Schwere Jungs

Zildjian A Heavy Series Cymbals im Test

Aggressiv, offensiv und extrem penetrierend – das waren die Markenzeichen der Cymbals der Zildjian Z-, Z Custom- und Z3-Serien. Und damit das Richtige für Metal, Hardrock, Punk und alle Heavy-Hitter weiterhin erhältlich ist, hat Zildjian die populärsten Cymbal-Modelle in die neue Linie der A Zildjian Cymbals übernommen: zwei Ultra Hammered China Cymbals, vier Heavy Crash-Cymbals und eine 15″ Heavy Hi-Hat.

Cymbals
(Bild: Archiv)

Ob die Cymbals auch für alle Metal-Styles und jede Form von Heavy Rock klanglich geeignet sind, zeigt Dir unser Videotest der Zildjian A Heavy Series Cymbals.

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Historisches & Konzeption

Extrem laut, aggressiv und eine mächtige Projektion: Das waren die klanglichen Vorgaben für die Cymbals der erstmals 1984 vorgestellten Z-Serie. Diese schweren Cymbals ohne Abdrehmuster, die mit vier verschiedenen und sehr speziellen Hämmerungsmustern bearbeitet waren, dominierten bis Mitte der 90er-Jahre das Geschehen in Punk, Metal und Heavy-Rock. Klangliche Assoziationen zu T-Trägern und „Hammer auf Amboss“ waren durchaus beabsichtigt und erklären die ausgezeichnete Durchsetzungskraft der Cymbals. Ab etwa 1994 wurde auf zwei Hämmerungsmuster verzichtet, und erstmals tauchten Abdrehmuster auf: Die „Z Custom“ Cymbal-Serie hielt sich bis 2009 und wurde dann von der „Z3“-Serie abgelöst. Auch wenn die primären Einsatzgebiete sicherlich im harten Rock legen, so sollte man nicht vergessen, dass die Sounds auch durchaus bei etwas moderaterer Spielweise nutzbar sind und reizvoll sein können.

Konstruktion

Rohlinge aus B20-Bronze sind auch die Basis für die Herstellung der A Zildjian Cymbal-Modelle der „Heavy“-Kategorie, und für diese braucht es deutlich mehr Material – es sind halt schwere Jungs! Charakteristisch ist neben dem hohen Gewicht die starke Hämmerung auf dem Profil. Auch das Abdrehmuster, das über die gesamte Fläche der Cymbals und auf der Spiel- wie Rückseite aufgebracht ist, folgt einem eigenen Pattern. Die Tonal-Grooves sind hier recht breit, aber nicht extrem tief gesetzt. Das entspricht dem klassischen Muster der „Z3“-Cymbals. Bei den „Heavy Crash“-Cymbals setzt man auf hohe Kuppen mit ausgeprägter Halbkugelform, allerdings auf flache, fast linear verlaufende Bögen der Profile.

Das Bottom-Cymbal der Hi-Hat ist übrigens etwas höher als das Top gestaltet und dazu extrem schwer. Etwa 1,7 kg allein für das Bottom-Cymbal – das ist mal ein Wort! Die ehemaligen „Z3“ und jetzt als „A Zildjian Ultra Hammered China“ bezeichneten Effekt-Cymbals bestechen durch die extrem breite Krempe, das hohe Profil und die so genannte „Volcano“-Kuppe. Alle Testkandidaten erstrahlen im hoch – glänzenden „Brilliant“-Finish und sind ausgezeichnet verarbeitet. Trotz der hohen Materialstärke schwingen alle Cymbals mechanisch sehr sauber und sind auch grundsolide ausbalanciert. Harte Kanten oder Grate an den Rändern und Kuppen löchern sucht man hier vergeblich. Somit wird Zildjian erneut dem hohen eigenen Fertigungsanspruch gerecht.

