Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums
Snaredrums der Stars

Top 5 Signature Snaredrums ab € 500,–

Signature-Instrumente gab es schon als sich in den 1930er/1940er-Jahren Drum-Stars in der Jazz-Szene etablierten. Zu der Zeit wurden diese allerdings nicht so genannt, doch haben Drummer-Stars wie Buddy Rich, Gene Krupa, Papa Joe Jones und viele andere schon immer mit bestimmten Instrumenten (Drumsets, Snaredrums, Cymbals) für ihre Partnerfirmen geworben. Der Begriff „Signature“ für Instrumente oder auch Sticks, die von den Endorsern favorisiert oder auch mitentwickelt wurden, kam erst ab Anfang der 1980er Jahre als Marketing-Begriff in Mode und erlebte seitdem seine Blüte (und treibt seitdem gelegentlich auch so manche Stilblüte). Immer wieder gab und gibt es allerdings auch tatsächlich erwähnenswerte Instrumente, welche die charakteristische Handschrift des Künstlers tragen oder gar ein echtes Instrumenten-Kunstwerk sind.

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In dieser Folge der „Top 5“ widmen wir uns zum zweiten Mal den „Signature Snaredrums“, dieses Mal in der Kategorie „ab € 500,–“ und wieder ohne individuelle Wertung von 1 – 5, daher also alphabetisch gelistet. Denn diese feinen Instrumente haben alle etwas Besonderes zu bieten.

 

DW All Access Earth Wind & Fire 14″ × 6,5″ Snaredrum

Brandneu zur NAMM-Show stellte DW Drums eine erste „All Access“-Snaredrum mit dem „Earth, Wind & Fire“-Modell vor. Von den DW ICON Snaredrums unterscheiden sich diese All Access Modelle insofern, dass hier nicht limitierte Stückzahlen gefertigt werden, sondern diese Snaredrums auf Kundenbestellung hin gefertigt werden. Die 14″ × 6,5″ DW Earth, Wind & Fire All Access Pure Maple Snaredrum hat einen 11-lagigen Kessel aus North American Maple, der als nach dem HVLT (Horizontal-Vertical Low Timbre) Prinzip gefertigt wird. Wie auch die ICON-Snaredrums zieren den „All Access“-Kessel lasergeschnittene, von Hand eingelegte Edelholz-Intarsien (hier z. B. das EWF-Logo und einige typische symbolische Figuren). Ausgestattet ist die Snaredrum mit True Hoops, True-Pitch Tuning, True-Tone Snareteppich, MAG Snareteppich-Abhebung sowie „DW by Remo“-Fellen. Trotz aller Exklusivität: Dieses feine Instrument will gespielt werden!

Gretsch Vinnie Colaiuta 14″ × 5″ Signature Snaredrum

Im schicken hochglanzlackierten Cobalt Blue, der Lieblingsfarbe des Lieblings-Drummers vieler Schlagzeuger-Kollege, knallt dieses Instrument auch optisch ganz schön rein. Klanglich sowieso, wenn das dynamische Spiel von Mr. Colaiuta kennt, denn seine Snaredrums müssen von filigransten Ghost Notes und Buzz Rolls bis zu knalligsten Backbeats und satten Rimclicks alles liefern können, was sein unvergleichliches Schlagzeugspiel auszeichnet. Interessanterweise kommt Vinnie mit einer eher spartanischen Ausstattung mit der einfachen Lightning Snareteppich-Abhebung und nur acht statt zehn Stimmschrauben ganz prima hin. Interessante Details: Der aus einem Ahorn/Eukalyptus-Hybrid gefertigte, 6-lagige 14″ × 5″ Kessel verfügt über eine doppelte 45-Grad-Kesselgratung (nach innen und außen) und Guss-Spannreifen. Jetzt müsste man nur noch so trommeln können wie Vinnie …

