Das Beste zweier Welten

Test: Zultan präsentiert die neue Dune-Cymbal-Serie

Zultan Dune(Bild: Dieter Stork)

Mit den Cymbals der Dune-Serie präsentiert Zultan Instrumente, die mit zwei deutlich unterschiedlichen Oberflächenbearbeitungen aufwarten. Daraus resultiert, dass hier charakteristische Merkmale zweier Welten fusioniert werden: trockene Klanganteile einerseits und andererseits ein nicht zu tiefer Grundklang. Wie diese Klangeigenschaften miteinander harmonieren untersuchen wir in diesem Test.

Im Frühjahr 2000 wurde Zultan von den Brüdern Martin und Johannes Hofmann gegründet, die für ihr Projekt in der Türkei einige interessierte, erfahrene Cymbal-Schmieden begeistern konnten. Seit dieser Zeit hat sich Zultan Cymbals stark entwickelt und als anerkannte Marke etablieren können. Mittlerweile umfasst das Angebot elf verschiedene Serien, die zusammen über 200 Cymbal-Modelle enthalten. Die handgefertigten Becken der Marke Zultan werden fast alle aus der legendären B20-Cymbalbronze gefertigt und werden in der Türkei mit traditionellen Methoden in Handarbeit hergestellt. Zultan-Cymbals stehen für Tradition und Qualität. Im Sortiment finden Schlagzeuger auch spezielle Becken aus einer B25-Bronzelegierung.

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Die Zultan-Cymbal-Serien zeichnen sich durch eine große Bandbreite klanglicher Unterschiede und Spezifikationen aus und sprechen Einsteiger, Amateure sowie Profis, Lehrer, Studio- und Live-Drummer an. Die große Auswahl an klanglich unterschiedlichen Cymbals bietet für alle Musikstile und jeden persönlichen Geschmack. Alle Cymbals werden sorgfältig gestimmt um Ungleichmäßigkeiten in Bezug auf Klang, Gewicht und Aussehen weitestgehend ausschließen zu können.

Aus der neuen Zultan-Dune-Cymbal-Serie erhielten wir das „Zultan Dune Grand Cymbal Set“ mit einer 15″ Hi-Hat, 16″ und 18″ Crash Cymbals sowie 22″ Ride Cymbal (inkl. Transporttasche), eine 14″ Hi-Hat, 17 und 19″ Crash Cymbal, 20″ Ride Cymbal, ein 10″ Splash sowie 17″ und 19″ China.

Technisches

Alle Zultan-Dune-Cymbals werden mit traditionellen türkischen Fertigungsmethoden weitgehend von Hand aus B20-Bronze hergestellt. Alle Dune-Cymbals weisen auf der Spielseite und der Rückseite unterschiedliche Oberflächenbearbeitungen auf.

Die Rückseiten zeigen ein klassisches türkisches Abdrehmuster mit feinen und flach gesetzten Tonal-Grooves sowie ein Hämmerungsmuster mit recht großen und deutlich gesetzten Markierungen, jeweils über die gesamte Fläche im so genannten „Traditional Finish“, das bei diesen Cymbals eine leichte Politur aufweist. Die Kuppen sind nicht abgedreht (inklusive eines – unregelmäßigen – Bereichs zum Profil hin), nicht gehämmert und hochglanzpoliert („Brillant Finish“). Im Übergangsbereich zum Profil ist ein konzentrisches Hämmerungsmuster mit kleinen und tiefgesetzten Hammermarkierungen zu erkennen.

Zultan Dune
Das Zultan Dune Grand Cymbal Set, inklusive Transport-Bag: 15″ Hi-hat, 16″ und 18″ Crash, 22″ Ride (Bild: Dieter Stork)

Die Oberflächen der Spielseiten sind nur extrem leicht abgedreht und somit nahezu naturbelassen; sie präsentieren sich mit dem dunkelbraunen, erdigen Finish der Rohlinge und zahlreichen recht tief gesetzten kleinen sowie einigen verteilten, großen Hämmerungsmarkierungen. Lediglich in einem Bereich am äußeren Rand von ca. 1 bis 1,5 cm (je nach Cymbal-Größe) fehlen diese und leichte Spuren eines Andrehmusters sind zu erkennen. Dieser Randbereich ist bei den China-Cymbals ebenfalls gehämmert.

