Groove-Workshop: Van Halen - Runnin' With The Devil

| Diethard Stein

Wer 1978 das selbstbetitelte Debüt der Rock-Band Van Halen auf den Plattenteller legte, den traf spätestens bei „Eruption“ – dem zweiten Song – der Schlag. War das eine E-Gitarre, die in rasendem Tempo in flüssigster Artikulation Arpeggien von sich gab, die so auf dem Instrument bislang als unspielbar galten? 

Eddie van Halen bereicherte das Klangarsenal der E-Gitarre um Dive-Bombs, Harmonics und eine Fülle anderer Tricks, entwickelte das Right-Hand-Tapping, das Genesis-Gitarrist Steve Hackett auf „The Return Of The Giant Hogweed“ zum ersten Mal auf Tonträger bannte (auf „Nursery Cryme“, 1971), zu einer spektakuläre Spieltechnik, die binnen kurzer Zeit ungezählte Nachahmer fand. Die Shredding-Szene, die in den 80er-Jahren ihre Blütezeit erlebte, wäre ohne Eddie van Halen schlicht undenkbar.

Dabei konnte die Band auch mit wenigen Noten und sparsamster Instrumentierung Musik machen, die den Hörer packt. „Runnin’ With The Devil“, der erste Track des Van-Halen-Debüt-Albums, zeigt dies eindrucksvoll mit seinem von Alex Van Halen gespielten Mörder-Drum-Groove im 3D-Breitwand-Format. Ganz großes Kino!

Notation


Markant für die Rhythmik des Songs ist der während des ganzen Ablaufs im Viertelpuls durchlaufend gespielte Bass-Groove. Im Gegensatz dazu sorgt das im B-Teil gespielte markante Gitarren-Riff mit hohem Wiedererkennungswert für die Charakteristik des Songs. Neben den Bassdrum-Akzenten auf den Zählzeiten „1“ und „3“ sowie einem konventionellen Snaredrum-Backbeat auf der „2“ und „4“ kommen beim Schlagzeug-Rhythmus auf der Hi-Hat durchlaufend mit einem Viertelpuls-Akzent platzierten Achtelnoten zum Einsatz.
Durch das Setzen von Bassdrum-Akzenten in Sechzehntel-Noten auf den Zählzeiten „2a“ und „4a“ erhält dieser Drum-Groove gerade im Gegensatz zum sehr statischen Bass seinen gewaltigen Drive. Das Ganze schiebt nach vorn, ohne vom Groove-Gefühl her auch nur im Geringsten „klebend“ zu wirken.
Im A-Teil des Songs wird sozusagen der Drive zunächst etwas „heruntergefahren“, der Groove marschiert allerdings weiter charakteristisch und spannend. Während des Gitarrensolos im C-Teil wird die Rhythmik der Bassdrum-Akzente aufwendiger und sorgt so, neben dem Einsatz des Ride-Cymbals, für eine leichte rhythmische Öffnung des Ganzen.

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