Snaredrums der Drummer-Stars

Top 5 Signature Snaredrums bis maximal € 500,–

Logo(Bild: Archiv)

Signature-Instrumente gab es eigentlich schon immer, jedenfalls seit dem Aufkommen von Drum-Stars in der Jazz-Szene der 1930er/1940er-Jahre, nur wurden sie zu der Zeit noch nicht so genannt. Das kam erst viel später. Allerdings haben Drum-Stars wie Buddy Rich, Gene Krupa, Papa Joe Jones und viele andere schon immer mit bestimmten Instrumenten (Drumsets, Snaredrums, Cymbals) für ihre Vertragspartner unter den Herstellern geworben. Der Begriff „Signature“ für bestimmte Instrument oder auch Sticks kam dann erst Anfang der 1980er Jahre in Mode und erlebte seitdem seine Blüte (und trieb mitunter auch echte Stilblüten). Immer wieder gab und gibt es allerdings auch wirklich erwähnenswerte Instrumente, die tatsächlich die charakteristische Handschrift des Künstlers tragen.

In dieser und den nächsten Folgen unsrer „Top 5“ widmen wir uns dem Herz unseres Drumsets, der Snaredrum. Dieses Mal haben wir aus der Vielzahl der Signature-Snaredrums einige Modelle in der Preiskategorie bis € 500,– (unverbindliche Preisempfehlung der Hersteller) ausgesucht und dabei in jeder Beziehung ihren Preis werte Instrumente gefunden, die wir uneingeschränkt empfehlen können. Check it out!

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Snaredrum(Bild: Archiv)

Gretsch Taylor Hawkins 14″ × 6,5″ Signature Snaredrum

Bestens bekannt für seinen kraftvollen Spielstil ist Drummer Taylor Hawkins von den Foo Fighters. Als überzeugter Gretsch Drummer entwarf er eine 14″ x 6.5″ Signature Snaredrum, die nichts super Spezielles sein sollte, damit ein Preisniveau erreicht werden kann, dass sich auch Kids mit wenig Geld ein solides Instrument leisten können. Dazu entspricht dieses Instrument auch den professionellen Anforderung in Sachen Sound und Road-Tauglichkeit. Die Gretsch Taylor Hawkins Signature Snaredrum ist ein klasse gebautes No-Nonsens-Modell, das klanglich sehr gut den offenen, druckvollen Sound liefern kann, den Taylor Hawkins bevorzugt. Die gute Verarbeitung und eine sinnvolle technische Ausstattung schaffen Vertrauen für eine professionelle Anwendung – schließlich spielt der Mann das Ding ja auch selbst!

 

 

Ludwig LW0414CP 14″ × 4″ Carl Palmer Signature Snaredrum

Diese Signature Snaredrum besticht optisch durch ihr metallic-grünes Finish und die schön komplementäre goldene Hardware. Das Ding ist ein sehr feines, sehr gut verarbeitetes „Flacheisen“ mit unikatem Klangcharakter. Diese Snaredrum kommt in den Attacks absolut präsent und zeigt mit knackigem Klang mit gutem Ton, wo der Backbeat im Groove liegt. Die Obertöne sind dabei nicht zu scharf, was besonders bei höheren Stimmungen ein echter Vorteil ist. In diesem Falle zeigt sich auch wieder, dass ein Messingkessel die richtige Wahl ist, wenn ein präsentes und angenehmes Obertonspektrum gefragt ist. Bemerkenswert auch das hohe Dynamikpotenzial, in allen Lautstärken von pianissimo bis forte werden auch schnellste Patterns sehr sauber zu Gehör gebracht. Ein Schmuckstück für Spieler mit Finesse.

 

Chad Smith Signature Acryl-Snaredrums(Bild: Dieter Stork)

PDP Chad Smith 14″ × 6″, 13″ × 7″, 12″ × 6″ Signature Snaredrums

Chad Smith und seine Vorliebe für crispe, funky Drumsounds sind ja wohl bekannt. In letzter Zeit erzielt er diese gern durch den Einsatz von Instrumenten mit transparenten Acryl-Kesseln. In Zusammenarbeit mit PDP entwickelte Chad drei Signature Acrylkessel-Snaredrums. Was aus unseren Top 5 ja eigentlich Top 7 macht, aber von diesen drei Drums nur eine auszuwählen wäre ja nun auch Quatsch. Doch nicht nur coole Sounds waren sein Anliegen: Chad entschied sich für die DW-Tochterfirma PDP u. a. auch aus dem einfachen Grund, um ein Preisniveau zu erreichen, dass seine Signature-Instrumente auch für jeden Fan erschwinglich sind.

