Groove-Workshop Herwig Mitteregger

Groove Workshop: Spliff - Deja Vu

| Diethard Stein

1980 gründeten die vier Musiker der Nina Hagen Band (Bassist Manfred Praeker, Gitarrist Bernhard Potschka, Keyboarder Reinhold Heil und Drummer Herwig Mitteregger) ihre eigene Gruppe, die sich „Spliff“ nannte und mit „The Spliff Radio Show“ eine Rock-Oper mit englischen Texten veröffentlichte.

Das mit vier Sängern realisierte Projekt war zwar kein Megaseller, dafür musikalisch wie produktionstechnisch auf höchstem Niveau. Für den Nachfolger „85555“ (1982) wechselte Spliff, wohl auch wegen des enormen Erfolgs der „Neuen Deutschen Welle“, wieder zu deutschen Texten, und die Band-Mitglieder sangen ihre Songs jetzt selbst. Eine weise Entscheidung, denn die Texte waren so originell, dass sie in Kombination mit der sparsam und glasklar arrangierten Musik die Herzen des Publikums im Sturm eroberten. Die Singles „Carbonara“ und „Déjà Vu“ brannten sich ins Gedächtnis der zahlreichen Spliff-Fans, beim Stichwort „Der rote Hugo ...“ klingelt’s sofort. Legendär wurde „Déjà Vu“ natürlich auch durch den Drum-Groove, den Herwig Mitteregger auf den damals neuen Simmons SDS-V E-Drums (mit akustischen Cymbals) spielte.

Notation


Der bei diesem Song während des Intros bzw. des Gitarren-Riffs gespielte Beat lebt neben einem Snaredrum-Backbeat auf den Zählzeiten „2“ und 4“ insbesondere von den aufwendigen Sechzehntel-Bassdrum-Figuren. Hintergründig für die Bewegung sorgen die zum Teil in Sechzehnteln interpretierten Hi-Hat-Anschläge, die als Overdub eingespielt wurden – live spielte Herwig Mitteregger diese Figur gemeinsam mit Keyboarder Reinhold Heil (am Akustik-Drum-Set) oder vereinfachte das Hi-Hat-Pattern (ähnlich wie im B-Teil des Songs notiert).
Im A-Teil dagegen werden die Bassdrum-Akzente auf die Zählzeiten „1“ sowie die synkopische „2a“ reduziert, das Hi-Hat-Pattern sorgt mit diversen Sechzehntel-Anschlägen sowie Öffnungen für Spannung.
Im B-Part des Songs wird der Groove von im Viertelnotenpuls durchlaufend gesetzten Bassdrum-Akzenten dominiert, diverse eingefügte Hi-Hat-Sechzehntel sorgen neben den basismäßig verwendeten Achtelnoten für den Drive, speziell die Hi-Hat-Öffnungen auf den „und“-Zählzeiten unterstützen das Marschierende des Rhythmus’.
Vom Arrangement her interessant ist der in den A-Teilen ab 01:35 bzw. 02:46 zusätzlich angehängte Takt.

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