Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums
Kleine Sets, cooler Sound!

Top 5: Compact Drumsets

In dieser Folge unserer „Top 5“-Reihe widmen wir uns den so genannten Compact Kits. Dabei handelt es sich um spezielle Drumsets mit kleinen Trommelgrößen, die besonders in den letzten Jahren mehr und mehr angesagt sind für den Einsatz bei Jam Sessions und Club-Gigs mit oft beengten Bühnen-Verhältnissen oder auch bei Straßenmusik, da sie schnell aufzubauen und leicht zu transportieren sind. Favorisiert werden sie zudem von Drummern, die bei solchen Gelegenheiten kein Cajon einsetzen sondern lieber ein „richtiges“ Drumset spielen mögen.

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Kompakte Drumsets gibt es schon seit Jahrzehnten, man denke nur an die kleinen Be-Bop Jazz Sets mit den 18″ Bassdrums, die sich seit den 1950er-Jahren bis heute als ein „Standard“ Jazz-Drumset etabliert haben, oder die so genannten „Cocktail Sets“, die im Stehen zu spielen sind. Bereits zu Zeiten des „Unplugged“-Booms der 1990er-Jahre haben einige Hersteller „miniaturisierte“ Drumsets auf den Markt gebracht, die zwar aus kleinen Drums bestanden, aber alles andere als ein billiges Kinderschlagzeug waren, sondern vollwertige professionelle Drumsets. Nach dem folgenden Cajon-Boom, als diese Kisten gern als Schlagzeug-Ersatz gehandelt wurden, nutzen schon seit einiger Zeit wieder viele Drummer lieber ein Compact Kit, ein Trend, der auch gerade durch den Einsatz solcher Kits bei Street Gigs, Jam Sessions und Club Gigs in der modernen „Urban Music Scene“ der USA begann und aktuell auch in Europa immer mehr Akzeptanz findet. Interessanterweise lassen sich mit solchen Compact Kits nämlich auch die speziellen programmierten Sounds und Samples der modernen Styles sehr gut nachempfinden. Und mikrofoniert können diese kleinen, doch feinen Drumsets durchaus auch schon mal ziemlich „groß“ klingen.

Bei unserer Auswahl haben wir uns dieses Mal auf Shell Sets (Kesselsätze) beschränkt. Zu beachten ist also, dass noch ein Hardware-Set dazu erworben werden muss und natürlich passende Cymbals (falls nicht schon vorhanden). In Bezug auf die Hardware hatten wir bereits in einer der vorherigen „Top 5“-Folgen auf spezielle, leichtgewichtige Hardware hingewiesen.

Wie immer gilt auch für diese „Top 5“ eine alphabetische Listung der Compact Kits ohne Wertung von „1 – 5“.

LUDWIG BREAKBEATS DRUMSET

 

Ludwig Breakbeat Drumset

In Zusammenarbeit mit Drummer Ahmir „Questlove“ Thompson wurde von Ludwig das „Breakbeats“ Compact Kit entwickelt. Bestehend aus einer 16″ × 14″ Bassdrum, 14″ × 5″ Snaredrum 10″ × 7″ Tom und 13″ × 13″ Floor-Tom ist es ein kompaktes, miniaturisiertes Set, das nach den Wünschen von „Questlove“ mehreren Ansprüchen Genüge tun sollte: ein preiswertes, leicht zu transportierendes Set, mit dem sich zudem moderne, komprimierte Sounds auch akustisch gut realisieren lassen. Das Set mit den siebenlagigen Kesseln aus Pappel ist ordentlich verarbeitet, mit den klassischen Ludwig Mini Lugs und schickem Sparkle Folien-Finish macht es auch optisch was her. Für die Bassdrum gibt es einen „Riser“ so dass sich der Schlegel des Bassdrum-Pedals wie bei einer normal großen einstellen lässt. Leider kann dieser Riser mit der guten Qualität der sonstigen Hardware nicht mithalten und ist mit Vorsicht zu bedienen. Tom-Halter, Floor-Tom -Beine und Bassdrum-spitzen halten die Instrumente absolut sicher in Position. Bei den Toms sorgen die serienmäßigen „Pin Strip“-Schlagfelle für fetten Ton, bei der Snare liegen die Stärken eher bei den (auch von „Questlove“ favorisierten) höheren Stimmungen mit crisper Ansprache. Für eine nur 16″ durchmessende Bassdrum lassen sich tatsächlich auch recht ordentliche Bässe erzielen.

