Splash & Crash/Ride Sounds

Test: Paiste Masters Dark Cymbals

Paiste Masters Dark Splashes und Dark Crash Ride(Bild: Dieter Stork)

Die erlesenen Cymbal-Sounds der Masters-Serie von Paiste bekommen Gesellschaft durch zwei Dark Splash Cymbals in den Größen 8“ und 10“und ein mächtiges 22“ Dark Crash/Ride.

Das Angebot an Cymbals im Programm der Masters-Serie von Paiste wächst langsam, aber stetig seit 2011. Gut Ding will eben Weile haben. Während es tendenziell die größeren Cymbals sind, die den besonderen Klangcharakter der Masters-Serie prägen, sind es bei den neuen Dark Splash Cymbals eher die konventionellen Größen 8“ und 10“, auf die der Schweizer Hersteller setzt. Diese beiden Cymbals sind auch die ersten Splash-Modelle, die Paiste in der Masters-Serie anbietet.

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Technisches

Selbstverständlich stammen auch diese drei neuen „Dark“-Modelle der Masters-Serie aus der Paiste-Fertigung in Notwil in der Schweiz. Gefertigt werden sie in reiner Handarbeit und aus der traditionellen B20-Cymbalbronze. Die fertigungstechnische wie optische Verarbeitungsqualität unserer Testmodelle ist in jeder Hinsicht exzellent.

Das 22“ Dark Crash/Ride ist sozusagen der größere Bruder des bereits erhältlichen 20“-Modells und präsentiert sich mit einem recht stark gebogenen Profil. Dieses Cymbal weist eine gewisse Flexibilität auf, was zu einem sehr angenehmen Spielgefühl bei Ride-Patterns führt. Die Kuppe ist eher flach gehalten und besitzt einen großen Durchmesser. Der wird durch ein feines, dichtes Abdrehmuster und dem damit verbundenen, seidenmatten Glanz akzentuiert. Der Übergang der Kuppe zum Profil ist sehr sanft gestaltet und erstreckt sich über gute 1,5 cm. Das Profil zeigt danach ein variantenreiches Abdreh- und Hämmerungsmuster mit einigen kleinen partiellen Stellen an denen die bräunliche Färbung des Rohlings hindurchscheint. Auf der Rückseite präsentiert sich das 22“ Dark Crash/Ride mit einem vollflächig seidenmatt glänzenden Finish. Hier ist auch die Hämmerung mit den verschieden großen Einschlägen deutlicher zu erkennen.

Paiste Masters Dark Splashes und Dark Crash Ride
Das sehr feine Abdrehmuster bestimmt den
Charakter des Dark Splash Cymbals.

Die 8“ und 10“ Dark Splash Cymbals zeigen einen für die meisten Splashes typischen flach verlaufenden Bogen im Profilbereich und präsentieren sich auf beiden Seiten mit einem seidenmatt glänzenden Finish. Die Kuppen fallen mit ca. 5 cm für das 8“ Dark Splash und ca. 7 cm für das 10“ Dark Splash fast schon winzig aus. Die Hämmerung ist bei beiden Cymbals äußerst dezent ausgeführt und nur bei genauer Betrachtung zu erkennen. Das Abdrehmuster ist mit überwiegend sehr feinen Tonal Grooves gestaltet, wird jedoch in unregelmäßigen Abständen von etwas breiteren, tieferen Linien unterbrochen.

Klangliches

Es dürfte hinlänglich bekannt sein, dass die Paiste Masters Cymbals sehr spezielle und erlesene Sounds mit meist dunklem Klangcharakter besonders für die dezenten bis moderaten Lautstärken bereithalten. Auch die drei neuen Cymbal- Modelle fühlen sich in diesen Lautstärke- bzw. Dynamik-Bereichen absolut wohl.

