Stickattack und einen satten, kompakten Chick-Sound. Der Dynamikumfang reicht bei beiden Modellen schon bis in beachtliche Lautstärkebereiche, was sie zu  auch für lautere Pop und Rock Styles sehr gut geeignete Cymbals macht. Zugleich verleiht ihnen die klassische F602-Klangcharakteristik auch einen gewissen feinen Obertonschimmer, der sie auch stets harmonisch angenehm anzuhören macht. Die 15″ F602 Classic Heavy Hi-Hat klingt im Gegensatz zum 14″ Modell etwas satter und ein wenig tiefer. Die 14″ F602 Classic Heavy Hi-Hat bietet im unteren Dynamikbereich einen etwas filigraneren, kompakteren Sound, der auch bei sehr schnellen Patterns sehr klar und detailliert bleibt.

(Bild: Dieter Stork)

Die 15″ F602 Classic Sound Edge Hi-Hat hat vor allem auch durch Drummer John Bonham von Led Zeppelin Legendenstatus. Sicher ist, das dieser im Februar 1970 im Rahmen seines Paiste-Endorsement eine solche Hi-Hat erhalten hat. Somit dürfte auch sicher sein, dass diese auf den Led Zeppelin Alben III und IV von 1970 bzw. 1971 zu hören ist (und somit allerhöchstwahrscheinlich auch im Intro des Songs „Rock’n’Roll“).
Sicherlich ist diese Hi-Hat mit ihrem klaren, hellen Stickattack und  durch das am Rand typisch gewellte Profil erzeugten außerordentlich präsenten Chick-Sound eine geradezu archetypische Rock-Hi-Hat, doch bedarf es bei diesen Medium Cymbals auch einer gewissen Spieltechnik, um ihnen einen auch bei höheren Lautstärken kontrollierten und präsenten Sound zu entlocken ohne sie zu zerstören.

Die erste wieder neu aufgelegte Hi-Hat der Paiste Formula 602 Classic Serie war 2011 die 14″ F602 Classic Sound Edge Hi-Hat, die mit einem eleganten Sticksound mit feinem, kurzem Schimmer in den Obertönen überzeugt. Dieser eigenständige Obertoncharakter sorgt für eine subtile Präsenz, und in den Tiefmitten  entwickelt sich eine ordentliche Klangfülle. Typisch für diese 14″ Sound Edge Hi-Hat ist der prägnante Klang mit definierten Chick und präsenten Obertönen beim Zutreten der Hi-Hat. Dieser elegante, feine Sound lässt sich schon bei einer sehr leichten Spielweise abrufen und geht bis zu einer moderaten Gangart nicht verloren. Hier ist es wichtig, relativ leichte Sticks zu benutzen, und dann lässt sich auch eine etwas forcierte Gangart vertreten. Bei zu schweren Sticks bzw. zu heftigem Spiel zeigt diese Hi-Hat die klanglichen Grenzen auf. Hier hat man einen superben Klang für Jazz, Blues, Soul, Pop und generell an Musikstilen zur Verfügung, die mit akustischen oder moderat verstärkten Instrumenten dargeboten werden.

2012 folgte mit der 14″ F602 Classic Medium Hi-Hat die nächste Hi-Hat-Ergänzung der neuen Paiste Formula 602 Classic Linie, 2013 gefolgt vom 15″-Modell. Die Medium Hi-Hats liefern einen warmen, dunklen Attacksound und im Sustain einige feine und kurz aufblendende Obertöne. Sie bieten eine gewisse subtile Präsenz und präzise Artikulation. Das spiegelt sich auch beim Zutreten wider: ein kurzes, sattes Schmatzen mit feinen Obertönen im darüber liegenden Chick-Sound. Dynamisch zeigt einem die 14″ Medium Hi-Hat aber auch schnell die Grenzen auf, sei es durch Übersteuern oder Komprimieren, wenn man zu hart anschlägt oder zu fest zutritt. Wer etwas mehr Klangvolumen und Lautstärke benötigt sollte besser das 15″-Modell verwenden, das dies bei prinzipiell gleicher Klangcharakteristik bietet.

