Klassiker und Trendsetter

Top 5 Hi-Hat-Cymbals

 

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Eines der wichtigsten Instrumente des Drumsets ist die Hi-Hat. Spieltechnisch und bzgl. ihres musikalischen Potentials oft unterschätzt, spielt sie allerdings eine immens wichtige Rolle in allen Grooves und Beats, denn durch sie wird deren Charakter bestimmt, durch die Art der mit ihnen gespielten Patterns, deren Dynamik und den mit ihr gesetzten Akzenten. 

Mit den Hi-Hat-Cymbals können subtil die für einen soliden Groove wichtigen Sound-Verbindungen von Snaredrum- und Bassdrum-Beats hergestellt oder diese mit einem gewaltigen Klangteppich mit leicht geöffneter Spielweise unterlegt werden und so der Groove-Charakter definiert werden.

Es gibt unzählige Hi-Hat-Modelle in unterschiedlichen Größen (von 10″ bis 16″, sogar Sondermodelle in 8″ bzw. 18″ sind erhältlich) und Gewichtsklassen, gefertigt aus unterschiedlichsten Legierungen, angefangen von simplen Messing-Modellen über solchen aus Nickelsilber und den verschiedenen Bronze-Legierungen wie z. B. B8, B10, B12, B15, B20, sogar B23 (die Zahl gibt dabei den ungefähren Zinn-Anteil der Kupefer/Zinn-Legierung an).

Für diese “Top 5” habe ich sehr subjektiv einige Klassiker und einige Trendsetter als Referenz ausgewählt. Für die meisten dieser Cymbal-Modelle gibt es sicherlich auch adäquate vergleichbare Versionen anderer Hersteller. Die ausgewählten Marken bzw. Modelle sollte man daher eher als eine Referenz bzgl. der Modellkategorie ansehen.

 

Avedis Zildjian 14″ New Beat Hi-Hats

DER Hi-Hat-Klassiker schlechthin. Basierend auf einer Idee von Jazz-Drummer-Legende Louie Bellson, der für seine Bigband-Arbeit ein definierteres, präsenteres und von der Dynamik her umfangreicheres Hi-Hat-Modell suchte, konzipierte Zildjian Anfang der 60er-Jahre eine der ersten Hi-Hats mit deutlich unterschiedlichen Gewichtungen von Top- und Bottom-Cymbals. Im Laufe der Jahre wurden mit den größer werdenden Lautstärkeanforderungen der Beat, Rock, und Hardrock-Drummer die Cymbals insgesamt etwas schwerer, und es wurden außer der 14″ Version auch 13″ und 15″ Modelle in das Programm aufgenommen. Ein 12″ Modell wurde 2018 vorgestellt. Klassiker ist immer noch das 14″ Modell, nach wie vor der Allrounder für viele Drummer, von Harold Jones (trad. Big Band, Swing) bis Kenny Aronoff (Hardrock, Pop/Rock).

 

Paiste 2002 15″ Sound Edge Hi-Hat

DIE klassische Hardrock Hi-Hat. John Bonham von Led Zeppelin und Ian Paice von Deep Purple machten dieses Hi-Hat-Modell zu einem legendären Instrument des klassischen Hardrock-Style. Mit der Einführung der 2002-Serie wurde das Ende der 60er-Jahre entwickelte und damals patentierte “Sound Edge”-Design auch für die 2002-Cymbal-Serie übernommen und für Hi-Hat-Modelle in 14″ und 15″ Größe eingeführt. Bemerkenswert ist neben der wellenförmigen Ausprägung am Rand des Bottom-Cymbals (“Sound Edge”), die für eine schnelle und gleichmäßige Luftverdrängung beim Treten/Schließen der Hi-Hat sorgt, dass hier die Gewichtung der Cymbals recht ähnlich ist (es gab sogar eine Phase, in der die Top-Cymbals etwas schwerer waren als die Bottom-Cymbals). Auch waren die ersten “Black Label”-Modelle insgesamt etwas leichter als die späteren und heutigen “Red Label”-Modelle., was den Anpassungen an höheren Lautstärken sowie moderneren klanglichen Anforderungen geschuldet ist. Der durchsetzungsstarke, äußerst definierte und präsente Sound macht diese Hi-Hat auch heute noch zu einer ersten Wahl für alle hard und heavy spielenden Drummer.