Das 22“ Dark Crash/Ride bietet als Ride auf dem Profil angespielt einen dunklen Attacksound, der von einem schönen, holzigen Sticksound geprägt wird, mit einem seidigen Hintergrundschimmer im Sustain. Bis zu einer gewissen Spielintensität klingt das alles sehr transparent und bietet im Ausklang eine schnelle, feine Modulation. Intensiviert man die Spielstärke, so baut sich ein etwas hellerer Ping- Attack auf, der Sticksound bleibt allerdings immer noch definiert. Im Sustain entwickelt sich dabei ein dunkel aufrauschender Klanganteil. Mit diesem Cymbal lassen sich schöne Klangnuancen in Abhängigkeit zur Dynamik erzielen. Die Klangdauer ist trotz der Klangfülle nicht allzu lang, was eine schöne Kontrolle über den Sound bietet.

Paiste Masters Dark Splashes und Dark Crash Ride
Die individuelle Oberflächengestaltung
der Spielseite des 22“ Dark Crash/Ride
bietet eine markante Optik.

Diese hat man auch, wenn man das Cymbal in einem Ride-Pattern ancrasht. Dabei entsteht ein erstaunlich explosiver Attack. Der Anstieg ist schnell und liefert einiges an zisselnden Obertönen, der Grundklang bleibt dunkel und kippt schnell in ein sattes Aufrauschen ab, das dann recht zügig verklingt. Alles in allem ein sehr kontrollierter Sound, der bei Crash/Ride-Patterns durchaus mächtig, jedoch nicht überbordend wirkt.

Der Kuppen-Sound hat einen dezenten Glanz und eine hohe Transparenz, ist also ein tatsächlicher Ride- Sound mit hoher Stick- Definition und glasklarem Sustain – natürlich alles verhältnismäßig dunkel angelegt.

Die 8“ und 10“ Dark Splash Cymbals bieten einen eleganten, zisseligen Klang. Der Attack ist spritzig mit seidigen Obertönen und einem kurzen, eher hellen Aufrauschen. Das kurze Sustain ist allerdings von dunkler Tonalität und deutet die sonst so typisch kehligen Klanganteile von Splash-Cymbals nur dezent an. Dadurch bieten sie einen eher ungewöhnlichen Splash-Sound. Die Klangdauer ist bei beiden Modellen splash-typisch kurz gehalten, Akzente kommen hier durchaus präsent. Auch die Abstimmung aufeinander ist gelungen, das 8“ wirkt feiner und ein wenig spitzer, das 10“-Modell betont eher den Anteil der Tiefen. Somit spielt das Pärchen auch gut kontrastreich miteinander. Was musikalische Einsatzgebiete angeht, so sind sie prädestiniert für viele Styles (z. B. Jazz, Blues, Folk, Singer/Songwriter etc.), die in einem intimen, akustisch geprägten oder dezent elektrischen Kontext stattfinden und höhere Ansprüche an die Dynamik stellen.

Fazit

Mit den beiden 8“ und 10“ Dark Splash Cymbals und dem 22“ Dark Crash/Ride wächst die Auswahl an Klangfarben der Masters- Serie von Paiste. Besonders die beiden Splash-Cymbals haben hier recht ungewöhnliche und elegante Sounds zu bieten. Wer dynamische Splash- Sounds ohne den sonst so typischen, mitunter übermäßig kehligen Klanganteil sucht, ist gut beraten diese Teile einmal anzutesten. Auch das Crash/Ride glänzt mit Klangvarianten, die in Abhängigkeit zur dynamischen Spielweise abgerufen werden können. Bemerkenswert ist dabei die gute Kontrolle über die von der Dynamik abhängigen Klangnuancen, da die Sounds kompakter sind als man es bei dieser Größe erwartet. Durch die 22“-Größe entsteht ein noch tiefer angelegter Grundklang als beim 20“-Modell. Somit sind die exzellent verarbeiteten neuen Cymbal-Modelle eine sehr sinnvolle klangliche Ergänzung der Paiste Masters-Serie.

Facts

Hersteller

Paiste

Herkunftsland

Schweiz

Serie

Masters

Vertrieb

Gewa

Internet

paiste.com; gewamusic.com

Preise (UvP)

8“ Masters Dark Splash: ca. € 213,–

10“ Masters Dark Splash: ca. € 226,–

22“ Masters Dark Crash/Ride: ca. € 608,–


(aus STICKS 01:02/2019)

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