PDP DARU JONES NEW YORKER SIGNATURE DRUMSET

PDP Daru Jones New Yorker Signature Drumset

In Zusammenarbeit mit dem kreativen Drummer Daru Jones hat DWs Tochterfirma PDP aus dem „New Yorker“-Set eine Sonderedition entwickelt. Das „Daru Jones New Yorker“-Set besteht aus einer 18″ x 10″ Bassdrum, 13″ x 6″ Snaredrum und 10″ x 5″ Tom sowie 14″ x 7″ Floor-Tom mit sechslagigen Pappelkesseln und Ahorn-Außenfurnier im lackierten „Yellow to Black Sparkle“-Finish. Das alles wird in zwei zum Lieferumfang gehörenden Taschen verpackt. Das Set stellt nicht nur eine gelungene transportfreundliche Lösung dar, sondern hat auch klanglich seine Qualitäten. Die Kessel mit ihrer geringen Tiefe sorgen für einen Attack-betonten Klang mit einer unterschwelligen Klangtiefe. Auch wenn die hellen, offenen Sounds die Stärken sind, kann man durchaus tiefere Sounds generieren, die z. B. bei einer Mikrofonierung gut funktionieren. Das Set eignet sich also nicht nur für modern urban styles, sondern bei Club- oder Street-Gigs oder Jam Sessions sicherlich auch für andere Musikstile.

SONOR AQ2 SAFARI DRUMSET

Sonor AQ2 Safari Drumset

Das Sonor AQ2 „Safari“ Drumset besteht aus einer 16″ x 15″ Bassdrum, 10″ x 7″ Tom, 13″ x 12″ Floor-Tom, 13″ x 6″ Snaredrum mit siebenlagigen Kesseln aus kanadischem und chinesischem Ahorn. Die Verarbeitung der Kessel ist makellos, die Kessel sind auf geringste Toleranzen gearbeitet. Gleiches gilt für die Hardware inklusive Tom-Halterung und  Bassdrum-Riser. Die mit dem soliden Riser ausgestattete 16″ Bassdrum liefert guten Punch, und der Ton insgesamt ist erstaunlich bassig. Bei den Toms sorgen in Gummi gelagerte „Smart Mount“-Halterungen für saubere Klangentwicklung und tonale Fülle. Die Snare präsentiert sich mit crispen Attacks mit hellen Obertönen und einem transparenten Sustain mit gutem Mittenspektrum für vollen Sound. Die Stärke des „Safari“-Sets ist ein durchaus satter und warmer Sound, der nicht nur bei beengten Club-Gigs angesagt ist, sondern auch gut auf etwas größeren Bühnen funktioniert, wenn man mittels Mikrofonierung die PA etwas nachhelfen lässt. In Sachen Verarbeitung, Optik und Klangpotenzial steht das „Safari“-Kit den großen AQ2-Drumsets in nichts nach.