Die Acryl-Kessel klingen schön knackig und druckvoll und liefern neben einem guten Punch auch helle, aber nicht grelle Obertöne, brillant, aber nicht zu scharf. Folglich sind die Snaredrums bei mittleren bis hohen Stimmungen sehr präsent und auch mal schön bissig. Durch die Kesseltiefen von 6″ bzw. 7″ gibt es dazu auch ein gutes Maß an Klangfülle. Alle drei Snaredrums wirken klanglich durchaus kompakt, und man kann sie recht gut auch ohne zusätzliche Dämpfung spielen. Relativ hohe, offene Sounds sind eh das bevorzugte Element dieser Snaredrums man kommt an die diversen bekannten funky Chad Smith Sounds damit sehr nahe heran.

Einen ausführlichen Test der PDP Chad Smith Signature Snaredrums gibt es übrigens in der STICKS-Ausgabe 11/12:2018, erhältlich im STICKS-Shop bei MM-Musik-Media als Print-Ausgabe oder auch als Download.

 

Pearl JJ1365 Joey Jordison 13″ × 6,5″ Signature Snaredrum

Die markante mattschwarze Optik ist für eine Signature-Snaredrum von Joey Jordison sicherlich Pflicht, doch durch den dünnen 1mm Stahlkessel bietet sie als eine der relativ wenigen 13er Snaredrums mit einem solchen auch einen eigenen Klangcharakter. Dieser ist einerseits geprägt von präsenten Attacksounds und einem nicht zu grellem Obertonspektrum sowie andererseits von einem interessanten Mix aus transparenten Mitten und einem gutem Bassfundament mit sauberem Sustain. Das Ganze wirkt zudem „natürlich komprimiert“, so dass sich ein sehr guter Dynamikbereich ergibt. Diese klanglich wie optisch markante und gut verarbeitete Snaredrum ist nicht nur für Metal-Drummer interessant und zeigt sich zudem auch aufgrund des recht günstigen Preises zu Recht als Dauerbrenner im Pearl-Snaredrum-Programm.

 

(Bild: (C) Musikhaus Thomann - www.thomann.de)

Tama Signature Palette SC145 Stewart Copeland 14″ × 05″ Signature Snaredrum

Über den charakteristischen Snaredrumsound des legendären Schlagwerkers Stewart Copeland (The Police) muss man keine Worte verlieren. Mit diesem Sound und seiner ebenso charakteristischen Spielweise hat Mr. Copeland schließlich Generationen von Drummern beeinflusst und tut dies noch heute. Tama hat für sein Signature-Modell einen(fast) exakten Nachbau seiner legendären „The Police No-Name“-Snaredrum nachgebaut, versehen allerdings mit leichten Modifikationen wie z. B. einer moderneren und funktionalen Snaretepichabhebung. Die unikate Wandstärke von 1,5mm des Messingkessels der Originalen Copeland-Snaredrum wurde beibehalten, ebenso das interessante „Ausstattungs-Feature“ des Originals mit Guss-Spannreifen auf der Schlagfellseite sowie Stahlspannreifen auf der Resonanzfellseite. All dies trägt zum tatsächlich sehr unikaten Klangcharakter dieser Signature-Snaredrum bei. Die perlig-trockenen Attacks kommen in jeder Dynamikstufe mit einer direkten und kontrollierten Snareteppich-Ansprache (auch Dank der modernen Abhebung/Snareteppich-Befestigung), und Rimshots sowie vor allem Rim-Clicks sind in punkto Durchsetzungsvermögen an vorderster Front – ein echter Snaredrum-Klassiker (der gerade noch an der Preisgrenze unseres vorgegeben Rahmens liegt).

 

In der nächsten Folge unserer Serie Top 5 widmen wir uns den Signature-Snaredrums von € 501,- bis € 1000,- gemäß der unverbindlichen Preisempfehlung der Hersteller.

 

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ein richtig gutes Thema, dass hier eröffnet wurde. Habe mir vor über 20 Jahren eine Pearl “Steve Ferron” gekauft und lange dafür gespart. Wenn ich sehe was Yahmaha für seine “Signature” verlangt, fallen mir die Ohren ab.
    Ich bin der Überzeugung, dass das alles nur Marketing ist und eine große Anzahl der Drummer ganz andere Modelle eventuell von anderen Herstellern spielen. Meine Steve Ferron steht auch die meiste Zeit im Regal, weil ich sie fast nie spiele.

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    1. Sorry, aber eine Steve Ferrone Signature Snaredrum hat es von Yamaha nie gegeben. Steve ist übrigens seit einigen Jahren Endorser von Gretsch Drums, die diverse Signature Snaredrums von ihm anbieten.

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  2. To not have a ‘signature’ drum by legendary drummer and musician extraordinaries Phil Collins is just a shame! Maybe his will be on the more expensive list!

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    1. There is no official phil collins signature snaredrum on the market.

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