Abenteuer Melody-Grooves

Toca Triple Conga Cajon im Test

Um den Percussion-Markt mit Überraschungen frisch und attraktiv zu halten, schlägt auch Toca in die Kerbe außergewöhnlicher Entwicklungen. Die Triple Conga Cajon ist ein klares Novum. Idee, Konzept, Spielweisen und Sounds setzen sich deutlich vom Mainstream ab. Doch was steckt wirklich dahinter? Wie wird das Instrument gespielt? Und warum überhaupt Cajon, obschon es eher wie das Oberteil einer Djembe aussieht? Und Triple – also drei? Das macht neugierig.

Cajon Front
(Bild: Archiv)

Die Toca Triple Conga Cajon ist ein klares Novum. Idee, Konzept, Spielweisen und Sounds setzen sich deutlich vom Mainstream ab. Doch was steckt wirklich dahinter? Conga? Cajon? Das Oberteil sieht doch eher aus wie eine Djembe! Wie das Percussion-Instrument klingt und was es kann, verraten wir dir in unserem Videotest der Toca Triple Conga Cajon.

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Die Begegnung mit dem Unbekannten

Auch wenn wir uns an Begriffe wie Conga und Cajon festklammern können, so ist diese Trommel ein völlig neues Instrument, das kaum Vergleiche zulässt. Der eigenen Intuition folgen ist hier angesagt, und dabei wird man schnell feststellen, dass weder klassische Conga-Spieltechniken noch Cajon-Spielweisen zu 100 Prozent greifen. Und doch sind beide Spielarten möglich. Man muss sie nur etwas modifizieren und individuell gestalten. Insofern ist man sein eigener Lehrmeister, und wer bereits Congas, Bongos oder Cajon spielt, hat sicherlich Vorteile.

Erste Schritte

Die Trommel wird kurzerhand ins Stativ gestellt (es ist im Lieferumfang enthalten) und ist sofort spielbereit. Stimmen kann man die Trommel nicht, und ein anderweitiges Tuning ist nicht nötig, weil die Spielfläche aus einer Holzplatte besteht, die drei vorgestimmte Ton- und Spielzonen bietet. Hiermit wäre der Begriff Cajon schon mal entschlüsselt, denn kein Naturfell, sondern eine 14″ große und sehr glatt gearbeitete Parawood-Spielfläche dient allen Schlagvarianten. Eine große und zwei unterschiedlich kleine Spielzonen sind durch schwarze Linien gekennzeichnet. (Foto 2) Ergo gibt es einen tiefen, einen mittleren und einen hohen Sound. Und damit hätten wir auch den Begriff „Triple“ geklärt. Probieren wir es mal aus.

Tipps zu Spieltechnik & Sound

Weil das große Tonfeld genug Platz bietet, kann hier durchaus die Conga-Spieltechnik angewendet werden. Bei den kleinen Spielflächen funktioniert die Fingerspielweise nach Bongo-Manier am besten. (Foto 4) Kräftige Finger-Beats am Rand erzeugen helle und knackige Töne, wobei das Tonintervall zwischen den beiden kleinen Feldern bei ungefähr einer Quarte liegt. Der große Spielbereich erinnert an ein Conga/Quinto Tuning. Der Sound der Triple Conga Cajon ist insgesamt knackig, trocken, fast Bata-mäßig, wobei die hellen „Triple-Töne“ für eine gewisse Frische sorgen und den trockenen Charakter etwas leichter und sonniger erscheinen lassen.

Toca Triple Conga Cajon_05
(Bild: Archiv)

 

Beispiel 1: Positioniert die Trommel so, dass die schwarze Kennzeichnungslinie diagonal nach links zeigt. Der große Spielbereich liegt somit hinten rechts und die beiden kleineren gegenüberliegend und zu euch hingewandt. (Foto 3) In dieser Position lassen sich alle Spielfelder mit beiden Händen bequem erreichen. Nun spielt ihr mit der rechten Hand einen Viertelpuls mit Open- und Bass-Beats im Wechsel. Die kleineren Tonfelder werden mit dem Zeigefinger der linken Hand gespielt. Sound und Groove könnt ihr euch auf der dieser STICKS-Ausgabe beigefügten CD anhören.

Toca Triple Conga Cajon_Beispiel_01

Beispiel 2: Weil auch der Begriff „Conga“ im Namen der Trommel enthalten ist, probieren wir also mal eine typische Conga-Figur. Hierzu dreht ihr die Trommel so, dass sich der große „Conga-Bereich“ quer vor euch befindet. Diese Tumbao-Figur lässt sich problemlos spielen. Insgesamt klingt es hell und wegen der Holzspielfläche auch recht trocken. Die Bassbeats werden dabei leicht vom Grundton gefärbt, während die Open Beats einen klaren und hölzernen Ton freigeben. Sehr präzise und knackig reagiert die Trommel auf Slaps. Hier muss man sich gar nicht großartig anstrengen, um dem typischen Akzentschlag die nötige Schärfe zu verleihen.

