Trash, Noise, Claps und mehr ...

Top 5: Effect Cymbals

In unserer Top-5-Reihe beschäftigen wir uns dieses Mal mit den so genannten Effect Cymbals (auch FX Cymbals genannt). Bis vor einigen Jahren verstand man unter dieser Bezeichnung hauptsächlich die Splash- und China-Type-Cymbals, Bells, Cup Chimes, Crotales und ähnliches. Seit einiger Zeit allerdings führen fast alle Hersteller spezielle FX-Cymbals in ihrem Programm, die vor allem eine akustische Antwort auf die elektronischen bzw. produzierten und „effektierten“ Cymbal-Sounds moderner Music Styles sind.

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So verwundert es auch nicht, dass diese Art FX Cymbals mit herkömmlichen Cymbal-Formen oft wenig gemein haben. Eine weitere Variante, elektronische bzw. „Produzierte“ Cymbalsounds nachzuempfinden sind die in den letzten Jahren vor allem bei den Drummern des Modern R&B, Neo Soul und Urban Styles immer beliebter gewordenen Stacks (übereinandergelegte Cymbals), bei denen oft auch mit mehreren Löchern perforierte oder auch bewusst deformierte Cymbal-Modelle zum Einsatz kommen, um den gewünschten „Trash“-Effect zu erreichen. Durch den regulierbaren Anpressdruck der übereinandergelegten Cymbals eines Stacks lassen sich damit auch Sound-Variationen erzielen, die man dem Charakter des Musikstils gut anpassen kann.

Die von uns ausgewählten FX Cymbal-Sets sind, wie in unserer STICKS-Top-5-Reihe üblich, in alphabetischer Reihenfolge gelistet, es liegt also keine Bewertung „von 1 – 5“ vor!

Istanbul Agop Clap Stack

Das Istanbul Agop Clap Stack besteht aus drei Cymbals in den Größen 11″, 13″ und 15″ und wird konventionell auf einem Cymbal-Stativ montiert. Die drei Cymbals des Clap Stack werden aus B20-Bronze hergestellt. Sie besitzen keine Kuppen, und die flachen Scheiben sind zu einer leichten Hohlkehle gerollt. Zusätzlich gibt es eine äußerst dezente Hämmerung; um das Loch zur Aufhängung und im Randbereich wurden die drei Cymbals nicht gehämmert. Auf ein Abdrehmuster wurde vollkommen verzichtet. Auch wenn man hier vielleicht den Eindruck gewinnt, dass vieles willkürlich erscheint, wurden die Formen und Bearbeitungen zielgerichtet umgesetzt. Im Trio ist das Clap Stack perfekt für die Klangillusion von 8-bit-Handclap-Sample-Sounds oder als Einzel-Cymbals für Industrial Noises einsetzbar. Das Clap Stack klingt tatsächlich wie ein trashiges Handclap-Sample aus dem (Drum-) Computer.
Um den idealen Sound zu erzielen sollte man es nicht allzu fest anziehen und beim Anschlag locker mit der Stockschulter so erwischen, dass man möglichst alle drei Cymbals trifft. Dann entsteht ein etwas diffuser, kurz raschelnder Attack gepaart mit einem extrem kurzen, leicht verzerrten Noise-Anteil mit leicht metallischem Zischeln im Hintergrund. Es lohnt sich, mit der Andruckstärke zu experimentieren. Stellt man die drei Cymbals lose ein, so wird der Sound etwas „größer“ ohne dabei wirklich „länger“ zu werden. Abseits von dieser Anwendung kann man mit jedem dieser Cymbals in einzelner Aufhängung auch tolle Industrial Noises generieren. Das Istanbul Agop Clap Stack ist ein sehr amüsantes Klangspielzeug und dürfte viele Neo-Soul- und Urban/R’n’B-Style-Drummer sowie solchen, die gerne Electronic Effect Sounds akustisch imitieren wollen begeistern.

Erhältlich ist auch ein Clap Stack Expansion Set mit 9″ und 17″ Cymbals, die das Klangspektrum um etwas hellere bzw. dunklere, oder kürzere bzw. etwas längere Sounds erweitern, oder als 5er-Kombi für mächtig Trash Noise sorgen können.