Interessanterweise hatte unser 18″ Dune Crash eine etwas andere Oberflächentextur bei gleicher Hämmerung. Hier war das Cymbal insgesamt etwas heller und fleckiger, mit einigen flächigen Verwischungen und Einschlüssen. Die Kuppen der Hi-Hats und des Splash-Cymbals entsprechen einer Standardgröße, sind nicht allzu hoch gestaltet, doch deutlich ausgeprägt. Markanter ausgeprägt und auch ein wenig größer dimensioniert sind die hochglanzpolierten Kuppen der Crash- und Ride-Cymbals, etwas kleiner dimensioniert und flacher gestaltet die Kuppen der China-Cymbals. Diese weisen zudem eine deutliche Krempe des ca. 10 cm tiefen Randbereichs auf.

Klangliches

Betrachten wir zunächst einmal die Auswirkungen der unterschiedlichen Bearbeitungsmethoden für die Spiel- und Rückseiten sowie der Kuppen auf den grundlegenden Klangcharakter der Zultan-Dune-Cymbals. Dieser erweist sich als immer noch sehr trocken, doch liegt das Ganze tonal nicht im dunklen Keller, sondern eher in einem definierten Mittenspektrum. Dies verleiht dem Ganzen etwas mehr Projektion des Stock-Anschlags bzw. der Attack-Sounds. Kommen wir nun zu den Cymbals im Einzelnen sowie zum Dune Grand Cymbal Set.

Die 14″ Hi-Hat ist nun wirklich ein äußerst trocken klingendes Paar Cymbals. Sehr definiert im Anschlag, allerdings auch sehr, sehr kurz im Nachklang, was sich selbst bei geschlossenem Spiel bemerkbar macht und natürlich beim Zutreten. Auch bei Aufziehern gibt es wenig Höhen, sondern ein mittengeprägtes Klangbild. Erst beim Ancrashen im halbgeschlossenen Zustand addieren sich einige Obertöne zu einem leichten Rauschen.

Zultan Dune
Die beiden Dune China Cymbals mit den unterschiedlichen Spiel- und Rückseiten. (Bild: Dieter Stork)

Ein identisches Klangbild liefert auch die 15″ Hi-Hat (aus dem Dune Grand Cymbal Set). Tonal liegt sie etwas tiefer, dynamisch wirkt sie kräftiger, mit etwas mehr Body, doch immer noch sehr kontrolliert und kurz im Ton. Wer richtig trocken-definierte Instrumente sucht wird hier fündig.

Das 10″ Splash ist eher ein kleines, kontrolliert klingendes Crash-Cymbal. Es spricht natürlich sehr schnell an, doch hat es auch ein gewisses „längeres“ Sustain als ein konventionelles Splash, mit einer deutlichen Modulation im Ausklang. Auch hier findet sich der trockenen Klangcharakter mit einem in den Mitten angesiedelten Ton. Sehr interessant ist, dass man hier auch einen guten Ping mit der Kuppe erzielen kann, was bei konventionellen Splash-Cymbals nicht unbedingt der Fall ist.

Die 17″ und 18″ China-Cymbals warten mit einem eigenständigen Klangcharakter auf und können im oberen Dynamikbereich beim Ancrashen auf der Krempe der nichtabgedrehten Seite richtig derbe Fauchen. Sie liefern allerdings auch interessante, mittigkehlige Attack-Sounds beim leichten Spiel von Ride-Pattern auf der abgedrehten Seite. Hier lassen sich viele Klangfacetten an Effect-Sounds entdecken, die auch im Set mit anderen Cymbal-Serien sehr interessant sein können. Vom Charakter her sind beide Cymbals äußerst ähnlich, das 18″ China liegt tonal etwas tiefer und hat ein geringfügig längeres Sustain.

Neben den Cymbals des Dune-Grand-Sets erhielten wir noch ein 20″ Ride und ein 19″ Crash zur Verfügung, die wir hier zusammen mit den Cymbals des Sets vorstellen. Somit hatten wir 16″, 18″ und 19″ Dune-Crash-Cymbals zur Verfügung. Obwohl alle drei von den Grund- und Obertönen, der Sustain-Dauer und den Kuppen-Sounds gut miteinander harmonieren, schien das 18″ Crash eine gewisse „Eigenständigkeit“ aufzuweisen, denn es schien noch etwas trockener im Attack und definierter im Sustain zu sein. Es harmonierte sehr gut sowohl mit dem 19″ Crash wie auch mit dem 16″ Crash, deutlich wurde der Unterschied im Charakter vor allem im Vergleich mit dem 16″ Crash. Somit finden sich im Set also zwei doch recht unterschiedliche, dennoch harmonische Klangcharaktere. Bevorzugt man sehr ähnliche Klangcharaktere bei zwei Crash Cymbals unterschiedlicher Größe im Set, so erschienen in unserem Test das 16″ und das 19″ trotz ihrer deutlichen Größenunterschiede als ideales Paar. Das 19″ Crash lässt sich übrigens auch sehr gut als universelles Cymbal für den Einsatz sowohl als Crash wie auch als Ride einsetzen. Ride-Patterns lassen sich bis zu einer mittleren Lautstärke klar definiert über einem leichten Grundrauschen auch bei schneller und dichter Spielweise gut realisieren, die Kuppe liefert einen sehr klaren und im Verglich zum Profil deutlich brillanteren Sound.

