Bild: Axel Mikolajczak
Bild: Axel Mikolajczak

Drum Essentials Workshop aus dem STICKS-Archiv

Workshop: Benny Greb Grooves

| Diethard Stein

Benny Greb hat in der internationalen Drummer-Community durch seine weltweiten Drum-Workshops sowie Soloshows großes Ansehen erlangt. Und auch durch sein Spiel mit vielen internationalen Bands und Künstlern (u. a. Colin Towns, Blue Touch Paper, Ron Spielman, Stoppok, Hans Ratz/Strom & Wasser, Elbtonal Percussion, Mark Forster) und eigenen Bands (wie z. B. Moving Parts) genießt Benny den Ruf eines äußerst musikalisch groovenden Schlagzeugers.

Benny hat auf allen namhaften Drum-Festivals der Welt gespielt, so z. B. dem „Montreal Drum Festival“, dem australischen „Ultimate Drummer Festival“, bei mehreren „Meinl Drum Festivals“ sowie auch den prestigeträchtigen Events „Modern Drummer Festival“ und der „PASIC“, dem jährlichen internationalen Meeting der Percussive Arts Society. Außerdem veröffentlichte er u. a. seine preisgekrönte Education-DVD „The Language Of Drumming – a system for musical expression“ und die DVD „The Art And Science Of Groove“.

Für diesen Workshop hat Autor Diethard Stein einige Beispiele typischer Groove-Elemente aus Bennys kreativem Schlagzeugspiel zusammengestellt.

Notenbeispiel 1 zeigt den Intro-Groove, den Benny auf dem Song „Are You There“ von Ingo Hassenstein spielt, hier zu sehen im Video:

Neben einer in Achtelnoten gleichmäßig durchlaufend gespielten Hi-Hat sowie einem regelmäßigen Snaredrum-Backbeat auf den Zählzeiten „2“ und „4“ sorgen die diversen auf der Snaredrum gespielten  Ghost Notes hintergründig für den Flow des Groove. Spannend ist die Platzierung der Bassdrum-Akzente, speziell derjenigen auf den Zählzeiten „3“ und „3e“, bei denen der zweite Akzent leicht hervorgehoben erscheint. Die Zweitaktigkeit des Rhythmus entsteht durch das zusätzliche Platzieren eines Bassdrum-Anschlags auf der Zählzeit „1a“ in Takt 1, dieser Akzent entfällt in jedem zweiten Takt.

Tipp: Wie in Bennys Spielweise überhaupt ist nicht unbedingt das „Ausgefuchste“ seiner Patterns das Auschlaggebende, sondern die Art seiner Interpretation! Es geht bei dieser stilbezogenen Frage nicht darum, welche Figur ich spiele, sondern darum, wie ich sie spiele. Wie klingt das Ganze, wie wird der Groove interpretiert? Parameter hierfür sind wie immer die Dynamik, die Orchestrieung sowie das Tempo bzw. das Timing. Versucht einmal, nach diesen Kriterien das Spiel guter Drummer zu hinterfragen.

Der im Notenbeispiel 2 vorgestellte Groove hat neben einem dominanten Sechzehntel-Bassdrum-Pattern sowie den obligatorischen Snaredrum-Ghost-Notes eine auf der Zählzeit „1und“ platzierte Hi-Hat-Öffnung. Diese und der vorgezogene Snaredrum-Backbeat auf der Zählzeit „3a“ sowie die mit Vehemenz in Achtelnoten durchlaufend gespielte Hi-Hat bestimmen den Charakter dieses Beats.

Achtung: Im Original spielt Benny nicht wie notiert und auf den Audios zu hören den Bassdrum-Akzent auf der Zählzeit „1a“, sondern synchron zur Hi-Hat-Öffnung auf der „1und“, zudem entfällt die Snaredrum Ghost-Note auf der Zählzeit „1und“. Leider ist mir beim Übertragen von der handschriftlichen Notation zum druckfertigen Notensatz, von der ich dann die Audios eingespielt habe, ein Übertragungsfehler unterlaufen – sorry, ich bitte um Nachsicht.

Notenbeispiel 3: Ein sehr spannender Groove, der seine Individualität durch das um eine Achtelnote versetzte Platzieren des Snaredrum-Backbeats auf der Zählzeit „2und“ statt der „2“ erhält. Neben den auf der Hi-Hat wiederum durchlaufend gespielten Achtelnoten spielt Benny ebenfalls die Snaredrum-Backbeats auf den Zählzeiten „2und“ sowie „4“ vom Sticking her mit der rechten Hand. Durch dieses veränderte Sticking wird das Feeling des Rhythmus’ ebenfalls stark beeinflusst

Tipp: Probiert es einmal selbst aus: Spielt bei diesem Groove mit der rechten Hand durchlaufende Achtelnoten auf der Hi-Hat und platziert die Snaredrum-Backbeats mit der linken Hand und achtet dabei auf das sich ändernde Spielgefühl.


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