Meinl Artist Concept Benny Greb Crasher Hats

Die 8″ Benny Greb Crasher Hats bestehen aus vier gestackten, verschiedenartigen Cymbals. Soundaspekte aus Trash, Noise und perkussiven Sounds ermöglichen unterschiedliche Spielweisen zwischen FX-Hi-Hat-Pattern bis hin zur „Shaker Style“-Applikation. Ein Meinl X-Hat-Halter ist im Lieferumfang enthalten. Die Cymbals werden mit Ausnahme der aus B8-Bronze hergestellten flachen Scheibe aus B20-Bronze gefertigt. Das Top-Cymbal zeigt ein intensives Hämmerungsmuster mit dichten, verschieden geformten Einschlägen, die nicht sehr tief gesetzt sind. Die Kuppe weist vereinzelte kreisrunde und dafür tiefere Einschläge auf. Hier findet sich kein Abdrehmuster. Auf dem Profil ist ein sehr feines Muster im Hintergrund zu erkennen. Das mittlere „Bottom“-Cymbal zeigt keinerlei Abdrehmuster und ist mit sehr großen, tief gesetzten Hammereinschlägen verdichtet. Das Finish ist in mattbraun gehalten. Das finale, nicht abgedrehte Bottom-Cymbal zeigt die „rostige“, schillernde und ansonsten unbehandelte Kuppe und ein dunkelbraun gehaltenes Profil, das sowohl mit großen, tief gesetzten als auch mit kleinen, dicht und nicht sehr tief gesetzten Einschlägen bearbeitet wurde.

Bei den 8″ Crasher Hats ist das oberste Gebot in Sachen Sound-Vielfalt, den richtigen Spot im Anpressdruck zu finden. Will man eher einen Trash-Crasher-Effekt erzielen, so ist wenig Druck eine schöne Sache. Der Stick-Sound ist markant, trocken und ein wenig dirty und das Sustain noisy, leicht raschelig und ob der Größe der Crasher Hats doch kontrolliert genug. Ein leicht singender, metallischer Oberton im Sustain tritt dann auf, wenn man sie zu locker für den Crasher-Sound gestellt hat. Dies ist z. B. für Einzelakzente ein weiterer reizvoller Klang. Zieht man die Crasher Hats stärker zusammen, wird der Klang sehr kurz und trocken im Attack, das Sustain bekommt eine weiche Färbung und bietet einen kurzen Zisch-Sound. Das geht stark in Richtung perkussiver Sounds und man findet auch schnell einen Spot, bei dem der Anpressdruck den Anschlag noch weicher und hintergründiger macht und das sanfte, kurze Zisseln im Sustain eine interessant klingende Shaker-Imitation erlaubt. Die Benny Greb Crasher Hats sind sehr inspirierend, da sie viele Sound-Optionen bieten, die sich durch die Spielweisen (Stockspitze/Stockschulter) und Spieldynamik im Detail klasse variieren lassen.

Paiste PSTX 14″ Swiss Flanger Stack

Bei den Paiste „PST X“-Cymbals kommen sowohl B8-Bronze als auch die MS63-Messinglegierung zum Einsatz. Die Optik der „Swiss“-Cymbals wird von einem seidenmatten Finish bestimmt, das durch das Bürsten der Cymbals entsteht. Eine Abweichung vom üblichen „PST X“-Loch-Pattern zeigt das Bottom-Cymbal des 14″ Swiss Flanger Stack: Für das benötigte Plus an Fläche für den speziellen Rand fallen die Löcher kleiner aus, und das Pattern beginnt erst nach ca. 6,5 cm vom äußeren Cymbal-Rand. Dieser ist in diesem Bereich nicht nur einfach flach zum Profilbogen ausgerichtet, sondern zeigt auch ein sehr individuelles Wellenmuster. Dieses Cymbal bietet zugleich auch hohe mechanische Flexibilität. Das Bottom-Cymbal ist ein Swiss Flanger Crash mit spritzigem Attack, der trashigen Attack und ein kurz rauschendes Sustain erzeugt. Kombiniert mit dem Klang des MS63-Messing Bottom-Cymbals, das einen eher dunklen Trash-Sound abliefert und hier als Top-Cymbal des PST X Swiss Stack fungiert erhält man ein variables Klangergebnis in Abhängigkeit davon, wie stark man die beiden Cymbals als Stack zusammenzieht. Presst man sie stark zusammen, entsteht ein sehr kompakter, metallisch peitschender Attack mit kontrolliertem Trash-Charakter, für klare Akzente und auch als quasi geschlossene X-Hat oder auch Snaredrum-Ersatz. Öffnet man das Ganze so weit wie es geht, liefert das Swiss Stack einen rauschenden Sound im Attack und verklingt dann mit einem Sustain-Rest sehr schnell und abrupt. Sehr gut für Ride-Patterns geeignet, auch bei komplexen Beats.

