Workshop: Bassdrum-Pedal einstellen

Bassdrum-Pedal: Tipps zur Einstellung

Was man an einem Bassdrum-Pedal alles einstellen kann, um effizienter und flinker spielen zu können, das erfährst du hier. In diesem Workshop gibt Bodo Stricker einige Praxistipps und zeigt die Basismethoden der Pedal-Einstellung.

| Bodo Stricker

Die zahlreichen Einstellmöglichkeiten eines Bassdrum-Pedals bieten viele Möglichkeiten für individuelle Präferenzen, so dass jeder Drummer sich die Pedale so einstellen kann, wie es für seine Spielweise hinsichtlich Speed und Power optimal ist. Deshalb möchten wir auch nicht mit den Worten »richtig« oder »falsch« argumentieren, sondern eher die verschiedenen Komponenten aufzeigen, die sich ein- und verstellen lassen. Je nach Hersteller, Modell und Preisklasse fallen die Möglichkeiten mehr oder weniger vielfältig aus.

Die Federspannung

Einstellen der Federspannung

Schon bei der wohl grundlegendsten Einstellung gehen die Meinungen stark auseinander. Es gibt Befürworter einer eher lockeren Federspannung. Deren Vorteil ist der geringere Kraftaufwand, der benötigt wird, um den Beater zum Fell zu bringen. Bei einer straffen Federspannung kommt der Beater hingegen schneller zurück, doch der Kraftaufwand, den Beater zum Fell zu bringen, ist deutlich größer. Am besten ist es, du probierst einmal beide Extreme aus, um dir ein Bild davon zu machen, in welche Richtung deine persönliche Neigung geht. So kannst du dich dann nach und nach an die für dich und deine Spielweise  genau passende Einstellung rantasten.
Wenn du ein Doppelpedal benutzt, dann probiere doch auch unbedingt einmal aus, die Federspannung für das Slave-Pedal ein wenig straffer als die des Hauptpedals einzustellen. So kann man nämlich wunderbar die Trägheit der Übersetzung des Slave-Pedals über die Kardanwelle auf das Hauptpedal kompensieren. Allerdings musst du dann deine Spielweise ein wenig anpassen, doch der Unterschied ist nicht so groß, dafür aber die Wirkung.

Beater-Winkel

Über diese Einstellung lässt sich der Abstand des Beaters zum Fell justieren. Eine Position sehr nah am Fell lässt euch zwar theoretisch schneller spielen, da der Weg, der vom Beater zurückgelegt werden muss, viel kürzer ist. Deine Schläge fallen dann aber leider auch deutlich leiser und weniger kraftvoll aus. Auch hier ist also wieder das individuelle Ausprobieren angesagt, um die für deine Spielweise passende Lösung mit der richtigen Mischung von Speed und Power zu finden.

Einstellen von Beater-Winkel und Trittplatte

Trittplattenhöhe

Für eine optimale Kraftübertragung und Effizienz deines Spiels kannst du bei einigen Bassdrum-Pedalen den Winkel der Trittplatte einstellen. Im Prinzip ergibt sich dieser aus deiner Sitzposition. Deine Füße sollten in etwa parallel zum Boden sein, wenn sie auf den Pedalen ruhen. Am besten stellst du den Winkel der Trittplatten erst einmal so ein, dass diese »Ruheposition« für dich angenehm ist und die Füße optimalen Kontakt mit der Trittplatte haben.

Übersetzung der Kette oder des Bandes

Bei hochwertigen (und leider auch meist höherpreisigen) Bassdrum-Pedalen gibt es die Möglichkeit, die Übersetzung der Kette oder des Bandes zu verstellen. Bei der hier abgebildeten DW-»9000«-Serie ist dies sogar stufenlos möglich. Andere Hersteller bieten zu diesem Zweck etwa austauschbare Aufsätze (Pearl Eliminator) bzw. verschiedene Varianten ihrer Bassdrum-Pedale innerhalb einer Modellreihe an (Tamas »Iron Cobra Rolling Glide« und -»Power Glide«, DW 5000 und DW »5000 Accelerator« etc.).

Direktantrieb
Bei »Direct Drive«-Maschinen wie etwa Pearl »Demon Drive«, Yamaha »FP9«, der klassischen Ludwig-»Speed King« oder den Pedalen von Axis und Trick entfällt die Kette/das Band; hier gibt es einen direkten Antrieb über einen Metallbügel. Deren Übersetzung bzw. Antriebsablauf ist allerdings nicht bei allen Pedalen flexibel einstellbar.

Klassiker: Antrieb über eine Einzelkette – hier mit Exzenter-Kettenblatt

Standard bei vielen Bassdrum-Pedalen ist ein rundes Kettenblatt, welches einen konstanten Weg des Beaters zum Fell und somit eine gleichmäßige Kraftübertragung bietet. Durch das Verstellen der Übersetzung kann man den Weg zum Beispiel so verändern, dass der Beater auf dem letzten Drittel – oder eben auch zu Beginn des Weges – zum Fell hin beschleunigt wird. Da der Einfluss dieser Einstellung auf das Spiel sehr subjektiv ausfallen kann, ist es ratsam, verschiedene Einstellungen intensiv zu testen, um Vor- oder Nachteile der unterschiedlichen Übersetzungen zu checken.

Jeder Fuß spielt anders
Abschließend ist noch zu sagen, dass es wirklich kein Allheilmittel oder »den einzig richtigen Weg« gibt. Jeder Fuß spielt anders! Und so vielfältig die individuellen Präferenzen sind, so reichhaltig ist auch das Angebot von unterschiedlichen Bassdrum-Pedalen. Steht ein Kauf ins Haus, so sei euch ein Test der unterschiedlichen Pedale bei eurem Fachhändler des Vertrauens hiermit dringend ans Herz gelegt, denn der wird euch vor Ort sicherlich gut beraten können. Doch nur ihr selbst könnt letztlich entscheiden, welches Pedal das Richtige für euch ist. Wichtig ist, dass ihr euch ganz einfach wohl fühlt und nicht das Gefühl habt, gegen das Pedal arbeiten zu müssen. Das »richtige« Bassdrum-Pedal sollte euer Spiel erleichtern und komfortabler machen.

In diesem Sinne also: »Put the pedal to the Metal!«

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