(Bild: Dieter Stork)

Paperthin

Ein sehr delikates, schnell ansprechendes Cymbal ist das 20″ F602 Classic Paperthin. Schon bei leichtem Anspielen entwickelt sich ein harmonisch reicher, warmer Klang mit einem feinen Rauschen. Dabei reicht es dynamisch sogar recht weit bis in mittlere Laustärken, eine kontrollierte Aanschlagstechnik selbstverständlich vorausgesetzt. Vorrangig ist es allerdings für das eher filigrane Spiel mit leichten Sticks, Rods oder Besen gedacht, bei dem es seine Stärken besonders gut ausspielt. Bei Recordings oder auch im Orchester-Einsatz liefert das 20″ Paperthin sehr feine, warm und harmonisch klingende Flächensounds bei (Mallet-) Rolls und satte, breite Crash-Sounds beim kontrollierten Anspielen mit Sticks.

2012 hatte Paiste bereits die 16″ und 18″ F602 Paperthin Cymbals in das Formula 602 Classic Programm aufgenommen. Prinzipiell kann man die Paperthin Cymbals auch mit den Händen anspielen und sehr warme Sounds mit fein schimmernden Obertönen erzielen. Dynamisch kann man also sogar so weit heruntergehen und hat dabei immer noch ein gutes Klangpotenzial zu Verfügung. Es ist übrigens auch schön, dass diese Instrumente nicht explizit als „Crash“ ausgewiesen sind, denn mit Besen oder Rods angespielt lassen sich hier auch sehr fein klingende Ride-Patterns spielen. Mit leichten Filz Mallets angespielt, ergeben sich interessante Möglichkeiten für ein Crescendo, das von leisen, sanft rollenden Tiefen zu einen hellen Oberton-Rauschen modulieren kann. Dabei blenden die hellen Obertöne sofort aus, wenn man den Roll stoppt, das Ganze ist also sehr einfach zu kontrollieren. Natürlich lassen sich beide Cymbals auch prima als Crash einsetzen, sofern man eine moderate Spielweise mit leichten Sticks (maximal etwa 5A) an den Tag legt. Die schnelle Ansprache erfordert auch nicht viel Energieeinsatz, um das volle Potenzial abzurufen. Dieser sanfte, schimmernde Attack und das warme, tiefe Sustain vermitteln hier schon von vornherein das Gefühl für einen intimen musikalischen Kontext, und der muss nicht immer nur Jazz heißen. Gerade auch eine soulige oder bluesy Spielweise oder intime Singer/Songwriter-Musik lassen sich hiermit prima bedienen und bekommen so fast automatisch einen eleganten Touch in Sachen Cymbal-Sounds. Diese Sounds lassen sich zudem hervorragend für audiophil hochwertige Studioaufnahmen nutzen.

(Bild: Dieter Stork)

Thin Crash

A perfect pair – das trifft es als Beschreibung unserer beiden Test-Cymbals auf den Punkt. Das 17″ und 19″ F602 Classic Thin Crash sind in jeder Hinsicht ausgezeichnet aufeinander abgestimmt: Beide Cymbals liefern eine sehr schnelle, direkte Ansprache und entwickeln ihre harmonisch exzellent abgestimmten Sounds mit schnellem Attack und einem rasche Decay in ein leicht modulierendes, feines Sustain. Bemerkenswert ist hier zum einen die Klangfülle auch beim kleineren 17″ Thin Crash und die auch beim größeren 19″ Thin Crash passend rasche Ansprache und das kompakte Sustain in Kombination mit einem feinen, äußerst angenehmen Obertonspektrum. Das harmonische Intervall ist ebenfalls ausgezeichnet abgestimmt und entspricht in etwa einem Quint-Intervall (selbstverständlich haben Cymbals keine reine Tonhöhen). Diese Cymbals dürften die idealen Recording Cymbals für klassische wie moderne Pop Styles sein, wenn es um delikate, feine, harmonisch reiche Crash-Sounds geht und werden auch live im (akustischen) musikalischen Kontext bis zu mittleren Lautstärken  ausgezeichnete Sounds liefern.

Die beiden 16″ und 18″ F602 Classic Thin Crash Cymbals waren die ersten Crash-Modelle, die Paiste 2011 in der Formula 602 Linie wieder neu auflegte, 2012 gefolgt vom 20″ F602 Classic Thin Crash. Die Thin Crash Cymbals liefern einen feinen schimmernden Attack. Diese dünnen Cymbals reagieren spritzig und direkt, allerdings gilt auch hier wieder, dass sie ihr Klangpotenzial bei eher moderaten Spielweisen mit relativ leichten Sticks auszuspielen wissen. Das Sustain ist zwar eher dunkel, doch sehr transparent und schwingt extrem kontrolliert und sauber aus. Die Cymbals sind tonal und bezüglich des Sustain-Verlaufs schön aufeinander abgestimmt, wobei das 16″ Cymbal insgesamt etwas heller und feiner und das 18″ Cymbal im Attack etwas druckvoller wirkt, während das 20″ Cymbal klanglich stärker in die Offensive geht: Es geht im Attack noch weiter in den Obertönen auf. während das Sustain länger ausklingt.