Sabian 14″ Jojo Mayer Hoop Crasher

Für Electro Snares sind White-Noise-Sounds als Snaredrum-Sound ein Muss. Für den von Electro-Beat-Ikone Jojo Mayer inspirierten Hoop Crasher verwendet Sabian B20-Bronze. Die mit zwei Ösenhaken verbundenen, ca. 4 cm breiten „Ringe“ entsprechen den Rändern eines leichten Top-Hi-Hat-Cymbal im Natural Finish und eines Xcelerator-Bottom-Cymbals. Durch das X-Celerator-Cymbal-Profil mit seinem gewellten Rand liegt der Hoop Crasher mit nur minimalem Kontakt auf dem Snaredrum-Fell auf. Drei mitgelieferte Klemmen können (nach Belieben) dafür sorgen, dass beim Spiel auch nichts verrutschen oder abspringen kann. Die Auflage der beiden Ringe bleibt für einen Crasher-Sound flexibel genug.

Der obere Teil des Hoop Crasher hat ein etwas steileres Profil, so dass dieser nur mit einem Teil des äußeren Randes Kontakt zum unteren Cymbal-Ring hat. Zudem sind zur weiteren Gewichtsreduktion und Klangverfeinerung 32 Löcher mit ca. 1/2″ Durchmesser in den oberen Ring gestanzt. Den Hoop Crasher legt man ganz simpel auf die Snaredrum auf. Variiert man den Anspielwinkel des Stocks, kann man nur das Center der Snare spielen, nur den Hoop Crasher oder beides und so die Sounds variieren und die Grooves abwechslungsreich gestalten. Der Hoop Crasher dämpft den Snare-Center-Sound nur wenig, und ein bisschen Obertondämpfung hat fetten Elektro-Beat-Sounds noch nie geschadet, vor allem wenn das die Ansprache der Trommeln nicht negativ beeinflusst.

Zildjian 16″ FX Stacks

Auffällig sind die seidenmatten Oberflächen sowie die ausschließlich für die Top-Cymbals verwendeten Lochmuster im Profil. Mit dem 3″ langen Cymbolt montiert können Zildjian FX Stacks entweder als Stack oder als Hi-Hat montiert werden. Für die Top-Cymbals verwendet Zildjian eine Variante der B8-Bronzelegierung, kaltgewalzter Stahl wird für die Bottom-Cymbals verwendet. Die Oberflächen sind auf die gleiche Art und Weise behandelt wie die der „L80 Low Volume“-Cymbals. Die Zildjian FX Stacks werden mit dem Cymbolt montiert. Dieser besitzt vier Filze, so dass man genügend Andruck für kurze Sounds in der gestackten Variante erzielen kann. Mit viel Andruck entstehen kurze, zischende, teils Shaker-ähnliche Sounds. Mit wenig Andruck erhält man einen voluminös raschelnden Crasher-Sound.

Montiert man die FX Stacks als Fixed Hi-Hat, spielt auch hier die Andruckkraft eine entscheidende Rolle bei der Sound-Färbung. Die Kombination aus Bronze- und Stahl-Cymbals verleiht den Zildjian FX Stacks jedenfalls einen einzigartigen klanglichen Charme. Durch die beiden möglichen Montageweisen als Stack oder Hi-Hat hat man eine sehr gute Bandbreite an Sound-Varianten zur Verfügung, die sich für viele verschieden Styles einsetzen lassen. //

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