Testbericht

TruTuner

Grundlage für einen guten Trommelsound ist es, das Fell gleichmäßig dem Instrument über die Ohren zu ziehen … äh … es gleichmäßig zu spannen. Der TruTuner macht genau dies! Damit lassen sich alle Stimmschrauben gleichzeitig und gleichmäßig anziehen. Ein Wunder der Technik?!

Nein, eigentlich ist das Ganze recht unspektakulär und funktioniert auch noch ohne Strom. Da schauen wir doch mal genauer hin.

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KONZEPT

Der TruTuner besteht aus zehn S-förmig gebogenen Stimmschlüsseln (Vierkantkopf) und einer transparenten Kunststoff-Scheibe mit eingearbeiteten Lochmustern. Geeignet ist er für Trommeln von 8″ bis 16″, und dabei können die verschiedenen Stimmschraubenbestückungen gestimmt werden: Natürlich die klassischen 8- und 10-Schrauben Snaredrums, aber auch z. B. Gretsch 12″ Toms mit fünf Stimmschrauben, 8″ Toms mit nur vier Stimmschrauben und vieles mehr. Eigentlich Schade, dass 18″ Floor-Toms und 6″ Toms hier nicht vorgesehen sind. Auf der Scheibe sind rot oder schwarz aufgedruckte Kreise mit einer entsprechenden Zollangabe aufgebracht, so dass man die Lochkreise einfach zuordnen kann. Für die Handhabung ist es nur wichtig, die Stimmschlüssel so auf die Trommel aufzusetzen, dass sie in eine Richtung zeigen. Dann ergeben sich die Positionen für die Schlüsselenden im Lochmuster fast automatisch. Hat man das so eingerichtet, dreht man die Scheibe mit dem mittig angebrachten Griff und löst oder zieht die Stimmschrauben gleichzeitig an.

PRAXIS

Der Hersteller hebt in seiner Produktbeschreibung auf zwei Dinge ab: die Geschwindigkeit und das gleichmäßige Klangergebnis. Nun, erster Aspekt hängt natürlich vom routinierten Umgang mit dem System des TruTuner ab. Etwas Übung macht hier den Meister, und runter geht es zunächst einfacher als rauf. Warum? Nun, die Stimmschrauben mit neuem Fell anzusetzen und die Schlüssel in eine Richtung auszurichten, um die Scheibe aufsetzen zu können, da bedarf es etwas mehr Routine, weil die lockeren Schlüssel eben nicht gewillt sind, immer die gewünschte Position sofort zu halten. Kann man das jeweilige Lochmuster zum Instrument durch den mehrmaligen Gebrauch schon besser erkennen, fällt es einem leichter, die Scheibe auch bei einem verdrehten Stimmschlüssel aufzusetzen und diesen einen Schlüssel – der sich herrgottnoch-einmal immer verdreht – eben nachzujustieren.

Tipps

Wie gesagt: Übung macht den Meister und dann kommt auch Freude auf. Mit dem TruTuner kann man schon recht fix sein, und als Routinier in Sachen Tuning und mit einem leistungsstarken Akkuschrauber ausgestattet, bin ich beim Vergleichstest nur 15 Sekunden schneller als der TruTuner. Kollegen ohne diese Routine mit dem Akkuschrauber können mit dem TruTuner deutlich schneller sein. Stelle ich hier mal die Frage nach dem Sinn des Geschwindigkeits-Wettbewerbs?! Genau, das mache ich, denn wann muss man schon mal schnell ein Fell wechseln? Wenn im Live-Betrieb wider Erwarten eins kaputt geht! Na ja, dann hat man zumindest im Profi-Bereich doch fast immer eine Reserve-Snare dabei, und da sich Bassdrums mit dem TruTuner (noch) nicht stimmen lassen, was könnte da sonst so wichtig sein, dass innerhalb von Sekunden was passieren muss? Und im Studio?

Nun, da ist wohl eher Präzision als wahnsinnige Geschwindigkeit gefragt. Ich finde es hier viel wichtiger, dass der TruTuner eben rein mechanisch und ohne Strom funktioniert! Er steht immer zur Verfügung und muss nicht geladen werden, denn das ist bekanntlich die Achillesferse des Akkuschraubers: Der ist immer entladen, wenn man ihn dringend braucht! Ein weiterer Vorteil des TruTuner ist, dass ein neues Fell eben gleichmäßig und gleichzeitig an allen Stellen gespannt wird. Dafür ist allerdings die korrekte Vorjustierung der Stimmschrauben (siehe „Tipp“) beim Aufziehen wichtig. Ebenfalls sehr wichtig ist es, den Spannreifen beim Hochdrehen festzuhalten, so dass er die „Drehbewegung“ des TruTuners nicht durch Pendeln mitmacht und das Fell zentriert bleibt. Sobald das Fell sich spannt, kann man den Spannreifen loslassen und das Fell entsprechend hochstimmen.

Bei unseren Tests konnte der TruTuner mit tollen Ergebnissen überraschen: Unabhängig vom Felltyp waren die Trommeln immer recht schnell gleichmäßig gestimmt, und nur feinere Korrekturen mussten an einzelnen Schrauben vorgenommen werden. Allerdings hat sich auch eine Hoffnung zerschlagen: Extremes Hochstimmen und damit für Stimmstabilität vordehnen ist leider nicht wirklich möglich, da es hier einfach an Hebelkraft im zentralen Griff fehlt. Wäre dieser für mehr Kraft noch einmal auszuklappen, könnte auch das funktionieren. Und auch sehr hohe Snaredrum-Stimmungen sowie ein besseres Vorstimmen des Snaredrum-Resonanzfells wären hiermit dann leicht möglich. Es besteht in der Weiterentwicklung des Systems durchaus noch Potenzial nach oben.

Profil

FAZIT

Der TruTuner ist eine interessante Stimmhilfe, die rein mechanisch und ohne Strom ermöglicht, Toms bzw. Floor-Toms ab 8″ bis 16″ Durchmesser und Snaredrums durchaus flott, aber vor allem gleichmäßig vorzustimmen. Dafür macht sich der TruTuner die Möglichkeit zu Nutze, über bestimmte Lochkreise, in die Stimmschlüssel in entsprechender Anzahl eingesteckt werden, alle Stimmschrauben gleichzeitig und gleichmäßig anzuziehen oder zu lösen. Was die reine Handhabung angeht, so bekommt man recht schnell Routine im Umgang mit dem TruTuner, und grundsätzlich ist man damit schon schnell dabei, ein ganzes Set (ausgenommen der Bassdrum) mit neuen Fellen zu versehen und die Trommeln für ein Wunsch- und/oder Feintuning vorzubereiten. Das kann der TruTuner perfekt leisten. Und das solide verarbeitete Teil passt auch noch in einen Tom-Koffer, ohne dick aufzutragen. Die Vorteile überwiegen die kleineren Einschränkungen, der Preis ist durchaus in Ordnung, und deshalb sollte man sich einmal die aktuelle Version des TruTuner zu Gemüte führen. Wer lässt sich nicht gerne helfen?!

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