Produkt: Hush – Deep Purple
Hush – Deep Purple
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Snare Drums für klassische Sounds

Top 5: Ludwig Classic Pop/Rock Snare Drums

In dieser Folge unserer „Top 5“-Serie widmen wir uns erstmals den Instrumenten nur einer Firma, des amerikanischen Hersteller Ludwig Drums. Hier geht es um die „klassischen“ Ludwig Snare Drums, die mit ihren Sounds die History der Pop- und Rock-Musik geprägt haben. Aus dem umfangreichen aktuellen Programm der Ludwig Snare Drums haben wir fünf Modelle gewählt, die essenzielle Klangcharakteristiken für die klassischen Rock/Pop-Sounds bieten.

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Im Laufe der Jahrzehnte hat Ludwig immer wieder Veränderungen an den diversen Snare Drums vorgenommen. Signifikant waren z. B. der Wechsel von Brass Shells (Messingkesseln) zu den „Lud-Aloy“ Aluminium-Kesseln der „Supraphonic“-Modelle ab 1963, der kurzzeitige Wechsel von „Brass“- zu „Bronze“-Kesseln bei den „Black Beauty“-Modellen Ende der 80er-Jahre, veränderte Oberflächen-Finishes bei den „Acrolite“-Drums, der Wechsel zu stärkeren Spannreifen von 1,6 mm über 1,9 mm zu 2,3 mm (aktuell) – die Liste ließe sich mit vielen weiteren Details durch den Lauf der Jahrzehnte fortsetzen. Das Ganze ist schon eine Wissenschaft für sich und füllt unzählige Webseiten und Einträge in den Tiefen des World Wide Web und seinen diversen Spezialisten-Foren. Fans von „Vintage“-Drums können dieses „Dilemma“ der entsprechenden technischen Bestimmung und den „klanglichen Wahrheiten“ sicherlich gut nachvollziehen In dieser „Top 5“-Folge geht es allerdings um die aktuell (Stand Mai 2021) von Ludwig angebotenen Snare Drums.

Ludwig Supraphonic LM400 14″× 5″

In der Serie der „Supraphonic“ Snare Drums besitzt dieses Modell den Ruf der „the most recorded Snare Drum“ ein, dem man durchaus auch ein „the most copied Snare Drum“ hinzufügen könnte. Bei der aktuellen Version finden wir nach wie vor den nahtlos gezogenen Aluminium-Kessel vor, jetzt allerdings in einer Stärke von 1,7 mm. Die Stärke der Spannreifen beträgt aktuell 2,3 mm und ist damit deutlich höher als die der 1,6 mm Spannreifen der 60er/70er/80er Jahre.

Neu ist auch die  P88AC Snareteppichabhebung, die deutlich leichtgängiger zu bedienen und sensibler zu justieren ist  als die klassische „P85er“. Geblieben sind die 10 „Imperial“ Lugs“ (Spannböckchen mit doppelseitigen Stimmschraubenaufnahmen), die wesentlich zur charakteristischen Optik der „Supraphonics“ beitragen, ebenso wie das „Krönchen“-Logo/Badge im klassischen Ludwig-Design. Ausgestattet sind die LM400 Snare Drums ab Werk mit Ludwig Weather Master Schlag- und Resonanzfellen.

Bemerkenswert ist, dass trotz all dieser technischen Änderungen der grundlegende Klangcharakter der Ludwig LM400 Supraphonic immer noch erhalten geblieben ist, wovon man sich in diesem Video von Ludwig Drums überzeugen kann:

Die LM400 Supraphonic Snaredrum prägte in all ihren Formaten vom Ender der 50er Jahre bis heute die Sounds der Pop- und Rockmusik, da sie nicht nur von unzähligen Drummern verwendet wurde/wird, sondern u. a. auch zur Ausstattung vieler Recording Studios gehört. Durch ihre klangliche Flexibilität je nach Fellbestückung, Stimmung, Dämpfung kann man eigentlich auch nicht von „dem“ LM400 Sound reden. Die klangliche Vielfalt dieser Supraphonic Snaredrum kann man auf Aufnahmen wie „Take Five“ des Dave Brubeck Quartett mit Drummer Joe Morello, den legendären Recording Sessions der LA-Studio „Wrecking Crew“ mi Hal Blaine, Aufnahmen von Cream mit Ginger Baker oder der Jimi Hendrix Experience mit Mitch Mitchell, mit Steve Gadd bevor dieser als Yamaha-Endorser eigene Signature Snare Drums entwickelte (Paul Simon, Chick Corea, Steely Dan), sowie bei vielen Recordings von Funk/Rock- und Indie/Alternative-Bands.