Closeup
(Bild: Archiv)

Sounds

15″ Heavy Hi-Hat: Auch wenn (zunächst?) nur dieses eine Modell die Geschichte der „Z3“ Hi-Hats fortführt – schließlich gab es ja mal vier Stück –, so ist das 15″ Heavy-Modell sicherlich eine gelungene Kreation. Der Verzicht auf ein welliges „Mastersound“-Profil am Rand des Bottom-Cymbals führt hier zu einem etwas satteren, breiteren Attack, der (durch die starke Hämmerung und das immense Gewicht) der Hi-Hat eine tolle Projektion und massigen Druck entwickelt. Mit dem Schaft angespielt erklingt ein kurzer, spitz klingender Attack und ein schnell einsetzendes Decay, dann entsteht ein ebenfalls kurzes, satt rauschendes Sustain.

Die Dynamik ist gut gestaltet, man kann hier recht locker zu Werke gehen und erzielt dabei schon ein prima Klangpotenzial, doch die Hi-Hat lässt sich auch richtig fordern, und knackig mit starken Sticks bearbeitet zeigt sie dann auch die Zähne, wird in den Obertönen aggressiver und insgesamt etwas giftiger. Geöffnet angespielt rauscht sie mit starken Mitten ordentlich ab, wird dabei aber nie zu spitz und entwickelt einen soliden Druck. Der Anschlag ist zwar integriert, doch immer noch gut zu orten. Der Chick-Sound beim Zutreten kombiniert den spitzen mittigen Klang des Attacks mit einem kurzen, satten Sustain.

16″ bis 19″ Heavy Crash: Hier hat Zildjian einen Mix zwischen den alten „Rock“- und „Medium“-Crash-Cymbals der „Z3“-Serie geschaffen. Zwar kann man die Crash-Cymbals auch etwas sanfter anspielen, und der schnelle und harte Attack entsteht hierbei sofort, aber das Sustain entwickelt eben nur einen Teil des Klangumfangs. Das steht übrigens dann schon recht lange, bietet aber nur die oberen und Mitten-Frequenzen an. Geht man kräftiger zu Werke, so wird das Sustain auch voller und die Cymbals machen mehr Druck. Die deutliche tonale Abstufung der vier Modelle zueinander ist dabei sehr gelungen.

19″ und 21″ Ultra Hammered China: Hier hat sich gegenüber den Vorgängermodellen aus der „Z3“-Serie nichts verändert. Die „Volcano“-Kuppe sorgt für den speziellen harten Oberton, der den Attack auf seine eigene Weise prägt. Diese gewisse Schärfe setzt sich dann im doch erstaunlich gongigen Sustain fort. Präsenz ist hier also ordentlich gegeben. Das 19″ Modell klingt etwas anders als das 21″ Modell. Auf dem Rand der Krempe angespielt bietet das 19″ Modell einen spitzen Attack mit sehr kurzem Zischen. Es schwingt sofort in das schnell modulieren de Sustain ein, das eine dunkle Färbung besitzt. Im Übergangsbereich zwischen Krempe und Profil wird es dann klanglich hart und extrem mittig. Das passt prima für knallige Einzelakzente, aber auch für ein Ride-Pattern mit martialischer Härte. Die generelle Klangfärbung des 21″ Modells ist deutlich dunkler, und so wirkt dieses Cymbal tatsächlich etwas weicher und bietet im Attack auch etwas mehr rauschende Klanganteile.

Fazit

Zildjian erhält uns – wenn auch in zunächst verringerter Auswahl – die martialischen Sounds der speziellen „Z“-Cymbals. Die eigenwilligen Ultra Hammered China Cymbals Eins zu Eins zu übernehmen war dabei sicherlich ein weiser Entschluss – markanter können Sounds kaum sein. Ebenso gelungen ist es, überarbeitete Versionen der 15″ Hi-Hat und der Crash-Cymbals von 16″ bis 19″ zu präsentieren statt eine simple Auswahl des alten Angebots zu treffen. Hier zeigt man ein gutes Fingerspitzengefühl für detaillierte klangliche Aspekte. Ich vermisse lediglich ein passendes Ride-Cymbal für die ansonsten gelungene Symbiose von „Z“-Modellen in der „A Zildjian“-Serie. Für alle Metal-Styles und jede Form von Heavy Rock sind diese Cymbals eine klanglich sehr interessante Sache.

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