Vom ersten Schlag an Rock...

Yamaha Rock Tour Drums im Test

… sagt Yamaha über die neuen Rock Tour Drums. Und was wünscht man sich als Rocker von einem Drumset im mittleren Preissegment? Etwa ein grundsolides, zuverlässiges Instrument mit fettem Sound? Yamahas neue Rock Tour Drum-Serie mit Hybridkesseln aus Mahagoni und Esche im Textured Ash Finish soll genau das bieten.

Yamaha Rock Tour Drum-Kit

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SPECS & SOUNDS

Wohl überlegt und übersichtlich gestaltet präsentiert sich die Yamaha „Rock Tour“-Serie. Die Basis ist immer ein Shell-Set mit 22″ x 18″ Bassdrum, 12″ x 8″ Tom und 16″ x 15″ Floor-Tom. Eine 14″ x 6″ Snaredurm komplettiert das Set. Als Einzeltrommeln sind zusätzlich ein 14″ x 13″ FloorTom und 13″ x 9″ sowie 10″ x 7″ Toms erhältlich. Auch die Bassdrum gibt es separat zu erwerben, so dass man sich aus diesem Trommel-Angebot bis zum Doppel-Bassdrum-Set so einiges zusammenstellen kann. Entscheiden muss man sich hier lediglich, ob es denn die reinen Mahagoni-Kessel der „Matt on Matt“-Linie sein dürfen, oder doch lieber die Hybrid-Kessel aus Mahagoni und Esche, die es dann schickerweise im strukturierten Finish und der aufwendigen Lackierung der Yamaha TopSerie PHX gibt, wahlweise in vier „Mono“- oder „Sunburst“-Farben.

Interessant unter klanglichen Aspekten dürften in dieser Serie natürlich die Floor-Tom-Dimensionen sein. Um den richtigen Grundstein für einen amtlichen Rock-Sound zu legen sind die Toms werkseitig mit Remo „Pin Stripe“-Fellen auf der Schlagfellseite ausgestattet. Zusätzlich zu dem „Rock Tour“ Basis-Shellset in „Textured Brown“ erhielten wir zum Test ein 14″ x 13″ Floor-Tom und eine 14″ x 6″ Snaredrum (in „Smoke Sunburst“) sowie einen Hardware-Satz der 700er-Serie mit dem 8500C Bassdrum-Pedal. Die Yamaha-Drum-Fertigung in Indonesien gibt es bereits seit 1995, und insofern ist Skepsis in Sachen Verarbeitungsqualität wohl kaum angebracht, zumal bei YMMI (Yamaha Music Manufacturing Indonesia) auch die gesamte Hardware der Yamaha-Drums hergestellt wird.

Die Kessel unseres „Rock Tour“-Sets überzeugen mit ausgezeichneter Verarbeitungsqualität: Die Kessel zeigen im Durchmesser Toleranzen unter 1 mm, die Gratungen sind sauber und planparallel geschnitten, die Innenseiten bieten sorgfältige Nahtstellen und einen guten Feinschliff. Das verwendete Mahagoni ist zu 100% aus ökologischem Anbau mit wieder aufgeforsteter Fläche – lobenswert! Die Außenseiten zeigen hier einen rot-orangebraunen Farbton, der durch die groben, offenporigen und dunkleren Anschnitte der Esche-Maserung durchbrochen werden. Dies ergibt das doch recht eigenwillige Design, das gottlob einen Wohnzimmermöbelcharakter vermeidet. Was die Kessel-Hardware angeht, so präsentiert sich diese mit einer Verchromung, die einem guten Industriestandard entspricht, Bei genauer Betrachtung sieht man hier an den Oberflächen noch einige leichte Bearbeitungsspuren.

Alle Komponenten sind durch die Verchromung gegen Korrosion geschützt und präsentieren sich mit einwandfreien Funktionen, was ja wohl das Wesentliche ist. Die Drums lassen sich auf Grund der guten Verarbeitung in den technisch relevanten Details leicht einstimmen und überzeugen dann mit einem sehr druckvollen Sound mit kräftigem Tiefmittenanteil. Sie machen also dem Namen „Rock Tour“ schon einmal alle Ehre. Die Bestückung der Toms mit Remo „Pin Stripe“-Fellen sorgt hier für den typischen, leicht patschigen, satten Attack bei mittleren Stimmungen. Dass genügend Sustain entsteht, liegt an den dünnen, einlagigen Resonanzfellen, die – einen Tick höher als die Schlagfelle gestimmt – für den vollen Ton sorgen. Positiv fällt wieder einmal die Y.E.S.S.-Halterung beim Tom auf, das hier für eine schnelle und direkte Entfaltung der maximalen Resonanz sorgt. Damit kann das 12″ Tom mit einem gleich wuchtigen, fetten Klangcharakter aufwarten wie die Floor-Toms.

Diese ruhen zwar nicht auf Y.E.S.S.-gelagerten Beinen, doch die verkürzten Floor-Toms machen hier auch genau das Gewisse an extra Druck und Sustain, zumal die verkürzten Kessel auch mit einem etwas schnelleren Rebound als konventionelle Floor-Toms aufwarten. Die Bassdrum bleibt auch im Sustain sehr transparent und konkret, sie macht in tiefer Stimmung eine soliden Druck, lässt zudem im Tiefbassbereich genug Raum für den Bassisten, der eine H-Saite sein eigen nennt. In etwas höherer Stimmung kann sie auch recht kickig gestaltet werden, was bei schnellen Doppel-Bassdrum-Figuren eine bessere Ortung ergibt. Die Ansprache der Snaredurm ist richtig prima und sensibel, und sie lässt sich mit etwas Dämpfung leicht auf eine satten, holzigen Rocksound trimmen.

Eine serienmäßige Ausstattung mit Guss-Spannreifen wäre eventuell gut für einen krachenderen Attack, aber diese gibt es ja auch im Zubehörprogramm. Hoch gestimmt und (fast) ungedämpft geht bei dieser Snaredrum auch der 1, 6 mm Stahlspannreifen in Ordnung, hier werden die Obertöne dann eben nicht so brachial hart.

Profil

FAZIT

Das Yamaha Rock Tour Drumset macht seinem Namen alle Ehre und liefert bei werkseitigen Fellbestückung die besten Möglichkeiten für satte und wuchtige Rocksounds. Die Esche gibt dem Mahagoni allem Anschein nach etwas mehr Präsenz in den Tiefmitten, was in Kombination mit den Remo „Pin Stripe“- Fellen bei den Toms perfekte Illusionen eines PA-mäßig bearbeiteten Sounds schon als akustischen Höreindruck vermittelt. Die Y.E.S.S.-Halterung des Toms ist sinnvoll für das Resonanzverhalten, das sich hier sehr gut an die verkürzten Floor-Toms anpassen lässt. Diese warten mit dem gewissen Extra-Druck und schnellem Rebound auf. Die Verarbeitung stimmt und das ungewöhnliche Oberflächen-Design unterstreicht den eigenen Charakter.

Ob dieser orangebraune Farbton des Testsets nun den Geschmack des Rockers trifft, muss jeder selbst entscheiden. Doch es gibt ja z. B. auch das schmucke Smoke Sunburst, mit dem die Test-Snaredrum aufwartet. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Testset (Shell-Set inklusive 14″ Floor-Tom und Snaredrum, aber ohne Hardware!) ist sicherlich etwas hoch angesetzt, geht meiner Meinung nach aufgrund der guten Verarbeitung und des rockigen Klangcharakters in Ordnung.

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