Big Hats = Big Sounds

Top 5: 16″ Hi-Hat-Cymbals

Passend zu den „Big Ride Cymbals“ unserer „Top 5“-Folge vom Januar 2021 stellen wir dieses Mal fünf ausgesuchte große 16″ Hi-Hats vor. In den letzten Jahren haben sich Hi-Hats mit großem Durchmesser als Trend für den Einsatz in vielen Musikstilen gezeigt. Diesem sind mittlerweile nahezu alle Cymbal-Hersteller gefolgt und haben in ihrem Programm Modelle für die unterschiedlichsten musikalischen Einsatzgebiete aufgenommen.

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Dabei ist der Einsatz von Hi-Hats in solchen Größen gar nicht so neu, wenngleich in früheren Zeiten auch eher selten. Schon in den 50er-Jahren hatten einige Bigband-Drummer solche „Exoten“ eingesetzt, und in den 60er-Jahren war es z.B. Drummer Doug Clifford der immens populären Rockband CCR (Creedence Clearwater Revival), der mächtige 17″ Custom Hi-Hats spielte. Weitere renommierte Drummer waren dann später z. B. Steve Jordan, Curt Bisquera und Abe Laboriel Jr., die ab den 90er-Jahren mit Hi-Hat Kombinationen aus unterschiedlichen Crash-Cymbals in den Übergrößen 17″ und 18″ experimentierten und auch spezielle Hi-Hat Prototypen einsetzten. Nachdem sich seit den späten 00er-Jaren auch wieder 15″ Hi-Hats in vielen Styles etablierten (u. a. verstärkt in modern urban R&B), setzte sich schließlich der Trend zu großen Hi-Hats mit den 16er-Versionen fort.

Wie immer folgt unsere Auswahl der „Top 5“ keiner Wertung von 1 bis 5, die ausgewählten 16″ Hi-Hats sind wie gewohnt alphabetisch nach Herstellernamen gelistet.

Meinl Byzance Vintage Sand Hi-Hat 16″

Modernen wie Vintage Sounds gleichermaßen aufgeschlossen ist der renommierte deutsche Drummer Benny Greb, was sich auch in der Entwicklung seiner Meinl Signature-Cymbal-Linie der „Sand“-Modelle widerspiegelt. Das Top-Cymbal seiner aus B20-Bronze gefertigten, handgehämmerten 16″ „Sand“ Hi-Hat verfügt über die typische, sandgestrahlte Oberfläche, das Bottom-Cymbal ist komplett beidseitig abgedreht. Die spezielle Kombination liefert einen etwas dunkleren und frequenzmäßig breiteren Klang.

Dazu sagt Benny Greb selbst: „Ich habe meinen persönlichen Prototypen dieser 16″ Sand Hats bereits einige Jahre lang (vor der offiziellen Veröffentlichung) im Studio als sehr gelungene klangliche Alternative eingesetzt, wenn ich einen etwas wärmeren und breiteren Hi-Hat-Sound erzielen wollte, ohne den ursprünglichen Klangcharakter der 14″ Version zu verlieren.“

Dabei klingen die „Sand“ Hi-Hats übrigens gar nicht so trocken, wie der Name vermuten lässt, sondern liefern im Attack ein feines, kerniges Klangbild, gepaart mit einem harmonisch reichen Obertonspektrum und einer leichten Trash-Note. Gerade diese 16″ Version ist eine ausgezeichnete Hi-Hat für moderne Styles des Funk und R&B.

Paiste 2002 Black Big Beat Hi-Hat 16″

Im Rahmen der Erweiterung legendären „2002“-Cymbals mit zeitgemäßen Cymbal-Sounds erweiterte Paiste die Serie mit den „2002 Black Big Beat Cymbals“ (wobei sich „Black“ auf die Farbe des Logos bezieht, wie es bei den ersten 2002-Cymbals ab 1971 der Fall war). Ein „Big Beat“ erfordert meist auch große Cymbals, und so gehört auch die 16″ Hi-Hat dazu. Diese aus der für die 2002 Cymbals typischen CuSN8-Bronze (B8) gefertigte Hi-Hat präsentiert sich mit einem klassischen, kernigen Rock-Sound mit präsentem Attack, starker Projektion und einem satt-warmen Ton. Bemerkenswert ist der Dynamikumfang, denn die für den „Big Beat“ ausgelegte Hi-Hat spricht auch bei leisem Spiel sehr gut an. Der Stick-Anschlag kommt nicht nur präsent, sondern auch mit einem guten Anteil „holziger“ Wärme. Kräftig angespielt wird der Sticksound kerniger und hellerund der gesamte Sound enorm satt. Bei leicht geöffneter Spielweise liefert die H-Hat einen mächtig rauschenden Klangteppich. Hervorragend geeignet für den großen Rock-Beat ist aufgrund der dynamischen Ansprache auch ein Einsatz z. B.in Retro-Funk-Styles sehr gut denkbar.

