Effektvolle Stack- und Hi-Hat-Sounds

Test: Zildjian FX Stacks

Zildjian FX Stacks(Bild: Dieter Stork)

Auch wenn diese Effect-Cymbals den Namen FX Stacks tragen, so lassen sie sich auch als (un)konventionelle Hi-Hat verwenden. Klanglich und technisch interessant: Die Bottom-Cymbals werden aus Stahl gefertigt!

Die Zildjian FX Stacks sind in den Größen 8″, 10″, 12″, 14″ und 16″ erhältlich. Besonders auffällig sind die seidenmatten Oberflächen sowie die ausschließlich für die Top-Cymbals verwendeten Lochmuster im Profil. Mit dem 3″ langen Cymbolt können alle Modelle entweder als Stack oder Hi-Hat montiert werden und auf jedem konventionellen Cymbal-Stand verwendet werden.

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Technisches

Für die Top-Cymbals verwendet Zildjian das selbstbetitelte „Proprietary Alloy“, eine Variante der B8-Bronzelegierung. Kaltgewalzter Stahl wird für die Bottom-Cymbals verwendet. Das ist auf jeden Fall mal eine spannende Mischung. Die Cymbals werden in Form gepresst und erhalten dabei auch schon die Strukturen, welche sonst durch konventionelles Abdrehen und Hämmern entstehen.

Ergänzt wird hier gegebenenfalls durch ein manuell ausgeführtes Fine-Tuning. Die Oberflächen sind auf die gleiche Art und Weise behandelt wie die der „Low Volume“- und „Gen 16“-Cymbals von Cymbals. Daher empfiehlt Zildjian, sie nicht mit Cymbal-Reiniger zu behandeln. Im Laufe der Zeit wird eine gewisse Patina entstehen, was in diesem Fall durchaus beabsichtigt ist. Die Profile sind hoch und zeigen einem fast linearen Verlauf.

Zildjian FX Stacks
Das Lochmuster des Top-Cymbals wirkt willkürlich platziert. (Bild: Dieter Stork)

Bei den Bottom-Cymbals erkennt man erst auf dem zweiten Blick eine minimale Flange am Rand, der diesen Teil fast waagerecht ausrichtet. Die Top-Cymbals weisen auf dem Profil aufgebrachte Lochmuster auf. Anzahl und Dimension variieren, so dass sehr willkürlich wirkende Muster für die einzelnen Modelle entstehen. Die Verarbeitungsqualität entspricht dem gewohnt hohen Standard aus dem Hause Zildjian.

Klang & Praxis

Die Bottom-Cymbals aus kalt gewalztem Stahl liefern einen durchdringenden hellen, harten metallischen Attack. Sie erzeugen einen klaren glockigen Sound ohne scharfe Obertöne. Das Sustain steht lang mit leichter Modulation. Es ist äußerst transparent und sehr mittenbetont.

Dagegen wirken die Top-Cymbals im Attack crisp und schimmernd in den Obertönen. Der Klangcharakter ist insgesamt „weicher“. Das Sustain transportiert den Schimmer der Obertöne als schnelle Modulation weiter, wobei Tiefmitten für einen warmen Ausklang sorgen. Soweit zu den Grundklängen der Cymbals.

Im Folgenden geht es darum, wie man die Zildjian FX Stacks montiert und verwendet. Da kommt der „Cymbolt“ ins Spiel. Dieser besitzt vier Filze, so dass man auch genügenden Andruck für kurze Sounds in der gestackten Variante erzielen kann. Variiert man diese Andruckkraft, so lassen sich viele Sound-Varianten erzielen: Mit viel Andruck entstehen kurze, zischende, teils Shaker-ähnliche Sounds. Etwas lockerer montiert sind es trashy Sounds, die bei den kleinen Modellen auch eine gewisse Giftigkeit aufweisen können, dank des Klangcharakters der Bottom-Cymbals. Wird es noch lockerer, lassen sich martialische Crasher-Sounds mit den kleinen Modellen bis 12″ Durchmesser erzielen; raschelig rauschend wird das Ganze dann bei den 14″- und 16″-Modellen.

Montiert man die FX Stacks als Fixed Hi-Hat, spielt auch hier die Andruckkraft eine entscheidende Rolle bei der Sound-Färbung. Leider ist es bei den 14″- und 16″-FX Stacks nur möglich sie als Hi-Hat zu montieren, wenn auf den unteren mitgelieferten Filz verzichtet wird. Laut Zildjian ist das durch die Kunststoffschraube zur Fixierung kein Problem. Persönlich möchte ich aber doch mit dem Andruck über einen Filz in Sachen Dämpfung spielen und habe daher Filze in der Dicke gekürzt, um diese so für Top- wie Bottom-Cymbal auch beim 14″- und 16″-Modell verwenden zu können. Mit diesen prädestinierten Montage-Verfahren lasen sich schon eine Vielzahl an wirklich abgefahrenen Sounds generieren.

Zildjian FX Stacks
Die speziellen seidenmatten Oberflächen sind bei beiden Cymbals zu finden: in Grau für Stahl und in Gold für Bronze. (Bild: Dieter Stork)

Es spricht aber auch nichts dagegen, z. B. die kleineren Cymbals einzeln als Splash/Bell zu verwenden oder die FX Stacks ganz konventionell auf einer Hi-Hat Maschine zu verwenden. Urban R&B Styles, HipHop-Beats oder auch ganz „normale“ Pop-Grooves können so mit einer Vielzahl an spannenden und ungewöhnlichen Sound-Varianten bedient werden. Zugleich ist auch das Entdecken solcher Sound-Varianten immer eine Inspiration für einen neuen Groove. Da erwischt man sich dank der interessanten Sounds der Zildjian FX Stacks auch schon mal beim Spiel eines Hand-Percussion-Patterns.

Zildjian FX Stacks
Mit den Cymbolt werden die FX Stacks wahlweise als Stack oder fixed Hi-Hat an Stativen montiert. (Bild: Dieter Stork)

Fazit

Die Zildjian FX Stacks sind klanglich sehr inspirierend. Die Kombination aus Bronze- und Stahl-Cymbals verleiht ihnen einen einzigartigen klanglichen Charme. Je nachdem wie man sie montiert, als Stack oder Hi-Hat, hat man eine immense Bandbreite an Sound-Varianten zur Verfügung, die sich für viele verschiedene Styles einsetzen lassen. Hier kann man sich auf eine inspirierende Klangreise begeben und wird immer neue Facetten entdecken.

Facts

Hersteller

Zildjian

Herkunftsland

USA

Serie/Modelle

FX Cymbals/FX Stacks

Material

Top: B8 Bronzelegierung

Bottom: Steel

Vertrieb

M&T

Internet

www.zildjian.com

www.musikundtechnik.de

Preise (UvP)

  • FX Stack 8″: ca. € 115,–
  • FX Stack 10″: ca. € 135,–
  • FX Stack 12″: ca. € 145,–
  • FX Stack 14″: ca. € 169,–
  • FX Stack 16″: ca. € 189,–

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