 

Ludwig Supraphonic LM 402 14″ × 6,5″

Für die Ludwig LM402 14″ × 6,5″ Supraphonic Snare Drum gelten aktuell ebenfalls alle oben unter der LM400 14″ × 5″ Supraphonic aufgeführten technischen Details, natürlich mit Ausnahme des hier 6,5 tiefen Kessels. Was diese Snare Drum dennoch unterscheidet ist der hier deutlich spürbare klanglich Effekt des tieferen Kessels. Neben einem merklich voluminöseren Punch bilden sich auch stärkere Präsenzen und ein erweitertes Tiefmittenspektrum aus, wobei die präsente dynamische Ansprache des kernigen Attacks sowie des Snareteppichs erhalten bleiben.

Nicht ohne Grund wurde die Ludwig LM402 Supraphonic Snare Drum somit „Erste Wahl“ von Hard’n’Heavy-Drummern wie Ian Paice von Deep Purple und John Bonham von Led Zeppelin. Deren klassische Recordings legendärer Alben der Rock-Musik mit den genannten Bands sorgten natürlich dafür, dass Tausende Schlagzeuger auch von ihrer Equipment-Wahl beeinflusst wurden (und immer noch werden!) und sich eine LM402 zulegten. Jetzt müsste man nur noch wie John Bonham der Ian Paice spielen können … nun gut, träumen dürfen wir doch alle mal. Auch die LM402 Supraphonic gehört in allen ihren Varianten zu einer Standard-Ausstattung zahlreicher Recording Studios und ist aus dem Arsenal der auf „Rock“ spezialisierten nicht wegzudenken.

Ludwig Supraphonic Black Beauty LB417 14″ × 6,5″

Wenn auf eine Snare Drum das Attribut „legendär“ zutrifft, dann sicherlich auf Ludwigs „Black Beauty“. „Black Beautys“ gibt es bereits seit den 1920er-Jahren, erste Supraphonic-Modelle mit nahtlos gezogenem Messing-Kessel allerdings erst viel später. Und diese Black Beauty Supraphonics gehören seitdem weltweit zu einer Standardausstattung eines jeden Equipment-Verleihs. In Rock/Pop-Musikerkreisen wurden sie zur Legende, als einige nicht minder legendäre Produzenten wie z. B. Robert „Mutt“ Lange diese Snaredrum bei ihren elaborierten Hardrock-Produktionen Anfang der 1980er-Jahre einsetzten. Der Legende nach sind „Black Beautys“ auf Recordings von z. B. AC/DC, Def Leppard und Iron Maiden zu hören, was ihre Beliebtheit gerade bei Classic Metal Drummern erklären mag. Und aus eben diesem Grund haben wir uns auch für die 6,5″ tiefe Version im Gegensatz zur ebenfalls erhältlich 5″ Version entschieden.

Ludwig „Black Beauty“ Snaredrums sind klanglich übrigens durchaus wesentlich variabler einsetzbar und ermöglichen eine sehr große Bandbreite an klanglichen Optionen von sehr tief bis erstaunlich hoch, wobei sie stets ein sehr angenehmes, harmonisches Obertonspektrum und präzise, präsente Ansprache sowie einen soliden Punch bieten.

Hier noch die Facts zur aktuellen Ludwig LB417 14″ × 6,5″ Supraphonic Snare Drum:

* nahtlos gezogener, 1,2 mm starker Messingkessel
* 2,3 mm starke, dreifach geflanschte Stahlspannreifen
* P88AC Snareteppich-Abhebung mit P35P Konterböckchen
* 10 Imperial Lugs (Spannböckchen mit doppelseitiger Stimmschraubenaufnahmen)
* Ludwig Weather Master Medium Coated Schlagfell
* Ludwig Weather Master Clear Snare Side Resonanzfell

 

Ludwig LM404C Acrolite 14″ × 5″

Eine Art Sonderstellung unter den Ludwig Snare Drums nehmen die „Acrolite“-Modelle ein. Von vielen Drummern als „Einsteiger“-Modell missverstanden, könnte die Wahrheit nicht weiter entfernt von den Tatsachen sein. Von Ludwig wurde die Acrolite Snare Drum bei der Markteinführung 1963 als preiswertere „Student“-Version und Variante der „Supraphonic“ angeboten, u. a. auch als komplettes Kit mit Case, Übungs-Pad und Sticks.