TAMA COCKTAIL JAM KIT

Tama Cocktail Jam Kit

Mit dem Cocktail Jam Kit der „Silverstar“-Serie geht Tama einen eigenen und speziellen Weg in Sachen Compact Kits. In Sachen Transportfreundichkeit passt das komplette Set inklusive Hardware in zwei Taschen. Das spezielle Hardware-Konzept erlaubt nicht nur kompakte Aufbauten, die für ein Spiel im Stehen wie auch im Sitzen (!) geeignet sind. Das Set besteht aus 16″ × 6″ Bassdrum, 12″ × 5″ Snaredrum, 10″ × 5″ Tom und 14″ × 5,5″ Floor-Tom mit Birkenkesseln, die lediglich mit Schlagfellen ausgestattet sind, auf Resonanzfelle wird „Concert Tom Style“-mäßig verzichtet. Zum Lieferumfang gehören außer den beiden Transporttaschen und den Trommeln zudem ein Bassdrum-Pedal mit spezieller Halterung, mit dem die wie ein Floor-Tom mit Beinen versehene Bassdrum von unten gespielt wird. Außerdem gibt es die an der Bassdrum zu montierenden „Mounting Pipes“, mit denen Snare und Toms sowie Cymbal- und (Closed)-Hi-Hat-Holder mittels L-Clamps befestigt werden.
Die Sounds von Bassdrum, Tom und Floor- Tom sind perkussiv Attack-betont. Durch den geschickten Aufbau und Stimmung von Bassdrum und Floor-Tom sind zudem interessante weitere Sound-Optionen realisierbar, das Sustain lässt sich verlängern oder verkürzen, sowie mehr oder weniger Bass-Anteil erreichen. Das Tama Cocktail Jam Kit hat wesentlich mehr zu bieten als nur die platzsparende, transportfreundliche Lösung, vor allem auch die Option, es im Stehen wie im Sitzen spielen zu können. Was die Sounds angeht, so lässt es sich musikalisch vielseitig einsetzen und kann gerade auch mikrofoniert für interessante Klangvarianten sorgen.

YAMAHA STAGE CUSTOM HIP DRUMSET

Von Yamaha gibt es aktuell eine neue Variante in Sachen „Compact Kits“. Das Stage Custom Hip steht in der Yamaha-Tradition der transportfreundlichen „Hip Gig“-Drumsets und bietet einen neuen Ansatz dieser Idee. Das Shell-Set besteht aus einer 20″ ×8″ Bassdrum, 10″ × 5″ Tom, 13″ × 8″ Floor-Tom (mit 20-spiraligem Snareteppich!) und einer 13″ × 5″ Snaredrum; ein Tom-Halter ist im Lieferumfang enthalten, ansonsten keinerlei Hardware oder Gig Bags. Durch die geringe Kesseltiefe der Bassdrum nimmt das Set vor allem nach vorne wenig Platz auf der Bühne ein, dabei macht sie einen angenehm fetten Sound. Da es sich bei allen Drums um die 6-lagigen Birkenkessel der „Stage Custom“-Serie handelt, ist das gesamte Set klanglich recht variabel einsetzbar. Ein weiterer Pluspunkt in Sachen Klangoptionen ist die Ausstattung des Floor-Toms mit einem extra Snareteppich. So hat man schnell zwei unterschiedliche Snaresounds zur Verfügung, wie man sie vor allem in modernen Styles gerne einsetzt. Doch auch für alle anderen Styles liefert das Yamaha Stage Custom Hip passende Sounds und lässt sich mikrofoniert auch für etwas größere Gigs problemlos einsetzen. Hier liegt natürlich gerade auch eine Kombination mit dem Yamaha EAD10 Electro Acoustic Drum Modul und seinen vielfältigen Möglichkeiten der Drum-Mikrofonierung und dem leichten Einsatz von Effects und Samples nahe. Naheliegend ist natürlich auch die Kombination des Shell-Set mit der ultraleichten Yamaha Crosstown Lightweight Hardware für höchsten Transportkomfort.

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Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Hello!
    Pearl Midtown should have been here too. I use it, and it’s great!
    Best regards,
    Lars Kullberg
    Borgå
    Finland

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  2. Hallo, bitte das Auris Gigpig nicht vergessen! Sehr kompaktes All-In-One-Drumset, leicht zu transportieren mit nem Klasse Sound – und zusätzlich immer ein Blickfang!

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  3. Hallo! Ich spiele ein Taye Go Kit! Kessel in sehr guter Qualität mit kleinen flachen Kesseln. BD 18×8, Toms in 8-10- und 12 Zoll und die SD hat denke ich 13×4. Die Fußpedale sind nicht so besonders, aber die Kessel klingen sehr gut. Empfehlenswert!
    LG Gerhard aus der Steiermark

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