UFIP Blast Hi-Hat 16″

Der Name kann hier durchaus auch Programm sein, denn im Gegensatz zur „Extra Dry“ Hi-Hat der UFIP „Blast“ Cymbals gehört diese 16″ Hi-Hat zu den „Bright“-Versionen der Serie und liefert dementsprechend einen hellen, trocken-präsenten Attacksound, der sich auch bei sehr schnell gespielten, kräftigen (Blast-) Beats mit definierter Projektion ausgezeichnet durchsetzt, und dies auch bei hohen Lautstärken. Auch im mittleren Dynamikbereich macht sie eine sehr gute Figur, so dass auch in Musikstilen, bei denen eine saubere Definition schnell gespielter Hi-Hat Patterns und ein brillanter Sound gefragt ist, eine ausgezeichnete Klangalternative zu kleineren Hi-Hat-Modellen sein kann. Dazu tragen auch das schnell ausklingende Sustain und der leicht trashy klingende Anteil im Gesamtklang bei, der den äußerst schnell ansprechenden Cymbals einen interessante Klangcharakter verleiht.

Zildjian K Sweet Hi-Hat 16″

Das etwas „roughe“ Aussehen täuscht hinsichtlich des Klangcharakters der K Sweet Cymbals, denn diese präsentieren sich durchweg mit einem angenehmen, dunklen und warmen Klangcharakter. Dies zeigt sich auch bei der 16″ K Sweet Hi-Hat: Die Obertöne im Attack sind seidig und verleihen gute Präsenz, so dass schnell gespielte Patterns sauber abgebildet werden. Hinzu kommt eine leicht trockene Klangnote, was die Artikulation fördert. Im Sustain liefert die Hi-Hat genügend Zisch und besticht durch einen sehr breiten, vollen Sound. Beim Zutreten entsteht ein satter Chick-Sound mit schmatzendem Attack und feinen Obertönen, was man von einer so großen Hi-Hat nicht erwarten würde. Auch dynamisch hat diese große Hi-Hat einiges zu bieten und reagiert auch sehr leise gespielt (Besen, Rods oder feine Sticks) sehr gut. Auch bei einer kräftigeren Spielweise wirkt sie nicht zu trashig und bleibt definiert. Musikalisch lässt sie sich durch diesen Klangcharakter vielseitig einsetzen, von traditionellen Stilen wie Jazz, Blues, Soul und Country bis hin zu Modern Styles wie Urban Beats und R&B.

Zultan Heritage Hi-Hat 16″

Ein klanglich hervorragend passender Partner zu dem in der „Top 5“-Folge vom Januar 2021 vorgestellten 24″ Ride-Cymbal ist diese 16″ Zultan Heritage Hi-Hat. Die Zultan Heritage Cymbal-Serie verstehen sich als eine Widmung sowohl an die traditionelle türkische Cymbal-Schmiedekunst wie auch der speziellen, klassischen Sounds der Jazz-Ära der 50er/60er-Jahre. Auch bei der Heritage Hi-Hat finden wir wieder den tiefen Grundton unter dem trocken-mittigen Pingsound des Stickattacks. Dieser zeigt sich als sehr schön in den Gesamtklang eingebetteter, warmer Sticksounds der „holzigen“ Art, was die gespielten Patterns auch bei etwas forciertere Spielweise noch differenziert hörbar macht. Leicht geöffnet angespielt, erzeugt die Hi-Hat ein sattes Rauschen, hier sollte man dann nicht zu schnelle Patterns spielen wollen. Generell kann man hier natürlich von einem „jazzigen“ Klangcharakter schreiben, doch eignet sich diese Hi-Hat auch für andere Styles (Blues, Soul, Pop) als eine interessante Klangalternative, wenn nicht allzu hohe Lautstärke, dafür aber harmonisch reiche, individuelle Sounds angesagt sind.

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