Grundschläge  – Der Tip

Der Cajon-Workshop für Schlagzeuger – Teil 3

Cajon Spielhaltung

Bild 1

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Willkommen zur dritten Folge von „Bumm Tschack für Cajón“. Nachdem ich euch zum Einstimmen im letzten Teil drei Basis-Grooves gezeigt habe, werde ich in den kommenden drei Episoden jeweils einen der drei Cajón-Grundschläge behandeln. Wir beginnen mit dem Tip-Schlag!

In der peruanischen Cajón-Tradition wird dieser einfach „hoch klingender Schlag“ genannt. Je nach Spielweise ähnelt der Tip dem Snaredrum- Sound vom Schlagzeug. Daher ist der Tip-Schlag von entscheidender Bedeutung, wenn Schlagzeug-Grooves auf die Cajón übertragen werden. In Bild 1 seht ihr die Tip-Schlag-Position beider Hände. Um den Tip-Schlag gut klingend, dynamisch und technisch effizient spielen zu können, solltet ihr ein paar Dinge beachten – und genau darum geht’s in dieser Ausgabe! Auch bereits weit fortgeschrittene Schlagzeuger sollten sich für die vermeintlich ein – fachen Übungen Zeit nehmen. Denn die Umstellung von Stick-Techniken zu Hand- Techniken wird eigentlich immer unterschätzt. Und das führt zu einem unsauberen Klang und unsicherem Timing!

Notierung

ÜBUNGEN MIT EINER HAND

Den Bewegungsablauf bzw. die Ausholbewegung kann man am besten nachvollziehen, wenn man sich zuerst auf eine Hand fokussiert. Dann fällt es nämlich leichter, wichtiges Detail wahrzunehmen. In den ersten beiden Notenbeispielen seht ihr über den Tip-Schlag-Symbolen daher einmal jeweils „R“ (steht für „rechte Hand“) und einmal jeweils „L“ (steht für „linke Hand“). Beginnt die Übung mit eurer Führhand – in meinem Falle ist dies die rechte Hand. Die Grundposition und Bewegung für die rechte Hand findet ihr in Bild 2. Die zusammenliegenden Finger berühren mit ca. zwei Fingergliedern an der oberen Außenkante die Schlagfläche, die Handinnenfläche hingegen steht über und berührt die Cajón nicht. Beginnt nun damit, aufeinanderfolgende Tip-Schläge in einem ganz niedrigen Tempo zu spielen. Lasst die Finger nach dem Schlag auf der Schlagfläche verweilen. Achtet auf runde, effiziente Bewegungen und auf einen hochfrequenten, euch ansprechenden Klang.

Langsam:

Schnell:

Rhythmische Präzision ist zu Anfang nicht unbedingt gefragt. Nehmt euch vielmehr für jeden einzelnen Schlag so viel Zeit, wie ihr braucht, um ihn ganz bewusst und ohne Hast ausführen zu können. Erst wenn ihr euch an den Klang und die Bewegung gewöhnt habt, solltet ihr das Schlagtempo erhöhen, und dann natürlich auch auf rhythmische Prä – zision achten. Übt dieses Vorgehen nach – einander mit der rechten und der linken Hand!

 

Übungen mit einer Hand
Bild 2

ÜBUNG MIT BEIDEN HÄNDEN

Jetzt spielt ihr die Tip-Schläge abwechselnd rechts und links (drittes Notenbeispiel). Wir beginnen wieder in einem ganz langsamen Tempo. Wie bei den Übungen zuvor stehen zunächst Klang, Ausholbewegung und Auftreffpunkt im Fokus!

Langsam:

Mittel:

Schnell:

Bei den Audio-Samples könnt ihr die unvermeidbaren kleinen Klangunterschiede zwischen rechter und linker Hand erkennen. Erhöht behutsam das Tempo, und achtet auf einen konstanten Puls. Wenn sich die Übung gut anfühlt, dann spielt die Tip-Schläge als Viertel-, Achtel- oder Sechzehntel-Puls zu Musik eurer Wahl. Viel Spaß beim Üben des Tip-Schlags (unserem „Snaredrum“-Sound)! In der nächsten Folge widmen wir uns dem „Bassdrum“-Sound der Cajón, dem Bass-Schlag, und somit dem „Bumm“ zum „Tschack“.

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