(Bild: Dieter Stork)

Medium Cymbals

Von Paiste werden diese Cymbals (zumindest auf der Website) auch mit dem Begriff Universal versehen, da sie sowohl Crash- wie auch Ride-Qualitäten aufweisen sollen. Das trifft auch für die Cymbals ab 18″ durchaus zu, hingegen die kleineren Modelle doch eher mit ihren Crash-Sounds überzeugen. Die 16″, 17″, 18″, 19″ und 20″ F602 Classic Medium Cymbals bieten recht helle und präsente wie auch volle und recht kräftige Crash-Akzente mit einem klaren Obertonspektrum im leicht modulierenden Sustain. Von der recht schnellen Ansprache über die Sustain-Dauer sowie den harmonischen Obertönen und Intervallen sind auch diese Cymbals sehr schön aufeinander angestimmt. Erstaunlich ist das für Cymbals einer Medium-Kategorie recht weiche Anschlagsgefühl, man meint deutlich leichtere Cymbals anzuspielen, was auch an der doch recht schnellen Klangentwicklung liegen mag. Vom Dynamikumfang reichen die Crashsounds schon bis in höhere Lautstärkebereiche, so dass sich diese Cymbals auch recht gut als klassische Rock Crashes einsetzen lassen, wenn man keine allzu brachialen Crash-Akzente erzielen will.
Was die Ride-Klangqualitäten angeht, so ist durchaus vorstellbar, dass sich das 18″ Medium vor allem durch seine klare Glocke auch sehr gut als Cymbal für einen Timbalero im Percussion-Set einsetzen lässt. Das 19″ Medium liefert ebenfalls einen klaren Bellsound und zudem auf dem Profil angespielt einen leichten, luftigen Pingsound. Wenn nicht all zu viel Lautstärke angesagt ist, kann man es sicherlich auch schon recht gut als Universal-Cymbal z. B. n einem kompakten Street-Drumkit einsetzen. Das 20″ Medium erfüllt natürlich ebenfalls diese Voraussetzungen und lässt sich durchaus auch als universelles Cymbal einsetzen.

(Bild: Dieter Stork)

Heavy Cymbals

Das für die Medium Cymbals geschriebene trifft  was das Universale angeht angeht im Prinzip selbstverständlich auch auf die 16″, 18″ und 20″ F602 Classic Heavy Cymbals zu. Auch hier würde man das 16″ Cymbal wohl eher als Crash einsetzen, während die 18″ und 20″ Modelle sowohl als Crash als auch als Ride einsetzbar sind.
Die Crash-Sounds dieser Cymbals sind schon ziemlich mächtig, und die klaren, hellen Crash-Akzente verleugnen auch bei höheren Lautstärken nicht ihren typischen, harmonisch reichen F602-Sound. Dies macht sie auch für Rock-Drummer interessant, die bei aller Durchsetzungskraft auch ein doch angenehmes Obertonspektrum wünschen. Hier ist auch schon ein wenig Krafteinsatz beim Ancrashen erforderlich, um das vollen Attacksound abzurufen, für F602-Cymbals ein wenig atypisch. Dafür liefern das 18″ Heavy und besonders das 20″ Heavy auch als Ride ordentliche Klangqualitäten mit einem klaren Pingound über einem leichten, harmonisch dichten Rauschen, das sich bis zu mittleren Lautstärken auch nicht zu stark aufschaukelt. Mit dem 16″ und dem 18″ Heavy lassen sich zudem auch exzellente Crash/Ride-Patterns spielen, allerdings ohne Trash-Factor, dazu sind sie F602-typisch vom Obertonspektrum her harmonisch zu clean.

(Bild: Dieter Stork)

Heavy Bell

Ein sehr spezielles Cymbals ist das 13″ F602 Classic Heavy Bell, ein extra heavy Cymbal mit enormer Glocke und einem glasklaren Glockenton … until the cows come home! Schon im unteren Dynamikbereich auf dem Profil leicht angetippt liefert es seinen glasklaren Pingsound, der sich mit gesteigerter Anschlagsintensität bzw. auf der Glocke gespielt zu einem durchdringenden und kristallklaren Ton mit nahezu endlosem, harmonisch reichem Sustain entwickelt. als Einsatzbereiche denkbar sind u.a. anderem Percussion-Setups vor allem im orchestralen Bereich wie auch Effect Sounds in Styles höherer Lautstärken – gerade auch im Metal kann man mit dem Heavy Bell akzentmäßig so richtig was auf die Glocke geben.

