Bild: Simon Engelbert
Bild: Simon Engelbert

Workshop aus dem STICKS-Archiv

Four On The Floor & Tom Grooves

In dieser Folge aus der STICKS-Workshop-Serie von Patrick Metzger zum Thema „Four on the Floor“ geht es um die Toms. Und in diesem Falle gilt wohl auch die Devise: „Darf’s ein bisschen mehr sein?“

| Patrick Metzger

Dieses Mal zeigt euch Patrick einige interessante Tom-Grooves, die in Kombination mit Snaredrum und Bassdrum zu einem fetzigen „Four on the floor“-Groove werden, den ihr gegebenenfalls sogar mal als kurzes Drumsolo „verkaufen“ könnt. Also: Let’s go!

Tom Grooves

Als Tom Grooves bezeichne ich immer solche Drum-Grooves, bei denen die Toms eine prägnante Rolle im Groove-Gefüge haben und im Vordergrund stehen, also so wie üblicherweise Bassdrum, Snaredrum und Hi-Hat. Denkt zum Beispiel mal an den Song „Played Alive“ von Safri Duo oder auch den Titelsong der Filmreihe „Fluch der Karibik“ im 6/8- Feel. Beim Teil 3 („Am Ende der Welt“) wurde dieser übrigens von keinem geringeren als Simon Phillips gespielt, der ein wahrer Meister solcher Grooves und „Tom-Melodien“ ist. Durch die vielen Trommeln in seinem Setup (aktuell sieben Toms, Octabans plus Gong Drum) und deren Stimmung bzw. Klangfarben, in Verbindung mit seinen charakteristischen rhythmischen Phrasen und hohen Dynamikstufen, spielt Simon sehr spannende Tom-Soli, die oft minutenlang eine Spannung aufbauen. Und wir alle wissen, wie schwer es ist, ein Drumsolo zu spielen, ohne dass es für die Zuhörer langweilig wird.

Song-Beispiele

Hier eine Liste mit einigen Songs, bei denen die Toms eine sehr wichtige Rolle übernehmen und zum Hauptbestandteil des Grooves und sogar des Songs gehören.


  • Fluch der Karibik (Soundtrack)

  • Played Alive (Safri Duo)

  • Mushanga (Toto)

  • I Will Remember (Toto)

  • Sing, Sing, Sing (Benny Goodman)

  • Krupa (Apollo 440)

  • Both Sides Of The Story (Phil Collins)


Nicht alle Songs aus der Liste sind im Original ein „Four on the floor“-Groove, lassen sich aber ohne Probleme zu einem solchen variieren.

Notenbeispiele

Ich selbst spiele in meinem Setup bei allen Beispielen bis zu vier Toms, welche ich auch so notiert habe. Wenn ihr weniger Toms an eurem Drumset habt, überlegt euch einfach eine andere Verteilung. Habt ihr sogar mehr als vier Toms zur Verfügung, habt ihr noch mehr Möglichkeiten. Seid kreativ und probiert auch mal aus, wie ihr euer persönliches Sticking dann umsetzen könnt.

Im Sound-Beispiel hört ihr zu Beginn NUR die Toms, vier Mal langsam ohne Ghostings und Fuß-Pattern. Danach zähle ich im Tempo ein und spiele das Beispiel vier Mal mit Ghostings ohne Bassdrum und Hi-Hat, danach dann vier Mal komplett.

Beispiel 2


Tom-Groove im Swing-Style
Tempo: 196 bpm

Dieses Beispiel erinnert an „You Can’t Hurry Love“, im Original von The Supremes. Auch die Version von Phil Collins aus dem Jahre 1982 beginnt mit einem solchen Tom-Groove. Bei diesem Beispiel spiele ich alles auf einem Floor-Tom im Shuffle-Feel, akzentuiere jedoch einige Schläge (siehe Akzente). Die Bassdrum spielt einen eher leisen „Four on the floor“- Beat dazu, und die Hi-Hat wird auf „2“ und „4“ getreten.

Im Sound-Beispiel hört ihr den Groove erst einmal langsam nur auf dem Floor-Tom gespielt. Danach acht Mal komplett wie notiert im Original-Tempo.

Beispiel 3


Tom-Groove „Mushanga-Style“
Tempo: 120 bpm

Dieses Beispiel ist an den Song „Mushanga“ von Toto angelehnt. Durch den Groove von Drummer Jeff Porcaro wurde dieser Song und sein spezieller Groove zu einem Klassiker der Schlagzeuger-Szene.
Der Groove ist im „Halftime Feel“, da die Snaredrum nur auf Zählzeit „3“ gespielt wird.
Achtet hier auf das Sticking und auf den Unterschied zwischen den Tom-Akzenten und den Tom-Ghostings (siehe Notenkopf). Bassdrum und Hi-Hat werden hier nun gleichzeitig auf die Viertelnoten getreten, die Hi-Hat jedoch „gesplashed“.

Im Sound-Beispiel hört ihr wieder den Tom Groove vier Mal langsam, dann vier Mal „in time“ und zum Schluss vier Mal wie notiert mit Bassdrum und Hi-Hat.

Beispiel 4


Backbeat Tom Groove
Tempo: 112 bpm

Dies ist ein Tom-Groove, bei dem die Snaredrum auf „2“ und „4“ als Backbeat integriert ist. Hier ist es etwas komplexer, weshalb ich euch auch das Sticking notiert habe. Achtet auf die Verteilung und Akzente der Toms. Die Dynamik der Toms ist bei diesem Groove sehr wichtig. Hier sind einige Ghostings auf dem tiefen Tom zu spielen.

Auch dieses Sound-Beispiel hört ihr wieder vier Mal langsam, dann vier Mal im OriginalTempo und zum Schluss vier Mal mit „Four on the floor“-Bassdrum und einer in Achtelnoten getretenen Hi-Hat.


Patrick Metzger ist Live- und Studio-Drummer, Schlagzeuglehrer, Dozent, Buchautor und Networker für Percussion Creativ e. V. Seit 2013 ist er Tour-Drummer für die „DSDS“-Siegerin Beatrice Egli. Seine stilistische Vielfalt stellt er außerdem mit vielen musikalischen Projekten und Bands unter Beweis. Er ist seit 2014 ständiger redaktioneller Mitarbeiter und Workshop-Autor für STICKS.

Aktuell hat Patrick ein Drum-Lehrbuch zum Thema der „Four on the Floor“-Grooves veröffentlicht.

Kontakt zu Patrick: mail@drumsolo.de

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