Beispiel 2

Weiter geht’s in Beispiel 3 mit einem kleinen Groove, lebendig und flink, in einer Mischform aus Conga- und Bongo-Spielweisen: Die rechte Hand folgt der Conga-Spielweise auf dem großen Tonfeld. Der linke Zeigefinger spielt Open Beats am Rand der mittelgroßen Spielfläche. Ebenso wird der knackige Slap mit links ausgeführt.

Beispiel 3

Zum Schluss gönnen wir uns im Rahmen von Beispiel 4 noch einen klangvollen Rhythmus, der, mit vielen Akzenten durchsetzt, ordentlich zundert und im Tempo schön abgeht: Wie in Foto 3 dargestellt, liegt die Zonenaufteilung der Spielfläche diagonal vor euch. Hauptsächlich wird auf der mittelgroßen Ebene gespielt, d. h. alle Slaps und Tips. Lediglich die Open Tones holen wir uns vom großen „Conga-Feld“. Viel Vergnügen mit den Triple-Tone-Melody-Grooves!

Beispiel 4

Konstruktion

Jetzt ist es an der Zeit, auch mal der Architektur des Instruments Aufmerksamkeit zu schenken. So besteht der Body aus Fiberglas, und die Form lässt erkennen, dass man hier den oberen Teil einer Djembe verwendet und kurzerhand umfunktioniert hat. Ringsum den Korpus läuft nämlich die Profilkante, die normalerweise den Konterspannring aufnimmt (Free Floating System). So musste man keine neue Form bauen und konnte die Djembe-Vorlage bestens nutzen. Den Djembe-Fuß hat man einfach weggelassen, so dass die Öffnung unten als Resonanzloch dient. (Foto 5) Fest mit dem Body verleimt, bietet die plane Parawood-Holzplatte eine Spielfläche mit Drei-Zonen-Unterteilung.

Die Wood-Membran besteht nicht aus drei separaten Teilen, sondern aus einer ganzen und dünn gearbeiteten Holzplatte, so wie man es vom Cajon-Bau her kennt. Auf ihrer Unterseite sind zwei starke Holzleisten aufgeleimt, die für die Aufteilung in drei Schwingungszonen zuständig sind und damit auch drei Klangbereiche herbeiführen. Ein eingeleimter Verstärkungsring aus Holz sichert die Wood-Membran zusätzlich von unten ab. Das Ganze ist stabil auf – gebaut, doch von der Machart eher grob gezimmert. Äußerlich ist davon nichts sichtbar. Hier präsentiert sich ein sauber gebautes Instrument mit gerundeten Kanten und glatten Seiten.

Auch die Maserung der Holzschlagfläche ist kontrastreich zum dunkelbraunen Finish des Bodys in Szene gesetzt. Das zugehörige Stativ eignet sich für die Sitzposition. Zwar ist es höhenverstellbar, jedoch im komplett ausgefahrenen Zustand nicht hoch genug, um bequem im Stehen spielen zu können. Schon gar nicht für große Personen. Auch die Stabilität spricht eher für einen niedrigen Aufbau.

 

Profil

  • 16″ hoher Fiberglas-Body
    • 14″ Parawood-Spielfläche, pretuned
    • 3-Zonen Unterteilung für low, mid und high Sounds
    • Spielfläche fest mit dem Korpus verbunden
    • gerundete Kanten, glatte Oberfläche
    • Resonanzöffnung in Gummiring eingefasst
    • inkl. Stativ

Body aus Fiberglas

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Fazit

Wer auf der Suche nach neuen Klängen und Spielmöglichkeiten ist, sollte auf jeden Fall die Triple Conga Cajon mal checken. Im Prinzip ist diese Trommel völlig intuitiv spielbar, weil es kaum möglich ist, einen Vergleich zu anderen Instrumenten herzustellen. Mit einer Mischform aus Conga-, Bongo- und Cajon-Techniken kommt man hier sehr gut voran, wobei auch individuelle Spielarten sicherlich Türen in der Entdeckung der Trommel öffnen werden. Trockene Wood-Sounds, melodiebetonte Grooves, knackige Slaps, Conga-Rhythmen und Bongo-Beats im Klangkostüm einer Cajon – all das bietet dieses neue Trommelwesen, das auf jeden Fall den Spaß am Musikmachen in die Mitte rückt.

 

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