(Bild: Dieter Stork)

Das 20″ F602 Medium Ride und das 20″ F602 Medium Flat Ride waren die ersten Ride-Cymbals die Paiste für die Formula 602 Classic Cymbal-Linie 2011 wieder neu aufgelegt hat. Beide besitzen die typisch feine, edle, einfach  schöne Klangcharakteristik dieser legendären Cymba-Serie.
Beim Anspielen auf dem Profil des 20″ F602 Medium Ride entsteht dieser unvergleichlich elegante, feine Ping mit dem schönen Schimmer im Attack, und das klare, dunkle Sustain steht ausreichend lang für eine entsprechende Klangfülle. Glockig und transparent wirkt die Kuppe; sie bildet damit einen schönen Kontrast zum Profil, ohne hier ein komplett anderes Frequenzspektrum aufzubauen. Das Ganze ist im Wechselspiel zwischen Profil und Kuppe also sehr harmonisch.
Ein sehr spezielles Cymbal ist nach wie vor das 20″ F602 Medium Flat Ride. Das Original der alten F602-Serie war übrigens das erste Flat Ride überhaupt. Also: Wer chat’s erfundän? 😉 Als Ideengeber und Miterfinder des Flat Ride Cymbals gilt der legendäre Schlagzeuger Joe Morello. Mythos hin oder her, jedenfalls besitzt auch die Neuauflage des Formula 602 Medium Flat Ride genau diese besonderen Qualitäten des Originals: einen trockenen, holzigen Stick-Sound mit einem fein schimmernden, glasklaren Ping, der eben diesen charakteristischen Anschlags-Sound ausmacht. Das Sustain ist übrigens gar nicht mal so kurz, wie man zu hören meint, es ist eben wesentlich leiser und weist einen dunkel summenden, klaren Grundton auf.

Fazit

Mit insgesamt 14 Cymbals ergänzte Paiste 2020 die Formula 602 Classic Cymbal-Serie. Neben den nachgefragten schwereren Cymbal-Modellen der Medium- und Heavy-Kategorien finden sich mit weiteren Thin Crash Größen, dem 20″ Paperthin und der legendären 15″ F602 Sound Edge Hi-Hat beliebte Klassiker im Formula 602 Programm. Auch die 14″ und 15″ Heavy Hi-Hats dürften das Herz der Formula-602-Fans erfreuen. Interessant sind zudem die universell einsetzbaren Medium und Heavy Cymbals, die sich sehr gut mit den leichteren Paperthin und Thin Modellen kombinieren lassen.
Auch die neuen Modelle integrieren sich harmonisch ausgezeichnet in das F602-Programm und beweisen mit ihren klassischen, legendären Sounds die hohe Schule der Handwerkskunst der Cymbal-Schmiede von Paiste. Der legendäre Paiste Formula 602 Cymbalsound mit seinem harmonisch reichen, klaren und purem Klangspektrum ist mit den neuen Cymbals reicher und lebendiger als je zuvor.

Facts

Hersteller: Paiste
Herkunftsland: Schweiz
Serie: Formula 602 Classic Cymbals

Legierung: B20 Cymbal-Bronze (80% Kupfer, 20% Zinn)
Fertigungsart: Hand Made in Switzerland

Vertrieb: GEWA
Internet: paiste.com; gewamusic.com

Preise (UvP, Stand Dezember 2020):
13″ Heavy Bell: € 405,–
14″ Heavy Hi-Hat: € 647,–
15″ Heavy Hi-Hat: € 706,–
15″ Sound Edge Hi-Hat: € 706,–
17″ Thin Crash: € 452,–
19″ Thin Crash: € 531,–
16″ Medium: € 405,–
17″ Medium: € 452,–
18″ Medium: € 497,–
19″ Medium: € 531,–
20″ Medium: € 566,–
16″ Heavy: € 405,–
18″ Heavy; € 497,–
20″ Heavy: € 566,–
20″ Paperthin: € 566,–

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Endlich gab es mal wieder genug Futter:

    ” (…) Formula 602 Cymbals die Anfang der 90er-Jahre eingestellte Cymbal-Serie mit einigen der beleibtesten klassischen Modelle wieder in das Programm aufgenommen.”

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  2. Sehr ausführlicher und guter Testbericht über die 602er Neuauflage

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