Produkt: Sticks Digital 01-02/2020
Sticks Digital 01-02/2020
Marco Minnemann - Drums araound the world +++ Interview: Jakob Hegner, Holger Maik Mertin +++ Test-Special: Pearl e/Merge e/Hybtid Set
Vintage Look & Feel

Top 5: Flat Base Hi-Hat-Maschinen

In der dieser Folge der Top 5 widmen wir uns den so genannten Flat Base Hi-Hat-Maschinen. Mit ihrem Vintage-Design der Stativ-Basis besitzen sie nicht nur ein optisches Retro-Flair, mit dem sie sich hervorragend zur Ausstattung von sowohl Vintage-Drum-Sets als auch deren moderner Varianten eignen. Durch die „Leichtbauweise“ und die Reduktion auf das Notwendige für eine gute Funktionalität kommt es zudem gegenüber moderner Standard-Hardware zu einer merklichen Gewichtsersparnis und dadurch hoher Transportfreundlichkeit.

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Dies gilt selbstverständlich für alle Stative einer so genannten „Flat Base“-Hardware, wie sie bis in die frühen 1970er-Jahre eigentlich Standard-Ausstattung von Drumsets war. Erst Ende der 60er/Anfang der 70er-Jahre kamen dann die ersten Stative mit der erweiterten, hoch angesetzten Dreibein-Basis auf den Markt (z. B. Ludwig „Atlas“ und Pearl „President“ Hardware), die dann aufgrund der höheren Lautstärken immer kräftiger werdenden Spielweisen und Verwendung größerer und schwerer Cymbals ebenfalls immer schwerer und solider wurden. Hardware-Versionen wie die der Tama „Titan“-Serie setzten als doppelstrebige Modelle einen Standard, der bis heute seine Gültigkeit hat.

Im Zuge der Beleibtheit von Vintage Drums und deren modernen Versionen im Retro-Look sowie der Compact Drum Kits bieten nun seit schon einigen Jahren immer mehr Hersteller (wieder) so genannte „Flat Base“ Hardware und darunter die entsprechenden Hi-Hat-Maschinen an. Diese unterscheiden sich von ihren Vorgängern aus Opas und Omas Zeiten allerdings durch zeitgemäße, technisch bessere Hardware-Komponenten, solide Vernietung der Einzelteile, ordentliche Schrauben zur Fixierung der Höhe, im Klemmbereich gefütterte Rohre und einer zuverlässigen Verbindung von Trittplatte und Zugstange, die eine direkte Kraftübertragung gewährleistet.

Auch wenn die möglichen Aufbauhöhen ein wenig geringer ausfallen als bei den Standard-Maschinen, so lassen sich die modernen Flat Base Hi-Hat-Maschinen mit ordentlichem Spielgefühl einsetzen Dass man hier nicht unbedingt die schwersten Cymbals verwenden sollte, dürfte naheliegend sein. Ebenso sollte man nicht mit einer übermäßig forcierten Spielweise zu Werke gehen.

Wie immer gilt auch dieses Mal keine Wertung bezüglich der Reihenfolge von 1 – 5 sondern die alphabetische Listung nach Herstellernamen.

DW 6500 Retro Flush Base Hi-Hat Stand

Die eingangs erwähnten technischen Details finden sich selbstverständlich auch allesamt in gewohnt gute Qualität an der von DW „Retro Flush Base“ genannten Hi-Hat Maschine aus der 6500er-Serie. Auc finden sich die bekannten DW-Hardware-Elemente wie eine Trittplatte mit soliden Fersenteil und eine ordentliche Hi-Hat-Clutch für das Top-Cymbal. Mit Aufbauhöhen zwischen 71 und 89 cm ist sie flexibel positionierbar vom „Kinder-Set“ bis zu normal großen Drum Kits. Für Standstabilität auf unterschiedlich gearteten Oberflächen sorgen zusätzlich drei herausschraubbare Dornen, die in die soliden Gummifüße der mit 2,67 kg recht leichten Hi-Hat-Maschine integriert sind.