SJC Drums Tré Cool 14″ × 5,5″ Signature Snaredrum

Aus der amerikanischen Custom Drum Factory SJC Drums kommt hier das Signature-Modell von Tré Cool, bekannt als Drummer der Fun-Punk-Rock-Band Green Day. Da muss das Teil auch richtig rocken können. Betonung allerdings auf „auch“, denn wer Tré Cool kennt, der weiß, dass sein schlagzeugerischer Background im Marching Drums und Rudimental-Bereich liegen, und da ist der Typ ein richtiges As. Beduett: die Snaredrum muss sowhl knackige Backbeats und Rimshots liefern können, wie auch feinste Rolls und Akzente dynamich cool rüberbringen können. Dass das Teil dann auch noch cool aussehen muss, versteht sich wohl von selbst. Dem 10-lagigen Kessel aus nordamerikanischem Ahorn mit 3 mm starken Stahlspannreifen und Snareteppich-Abhebung von Trick wurde ein schickes „Cookies & Cream Oyster“-Finish und schwarze Hardware verpasst – damit kann man sich auf jeder Bühne sehen lassen, dass passt sowohl beim Tanztee wie auch bei Death-Metal – coole Sache!

Sonor Benny Greb SSD10 13 × 5,75 Signature Snaredrum

Eine Lieblings-Snaredrum nicht nur der deutschen Schlagzeuger ist dieses Signature-Instrument vom Lieblings-Drummer vieler Kollegen. Man weiß, das Benny Greb nicht nur vom Schlagzeugspiel sehr viel versteht, sondern auch sehr instrumententechnisch bewusst ist und sehr kreativ am Konzept seiner Signature-Instrumente (Drums, Cymbals, Sticks) arbeitet und mit seinen Partnerfirmen dabei eng kooperiert. So bietet auch seine Sonor Signature-Snaredrum einige interessante Features, vor allem schon mal was die Dimension des aus neuen Lagen Skandiavischer Birke im Matt-Finish gefertigten Kessels angeht. Hier hat Benny ei echtes „Best of both Worlds“ ausgeheckt: Der 13″ Kesseldurchmesser ermöglicht viele Sounds zwischen satten 14er-typischen und knalligen 12er.-typischen Snaredrum-Modellen, und bei der eher ungewöhnlichen Kesseltiefe von 5,75″ liegt er genau zwischen Charakteren der 5″ flachen und der 6,5″ tiefen Snaredrums (Sonor hat diese Kesseltiefe in den 70er/80er-Jahren bei den Phonic Stahl-Snaredrums angeboten). Dies ermöglicht natürlich eine sehr große Bandbreite an Soundoptionen, inklusive einiger typischer eigener, unikater Sounds eines unikaten Schlagzuegers.

Tama Lars Ulrich 14 × 6,5 Signature Palette Snaredrum

Über Lars Ulrich mag man ja geteilter Meinung sein, was seine schlagzeugerischen Fähigkeiten angeht, doch sollte man stets berücksichtigen, dass er in den 8oer-Jahren mit Metallica stilprägend für ein ganzes musikalisches Genre war. Und um Stil geht es auch bei seiner Signature-Snaredrum, und das nicht nur optisch. Natürlich macht der Kessel aus 3mm Plattenstahl mit Guss-Spannreifen schon mal vom Look her Eindruck, doch steckt auch klanglich ein gewisses Konzept dahinter. Hat Lars zunächst Ludwig Brass Black Beauties und dann Tama Bell Brass Modelle eingesetzt (die Letzteren gab es von Tama auch mal in einer nicht polierten Signature-Version), so wollte er mit seinem Signature-Instrument optisch wie klanglich ein echtes Statement setzen. Der starke Stahlkessel liefert von der Dimension her ordentlich kraftvollen, fetten Ton und dazu durchsetzungsstarke Obertöne, was insgesamt zu einem weniger trockenen Klangbild führt als bei Alu- oder Brass-Kesseln der Fall ist. For all things Rock and Metal das richtige Instrument.

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Produkt: Sticks 05-06/2019
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