Auch bei den aktuellen Acrolite Snare Drums finden wir einen nahtlos gezogenen Aluminium-Kessel wie bei den „Supraphonics“, allerdings mit 1,6mm Stärke und nicht verchromt, sondern im matten, gebürsteten Alu-Finish. Ausgestattet ist dieser Kessel mit acht verchromten „Classic“-Spannböckchen mit doppelseitiger Stimmschauben-Aufnahme und dreifach geflanschten, 2,3mm Stahlspannreifen. Zur aktuellen Ausstattung gehört auch die neue P88AC Snareteppich-Abhebung sowie ab Werk die Ludwig Weather Master Schlag- und Resonanzfelle. Optisch abgerundet wird die aktuelle Acrolite Snare Drum mit dem klassischen „Blue/Olive“-Badge in Rautenform.

Klanglich fand die Ludwig Acrolite Snare Drum vor allen in den beiden letzten Dekaden ihre Liebhaber bei Drummern und Produzenten der so genannten Indie- und Alt-Rock-Szenen, zum Teil wohl auch weil  sie eben dem gefragten „alternativen“ Image entsprach, allerdings auch einen alternativen Sound bot, mit einem kontrollierte, trockenen Obertonspektrum, präsent-klarem Attack und einem definierten, trockenen Body. Kurzum: Die Ludwig LM404c Acrolite 14″ × 5″ Snare Drum lässt sich artikuliert spielen sowie relativ leicht aufzeichnen und bietet dabei relativ „neutrale“ Sounds, die sich auch mit recht einfachen technischen Mitteln gut nachbearbeiten lassen.

Ludwig LS908 Jazz Fest 14″ × 5,5″

Eine solch geradezu ikonische Pop/Rock Snare Drum gibt es wohl kaum. Besonders nicht in diesem ebenso ikonischen „Black Oyster“-Finish. Eigentlich als Buddy Rich Model auf den Markt gekommen erhielt sie in den frühen 60er-Jahren den Namen „Jazz Festival“ und erlangte 1964 durch den Auftritt der Beatles mit ihrem Drummer Ringo Starr bei der „Ed Sullivan“ TV-Show in den USA und in den folgenden Jahren weltweit Berühmtheit. 2019 entschloss sich Ludwig (endlich!) zur Wiederveröffentlichung diese Snare Drum in der (weitgehend) originalen Version unter dem aktuellen Namen „Jazz Fest“.

Zur Ausstattung der aktuellen Ludwig LS908 Jazz Fest Snare Drum gehören der klassische 3-lagige Ludwig Legacy Mahogany Kessel (Mahagoni/Pappel/Mahagoni) in 14″ × 5,5″ mit originalem Snarebed im Style der frühen 60er-Jahre, 18-spiraliger Snareteppich im 63er Retro Style (übrigens auc separat erhältlich!), 8 Classic Spannböckchen mit doppelseitiger Stimmschraubenaufnahme und der 3-stufig schaltbare interne „Baseball Bat“-Innendämpfer. Innen ist die Jazz Fest Snare Drum mit der in den 1960er-Jahren verwendeten, klassisch-weißen „Reso-Coat“-Beschichtung versehen.  Als Zugeständnis an moderne technische Innovation ist die Ludwig Jazz Fest Snaredrum in der aktuellen Form mit der P88AC Snareteppich-Abhebung ausgestattet, die sensiblere und präzisere Snareteppich-Justage ermöglicht. Wir werten dies übrigens als durchaus praktisch und sinnvoll; Vintage-Drum-Fans mögen da möglicherweise anderer Meinung sein, was ihnen unbenommen sein soll … jedem das seine.

 

Was den Klangcharakter angeht, so ist es schon ziemlich erstaunlich, dass man den trocken-artikulierten Studiosound von Ringo Starr in tiefer bis mittlerer Stimmung schon fast ohne Dämpfung realisieren kann. Ringo verwendete übrigens in der frühen und mittleren Phase der Beatles Recordings ganz einfach seine Geldbörse oder eine mehr oder weniger volle Zigarettenschachtel, die er auf das Schlagfell legte; die Sache mit den auch heute unter Retro-Sound-Fans beliebten „Tea Towels (Geschirrtüchern) kam dann etwas später. Bemerkenswert sind die mit höheren Stimmungen zunehmenden hellen du präsenten Obertöne, die wahrscheinlich auch von der Innenbeschichtung verstärkt werden könnten. So lassen sich also auch nicht gerade „ringo-typische“ Sounds realisieren, was allerdings dann doch den Retro-Charme dieses Instruments ausmacht.

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