Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
FREDERIC MICHEL – Modern Pop Drummer +++ YOUTUBE-STARS: Sina Drums; COOP3RDRUMM3R +++ Rockin‘ 1000 +++ Studium an der POPAKADEMIE +++ ZULTAN Heritage Cymbals +++ PEARL Masters Maple/Gum Drums +++ ROGERS Dyna-Sonic Wood Snaredrums
Tricky!

Congas lernen: Der Slap

Tom Schäfer spielt Conga

Es ist Zeit, einen wahrhaft heißen Conga-Schlag kennenzulernen: Der Slap. Spieltechnisch ist es der schwierigste Conga-Beat und er erfordert ein bisschen Geduld, bis er klanglich Form annimmt. Aber er ist im wahrsten Sinne des Wortes auch ein heißer Schlag, denn beim Üben werden eure Finger anfangs richtig britzeln und ordentlich warm werden.

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Die Rede ist vom Slap: Ein elementarer Grundschlag, der euer spieltechnisches Vokabular um einen weiteren aufregenden Sound erweitert. Nun seid ihr ja bereits mit dem Open Tone (O) und dem Bassbeat (B) vertraut. Beide Schläge holen einen weichen und warmen Klang aus der Conga. Mit dem Slap jedoch könnt ihr akzentreiche und knackige Sounds erzeugen, die durch eine kontrollierte Handführung und ein ganz spezielles Anspielen des Fells hervorgelockt werden.

Handhaltung

Wichtig ist grundsätzlich, dass die Finger locker sind. Die Hand tendiert ganz leicht in Richtung hohle Hand. Eure Finger nehmen eine natürliche und nicht zusammengepresste Haltung an. Der Daumen ist ebenso in natürlicher Haltung leicht und locker abgespreizt (siehe Foto 1). In dieser Haltung wird das Conga-Fell nun angespielt und zwar so, dass die Hand ein wenig weiter über dem Fell liegt als beim Open Tone. Der Fellrand liegt dabei genau im Bereich der Handbeuge (s. Foto 2). Und diese trifft mit leichter Kraft auf den Fellrand, während ihr die lockeren Finger aufs Fell prallen lasst. Durch die leicht hohle Hand dürfen nur die Unterseiten der ersten Fingerglieder aufs Fell aufschlagen (s. Foto 3) und keinesfalls die gesamte Fläche der Finger, denn das gehört ja zur Spieltechnik des Open Tones.

Foto 1

Foto 1: Für den Slap braucht ihr diese Grundhaltung der  Hand.

Foto 2

Foto 2: Die Handbeuge trifft auf den Fellrand.

Foto 3

Foto 3: Mit der Unterseite der ersten Fingerglieder wird  der Slap erzeugt.

Beim Slap müsst ihr keine Kraft aufwenden und auch soll dieser Schlag nicht mit Wucht ausgeführt werden. Ganz leichte und lockere Beats entfalten schon jenen knappen und knackigen Sound, der unter den Fingerspitzen entsteht. Und dies verursacht dann auch das Britzeln und die Wärme. Womöglich werden eure Finger auch rot werden: Das ist normal. Nur wehtun sollte es nicht. Achtet also immer auf die korrekte Handhaltung.

Haltet auch euren Daumen im Blick, denn der sollte nicht aufs Fell auftreffen und auch nicht versehentlich gegen die Fellkante schlagen … (Autsch!). Versucht es also, und probiert immer wieder diesen Schlag, bis er locker und natürlich von Hand geht.

Spielt das Fell aus einer Höhe von etwa 10 cm an. Hand und Unterarm bilden in etwa eine gerade Linie, wobei die Hand im Moment des Schlags nur leicht angehoben wird (s. Foto 4). Zuerst trifft die Handbeuge den Fellrand (s. Foto 5), und durch diesen Impuls prallen die Finger schließlich automatisch aufs Fell (s. Foto 6). Zwischen dem Berühren der Fellkante und dem Aufprallen der Finger liegt nur ein sehr kurzer Millisekunden-Zeitraum, sodass im Spielfluss die beiden Impulse eigentlich zu einem gemeinsamen Schlag-Impuls verschmelzen. Nachdem die Finger auf das Fell geprallt sind, bleiben sie für einen kurzen Moment dort liegen – und zwar genau für den Zeitraum des Slap-Sounds. Die Klangentwicklung des Slaps wird wirklich von einem subtilen Feingefühl in den Fingern gesteuert. Beobachtet also beim Ausprobieren stets die Handhaltung und die daraus resultierende Klangentwicklung.

Foto 4

Foto 4: Ausholen, …

Foto 5

Foto 5: … die Hand berührt mit der Handbeuge den  Fellrand, …

Foto 6

Foto 6: … und die Finger prallen aufs Fell: Slap!

Womöglich müsst ihr eure Hände/Finger immer wieder um Nuancen korrigieren, bis der Slap zum ersten Mal entsteht. Auch könnt ihr versuchen, eure Gedanken in Richtung Fingerspitzen zu lenken, um vielleicht einen Hauch mehr Spielkraft in den vorderen Fingerbereich zu schicken. Und wenn der Slap schließlich zum ersten Mal da ist, merkt euch genau die Handbewegung und die Fingerhaltung. Es gibt nämlich kein allgemeingültiges Rezept für die „richtige“ Spielhaltung und die „richtige“ Bewegungsabfolge. Jeder Mensch ist anders, und jede Physis unterliegt ganz individuellen Eigenschaften. Jeder ist sozusagen sein eigener Eroberer des Slaps.

Tipp: Wichtig ist nun auch, dass ihr den Slap mit beiden Händen übt. Dadurch seid ihr später flexibler beim Spielen und habt mehr Möglichkeiten, euch an den Congas klangvoll und groovemäßig auszudrücken.

Übt den Slap täglich vielleicht 10 Minuten lang. Auch zweimal pro Tag kann nicht schaden. Aber bleibt wirklich dran und lasst bis zur nächsten Slap-Stunde nicht eine Woche vergehen. Ist der Zeitraum zu groß, lauft ihr Gefahr, jedes Mal wieder von vorne anfangen zu müssen. Täglich ein paar Minuten sind effektiver als fünf Stunden hintereinander. Ihr werdet bald merken, dass ihr Fortschritte macht. Es kann aber durchaus ein paar Tage dauern, bis der Slap zum ersten Mal klingt. Also: Nicht entmutigen lassen, sondern dran bleiben! Ihr wollt doch spannende Conga-Grooves an den Start bringen, oder?

Übungen

Damit dies gelingt, hier ein paar Übungen, die euch helfen sollen, den Slap zu lernen.

Noten

Übung 1 – 3: Damit das Ganze nicht zu trocken wird und trotz Übungscharakter immer noch den lebendigen musikalischen Touch behält, werden hier die drei Grundschläge Open Tone (O), Bass (B) und Slap (S) miteinander kombiniert. Auch liegen die drei Sounds abwechselnd in der linken und der rechten Hand, damit ihr die Koordination in den Griff bekommt.

Tipp: Fürs Timing ist es gut, wenn ihr eure Füße durch leichtes Wippen abwechselnd rechts und links auf den Zählzeiten „1“ und „3“ in die Übung mit einbezieht.

In den Beispielen 5 – 6 findet ihr ein paar Groove-Ideen, die ihr sowohl alleine checken, aber ohne Weiteres auch mit eurer Band spielen könnt.

Fotos: Tom Schäfer

Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums

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