Die DW Retro Flush Base Hi-Hat-Maschine vermittelt ein gutes, direktes Spielgefühl dank der soliden Verbindung der bekannten DW Trittplatte mit einem „Direct Pull“ Zugstab. Dies lässt sich durch die einstellbare Federspannung zudem über eine Rändelschraube gut auf die eigene Spielweise hin justieren und die entsprechende Einstellung mittels Vierkantschraube fixieren. /

Gibraltar 8707 Flat Base Hi-Hat Stand

Gibraltar ist bekannt für zuverlässige funktionierende, solide und qualitativ ordentlich gefertigte Hardware. Dies gilt natürlich auch für den Flat Base Hi-Stand 8707. Zur technischen Ausstattung gehöre eine ordentliche Hi-Hat Clutch für das Top-Cymbal, Memory-Lock zur Fixierung der Tauchrohr-Höhe (nutzbare Aufbauhöhen etwa zwischen 78 bis 90 cm), ABS Kunststoff-Innenhülse im Tauchrohr, zwei herausschraubbare Dorne an der Stativ-Basis zur Sicherheit gegen Verrutschen und drei solide Gummifüße mit recht großer Auflagefläche.

Besonderheit dieser Flat Base Hi-Hat ist die Verbindung zwischen Trittplatte und Zugstab und somit die  Kraftübertragung über eine Art Pleuelstange mit zwei Gelenken. An der Trittplatte ist die Befestigung kugelgelagert, an der Verbindung zur Zugstange gibt es eine Filzplatte zur Geräuschminderung. Über eine einstellbare Federspannung (außerdem fixierbar) lässt sich ein direktes Spielgefühl für de individuelle Spielweise einstellen. /

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Millenium 601 Flat Hi-Hat Stand

Preiswertetes Modell dieser Top 5 ist der Millenium Hi-Hat Stand 601, der allerdings ähnliche Features aufweist wie die anderen Modelle. So finden wir top down eine ordentliche Standard- Hi-Hat-Clutch für das Top-Cymbal, mittels Rändelschraube einstellbare Schrägstellung für das Bottom-Cymbal, Nylon-gefüttertes Innenrohr für die Tauchrohraufnahme und eine Memory Clamp für die Höheneinstellung. Verzichten muss man auf herausschraubbare Feststelldorne an der Basis, doch steht die Hi-Hat-Maschine recht solide.

Die Verbindung zwischen Trittplatte erfolgt hier über ein Kunststoffgelenk, das am Fersenteil verstiftet und am Tauchrohr an einem Doppelbügel aus Stahl fixiert ist. Eine Einstellung der Federspannung ist nicht möglich, allerdings dürfte die vorgegebene Einstellung für die meisten (einfachen) Anwendungen durchaus ausreichend sein, da die Kraftübertragung direkt genug ist, um auch sensible Spielmöglichkeiten zuzulassen. /

Pearl H-150S Flat Base Hi-Hat Stand

Besondere Merkmale des Pearl Flat Base Hi-Hat Stand H-150S sind die spezielle Trittplatte der „Redline“-Serie sowie die Möglichkeit, die Dreibeinbasis soweit verdrehen zu können, dass sich sogar Platz für eine gute Positionierung eines Double-Bassdrum-Pedals ergibt. Die „Redline“-Trittplatte von Pearl ermöglicht die Anpassung der Griffigkeit für die individuelle Spielweise durch das Herausnehmen von in die Oberfläche eingelassenen Gummiprofilen oder das komplette Herumdrehen dieses Trittplattenbereichs zur Gestaltung einer völlig glatten Oberfläche.

Die Kraftübertragung von der Trittplatte auf das Tauchrohrerfolgt hier über eine solide Kettenzugverbindung, die Federspannung lässt sich über eine große, griffige Kunststoff-Rändelschraube über einen weiten Bereich von butterweich bis bretthart sehr gut auf die individuelle Spielweise anpassen. /

Tama Classic Hi-Hat Stand

Die über eine sehr weite Aufbauhöhe von ca. 65 bis ca. 90 cm einstellbare Tama Classic Flatbase Hi-Hat wartet mit cleveren Details der Hardware auf. Das beginnt bereits mit einer hochwertigen Hi-Hat-Clutch mit gummigepufferten Gewinden zum erweiterten Schutz der Hi-Hat-Cymbals und wird mit der Möglichkeit fortgesetzt, Federspannung und Trittplattenwinkel individuell einstellen zu können. Bemerkenswert ist zudem, dass sich diese 2,3 kg leichte Hi-Hat-Maschine mit dann nur 60 cm Länge sehr kompakt für den Transport zusammenlegen lässt.

Betrachtet man die Komponenten der Verbindung von Trittplatte und Zugstange so wird deutlich, wie clever man hier die Möglichkeiten der direkten und geräuschlosen Kraftübertragung sowie der Anpassung der Federspannung und des Trittplattenwinkels auf die individuelle Spielweise gelöst hat. /

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Produkt: Sticks Digital 01-02/2020
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