Auch bei den 20″ und 22″ Ride-Cymbals ist der Kuppen-Sound deutlich abgesetzt, kommt ebenso klar wie druckvoll rüber und weist bei beiden Cymbals gute Brillanz auf. Das 20″ Ride liefert auf dem Profil angespielt den typisch staubtrockenen „Dune“-Sound mit mittigem Ping über einem breiten, doch hintergründigen Rauschen, das erst bei recht hohen Lautstärken dominiert. Dieses Ride dürfte vor allem Drummer im Fusion/Electric Jazz ansprechen bzw. diejenigen die häufig schnelle und geschäftige Ride-Patterns spielen und einen trockenen doch nicht allzu tiefen Klang bevorzugen.

Ganz anders das mächtige 22″ Dune-Ride, das hier ein wenig aus dem klangliche Rahmen der „Dune“-Serie im Sinne eines schnellen Ausklangs herausfällt. Schon bei mittleren Lautstärken weist dieses Cymbal ein deutlich mitschwingendes, tiefes Grundrauschen über dem mittig-trockenen Ping auf. Bei höheren Lautstärken wächst sich dies zu einem mächtigen Grollen aus, und der Attack-Sound ist dann in den Gesamt-Sound integriert, der eine mächtige Klangwand darstellt. Das schränkt zwar das Einsatzgebiet etwas ein, stellt dieses Cymbal allerdings auch als klanglich charakterstark heraus – ein Instrument für Individualisten.

Fazit

Mit den Cymbals der neuen Dune-Serie ist es Zultan gelungen, Instrumente mit eigenständigem Klangcharakter zu entwickeln. Durch die unterschiedlichen Oberflächenbearbeitungen der Spiel- und Rückseiten sowie der Kuppen erreicht man sehr trockene, relativ schnell ausklingende Sounds, die tonal etwas höher als vergleichbare Cymbal-Typen gelagert sind, was zu einem präsenteren Sound führt. Dies macht sich besonders bei den hochglanzpolierten, nicht abgedrehten Kuppen bemerkbar.

Zultan Dune
Die unterschiedlichen Bearbeitungen der Oberflächen sind hier im Detail sehr gut zu erkennen. (Bild: Dieter Stork)

Starke und ungewöhnliche Klangcharaktere finden sich auch bei den Splash- und China-Cymbals sowie beim 22″ Ride. Insgesamt finden wir bei den Dune-Cymbals vor allem trockene Sounds mit kontrolliertem Ausklang.

Die Cymbals harmonieren im Set tonal und von der Klangdauer her gut miteinander, einige Cymbals lassen sich mit Sicherheit auch mit anderen Cymbal-Typen sehr gut kombinieren, um Kontraste zu setzen oder unikate Sounds zu integrieren. Wie bei allen vornehmlich mit traditionellen Methoden gefertigten Cymbals empfehlen wir auch für die Zultan-Dune-Cymbals den individuellen Soundcheck – klangliche Überraschungen garantiert.

Facts

Hersteller

Zultan

Herkunftsland

Türkei

Serie

Dune

Legierung

B20 Bronze

Vertrieb

Thomann

Internet

zultancymbals.com

Preise (UvP)

  • 10″ Splash: € 79,–
  • 14″ Hi-Hat: € 199,–
  • 15″ Hi-Hat: € 219,–
  • 16″ Crash: € 179,–
  • 17″ China: € 189;–
  • 18″ Crash: ca. € 199,–
  • 18″ China: € 199,–
  • 19″ Crash: ca. € 209,–
  • 20″ Ride: ca. € 219,–
  • 22″ Ride: ca. € 239,–
  • Zultan Dune Grand Cymbal Set, inkl. Transport-Bag: € 666,–

(aus STICKS 05-06/2019)

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