 

Sabian HHX 14″ Legacy Hi-Hats

Während in Pop und Rock seit den 80er-Jahren und der Einführung der CD und somit digitalen Klangmedien ein Trend zu immer brillanteren und präsenteren Sounds aufkam, startete ab Ende der 80er-Jahre in Jazz und Fusion sowie in den letzten Jahren ebenfalls auch in Pop und Rock ein gegenläufiger Trend hin zu dunkleren und trockeneren, allgemein als wärmer empfundenen Klängen. Sabian gehörte mit zu den ersten Firmen, die mit einer modernen Version der traditionellen (Jazz-) Sounds handgehämmerter B20-Cymbals experimentierten. In Zusammenarbeit mit einigen ihrer Top-Endorser – in diesem Fall Dave Weckl – entstanden dabei sogar komplette Cymbal-Linien. Aus der HHX Legacy Linie stammt dieses Hi-Hat-Modell, dass in seiner Vielseitigkeit und der gelungenen Verbindung von Wärme handgehämmerter Cymbals und der klanglichen Definition und Präsenz moderner Instrumente in vielen musikalischen Styles zu überzeugen weiß.

 

(Bild: (C) Musikhaus Thomann - www.thomann.de)

Meinl Byzance Jazz 15″ Thin Hi-Hat

Nicht immer sollte man sich ausschließlich daran orientieren, mit welchem Label ein Instrument versehen ist. Selbstverständlich lässt sich dieses neue 15″-Modell wie auch die bisher erhältlichen ausgezeichnet in allen Jazz-Styles hervorragend einsetzen, doch mit seiner Größe und seinem durch die unterschiedlichen Top-und Bottom-Cymbals kommt dieses Hi-Hat auch den Liebhabern moderner R’n’B-Beats und Fans der Gospel-Chops sehr entgegen. Während einige Drummer noch dunklere und trockenere Sounds favorisieren mögen, so ist diese Hi-Hat ein Geheimtipp für alle, die diese Sounds auch bei kleineren Produktionen und Live-Gigs einsetzen wollen, da hier einerseits die tragende Klangfülle der dunkel-trockenen Klänge wie auch andererseits eine gewisse für den Live-Einsatz nötige Präsenz  geliefert wird. Und auch in Pop/Rock-Styles liefert diese Hi-Hat feine alternative Sounds, wenn ein nicht zu heavy wirkender Klangcharakter gefragt ist.

 

(Bild: (C) Musikhaus Thomann - www.thomann.de)

Zultan Aja 13″ Hi-Hat

Mittlerweile bieten einige traditionelle türkische Cymbal-Hersteller qualitativ hochwertige Cymbals aus B20 Bronze in bestimmten Serien auch zu günstigen Konditionen an. Doch auch da gibt es ausnahmen, und zwar sehr positive. Im vorliegenden Fall der 13″ Zultan Aja Hi-Hat gibt es ein B20-Instrument für unter 100,- Euro. Wer nun denkt, dass hier im Fertigungsprozess auf Kosten des Klangs gespart wird, der liegt falsch. Der Klangcharakter mag zwar insgesamt eher brillant und präsent als dunkel und trocken zu sein, doch reagiert diese Hi-Hat auf alle Spielweisen sehr direkt und exakt und ist dynamisch von recht leise bis schon ganz schön laut gut einsetzbar. Für den Budget-bewussten Drummer und vor allem auch für den Einsteiger ein klanglich überzeugendes Instrument zu einem äußerst günstigen Preis.

 

Axel Mikolajczak ist seit 1992 Chefredakteur von STICKS.

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